Häämspiel: Alles ist gut, solange du wild bist

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    Häämspiel: Alles ist gut, solange du wild bist

    Im Blickpunkt dieser Häämspiel-Ausgabe: Der DFB und seine ewige Wurschtelei. Eine Prise FCK gibt es selbstverständlich oben drauf.


    Unsere Häämspiel Kolumne auf Treffpunkt Betze: Vor den Heimspielen blickt Dirk auf das Geschehen rund um das Fritz-Walter-Stadion. Mal sachlich, mal humorvoll, mal voller Verzweiflung. Was bleibt einem auch anderes übrig.


    In allen Variationen wurde uns in den letzten Wochen die sieglose Auswärtsbilanz des FCK vorgerechnet. Wenn wir den Erbsenzählern glauben dürfen, lagen 5.376 Stunden, 224 Tage, 32 Wochen oder kurz und knapp gute sieben Monate zwischen den Dreiern in Mannheim und Lotte. Zu Recht waren die Protagonisten nach Spielende entsprechend erleichtert. Der Meinung von Philipp Hercher, dass es von Anfang bis Ende ein super Auswärtsspiel gewesen sei, kann ich mich zwar nur bedingt anschließen, aber verdient war der Sieg allemal. Fiel es der Lautrer Offensive in der ersten Halbzeit noch gewohnt schwer Akzente zu setzen, wurden die Verler in der zweiten Halbzeit an die Wand gespielt. Natürlich wäre auch ein höherer Sieg möglich gewesen, aber das wäre Gejammer auf hohem Niveau. Auch Marco Antwerpen war hochzufrieden und attestierte seiner Mannschaft eine überzeugende Leistung. Jetzt gilt es allerdings nachzulegen und nicht erneut in Selbstherrlichkeit zu verfallen. Es war ein Auswärtssieg gegen Verl – nicht mehr und nicht weniger. Ob es der erhoffte Wendepunkt in einer bis dahin höchst überschaubaren Saison war, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

    Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt

    Ein eher unrühmliches Bild hat in den letzten Wochen einmal mehr der DFB abgegeben. Man muss kein Freund von Dennis Erdmann oder gar dem 1. FC Saarbrücken sein, um festzustellen, dass der „Dubiose Fußball Bund“ eine recht exklusive Ansicht zu rechtsstaatlichen Grundsätzen hat. Wie studierte Juristen einen Spieler ohne belastbare Beweise zu einer achtwöchigen Sperre verdonnern können, bleibt mir ein Rätsel. Vier Magdeburger Akteure wollten gehört haben, wie der Saarbrücker Abwehrchef diese rassistisch beleidigt haben soll. Weder der Schiedsrichter noch ein anderer Spieler oder Funktionär konnte diese Angaben jedoch bestätigen. Einer der vier Wortführer, der beim FCK bestens bekannte Baris Atik, wurde im Laufe des Sportgerichtsverfahrens sogar als unglaubwürdig eingestuft. Dennoch sahen die Sittenwächter des DFB den Beweis erbracht, dass Erdmann sich dahingehend geäußert haben müsse und zogen ihn für fast zwei Monate aus dem Verkehr.


    Ein Kicker, der sich den Künstlernamen „Earthman“ sichert und sich diesen sogar auf sein Trikot drucken lässt, weil er den „Gegenspielern zeigen will, wer ihnen gegenübertritt“, erarbeitet sich natürlich im Laufe der Jahre einen gewissen Ruf. Die einen mögen ihn tatsächlich für gefährlich halten, die anderen eher für bedauernswert. Ich persönlich halte ihn für einen „Mr. 100.000 Volt“, der leider keinen Not-Aus-Schalter hat und so des Öfteren über das Ziel hinausschießt. Aber auch ihm steht ein faires Verfahren unter dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ zu – und diese Zweifel sind meiner Meinung nach im vorliegenden Fall definitiv angebracht. Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Rassismus hat weder auf Fußballplätzen noch sonst irgendwo etwas verloren und darf in keiner Form toleriert werden! Mittlerweile leben wir aber in einer Zeit, in der bei manchen Themen schlagartig überreagiert und völlig unverhältnismäßig gehandelt wird.


    In Zeiten, in denen ein Begriff wie „schwarzfahren“, der im Übrigen einen völlig rassismusfreien Ursprung hat, eine Diskriminierungsdebatte auslöst, muss man ja schon Angst haben, dass direkt ein ARD-Brennpunkt ausgestrahlt wird, wenn man beim ortsansässigen Türken seinen Dönerteller nicht ganz geschafft hat. Das Erdmann-Urteil des DFB ist für mich nur ein weiterer verzweifelter Versuch ein ramponiertes Image aufzupolieren. Die Verantwortlichen des 1. FC Saarbrücken haben die Aussagen für sich bewertet und entschieden, sich vor ihren Spieler zu stellen und ihn zu unterstützen. In Kürze wird in einem Berufungsverfahren neu entschieden.

    Doppelpass alleine? Vergiss es!

    Eine Chance, die der FCK verpasst hat. Zwar liegt ein völlig anderer Sachverhalt zu Grunde, aber zumindest im Fall Redondo wurde in Frankfurt ebenfalls ein Urteil mit himmelschreiender Ungerechtigkeit gefällt. Anstatt ganz offen zuzugeben, dass Schiedsrichter Florian Heft bei seinem unrühmlichen Auftritt in Kaiserslautern einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte und unter anderem in seiner Zweikampfbeurteilung gegen Redondo danebenlag, wurde der Lautrer Offensivmann für zwei Spiele gesperrt. Es grenzt an nicht tolerierbarer Arroganz, wenn ein Fußballverband derart selbstgefällig und offenbar in völliger Willkür „Recht spricht“. Wirklich überrascht davon durfte man natürlich nicht sein. Bevor der DFB einen Fehler zugibt, organisieren die Taliban einen Christopher-Street-Day in Kabul.


    Dass der Verein diesem Urteil aber auch noch umgehend zugestimmt hat und die Sperre somit rechtskräftig wurde, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar. Welches Zeichen senden die Club-Verantwortlichen denn so an ihre Spieler? An die Spieler, denen vor nicht allzu langer Zeit unter anderem eine zu lasche Zweikampfführung vorgeworfen wurde und die teilweise mit Auflaufprämien ihr Geld verdienen. Die FCK-Bosse sollten vielleicht einmal in sich gehen und überlegen, was ihnen wichtiger ist: Möchte man „auf-lieb-Kind“ mit dem DFB machen oder möchte man seine Spieler unterstützen und Zusammenhalt demonstrieren? Ich glaube, die zweite Option dürfte die erfolgversprechendere sein.

    I look not back, i look in front

    Definitiv ohne Redondo empfängt der FCK morgen also den VfL Osnabrück auf dem Betzenberg. In den bisherigen beiden Drittligapartien war für den FCK nichts drin. Zwei Niederlagen bei 1:5 Toren stehen zu Buche. Und auch vor dem nun anstehenden Duell liegt die Favoritenrolle klar bei den Niedersachsen. Der Zweitligaabsteiger reist mit der derzeit besten Defensive der Liga an und ist seit sechs Spielen unbesiegt. Dazu spielt bei den Lila-Weißen mit Mark Haider ein Oldie im Sturmzentrum, der weiß, wo das Tor steht. Der 35-jährige Halbamerikaner hat in dieser Saison bereits 5 Tore erzielt und damit nur einen Treffer weniger auf dem Konto als alle FCK-Akteure zusammen. Aber diese Zahlen sind reine Statistik. Gerade in den beiden letzten Spielen gefielen die Roten Teufel durch ihren unbändigen Willen und ihre hohe Einsatzbereitschaft. Also genau durch die Tugenden, die wir so lange vermisst haben. Sollte es auch morgen wieder gelingen, die gleiche Einstellung auf den Platz zu bringen, ist Osnabrück durchaus schlagbar und man braucht sich nicht zu fürchten. Wenn es der DFB dann noch schafft, einen Schiedsrichter zu schicken, der etwas standhafter ist als Wackelpudding, könnten die nächsten wichtigen Punkte eingefahren werden. In diesem Sinne: Auf geht's Lautern kämpfen und siegen!


    Quelle: Treffpunkt Betze

  • Die Spieler können sich hier etwas aufbauen.


    Im Endeffekt haben wir Spieler in unseren Reihen die nur bei "kleineren" Vereinen gespielt haben und ehr vor geringeren Kulissen. Das erinnert mich etwas an früher.


    Passt die Leistung und spielt man oben mit, werden auch wieder deutlich mehr als 25.000 Zuschauer ins Stadion kommen (Corona mal weg gedacht). Schon das muss Motivation genug sein.