Kommentar: Hoffnung trotz Pokal-Aus

Sensationeller Derbysieg in Runde eins, Weiterkommen nach einem regelrechten Elferkrimi in Runde 2 – der FCK bescherte seinen Fans in der vergangenen Saison nicht für möglich gehaltene Pokalmomente. Momente, in denen der graue Drittliga-Alltag im Bewusstsein eines jeden FCK-Fans für 90 oder 120 Minuten schlicht ausgeblendet wurde. Siege im Pokal, durch die schwache und erfolglose Ligaauftritte in den Tagen zuvor schneller in Vergessenheit gerieten. Schließlich erinnern wir uns doch alle lieber an die tobende Westkurve nach Treffern gegen Mainz und Nürnberg, als an die Niederlagen in Münster oder Chemnitz wenige Tage vor eben diesen Begegnungen im Pokal.


Bei dem unterm Strich mäßigen Abschneiden in der Liga war das Pokalabenteuer sogar dringend nötig, um nicht ganz zu vergessen, warum man sich eines Tages in diesen Verein verliebt hat. Leider ist jedem Leser dieser Zeilen bekannt, dass wir in dieser Saison keine weiteren Pokalfeste in Kaiserslautern feiern werden. Das Ausscheiden gibt jedoch auch Grund zu hoffen, dass wir den Pokal in diesem Jahr nicht brauchen, um Spaß an und mit der Mannschaft zu haben.

Glücklicher Halbzeitstand

Die Erfolge in der abgelaufenen Pokalsaison haben Lust auf mehr gemacht. Und wer Bundesligist Mainz und Bundesliga-Absteiger Nürnberg aus dem Pokal wirft, der wird ja wohl auch mit Zweitligist Jahn Regensburg fertig. Dass diese Rechnung nicht aufgeht, war im Spiel relativ schnell zu sehen.


Von Beginn an bestimmten die Oberpfälzer das Spiel, machten früh Druck und gingen nach einer Hlousek-Einladung schnell in Führung. Die Roten Teufel taten sich schwer überhaupt ins Spiel zu finden. Einfache Ballverluste und unnötige Fehlpässe sorgten im ersten Durchgang immer wieder für Chancen der Gäste. Während Albers und Makridis Chancen für den Jahn ausließen, schossen die Hausherren kein einziges Mal aufs Tor. Dass es nur 0:1 steht, war zur Halbzeit wohl die beste Nachricht für den FCK.

Neues Gesicht im zweiten Durchgang

Der zweite Durchgang startete zunächst so, wie der erste endete. Die Gäste begannen druckvoll und waren dem 2:0 weiterhin näher als der FCK dem Ausgleich.


Es war eine knappe Viertelstunde, die die Schommers-Elf noch brauchte, um endgültig im Spiel anzukommen. Nach einer etwas zu ungenauen Zuck-Hereingabe werden die Schüsse von Bachmann und Röser geblockt. Das erste Mal, dass die Lautrer annähernd gefährlich vor das Tor des Gegners kommen. Diese Aktion - der Start einer Druckphase. Nach der ersten Ecke in der 58. Minute prüft Kapitän Carlo Sickinger den Regensburger Schlussmann aus gut 20 Metern. Und auch danach bleiben die Roten Teufel druckvoll. Tim Rieder und Hikmet Ciftci schaffen es immer wieder mit klugen Pässen in die Schnittstelle die Außen einzusetzen. Oft über die linke Seite von Adam Hlousek und Hendrick Zuck. Zwar fehlte es nicht selten am entscheidenden letzten Pass, die Belohnung lies aber dennoch nicht lange auf sich warten.


Nach der nächsten Ecke kann Regensburg Schlussmann Meyer Hlouseks Schuss nur in die Mitte abwehren - Kevin Kraus steht goldrichtig und drückt den Ball über die Linie.


Das Spiel kippte immer mehr zu Gunsten des FCK. Neuzugang Marvin Pourie und Simon Skarlatidis verstärkten ab der 68. Minute die Offensivkraft der Lautrer und taten dem Spiel sichtlich gut. Das letzte Quäntchen Glück fehlte dem FCK jedoch auch weiterhin. Etwa beim Abschluss Pouries aus etwa 15 Metern oder beim Fernschuss Tim Rieders wenige Minuten später. Dass es nach 90 Minuten in die Verlängerung ging, hat man durchaus auch Avdo Spahic zu verdanken, der zwei Minuten vor dem Ende glänzend gegen Becker parierte.

Wo ist der Videobeweis, wenn man ihn mal braucht?

Nach einer schwachen ersten Halbzeit kam die Mannschaft im zweiten Durchgang immer besser ins Spiel und spielte mit dem zweitklassigen Jahn auf Augenhöhe. Der Favorit wackelte und ein Weiterkommen des FCK schien mit zunehmender Spieldauer realistischer zu werden. Die Chancen stiegen nochmal deutlich an, als Nicolas Wähling nach einem Foul an Elias Huth in der 92. Minute die Ampelkarte sah. Direkt im Anschluss eine Schlüsselszene des Spiels. Simon Skarlatidis bedient per Freistoß Kevin Kraus, der mustergültig ins lange Eck einköpft. Grund zum Jubeln gibt es aber nicht, weil Schiedsrichter Waschitzki, wohl zu Unrecht, auf Abseits entscheidet. Zu ändern ist es nicht, aber es bleibt bitter. Fraglich, ob zehn Regensburger noch einmal zurück ins Spiel gefunden hätten. Das Ende ist bekannt. In einer guten Verlängerung gelingt dem FCK das 2:1 nicht und das Elfmeterschießen muss letztendlich entscheiden. Adam Hlousek und Carlo Sickinger vergeben - der FCK scheidet aus in Runde 1.


Am Freitag hat das Warten auf den Ligabeginn ein Ende. Dann ist Dynamo Dresden zu Gast auf dem Betze und das Pokalspiel hat nach einer schwachen ersten Hälfte einige Gründe geliefert, sich als Fan des FCK auf den Start in der Liga zu freuen. Immerhin agierte man mit Zweitligist Regensburg lange auf Augenhöhe und war in der Lage, eine Mannschaft dieser Qualität zu dominieren. Zudem war eine klare Spielidee erkennbar, an die sich das Team konsequent hielt. Noch dazu fehlten Offensivspieler wie Kleinsorge, Sessa oder auch der kürzlich verpflichtete Marlon Ritter. Auch Marvin Pourie ist noch nicht bei 100 Prozent.


Es ist so eine Sache, optimistisch in eine Saison zu gehen. Zu oft wurden Erwartungen in den letzten Jahren nicht erfüllt. Aber der gestrige Auftritt, Testspiele wie gegen Sandhausen und nicht zuletzt die Transfers erfahrener und aussichtsreicher Spieler lassen auf eine gute FCK-Saison hoffen. Eine Saison, in der wir den DFB-Pokal nicht brauchen werden, um Spaß an und mit der Mannschaft zu haben.


Quelle: Treffpunkt Betze