Wochen-Rückblick: Wenn nur noch Botox hilft

Wer vergangenen Donnerstag den Worten von Marco Antwerpen aufmerksam lauschte, konnte eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass der FCK den zweiten Heimsieg dieser Saison am Samstag ziemlich sicher einfahren wird. Über dem Betze und seinem neuen Rasen erstrahlte ein "Paul-Breitner-Hologramm". Und es schrie: "Am besten schickt die Punkte gleich mit der Post". Marco Antwerpen, gallig wie eh und je ließ besonders offensiv trainieren. Schnelle Läufe, Kurzpassspiel, Angriffsfußball. Doch die Mannschaft ließ ihren Trainer im Stich. Wieder einmal. Der Betzenberg, einst eine unbesiegbare Bastion, ist zum mickrigen Betzenbergchen verkommen. Ein Heimsieg in 13 Spielen, dazu neun Tore. Herrgottnochmal, das kann doch alles nicht so schwer sein. Vielleicht hat Jan Löhmannsröben ja eine zündende Idee. Alles über den Hashtag der Woche #botoxfüralle und was in der letzten Woche sonst noch wichtig war. Unser Wochen-Rückblick.


1. #botoxfüralle: Na gut, den Schmankerl gibt's direkt zu Beginn. Zum Anfang der Woche zog der ehemalige FCK-Kicker Jan Löhmannsröben, der für seinen „Cornflakes zählen"-Kommentar über die Drittliga-Grenzen hinweg Bekanntheit erlangte, erneut Aufmerksamkeit auf sich, die sich jedoch, wie fast zu erwarten war, wieder nicht um Geschehnisse auf dem Rasen drehte. Alles für die Schönheit dachte sich nämlich Löhmannsröben, mittlerweile beim Liga-Rivalen Hansa Rostock unter Vertrag, als er auf seinem Instagram-Kanal seine Follower an seiner Beauty-Behandlung teilhaben ließ, bei der er Teile seines Gesichtes mit einer Botox-Spritze auffüllen ließ. Auf Nachfrage reagierte er ungeniert. So eine Behandlung sei „nichts außergewöhnliches und nichts, wofür man sich schämen muss“. Da geht also jemand offen mit persönlichen Verbesserungen um. Ob sich das vielleicht auch noch auf die Leistungen auf dem Platz auswirken wird? Wir dürfen gespannt sein.


Video: Drittliga-Profi lässt sich Botox spritzen (Bild)


2. Es geht bergauf: Meldungen in erfreulicher Form gab es in der vergangenen Woche vom verletzten Dominik Schad. Der Rechtsverteidiger wird dem FCK möglicherweise im Abstiegskampf wieder zur Verfügung stehen, so zumindest die Hoffnung des 23- Jährigen, der sich vor vier Monaten im Vorrundenspiel gegen den FC Ingolstadt einen Wadenbeinbruch und mehrere Bänderrisse im Sprunggelenk zuzog. "Da ist einiges im Sprunggelenk kaputt gegangen", blickt Schad nüchtern zurück. Fünf Mal die Woche ackert Schad in der Physiotherapie, für den die Spiele im Fernsehen Ansporn genug sind, um alles für sein Comeback reinzuhauen. Es bleibt allerdings abzuwarten, inwieweit der frühere Fürther seine Mannschaftskollegen noch in der laufenden Saison unterstützen kann, und ob sich diese „große Hoffnung“ für ihn erfüllt.


Quälen für das Comeback - Dominik Schad kämpft sich zurück (SWR)


3. Lautrer mit Verletzungspech: Den FCK im Endspurt der Saison unterstützen kann Carlo Sickinger hingegen definitiv nicht mehr. Wie medizinische Untersuchungen im Anschluss des Auswärtsspieles in Ingolstadt ergaben, zog sich Sickinger einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zu. Bitter für die Roten Teufel, denn der 23-Jährige kam in dieser Saison bereits 18 Mal zum Einsatz, davon 17 Mal von Beginn an. Und nach dem Entzug der Kapitänsbinde schien Sickinger zudem befreiter aufzuspielen. Damit fällt eine konstante Stütze im Defensivbereich weg, die es in den kommenden Spielen zu ersetzen gilt.


Muskelbündelriss: Carlo Sickinger fällt vorerst aus (1. FC Kaiserslautern)


Die Pfälzer scheinen in dieser schwierigen Zeit des Abstiegskampfs geradezu vom Verletzungspech verfolgt zu werden, denn auch Andre Hainault blieb nicht verschont. Während einer Trainingseinheit zog sich der Routinier eine Teilruptur der Achillessehne zu und fällt aufgrund dessen mehrere Monate aus. Die Operation hat der gebürtige Kanadier bereits hinter sich.


Andre Hainault fällt verletzt aus (1. FC Kaiserslautern)


4. Der unermüdliche Kleinsorge: Neben einigen Negativschlagzeilen in dieser Woche darf aber auch der besonders mannschaftsdienliche Einsatz des Lautrer Offensivmannes Marius Kleinsorge nicht vergessen werden. Trotz diagnostiziertem Leistenbruch trainiert und spielt Kleinsorge weiter, möchte „sich nicht ausruhen“, sondern weiter „die Zähne zusammen beißen“ Solch einen kämpferischen Einsatz dürfen sich seine Teamkollegen gerne abschauen!


Podcast: Nach holprigen Start zum Derbysieg (SWR)


5. Legendär: Ein Blick in die Vergangenheit ließ diese Woche wieder von glorreichen Zeiten träumen. Am 28. Februar 1990, also vor exakt 31 Jahren, wurde Kalli Feldkamp zum zweiten Mal nach 1978 bis 1982 FCK-Trainer. Kaum ein Name ist mit der glorreichen Zeit des FCK Anfang der 90er Jahre so eng verbunden wie jener Kalli Feldkamps. Es war eine fast aussichtslose Situation nach dem 22. Spieltag. Der FCK war beim Erzrivalen Waldhof Mannheim gerade mit 0:4 untergegangen, rangierte auf dem vorletzten Tabellenplatz. Norbert Thines feuerte Gerd Roggensack und holte Kalli Feldkamp zurück. Der gebürtige Oberhausener führte den 1. FC Kaiserslautern weg von den Abstiegsplätzen hin zum späteren DFB-Pokalsieg. Mit Feldkamp sollte die Roten Teufel in den Folgejahren eines der erfolgreichsten Kapitel der Vereinsgeschichte schreiben. Vielleicht kann dies ein Hoffnungsschimmer sein, damit es in diesen schweren Zeiten wieder bergauf geht.


6. Happy Birthday: Ihre erfolgreiche Zeit als aktive Spieler haben die ehemaligen FCK'ler Martin Wagner und Ronnie Hellström bereits hinter sich gebracht. Beide feierten in der vergangenen Woche ihren Geburtstag. Das ehemalige Aufsichtsratmitglied Martin Wagner, der mit dem FCK 1996 den DFB-Pokal und 1998 die Deutsche Meisterschaft holte, wurde 53 Jahre alt. Publikumsliebling Ronnie Hellström feierte seinen 72. Geburtstag. Hellström absolvierte 311 Pflichtspiele im Tor der Roten Teufel. Wir sagen: Alles Gute, Martin & Ronnie!


Video: Martin Wagner bedankt sich persönlich für die zahlreiche Glückwünsche (Martin Wagner, Facebook)


7. Unerwartet professionell: Exakt sechs Stunden und 41 Minuten dauerte die erste virtuelle Jahreshauptversammlung des 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Freitag. Anders als bei den Veranstaltungen in der Fanhalle Nord ging es 'online' deutlich weniger dramatisch und emotional zu. Durch die wochenlange und intensive Vorbereitung zahlreicher Mitarbeitenden bot der FCK eine überraschend starke, sehr profesionelle und mehr als gelungene Darbietung. Einige wenige Kuriositäten hatte die Mitgliederversammung dennoch zu bieten. So wurde Ulli Schauberger - seines Zeiches Bild-Redakteur - nach einem mehr als deutlichen Abstimmungsergebnis von der Teilnahme ausgeschlossen. Ein echtes Dilemma. Einerseits ein tückischer Tritt gegen's Schienbein der Pressefreiheit, andererseits ein deutliches Signal gegen die grenzüberschreitende Berichterstattung der Bild-Zeitung, die sich nur einen Tag später dazu hinreißen ließ, ihre reißerischen Journalismus als lediglich "kritisch" zu bezeichnen. Verkehrte Welt. Ebenso kurios der Auftritt des CDU-Spitzenkandidaten aus Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf, der eigentlich nichts zu sagen hatte außer, dass er gewillt ist, eine weitere Dauerkarte zu erwerben. Das nennt man dann wohl Wahlkampf während der FCK-Mitgliederversammlung. Go for it, Malu Dreyer.


JHV: Neuer Aufsichtsrat und ein Darlehen für den e.V. (Presseschau)


Quelle: Treffpunkt Betze