Dominique Heintz: “Der FCK und seine Fans sind einzigartig”

Der ehemalige Lautrer Spieler Dominique Heintz im Gespräch mit Treffpunkt Betze
Foto: Imago Images / Hartenfelser

Wenn Dominique Heintz vom FCK spricht, dann schwingt bei jedem seiner Worte absolute Begeisterung für diesen Verein mit. Der gebürtige Neustädter betont selbst, dass ihn die Zeit im Nachwuchsleistungszentrum der Roten Teufel (2001-2011) sowie in der ersten Mannschaft (bis 2015) sehr geprägt habe und er dem Verein für die große Unterstützung bei seiner Weiterentwicklung bis heute dankbar sei.


Auch wenn er sein Profidebüt bei der 0:1-Niederlage am 5. Mai 2012 in Hannover ausgerechnet beim letzten Bundesliga-Spiel des FCK gab, sei es für Heintz ein “unbeschreiblich schönes Gefühl” gewesen, zum ersten Mal für die Profimannschaft zum Einsatz gekommen zu sein. Die 13 Minuten, die er als 18-Jähriger in der Bundesliga zum ersten Mal auflaufen durfte, sind bei ihm noch “ganz genau in Erinnerung und werden sicherlich nie vergessen werden”.

“Es hat beim FCK alles perfekt gepasst”

In der zweiten Bundesliga schaffte es der Innenverteidiger sich dann auf Anhieb einen Stammplatz zu erkämpfen und kam gleich in der ersten Saison nach dem Abstieg zu 28 Einsätzen im Unterhaus. Das Vertrauen, das ihm als junger Spieler von Trainern, Mitspielern und Fans entgegengebracht worden sei, sei für ihn damals wichtig gewesen. “Auch wenn ich mal einen Fehler gemacht habe, wusste ich, dass die Fans weiter voll hinter mir stehen. Es hat beim FCK alles perfekt gepasst". Ganz besonders sei für ihn als FCK-Fan auch immer die Fahrt mit dem Mannschaftsbus zum Betzenberg gewesen, wenn die Fans einen jeden Spieler selbst haben spüren lassen, welch große Rolle der Verein für die ganze Region hat. Für Heintz seien “die Leidenschaft und das Herzblut der Fans im Fritz-Walter-Stadion nur schwer zu toppen”.

Schmerzhafte Relegationsspiele gegen Hoffenheim

Dennoch gab es für ihn in den folgenden Jahren nach dem Abstieg auch einige schmerzhafte Momente, beispielsweise das Scheitern in der Bundesliga-Relegation 2013 gegen Hoffenheim. Nachdem er das Hinspiel noch über die volle Spielzeit auf dem Platz stand, musste er im Rückspiel auf dem Betzenberg von der Bank aus zusehen, wie der 1. FC Kaiserslautern gegen eine “extrem starke Hoffenheimer Mannschaft” - auf dem Platz standen für die TSG unter anderem Roberto Firmino, Kevin Volland und Niklas Süle - genau wie im Hinspiel nicht gewinnen konnte. Auch in den folgenden Jahren hat man zwar den Sprung in die Beletage immer knapp verpasst - dennoch sagt Heintz, dass er ohne die vielen großen Spiele auf dem stimmungsvollen Betzenberg nicht dort stünde, wo er heute steht.

Pokalhalbfinale gegen Schweinsteiger, Lahm und Co.

Zu diesen großen Spielen zählen sicherlich auch die beiden Partien gegen die Bundesligisten aus Leverkusen und München in der DFB-Pokal-Saison 2013/14. Heintz spricht von dem “überragenden Gefühl” nach dem 1:0-Sieg nach Verlängerung beim haushohen Favoriten aus Leverkusen, den der FCK durch ein Tor von Ruben Jenssen in der 114. Minute aus dem Pokal werfen konnte. Sicherlich wäre für die Roten Teufel ein Heimspiel gegen den FC Bayern im darauffolgenden Halbfinale von Vorteil gewesen. Doch auch das Spiel in München, bei dem Heintz die volle Spielzeit auf dem Platz stand, habe ihn als jungen Spieler weitergebracht: Als 21-Jähriger in der ausverkauften Allianz-Arena gegen Weltklassespieler wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos zu spielen, sei eine “total geile Erfahrung” gewesen.

Pfalz, Rheinland, Breisgau: Logische Karriereschritte

Heintz entschied sich ein Jahr später (Saison 2015/16) zum Bundesligisten FC Köln zu wechseln und den nächsten Schritt in seiner Karriere zu machen. Nicht ohne Grund suchte sich der Verteidiger einen Traditionsverein mit ähnlicher Wucht wie den FCK aus, denn eine emotionale Unterstützung von den Rängen spielt für ihn eine große Rolle. Der Wechsel sei jedoch “keine Entscheidung gegen den FCK gewesen”, sondern vielmehr der nächste logische Schritt in seiner Karriere. Auch durch Einsätze in allen Jugendnationalmannschaften des DFB - ab 2014 in der U21-Nationalmannschaft unter Trainer Horst Hrubesch - hatte er sich für höhere Aufgaben empfohlen.


Zwar sei Heintz beim FC Köln “sehr zufrieden” gewesen und konnte Erfolge wie seinen ersten Bundesligatreffer im September 2015 oder den Einzug in die Europa League am Ende der Saison 2016/17 feiern, doch der Neustädter entschied sich nichtsdestotrotz für ein neues Kapitel in seiner Karriere und wechselte zur Spielzeit 2018/19 zum SC Freiburg. Eine wichtige Rolle spielte bei seinem Wechsel das intensive Bemühen des gesamten Vereins um den Abwehrspieler. Aber auch die Art und Weise wie sein neuer Trainer Christian Streich Fußball spielen lässt und aus den finanziell überschaubaren Möglichkeiten des Sportclubs ein homogenes und taktisch versiertes Team entwickelt, kommt Heintz entgegen. In Freiburg lief es von Beginn an sehr gut für den mittlerweile 28-jährigen Pfälzer. Gleich in seiner ersten Saison wurde er zum Leistungsträger in Streichs Mannschaft und verpasste kein einziges Spiel. In den folgenden Jahren war er wichtiger Bestandteil in der Defensive des Sportclubs.

Die aktuelle Saison

Doch wirklich rund läuft es für ihn in der laufenden Saison noch nicht - von möglichen 720 Minuten stand er in der Bundesliga gerade mal 28 Minuten auf dem Platz. Warum Heintz dennoch glücklich mit dem bisherigen Saisonverlauf ist: Die Freiburger belegen momentan einen der vorderen Tabellenplätze und haben sich schon zu Beginn der Saison wieder ein gutes Punktepolster aufgebaut - der Klassenerhalt erscheint auch in diesem Jahr realistisch. Denn wenn auch viele den Klassenerhalt in Freiburg durch die spielerischen Leistungen in den letzten Jahren schon fast als Selbstverständlichkeit ansehen, ist gerade diese Tatsache das größte Indiz für das extrem gute Arbeiten Christian Streichs und seines Trainerteams. Für Heintz heißt es trotzdem, “auf dem Boden zu bleiben und weiter hart als Team zu arbeiten”, denn in der Bundesliga könne es tabellarisch auch schnell wieder nach unten gehen. An dem Ziel Klassenerhalt ändere sich auch durch die guten Leistungen der vergangenen Spiele nichts.

Heintz verspricht Rückkehr zum FCK

Sein Vertrag in Freiburg endet Stand heute im kommenden Sommer. Ob er darüber hinaus in Freiburg bleiben wird, weiß niemand. Doch bereits im Februar 2019 verkündete Heintz vor der Westkurve im Fritz-Walter-Stadion, dass er “eines Tages zum FCK zurückkehren werde”. Diese Aussage bestätigte er im Gespräch mit Treffpunkt Betze und machte deutlich, wie eng er weiterhin mit dem Verein auch sechs Jahre nach seinem Abgang verbunden sei. Bei den Lautrern würde es quasi zu einer Wiedervereinigung mit seinem jüngeren Bruder David (21 Jahre) kommen, der seit dieser Saison im E-Sports-Team für den FCK an den Start geht. Sein Name: “Heintzinho”. Dieser dürfte jedoch weniger den technischen Fähigkeiten seines großen Bruders gewidmet sein, der auf dem Platz für gewöhnlich über Physis und Kampfgeist kommt.

“Die Fans auf dem Betzenberg sind Weltklasse”

Doch gerade wegen dieser Eigenschaften auf dem Platz verkörpert Heintz in den letzten Jahren wie kaum ein anderer die Werte des FCK und die Leidenschaft für diesen Verein. Wann immer es passt, versucht der Pfälzer auch weiter die Spiele der Roten Teufel zu schauen, selbst vor eigenen Bundesligaspielen schaltet er manchmal noch für ein paar Minuten den Livestream “seines” FCK ein. Gerade weil ihm zu seinen Jugendzeiten sehr viel Vertrauen gegeben wurde, will Heintz nun etwas “zurückgeben und den Club auch außerhalb gut präsentieren”. In Gesprächen mit Spielern anderer Vereine hört Heintz dann immer wieder, wie besonders es sei, auf dem Betzenberg zu spielen. Besonders angetan hat es ihm die Leidenschaft und das Herzblut der FCK-Fans: “Auch wenn es mal nicht läuft, werden die Fans am Wochenende weiterhin auf den Betzenberg gehen - die sind einfach Weltklasse”, sagt Heintz im Gespräch. Nicht nur deshalb sind für Heintz “der FCK und seine Fans im Fußball einzigartig”.


Umso mehr freut sich der 28-jährige über die aktuelle Lautrer Erfolgsserie und attestiert der Mannschaft das Potenzial, in dieser Saison “oben mitspielen zu können”. Auch wenn man als Roter Teufel “den Ball erstmal flach halten sollte”, gehört ein Verein wie der FCK für Heintz mindestens in die zweite Bundesliga. “Ein Aufstieg wäre natürlich überragend” meint er, während man sich das Lächeln vorstellen kann, das ihm bei jenem Gedanken über das Gesicht läuft. Ebenso viele Mitspieler aus anderen Vereinen “würden den FCK gerne wieder in der Bundesliga sehen, allein wegen der besonderen Atmosphäre auf dem Betzenberg". Die Identifikation mit seinem Herzensverein, das spürt man in jeder Sekunde des Gesprächs, ist riesig. Und vielleicht ist es eines Tages soweit, und es erfüllt sich der große Traum des 28-Jährigen: “Für den ganzen Verein und die ganze Region würde es mich unfassbar freuen, wenn der FCK wieder in der Bundesliga spielt”. Dort, wo bei ihm mit einem Samstagsspiel im Mai bei Hannover 96 alles begann.


Quelle: Treffpunkt Betze

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