Himmelhochjauchzend - Zu Tode betrübt?

11 Spieltage sind gespielt in der Drittliga-Premierensaison des 1.FC Kaiserslautern.11 Wochen, in denen von überkochender Euphorie bis hin zu vernichtender Kritik alles im Fanlager zu hören und zu lesen war. Doch wo befindet sich der FCK jetzt? Auf dem Weg nach oben? Oder waren die beiden Siege doch nur ein kurzes Strohfeuer? Ein Blick zurück hilft dabei Antworten auf diese Fragen zu finden.


„Ausgerechnet Hoffenheim.“ Mit diesem Ausblick auf das Erstrundenspiel im DFB-Pokal endete meine letzte Kolumne und zwar im doppelten Wortsinn. Zum einen mit Bauchschmerzen. Hatten wir doch gerade erst den blutleeren Auftritt beim 0:2 gegen Halle erlebt, der schmerzhafte Erinnerungen an die letzte Abstiegssaison in der 2. Liga weckte. Aber zum anderen auch mit etwas Hoffnung. Hatten uns doch solche David gegen Goliath Duelle gerade auf dem Betzenberg schon immer gut zu Gesicht gestanden, erst recht in sportlich schwierigen Situationen, eigentlich perfekt geeignet zur Wiedergutmachung. Diese Hoffnung hielt gegen Hoffenheim genau 6 Minuten … Dann begann Hoffenheim mit seiner Offensiv-Show und führte binnen einer Viertelstunde mit 3:0. Letztendlich hieß es am Ende 1:6, was womöglich noch höher ausgefallen wäre, hätte Hoffenheim seine Bemühungen in Halbzeit zwei nicht weitestgehend eingestellt. „Ein typisches Ergebnis eben, wenn eine Amateurmannschaft gegen einen Top Club der Bundesliga spielt!“ entgegnete mir ein Fan in der Kurve. Das tat verdammt weh, doch war es leider mittlerweile bittere Realität. Wenn auch nur zum Teil, andere Clubs, die teilweise wirklich im Amateurbereich kicken machten es viel besser. So hielt der Dorfklub Drochtersen bis zur 89. Minute ein 0:0 gegen Bayern. Ein 1:6 dieser Art und Weise war also nicht zwingend folgerichtig.

Zwischen Hoffen und Bangen

Nun gut, der Ligaalltag war ohnehin wichtiger und so konzentrierten wir uns auf das Derby eine Woche später zu Hause gegen Karlsruhe. Man merkte im Vorfeld, dass die Stimmung endgültig anfing zu kippen. Die Angst ging um, dass das Saisonziel Wiederaufstieg früh aus den Augen verloren gehen könnte und statt Aufstiegslust bald wieder Abstiegsangst rund um den Betze Einzug halten könnte.


Der Druck vor dem 5. Spieltag war also bereits immens, wenn auch von Vereinsseite immer wieder zu hören war, man müsse sich in Geduld üben. „Geduld ist zwar ein edles Kraut, wird es aber nicht aller Orten gebaut“. Ja Geduld, wie hier von Johann Nepomuk Vogl beschrieben, ist wahrlich nicht die Paradedisziplin von FCK Anhängern. So herrlich und außergewöhnlich das FCK Umfeld sein mag, so schwierig kann es auch werden, bleibt der Erfolg aus. Davon kann eine ganze Gilde an FCK Trainern ein Lied singen, und diese Melodie erreichte in diesen Tagen auch zunehmend den aktuellen Trainer Michael Frontzeck. Doch diese Klänge sollten noch lauter werden. 0:0 hieß es am Ende gegen den KSC, eine leichte Besserung zwar, aber eben noch keine Trendwende. Und erstmals gab es hörbare Unmutsbekundungen aus der Westkurve nach dem Spiel.


Ich für meinen Teil war hin- und hergerissen. Auf der einen Seite war mir bewusst, dass die Zeit gegen uns läuft, die Leistung nicht stimmte und die Punkteausbeute erst recht nicht. Wollte man die Saison nicht her schenken, musste schnell etwas passieren. Auf der anderen Seite fragte ich mich was müsste passieren? Es war gerade einmal der 5. Spieltag(!) gespielt, von denen wir in mindestens zwei Fällen die Mannschaft noch als Heilsbringer gefeiert hatten und der Aufstieg insgeheim schon gebucht war. Des Weiteren hatte ich den festen Eindruck, dass es in der Mannschaft und auch in der Beziehung zum Trainer stimmte. Das sollten wir ein paar Wochen später in einem exklusiven Interview mit FCK Stürmer Timmy Thiele übrigens bestätigt bekommen. Wieso also ein Trainerwechsel? Ist das nicht zu einfach, zu billig gedacht?


Nein, diese rasante Achterbahnfahrt der Emotionen und Beurteilungen widerstrebte mir. Und doch war ich nicht ganz frei davon. Sie war eben typisch FCK. Nicht zum ersten Mal erlebte ich, dass aus Rettern innerhalb von kurzer Zeit Buhmänner wurden. Ob ein Erik Gerets, ein Milan Sasic, oder der von mir sehr geschätzte Marco Kurz. Sie alle erlebten den Ergebnissport Marke Betzenberg. Manchmal empfand ich eine Entlassung als richtig, manchmal gar als zu spät. Aber eben manchmal sah ich sie, gerade rückblickend betrachtet, als absolut falsch an. So würde ich heute zum Beispiel niemals mehr einen gewissen Kosta Runjaic nach einem 1:0 Sieg gegen Paderborn auf Tabellenplatz 8 der 2. Liga stehend auspfeifen oder seine Entlassung fordern. Wer weiß, was uns erspart geblieben wäre …

Der FCK und die Nachspielzeit

Doch zurück ins Hier und Jetzt. Der FCK musste als nächstes in Zwickau antreten. Und lange sah es danach aus, als hätte sich bei den Roten Teufeln etwas getan. Sie spielten besser, rannten und kämpften wieder um jeden Ball und man fragte sich nicht die ganze Zeit, wollen die da unten überhaupt noch gewinnen? Schließlich führten wir dann auch durch den ersten Treffer von Neuzugang Timmy Thiele und alles sah nach dem heiß ersehnten Befreiungsschlag aus. Doch dann sollte erst der Schiedsrichter und dann ein ganz bestimmter FCK Profi für viele Tage in den Vordergrund rücken. Als alle schon den Sieg schon als sicher ansahen, rammte der Zwickauer Spieler König dem Lautrer Löhmannsröben im FCK Strafraum den Ellenbogen ins Gesicht, der dadurch im Fallen den Ball mit der Hand berührte. Zum Entsetzen aller Betze Anhänger pfiff Schiedsrichter Wollenweber nicht Stürmerfoul, sondern Elfmeter für Zwickau. Pikant: Zuvor war ein fälliger Elfmeter für den FCK nicht gepfiffen worden. Zwickau verwandelt schließlich seinen Strafstoß und der FCK muss sich mit einem weiteren Unentschieden, statt dem erhofften Dreier begnügen. Was zu dieser Zeit noch niemand ahnte: Es ist der Auftakt einer Serie von verspielten Punkten in der Nachspielzeit.


Der Ärger und die Entrüstung beim FCK kannten keine Grenzen und wurden nach dem Spiel durch ein Interview von Jan Löhmannsröben schon jetzt legendär. Dieser antworte auf die Frage, wie er die Elfmetersituation bewerte, der Schiedsrichter sei ein „Eiermaler“, der erst mal Cornflakes zählen gehen sollte. Damit sprach er wohl jedem Lautrer aus der Seele, doch der DFB fand, welch Überraschung, dies gar nicht lustig und kündigte Ermittlungen gegen Löh an. Das wiederum fanden FCK Fans und Fans aus ganz Fußballdeutschland fast genauso ungerecht, wie den gepfiffenen Elfmeter, worauf ein FCK Anhänger eine Initiative startete, Cornflakes an die DFB Zentrale in Frankfurt zu schicken. Viele hunderte folgten dieser Aktion, der DFB wurde überhäuft mit Cornflakes Packungen, Löhmannsröben am Ende „nur“ mit einer geringen Geldstrafe belegt. Nichtsdestotrotz änderte das alles nichts daran, dass der FCK sportlich auf der Stelle trat.


Als nächstes sollte man Fortuna Köln zum ersten Montagsspiel in der 3. Liga empfangen. Ich hatte trotz allem irgendwie ein gutes Gefühl, meine persönliche Enttäuschung war irgendwie der Zuversicht gewichen, dass wir das Ruder schon rum reißen werden. Die Mannschaft fightete und ich hatte das Gefühl, dass die Dramatik des letzten Spiels sie noch enger zusammenrücken ließ. Doch der Anfang gegen Köln sah ganz anders aus. Nach nur 31 Minuten führte die Fortuna schon mit 2:0 und ich sah uns schon auf den Abstiegsplätzen festsitzen. In meinem Kopf kreisten die Gedanken. Was wird jetzt wohl passieren? War es das für Frontzeck? War es das endgültig mit unserem Saisonziel. Was passiert, wenn wir wirklich nicht aufsteigen sollten? Und und und …


Doch nur vier Minuten später ließ uns Timmy Thiele wieder hoffen. Mit seinem Anschlusstreffer gab er uns den Mut zurück. Und er hätte im Anschluss an sein Tor den Ausgleich machen müssen. Doch das erledigte kurz vor dem Halbzeitpfiff Biada für ihn. Der Betze bebte. Da hatten wir es wieder. Freud und Leid so eng beieinander. Hosianna und kreuzige Ihn. Mut und Verzweiflung. Betze pur eben. Und ich mittendrin. Doch es sollte noch gesteigert werden. In der 87. Minute zirkelte der eingewechselte Bergmann einen Freistoß traumhaft in die Maschen zum vermeintlichen 3:2 Erfolg. Der Jubel kannte keine Grenzen.


Endlich wieder ein typisches Betze Spiel, der Sieg so kurz vor Schluss und der ersehnte Befreiungsschlag war geglückt. Ich machte mich mit einem Freund von mir noch lustig darüber, dass unser Kollege beim Stand von 2:2 zu seinem Zug musste und den Siegtreffer verpasste. „Das muss er jetzt immer so machen!“ tönte ich. Doch es sollte leider nicht das Ende gewesen sein. In der Nachspielzeit segelte eine Ecke in den FCK Strafraum, Torhüter Sievers, der schon bei beiden Toren vorher nicht gut aussah, glitt der Ball durch die Hände und der Fortuna Stürmer Uaferro musste zum 3:3 nur noch einschieben. Sprachlosigkeit, Wut, auch auf Sievers, alles war in diesem Moment bei uns im Block vorhanden. Dann der Schlusspfiff. Ich wusste gar nicht wohin mit mir, mit meiner Emotion, sachlich konnte ich in diesem Moment nur schwer argumentieren, deswegen ließ ich es ganz bleiben. „Was haben wir nur getan, dass wir immer wieder so leiden müssen?“ fragte ein FCK Fan den anderen als wir den Block verließen. Eine Antwort fand ich darauf nicht.


Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wusste man auch nicht so recht, was man mit dem Ergebnis anfangen sollte. Auf der einen Seite hatten wir bärenstark gefightet, das Spiel gedreht. Auf der anderen Seite wieder einmal selbst verschuldet in letzter Minute einen Dreier verschenkt. Michael Frontzeck brachte dazu noch eine weiteres Thema auf das Tablett, in dem er kicker Reporter Carsten Schröter-Lorenz eine Antwort verweigerte und sagte, mit ihm nie mehr im Leben über Fußball reden zu wollen. Schröter-Lorenz hatte die Wochen zuvor im kicker die Arbeit von Frontzeck und seine taktische Ausrichtung stark hinterfragt. Ich konnte Michael Frontzecks Ärger zum einen verstehen, doch hätte er als alter Hase im Geschäft durchaus souveräner reagieren können. Seinem Standing bei den Fans, das erlebte ich in meinem Umfeld hautnah, tat es jedenfalls nicht sehr gut.


Es stand nun bald eine englische Woche für die Vereine an und dem FCK blieb kaum Zeit, diesen Schock zu verarbeiten. Vielleicht war das auch gut so, hatte man die Möglichkeit es nur fünf Tage später in Jena besser zu machen. Ich selbst konnte dieses Spiel ausnahmsweise nicht verfolgen, was meinen Nerven erheblich diente und ich empfand diesen Spieltag zunächst als sehr erholsam. Und mein Ticker machte mir Mut. Führten wir immerhin schon in Halbzeit eins durch einen Treffer von Youngster Christian Kühlwetter. Sollte diesmal endlich alles besser werden? Nichts da. Jena drehte die Partie und als es nach 77 Minuten 2:1 für die Thüringer stand, hakte ich das Spiel schon ab. Ich war wütend, mein Bruder sagte auch „Jetzt kannst du die Saison endgültig vergessen, schau dir mal den Punkteabstand an, irgendjemand wird da immer konstant punkten.


Ich konnte ihm nicht widersprechen. Doch dann vibrierte mein Handy direkt zweimal und ich traute meinen Augen kaum. 3:2 für uns? In der 88. Minute? Das gibt es doch gar nicht. Doch, beim FCK schon. Ich war erleichtert, ach was, gefühlte Tonnen an Steinen fielen mir vom Herzen. Mein Bruder aber warnte mich. „Pass auf, die Nachspielzeit kommt noch". Er hatte diesen Satz noch nicht zu Ende gesprochen, da vibrierte mein Handy erneut und zeigte mir irgendein Tor an. Ich dachte noch, das ist ein verspätetes altes Tor, so verrückt kann das Leben ja gar nicht spielen, dass wir schon wieder in der Nachspielzeit ein Gegentor bekommen. Doch es war bittere Realität. 3:3. Schlusspfiff. Jetzt fehlten mir endgültig die Worte und ich hatte auch keine Idee, wie das in Zukunft besser werden sollte. So etwas musste doch am Selbstvertrauen einer Mannschaft kratzen.


In diesen Tagen wurde wieder sehr vehement Trainer Michael Frontzeck Zentrum der Fankritik. Hatte ich das in Teilen vorher auch so gesehen, war ich jetzt anderer Meinung. Das Spiel der Mannschaft hatte sich schließlich geändert. Wir waren besser, spielten offensiv ansehnlich, trafen sogar das Tor. Was uns fehlte war die Cleverness und sicher auch das Quäntchen Glück in der 93. Minute den Ball halt mal aus dem Strafraum auf die Tribüne zu kloppen. Was in aller Welt sollte daran ein neuer Trainer oder eine neue Taktik ändern. Gleichzeitig machte mich diese Erkenntnis aber auch ratlos. Wann kommt endlich der Befreiungsschlag. Immerhin stand jetzt die englische Woche und das Duell der Absteiger gegen Braunschweig an …

Befreiungsschläge in der Englischen Woche

Anders als gewohnt war ich vor diesem Spiel weder nervös, noch positiv oder negativ gestimmt. Ich war neutral, ja hätte morgens das Spiel sogar fast noch vergessen. War sie wieder da, diese beunruhigende Gleichgültigkeit der letzten Jahre, die durch den anhaltenden Misserfolg eingetreten und erst vor dieser Saison durch eine beeindruckende aber ebenso unerklärliche Euphorie und Begeisterungswelle ausgetrieben worden war?


Wie auch immer, das Spiel lief und wir führten wieder schnell mit 1:0, Braunschweig glich aber auch noch vor der Halbzeit wieder aus. Es war für mich schon nichts besonderes mehr. Doch dann begann es, das Kommando Befreiungsschlag. Erst ein Eigentor, dann das zweite Tor von Kühlwetter und schließlich der eingewechselte Hemlein sorgten für den 4:1 Endstand, ganz ohne Nachspielzeitdrama. Es ging also doch, tatsächlich, da war er, der zweite Saisonsieg. Aufatmen allerorts, auch bei Michael Frontzeck. „Dass wir beide das noch erleben dürfen“ scherzte er am Telekom Mikrophon. Zeit zum Ausruhen blieb allerdings nicht, stand samstags schon wieder das Heimspiel gegen Lotte auf dem Programm.


Diesmal war aber irgendwie ein Gefühl der Leichtigkeit zu spüren, irgendwie dachte man „das war es jetzt, was wir gebraucht haben, heute legen wir nach“. Mir machte diese leicht sympathische Überheblichkeit fast schon wieder etwas Angst, aber ich spürte sie genauso. Und die Mannschaft gab uns zunächst recht. Sie spielte flott, hatte Lotte unter Kontrolle und führte zu einem perfekten Zeitpunkt, nämlich mit dem Halbzeitpfiff mit 1:0. Als Hendrick Zuck in der 63. Minute auf 2:0 erhöhte hatten wir keine Zweifel mehr. Da ist der nächste Sieg. Es wurde wieder einmal gehüpft in der Kurve, gesungen und gelacht. Bis zur Nachspielzeit. Abgesehen davon, dass das 1:2 niemals hätte zählen dürfen, hatte die Defensive wieder einmal geschlafen. Und bei uns begann das Zittern. Was ist, wenn jetzt wieder etwas passiert, nicht wieder so ein Drama, nach einer 2-Tore-Führung. Doch der Schiedsrichter ersparte uns ein allzu langes Zittern und pfiff alsbald ab. Sieg! Der zweite in Folge, der FCK war wieder da.

Rückschlag in Osnabrück, Ruhe und Kontinuität beim FCK

Es folgte ein souveräner Auftritt im Verbandspokal und so richteten sich die Augen schnell auf das Auswärtsspiel bei Tabellenführer Osnabrück. Die Hoffnung war groß, dass der FCK seine Serie ausbauen könnte. Und da war sie wieder. Die eindrucksvolle Dichte zwischen Jubel und Trauer, zwischen Applaus und Kritik. Auf einmal waren da keine sieben sieglosen Spiele in Folge mehr, die Unentschieden wurden jetzt gebraucht um sagen zu können, der FCK ist seit sechs Spielen ungeschlagen, hat aus der englischen Woche 7 Punkte in drei Spielen mitgenommen. So schnell wird aus einer Krisentruppe, eine Mannschaft der Stunde. Doch ebenso schnell liest man dann wieder von einer Trainerdiskussion, die nach wie vor vor sich hin schwillt. Denn das Spiel in Osnabrück ging eben 0:2 verloren. Keineswegs chancenlos, ganz anders als beim 0:2 in Halle. Der FCK verpasste eine Menge von eigenen Chancen und bezahlte so am Ende wieder einmal Lehrgeld.


Und nun? Nun ist wieder einmal Länderspielpause. Wo steht der FCK jetzt? Was muss getan werden, ist man auf dem richtigen Weg? Ich denke die letzten Wochen haben gezeigt, dass Ruhe und Geduld der Mannschaft gutgetan haben. Die Mannschaft weiß, dass der Verein hinter dem Trainer steht und sich dies all zu schnell auch nicht ändern wird. Natürlich steht der FCK unter dem Druck am besten direkt wieder aufzusteigen.


Eine Menge Fragen sind ungeklärt, was passieren würde, wenn dieses Ziel nicht erreicht wird. Dadurch ist die Situation bei uns auch eine ganz andere als in Braunschweig. Der Mitabsteiger steht noch viel schlechter da als der FCK. Doch er hat eben kein Stadion am Bein, das so viel Geld frisst, oder eine Anleihe zurück zu zahlen, die die Lizensierung gefährdet. Diese Fragen, sind die eigentlichen Wurzeln des Problems. Zu oft hat sich der FCK schon von Saison zu Saison gehangelt, ist mit teuren Transfers volles Risiko gegangen, hat dann seine Ziele verfehlt, den Trainer entlassen und ist am Ende doch nicht aufgestiegen. Die neue Vereinsführung probiert es anders. Sie versucht es mit Ruhe und Kontinuität. Das ist bei einem Traditionsverein wie dem 1. FC Kaiserslautern schwierig, doch ich finde, es ist jetzt der einzige Weg, der wirklich eine Chance darstellt, langfristig weiter zu existieren. Natürlich müssen dazu weiterhin Ergebnisse und Leistungen geliefert werden, die dieses Vertrauen rechtfertigen. Michael Frontzeck ist nicht unantastbar und hat keinen großen Kredit mehr. Doch er sollte die Chance bekommen, den Trend der letzten Spiele fortzusetzen. Denn manchmal zahlt sich Geduld eben doch aus, auch wenn sie nicht „aller Ort gebaut wird".