Malochen!

„Was zählt, ist nächsten Samstag“, sagte – wie alle anderen angesprochenen Profis in Weingarten auch – Florian Dick. An diesem Samstag (14 Uhr) startet der FCK gegen 1860 München die erste von 38 Etappen der Drittliga-Saison 2018/19. Das Wort Aufstieg bleibt ausgeklammert. Der Traum ist Ziel, den harten Weg mag Sportvorstand Martin Bader mit „Demut und Respekt“, nicht mit vollmundigen Parolen angehen. Und sein Trainer denkt eh „von Spiel zu Spiel“. So wie Marco Kurz anno 2009/10.


„Das wird hart“, weiß Michael Frontzeck, der eine straffe Vorbereitung ohne ernsthafte Verletzung bilanziert. Er weiß angesichts der 38-Grad-Vorhersagen der Wetterfrösche um die Bedeutung einer klugen Trainingssteuerung speziell in dieser Woche, „damit wir am Samstag frisch ins Spiel gegen Sechzig gehen“.


„Das war so nicht geplant – aber besser es passiert heute als nächsten Samstag“, beschrieb Kapitän Florian Dick sein Missgeschick. Beim Rettungsversuch unterlief ihm ein Eigentor, das Dynamo Dresden elf Minuten vor dem Ende noch einmal richtig Fahrt aufnehmen ließ. So durfte, so konnte Jan-Ole Sievers zeigen, warum ihn der Trainer zur Nummer 1 beförderte. „Wir haben eine gute Konstellation bei den Torhütern“, attestierte Frontzeck, nennt Lennart Grill „hochtalentiert“ und weiß um das besondere Ansehen, das „Altmeister“ Wolfgang Hesl im Kader genießt.


Erleichtert war der Trainer, dass die Knöchelverletzung, die Lukas Spalvis nach 19 Minuten zum Ausscheiden zwang, „nicht schwerwiegend“ ist. Mit Spielfreude, emsigem Tatendrang und spielerischer Klasse war Spalvis den Test angegangen, mit feinem Lupfer hatte er das 1:0 erzielt (13.). Für ihn kam Timmy Thiele, der stark spielte, mit seinen Sprintfähigkeiten und seiner Kopfballstärke fünf, sechs hochkarätige Chancen kreierte. Markus Schubert im Dynamo-Tor aber ließ Thiele leer ausgehen. „Normal mach’ ich die rein“, sagte Thiele. Und versprach: „Nächsten Samstag mach’ ich sie rein!“ „Timmy ist schon ein Tier. Und mit seiner Schnelligkeit eine Waffe“, anerkannte Sportdirektor Boris Notzon, der sich auch über das klasse herausgespielte 2:0 freuen durfte. Nach einem feinen Pass von Julius Biada traf Christoph Hemlein (43.). „Ich hatte in Bielefeld ein schwieriges Jahr. Da gibt so ein Tor Selbstvertrauen“, sagte der Außenbahn-Turbo. Auch er war mit den Gedanken sehr schnell beim nächsten Samstag. „Aller Anfang ist schwer. Ich freu’ mich aber wahnsinnig auf die Kulisse mit über 30.000 Zuschauern. Da müssen wir mit absoluter Leidenschaft starten. Arbeiten, arbeiten, arbeiten! Malochen, malochen, malochen“, sagte Hemlein.


Eine Kante in der Abwehr verkörpert Kevin Kraus. „Es ist immer gut, mit einem Sieg aus der Vorbereitung zu gehen. Aber wir haben eine neue Mannschaft, müssen unseren Rhythmus finden“, sagte Kraus. Er ist heiß: „Wir alle freuen uns auf Samstag!“


Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung