Die Qual der Wahl

Kämpfen um den Anschluss: Heute (14 Uhr) trifft der 1. FC Kaiserslautern auf den Drittliga-Zweiten KFC Uerdingen. Der Aufsteiger hat acht Punkte mehr als die Lauterer. Das Muss spielt mit.


FCK-Trainer Michael Frontzeck freut sich – er hat die Qual der Wahl: „Die Mannschaft macht es mir schwer, weil wir eine herausragende Trainingsqualität hatten. Es ist ein Luxusproblem – ich könnte 16, 17 aufstellen. Du musst dem ein oder anderen weh tun ... Es ist für einen Trainer die schwerste Entscheidung, wenn einer gut trainiert und dann nicht mal im Kader ist.“ So wie das heute Carlo Sickinger und Florian Pick ergeht.


„Sie scharren alle mit den Hufen“, lobt der Cheftrainer, der rechts in der Abwehrkette augenblicklich Dominik Schad (21) den Vorzug vor Florian Dick (33) gibt. Frontzeck sieht das als Momentaufnahme – wie im Mittelfeld, wo sich Mads Albaek (28) hinter Theo Bergmann (21) und Jan „Löh“ Löhmannsröben (27) anstellen muss. „Es geht nicht um Jung und Alt, sondern um eine Idee, was für die Mannschaft für dieses Spiel am besten ist“, sagt der Coach. „Mads hat hier im Verein ja eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Er kann in den nächsten Wochen schon wieder wichtig für uns sein.“ Und: „Er ist ein hundertprozentiger Profi, ein richtig guter Fußballer. Man muss aber auch sagen, auf der Position hat es ,Löh’ zuletzt richtig gut gemacht.“


Da Lukas Gottwalt, den André Hainault ersetzt, noch pausiert, und Özgür Özdemir Trainingsrückstand aufweist, bleibt der 19 Jahre junge Jonas Scholz aus der Oberliga-Mannschaft im Profikader. „Es ist aus der Not geboren. Er ist ein hochinteressanter Spieler, ein Linksfuß in der Innenverteidigung, ein Spieler, der eine Perspektive hat“, sagt Frontzeck. Den Gast aus Krefeld mit Torjäger Stefan Aigner in der Spitze schätzt er hoch ein: „Das ist eine sehr gute Mannschaft, die mit viel Geld zusammengestellt wurde. Sie hat sich sportlich gut entwickelt, die erfahrenen Spieler wurden gut integriert.“ „Ein hochinteressantes Spiel gegen einen Gegner mit guter Besetzung. Tabellarisch leider noch nicht das absolute Spitzenspiel“, sagt Timmy Thiele. Die Zuversicht des 27-jährigen Stürmers, der sich mit seiner Frau und dem sechs Monate alten Lionel sehr wohl in der Pfalz fühlt, ist groß: „Wir sind eine echt gute Truppe – die Leichtigkeit kommt mit den Siegen.“


Thiele brennt, er will sein Quote – zwei Treffer, vier Torvorlagen – unbedingt verbessern: „In den meisten Spielen hatte ich keine oder maximal eine Chance. Ich wünsche mir, dass wir uns mehr zwingende Chancen erarbeiten, um Tore machen zu können.“ Die Sehnsucht nach Pässen in die Tiefe ist groß: „Wir haben – noch immer – zu viele Fehlpässe im Spiel. Wenn die Bälle in die Tiefe besser kommen, dann kann ich meine Geschwindigkeit und Abschlussstärke ausspielen.“


Julius Biada, heute aus taktischen Gründen für Gino Fechner am Start, soll mit seiner Kreativität helfen. Christoph Hemlein beginnt für Christian Kühlwetter. Der hat Trainingsrückstand, ist als Joker eingeplant. Die Qual der Wahl ...


So spielen sie


1. FC Kaiserslautern: Hesl - Schad, Kraus, Hainault, Sternberg - Zuck, Löhmannsröben, Bergmann, Hemlein - Thiele, Biada – Ersatz: Grill, Dick, Scholz, Albaek, Fechner, Kühlwetter, Huth


Es fehlen: Esmel (Kreuzbandriss), Gottwalt (Aufbautraining nach Muskelfaserriss), Özdemir (Trainingsrückstand), Sievers (Bizeps-Sehnenanriss), Spalvis (Knorpelschaden)


KFC Uerdingen: Benz - Großkreutz, Schorch, Maroh, Dorda - Konrad, Öztürk - Holldack, Krempicki, Kefkir - Aigner


Es fehlen: Erb (Schienbeinkopfbruch), Daube (Innenbandriss), Litka (Kapseleinriss im Sprunggelenk)


Schiedsrichter: Koslowski (Berlin).


Quelle: Die Rheinpfalz