Roundhouse-Kick: Traumtore, Traumtrainer, Traumtypen

Foto: Imago Images / Thomas Frey

Unser hashtag der Woche: #tordesmonats. Mark Flekken bekommt gern mal kuriose Gegentore. Im Februar 2018 kassierte er mit dem MSV Duisburg im Spiel gegen Ingolstadt einen denkwürdigen Gegentreffer, als er mit seinen Fans und seiner Trinkflasche ein vermeintliches Tor der Zebras ausgiebig feierte. Beim Pokalspiel in Kaiserslautern schenkte ihm Marlon Ritter aus etwa 50 Metern Entfernung einen ein. Und was können wir aus dem Traumtor lernen? Marlon Ritter ist ein exzellenter Fußballer und die Mannschaften von Mark Flekken gewinnen immer 2:1, wenn der Torwart ein Ei kassiert hat. Hätte MR7 das mal vorher gewusst. Alles, was rund um den FCK und in der letzten Woche sonst noch wichtig war - hier in unserem Wochen-Rückblick.


1. Gekratzt, gekämpft, verloren: Der FCK ist definitiv wieder da. Wer daran noch letzte Zweifel hatte, kann diese spätestens nach der Erstrundenpartie des DFB-Pokals gegen den SC Freiburg als beseitigt betrachten. Wer in der Lage ist, einen Vorjahresfinalisten und Europapokalteilnehmer in solche Bedrängnis zu bringen, braucht sich vor dem Ligaalltag nicht zu fürchten. Leider sollte es für die Roten Teufel am Ende nicht ganz reichen, dennoch bleiben vor allem positive Erkenntnisse aus einem großartigen Spiel. Wenn die Jungs von Dirk Schuster mit diesem Engagement weiterspielen und dazu noch die gegnerischen Standards konsequenter verteidigen, ist der Klassenerhalt ein durchaus realistisches Ziel.


Grandios kämpfende Lautrer belohnen sich nicht


2. Eine echte Nummer Eins: Andreas Luthe fühlt sich pudelwohl beim FCK. Das verriet er den Kollegen vom SWR im Rahmen des Podcast-Formats „Nur der FCK“. Einer der Gründe, warum er sich nach seiner vermutlich besten Saison im Profifußball den Roten Teufeln angeschlossen hat, ist die Underdog-Rolle, die die Lautrer in dieser Saison ohne Zweifel inne haben. Bei all seinen Arbeitgebern galt es bisher, sich als Kleiner gegen die Großen zu behaupten – und das mag der „kleine“ 1,97m-Schlussmann. Neben dem Spielfeld ist er allerdings ein ganz Großer, der deutlich tiefgründiger denkt als von der Tapete bis zur Wand. Der studierte Betriebswirt und Wirtschaftspsychologe ist beispielsweise Mitbegründer des In safe hands e.V. und unterstützt dort Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung. Ein in vielerlei Hinsicht interessanter Neuzugang.


Topfit in "gehobenem" Alter: Der neue FCK-Keeper Andreas Luthe


3. Stay strong! Mike Wunderlich blickt nicht gerade auf Jahre voller Leichtigkeit und purer Lebensfreude zurück. Der mittlerweile 36-Jährige wurde in seiner Zeit beim FSV Frankfurt von psychischen Problemen heimgesucht und hatte stark darunter zu leiden. Wie er dem Teufelsmix aus Burn-Out, Erschöpfung und Depressionen entkommen konnte, kann für viele andere eine Inspiration sein. Erkrankungen dieser Art sind tückisch und werden viel zu oft kleingeredet. Umso bemerkenswerter, dass Iron Mike ganz offen über den Ausbruch der Erkrankung und den Genesungsverlauf spricht.


Lauterns Wunderlich: "Für mich brach dann eine Welt zusammen""


4. Good e.V.-News Die finanziellen Aufräumarbeiten beim 1. FC Kaiserslautern e.V. gehen weiter. Unter anderem wird am 01. August die Rückzahlung der im Rahmen einer Pressekonferenz im Januar 2013 von Fritz Grünewalt als einzigartig bezeichneten Betze-Anleihe erfolgen. Bereits Ende Juni wurde die letzte noch ausstehende Rate an den Finanzdienstleister Quattrex überwiesen. Laut Vorstandsmitglied Tobias Frey plagen den e.V. zwar immer noch immense Schulden, aber durch eine Umschuldung und durch die Neugewinnung von Mitgliedern, die sich dank der „Mitglied schafft Zukunft“-Initiative dem FCK angeschlossen haben, sei finanzieller Spielraum entstanden.


Finanzielle Planungsmöglichkeiten dank Neumitgliedern


5. Trainer des Jahres: Es gibt nur sehr wenige Menschen, die scheinbar jeder mag. Christian Streich ist einer davon. Der sympathische Südbadener passt mit seiner grundehrlichen und bodenständigen Art irgendwie gar nicht in den Profifußball, wurde aber in seiner Einzigartigkeit zu einem unverzichtbaren Unikum in der Welt des Glanz und Glamour. Wer einen bescheidenen Verein wie den SC Freiburg seit Jahren in der Fußball-Bundesliga hält und nun sogar noch als Europapokalteilnehmer auf Reisen gehen wird, hat den Titel Trainer des Jahres mehr als verdient. Das erkannte nun auch der Verband Deutscher Sportjournalisten. "Es isch nit alles Friede, Freude, Eierkuchen. Au nit in Freiburg", sagte der Coach einst nach einer Niederlage in Hoffenheim. Zumindest für den Moment kann er sich aber mal zurücklehnen und genießen. Herzlichen Glückwunsch!


Christian Streich ist "Trainer des Jahres" 2022


6. Starnberg Chainsaw Massacre: Jens Lehmann gibt seit Jahren alles, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Und irgendwie schafft es der exzentrische Ex-Nationaltorhüter auch immer wieder in die Schlagzeilen mehr oder weniger seriöser Blätter. Ob es die Beichte war, seiner zweijährigen Tochter einst alkoholfreies Bier verabreicht zu haben oder die homophoben Äußerungen über seinen ehemaligen Mitspieler Thomas Hitzlsperger – Lehmann fällt immer etwas Polarisierendes ein. Und weil sein rassistischer Chatverkehr über Dennis Aogo in Vergessenheit zu geraten schien, sah sich der 52-Jährige nun offenbar bemüßigt, nachzulegen. In seiner Wahlheimat am Starnberger See griff er zu einer Motorsäge, um das Carport eines Nachbarn zurechtzustutzen. Schließlich bevorzugt man ja einen freien Blick auf das Gewässer. Via Twitter wurden mittlerweile so ziemlich alle Witze zu dem traurigen Schauspiel gemacht, wobei es Frank Buschmann am besten auf den Punkt brachte: Ein Mann mit Stihl!


„Ein Mann mit Stihl!“: Reaction Action zu Lehmann und seiner Kettensäge


Quelle: Treffpunkt Betze

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