Roundhouse-Kick: Achterbahn-Ticket inklusive

Foto: Getty Images / Alex Grimm

Unser hashtag der Woche: #nervenspiele. Die einen mögen es eher ruhig und gelassen, die anderen bevorzugen Spannung bis zur letzten Sekunde. Wer sich über ein glattes 3:0 gegen einen Konkurrenten um einen Europapokalplatz ein Loch in die Kniescheibe freut, stand noch nie in der Lautrer Westkurve, wenn die durch Kenny-Prince Redondo in der 87. Minute fast zum Explodieren gebracht wird - nur um wenige Minuten später maximal frustriert den Darmstädter Ausgleich hinnehmen zu müssen. Spieltag für Spieltag liefern die Roten Teufel derzeit ein Emotionsspektakel, das kaum zu überbieten ist. Dirk Schusters "Kampfeinheit" weiß, wie sie die Zuschauer zufrieden nach Hause schickt. Das ist Betze, das macht Spaß! Alles, was rund um den FCK und in der letzten Woche sonst noch wichtig war - hier in unserem Wochen-Rückblick.


1. Einmal tief durchatmen: Wenn die Roten Teufel zum Tanz bitten, ist in der Regel reichlich Drama im Spiel. Wer nach der Partie in Fürth oder dem 4:4 gegen Magdeburg dachte, dass die Lautrer Stehaufmännchen ihr Glück nun ausgereizt haben müssten, rieb sich beim 3:3 gegen Darmstadt einmal mehr verwundert die Augen. Rückschläge bringen das Team von Dirk Schuster maximal zum Wanken, an ein Umfallen ist jedoch nicht zu denken. Zu sehr hält das Team zusammen und funktioniert damit das Kollektiv. Treffpunkt Betze Redakteur David hat sich nach Beruhigung seines Pulses auf Spurensuche begeben und den Punktgewinn gegen die Hessen unter die Lupe genommen.


Wieder eine irre Partie - doch etwas Enttäuschung bleibt


2. No money, no love: Der SV Sandhausen hat in den letzten Jahren zweifelsohne jede Menge richtiger Entscheidungen getroffen und sich demzufolge als Zweitligist etabliert. Seit dem Aufstieg 2012 haben sich reihenweise Topteams oder zumindest Clubs mit großen Namen im Hardtwald die Ehre gegeben, aber trotz vereinzelter Highlights erreichte der Zuschauerschnitt zu keinem Zeitpunkt die 7.000er-Marke. Was bleibt einem als gewinnorientierter Proficlub also übrig? Man versucht mit den wenigen Highlights ordentlich Kasse zu machen! Und eine dieser Möglichkeiten sahen die Sandhäuser beim Lautrer Gastspiel nun gekommen. Wenn schon über 8.000 Gästefans aus Sicht des SVS aus einem Heimspiel ein Auswärtsspiel machen, dann sollen sie dafür auch ordentlich löhnen. Einen Topzuschlag von bis zu vier Euro pro Ticket erhoben die Kurpfälzer und zeigten sich damit eher von ihrer raffgierigen als gastfreundlichen Seite.


Nach Kritik der FCK-Fans: So begründet Sandhausen den Topspiel-Zuschlag


3. „Wir danken der Mannschaft, dass sie uns auch in der Saison so zahlreich hinterhergereist ist“: Die Roten Teufel und ihre Fans setzen auch in Liga zwei Bestmarken. Bei den Gastspielen in Kiel, Fürth und Sandhausen begleiteten im Schnitt 4.667 Zuschauer ihren FCK und sorgten stets für gutgefüllte Gästeblöcke. Das Team von Dirk Schuster dankt den Anhängern auf seine Weise und blickt auf eine bisher niederlagenfreie Auswärtsbilanz zurück. Natürlich stehen noch 14 weitere rot-weiße Reisetage auf dem Programm, aber auch die bisherigen drei sind auf Grund der Destinationsverteilung relativ repräsentativ. Die Teufelsbrut auf Rädern hat regelmäßig ihren Spaß und die zweite Liga freut sich über reichlich Kundschaft aus dem Pfälzer Wald.


Zuschauer- und Auswärtsfahrerzahlen der 2. Bundesliga 2022/23


4. The GOAT: Die BILD hat es sich zur Aufgabe gemacht, die größten und wichtigsten Kicker verschiedener Traditionsvereine in einem Ranking zusammenzutragen. Bei der Aufstellung der Spieler ging es ausdrücklich nicht nur um Statistiken und Erfolge, sondern auch um persönliche Werte wie Beliebtheit bei den Fans und Vereinstreue. Was in Bezug auf den FCK herausgekommen ist, liest sich wie das "Who is Who" der Lautrer Fußballgeschichte und lässt einen in Erinnerungen schwelgen. Ein solches Ranking ist natürlich immer eine subjektive Meinung des Verfassers und lässt reichlich Raum für Diskussionen. Insgesamt wurde der Nagel aber auf den Kopf getroffen. An dieser Stelle muss beeindruckt festgehalten werden, dass die BILD offenbar auch seriös und fundiert kann. Dieses gefühlte Weihnachtswunder lässt einen ergriffen zurück. Da bleibt nur noch, die Top 50 der Roten Teufel auf sich wirken zu lassen.


ER ist Lauterns ewige Nummer 1


5. Bedauernswerte Selbsthilfegruppe: Mario Basler hat es endgültig in den Trash-TV-Himmel geschafft. Gemeinsam mit seiner ehemaligen Partnerin Doris Büld ist der frühere Nationalspieler ins „Sommerhaus der Stars“ bei RTL eingezogen. Der Express stuft das Format zwar höflicherweise auf ein "Europa Conference League-Niveau" ein, in Anbetracht der mehr oder weniger namhaften C-Prominenz liegt die tatsächliche Klasse der Ansammlung verzweifelt um Aufmerksamkeit buhlender Quasselstrippen jedoch eher auf einer Ebene mit dem Spiel um Platz sieben beim örtlichen Freizeitturnier. Die Qualität der Gespräche rund um den Entscheidungskick zwischen Ajax Dauerstramm und den Jungs vom FC Saufhemden dürften den Lebensweisheiten von Super-Mario und seinen Mitstreitern nur bedingt nachstehen. Herzlich willkommen im Vorhof des Dschungelcamps.


„Sommerhaus der Stars“ - Mario Basler spricht Klartext: „Ohne überheblich zu klingen“


Quelle: Treffpunkt Betze

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