Lautrer Konkurrenzkämpfe: Drei Positionen sind unklar

Foto: Andreas Leiner

Endlich biegt die XXL-Winterpause auf die Zielgerade ein. Während in der Bundesliga und in der 3. Liga der Ball bereits rollt, startet die zweithöchste Fußballklasse erst am kommenden Wochenende. Für den 1. FC Kaiserslautern beginnt die Rückrunde direkt mit einem Highlight-Spiel - am Samstagabend (Anstoß 20:30 Uhr) trifft der FCK auswärts auf Hannover 96. Mit einem satten Polster, bestehend aus 29 Punkten und Tabellenrang vier, können die Lautrer ohne großen Druck auf dem Kessel in die zweite Saisonhälfte starten. Das Saisonziel Klassenerhalt ist schließlich nur noch elf Punkte entfernt. Gegenwärtig besteht der Kader der Roten Teufel aus 21 Feldspielern und vier Torhütern. René Klingenburg, Maximilian Hippe und Muhammed Kiprit, mit denen der Verein nicht weiter plant, sind hierbei außen vor. Doch welche Spieler haben die größten Chancen auf einen Stammplatz? Auf welchen Positionen besteht der größte Konkurrenzkampf?

Die Verteidigungsreihe steht. Oder doch nicht?


Einen sicheren Platz zwischen den Pfosten hat Torhüter Andreas Luthe. Der Routinier gilt unter Dirk Schuster trotz einiger weniger Unsicherheiten als unangefochtene Nummer eins - dahinter hütet Avdo Spahic als Ersatztorhüter die Bank. Julian Krahl, der im Sommer von Viktoria Berlin zum Betzenberg wechselte, durfte sein Können mit einigen wenigen Ausnahmen bei den Spielen der U21 noch nicht unter Beweis stellen. „Die Situation ist nicht ganz einfach, aber sie ist, wie sie ist“, gibt Krahl, der zuvor Stammtorhüter war, zu Protokoll. Bisweilen ohne größere Konkurrenz ist auch Linksverteidiger Hendrick Zuck. Zwar betonten Thomas Hengen und Dirk Schuster mehrfach, einen weiteren Linksverteidiger holen zu wollen, doch bislang gestaltet sich die Suche nach einer Alternative eher schwierig.


Wirklich spannend wird es in der Verteidigung auf den drei verbliebenen Positionen. In der Innenverteidigung kämpfen Boris Tomiak, Kevin Kraus und Robin Bormuth um zwei Stammplätze. Dirk Schuster hat genau den Konkurrenzkampf, der er unbedingt haben wollte. „Es gibt bei uns keine Hierarchie, keine Reihenfolge", betont der Cheftrainer. Trotzdem scheint Boris Tomiak die Nase vorn zu haben. In der Hinrunde stand der 24-Jährige in allen 17 Partien auf dem Feld - und durch seine vorzeitige Vertragsverlängerung hat der gebürtige Essener seine Bedeutung für die Mannschaft noch einmal bekräftigt. Bleiben also Kraus und Bormuth. Ersterer kann auf noch mehr Erfahrung bauen, zudem sticht Kraus durch sehr gutes Stellungsspiel und gute Kommunikation auf dem Platz hervor. Für den 30-Jährigen geht es aber auch um einen Verbleib beim FCK. Nach Informationen der Rheinpfalz verlängert sich der Vertrag von Kraus automatisch um ein weiteres Jahr, wenn er eine gewisse Anzahl an Spielen absolviert. Bormuth, dessen Stärke als Verteidiger auch in der Spieleröffnung liegt, kam in der Hinrunde erst dann zum Einsatz, als Kraus verletzungsbedingt pausieren musste. Die Tendenz zeigt auch jetzt in Richtung des Duos Tomiak und Kraus.


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Auf der Rechtsverteidigerposition gibt es vor allem einen Zweikampf zwischen Jean Zimmer und Erik Durm. Dieser Konkurrenzkampf hat zugenommen, weil Philipp Hercher seine langwierige Leisten- und Adduktorenverletzung auskurieren und eher im rechten offensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen wird. Es wäre wenig überraschend, wenn der Cheftrainer vorerst auf den Mannschaftskapitän setzen würde.

Klement und Ritter sind gesetzt. Und der Rest?


Die Situation im Lautrer Mittelfeld gestaltet sich ähnlich. Trotz des Wechsels von Hikmet Ciftci hat sich am Konkurrenzkampf im defensiven Mittelfeld wenig geändert. Ob Marlon Ritter beim Auswärtsspiel in Hannover zum Einsatz kommen wird, ist aufgrund einer Oberschenkelverletzung gegenwärtig noch fraglich. Perspektivisch ist Ritter jedoch ohne Frage gesetzt. Auf der defensiv orientierten zweiten Position des Sechsers konkurrieren Neuzugang Nicolai Rapp und Julian Niehues. Niehues gehörte mit 15 Einsätzen sicherlich zu den Gewinnern der Hinrunde, wurde zum Ende allerdings durch einen Sehnenanriss ausgebremst. Sein Stammplatz scheint jetzt mehr als gefährdet. Rapp wurde eine schnelle und unkomplizierte Integration in den Kader attestiert - mit seinen Leistungen im Trainingslager und in den Testspielen hat der Neuzugang laut Thomas Hengen bereits gezeigt, "wie wertvoll er für uns sein kann und hoffentlich werden wird."


Im offensiven Mittelfeld gesetzt ist Philipp Klement. Der 30-Jährige absolvierte beim FCK erstmals eine komplette Vorbereitung und konnte sich entsprechend der Schuster'schen Philosophie auch körperlich für die Rückrunde wappnen. Auf den Außenpositionen hat der Cheftrainer gleich mehrere Optionen: Ben Zolinski, der die gesamte Hinrunde aufgrund eines Kniescheibenbruchs verpasste, hat zuletzt große Fortschritte gemacht und "ist seit dem Trainingslager voll dabei." Ein Startelf-Einsatz in Hannover kommt nicht zuletzt aufgrund der Konkurrenz allerdings noch zu früh. Dennoch darf sich Zolinski berechtigte Hoffnungen auf zahlreiche Einsätze machen - schließlich ist er aufgrund seiner variablen Spielweise im Offensivbereich beinahe auf jeder Position einsetzbar. Linksaußen dürfte demnach Kenny Prince Redondo vorerst gesetzt sein. Der 28-Jährige, der seinen Vertrag ebenfalls vorzeitig verlängerte, gehörte in der Hinrunde mit neun Scorerpunkten zu den besten Lautrern. Auf der Gegenseite scheint nach überstandener Leistenverletzung vieles für Philipp Hercher zu sprechen. Der Rechtsfuß bringt Tempo, Übersicht und vor allem Torgefahr mit. Dahinter lauert Aaron Opoku, der beide Flügelpositionen beackern kann.

An Terrence Boyd führt kein Weg vorbei


Dirk Schuster hätte gerne noch einen Back-Up Spieler für den ansonsten gesetzten Terrence Boyd. Sollte der 31-Jährige mal verletzungsbedingt ausfallen, herrscht Not im Lautrer Sturmzentrum. Fest steht, dass weder Daniel Hanslik noch Angelos Stavridis Boyd 1:1 ersetzen können. Lex-Tyger Lobinger gilt zwar als gelernter Mittelstürmer, er besitzt allerdings nicht diese Wucht, körperliche Präsenz und Torgefährlichkeit, die Schuster ersatzweise gerne hätte. Ein möglicher Ausfall Boyds hätte wahrscheinlich eine Systemänderung zur Folge. Doch bis hierhin sind dies lediglich hypothetische Überlegungen. Denn klar ist auch, dass die Roten Teufel mit Hanslik, Stavridis, Lobinger und Zolinski sehr variabel aufgestellt sind. Und für das Saisonziel Klassenerhalt dürfte die pfälzische Offensive vollkommen ausreichend sein - das belegt zumindest das Hinrunden-Ergebnis.


Quelle: Treffpunkt Betze


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