Richmond Tachie: Ein Rohdiamant für den FCK

Richmond Tachie (rechts) im Zweikampf mit Marlon Ritter. Foto: Getty Images / Christian Kaspar-Bartke

Rund drei Wochen vor Saisonbeginn hat der 1. FC Kaiserslautern mit Richmond Tachie den vierten externen Neuzugang verpflichtet. Der 24-jährige Stürmer kommt vom SC Paderborn, wo man wohl auch aufgrund der überraschenden Verpflichtung von Max Kruse nicht mehr mit ihm geplant hatte.

Offensiv-Allrounder mit mehreren Stärken


Nachdem der gebürtige Berliner das Fußballspielen in der Jugend von Tennis Borussia Berlin erlernt hatte, wechselte der Offensiv-Allrounder mit ghanaischen Wurzeln 2013 in die Jugendabteilung des VfL Wolfsburg, wo er sich mit starken Leistungen und vielen Toren bis in die zweite Mannschaft des ehemaligen deutschen Meisters spielte. Nach neun Toren und vier Vorlagen in der Regionalliga Nord wechselte der Stürmer 2019 zu Viktoria Köln in die 3. Liga, wo er nach einer enttäuschenden Saison mit nur fünf Einsätzen den Durchbruch verpasste. In der Hoffnung auf mehr Spielpraxis schloss sich der pfeilschnelle Angreifer daraufhin der zweiten Mannschaft des BVB an, für die er in der Regionalliga West mit starken 11 Toren und 10 Vorlagen sowie in Liga 3 mit weiteren 6 Toren und 8 Vorlagen auf sich aufmerksam machte. Nach 73 Ligaspielen für die Dortmunder Zweitvertretung, in der Tachie unter anderem mit dem aus Fürth in die Pfalz gewechselten Tobias Raschl zusammenspielte, und starken Leistungen in der 3. Liga einigte sich Richmond Tachie auf einen ablösefreien Wechsel zum Sportclub aus Paderborn, wo er erste Zweitligaerfahrung sammeln konnte. In seinem dritten Pflichtspieleinsatz für den SCP erzielte er gegen den unterklassigen FCE Wernigerode einen Treffer und überzeugte die Fans als Joker.

Zur Entwicklung gehören auch Durststrecken


Doch auf dieses Erfolgserlebnis folgte eine völlige Durststrecke des Offensivspielers, der in der Liga nur 321 Minuten auf dem Platz stand und an keinem Tor beteiligt war. Eine Statistik, die so manchen Zuschauer an der Qualität der neuen Nummer 29 der Roten Teufel zweifeln lassen könnte. Und Zweifel sind auf den ersten Blick auch verständlich. Betrachtet man jedoch die namhafte Konkurrenz um Felix Platte, Sirlord Conteh und Marvin Pieringer, der in der kommenden Saison für den 1. FC Heidenheim in der Bundesliga auflaufen wird, wird klar, warum Tachie in seinem ersten Jahr in Liga zwei nicht über 17 Einsätze hinauskam. Doch ein Blick auf seine Leistungsdaten in der Regionalliga sowie der 3. Liga offenbaren, dass der 24-Jährige grundsätzlich torgefährlich ist und zudem seine Mitspieler mit Vorlagen in Szene setzen kann. Gerade seine Leistungsdaten von 17 Toren und 18 Vorlagen für Borussia Dortmund II offenbaren, dass Tachie als zweite Spitze oder auch als Alternative zu Opoku und Redondo auf den Flügelpositionen eingesetzt werden könnte.

Potenzial zu einem Unterschiedsspieler


Das Global Soccer Network (GSN), das auf Basis von Scout-Expertise, Algorithmen und künstlicher Intelligenz einen Spielerindex von 30-100 (85-100 = Weltklasse) erstellt, bewertet Tachie mit einem Wert von 59,09 - und damit statistisch gesehen als sehr guten Zweitligaspieler. Das Netzwerk begründet diesen Wert mit seinen Qualitäten im offensiven Eins-gegen-Eins sowie seinem guten Passspiel. Schwächen hat der ehemalige deutsche U20-Nationalspieler hingegen in der Arbeit gegen den Ball und aufgrund seiner Körpergröße von 1,77 m auch im Kopfballspiel. Auch wenn dieser Index nicht zwingend aussagekräftig ist, zeigt er doch, dass Tachie mit seinen 24 Jahren noch als Rohdiamant bezeichnet werden kann, welcher bislang in der 2. Liga sein Potenzial noch nicht unter Beweis stellen konnte. Dazu passt auch Hengens Aussage, den jungen Stürmer "bei seinen nächsten Entwicklungsschritten" begleiten zu wollen.

Ein Kontrast zum bisherigen körperbetonten Spiel


Mit dem Neuzugang erhält Cheftrainer Dirk Schuster einen Spielertyp, der der Mannschaft der Roten Teufel bisher gefehlt hat. Tachie besticht vor allem durch seine Schnelligkeit und Spielintelligenz, wovon sich der eine oder andere Lautrer bei der 1:3-Heimniederlage gegen Dortmund II in der Aufstiegssaison überzeugen konnte. Wird Richmond Tachie als Mittelstürmer eingesetzt, würde er mit seiner schnellen und flinken Spielweise einen Kontrast zu den eher physisch starken Mittelstürmern Terrence Boyd und Lex-Tyger Lobinger darstellen und das System der Lautrer Mannschaft unberechenbarer machen.


In seiner erfolgreichen Dortmunder Zeit spielte der gebürtige Berliner meist als Doppelspitze an der Seite eines größeren Stürmers wie Justin Njinmah oder auch Steffen Tigges, für die er mit seiner Antrittsstärke wichtige Lücken in die gegnerische Abwehr riss. Und genau ein solcher Offensivarbeiter könnte in der kommenden Saison helfen, Terrence Boyd noch besser in Szene zu setzen, da dieser dann von den gegnerischen Verteidigern nicht mehr so leicht zu doppeln ist. Geschäftsführer Thomas Hengen bezeichnet Tachie als Stürmer, der offensiv alle Positionen besetzen kann" und zeigt damit, dass man sich von der Verpflichtung des Neuzugangs eine größere Portion Mut und Unberechenbarkeit erhofft.


Quelle: Treffpunkt Betze


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Antworten 3

  • Herzlich willkommen! 🙃

    Gefällt mir 2
  • eher physisch starken Mittelstürmern Terrence Boyd und Lex-Tyger Lobinger

    Ich bin was den Spieler Tachie angeht wirklich gespannt und freue mich - auch auf Grund des Artikels - auf ihn; nur LTL als physisch starken Mittelstürmer bezeichnen lässt mich dann doch etwas schmunzeln.

  • Schön geredet….. die Wahrheit ist in ein paar Wochen auf dem Platz, wenn es echte Gegner gibt. Und als Stürmer der Boyd ersetzen oder ergänzen soll einen Zwerg mit 177cm zu verpflichten spricht nicht gerade für viele Kopfballtore. … mit Schalke, Hertha, HSV, Hannover ist die zweite Liga schon sehr stark besetzt dieses Jahr. Die Leistungen der Rückrunde sagen einiges über die Probleme des FCK aus. Glaube nicht das der Junge uns da helfen wird. Mit 24 Jahren ein Rohdiamant zu sein finde ich lächerlich wenn man sieht das ein neunzehn Jahre alter Amada mit 20 Mio von Topclubs in Europa umworben wird. Der hat noch 10 Jahre dann ist die Karriere schon vorbei…

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