Fan der Fans

Wenn der FCK heute noch 1000 Karten an den Tageskassen absetzt, hat Harald Layenberger seine Wette „gegen einen guten Bekannten gewonnen“. 39.000 Karten waren bis gestern Abend verkauft. Layenberger, der neue Haupt- und Trikotsponsor des 1. FC Kaiserslautern, hat gewettet, dass heute (14 Uhr) mindestens 40.000 Zuschauer zum Heimspiel gegen 1860 München kommen. „Ich dachte, dass ich die Wette verliere, als ich hörte, das die ARD live überträgt. Aber jetzt ...“


Das erste Drittligaspiel in der 118 Jahre alten Historie des FCK ist für Layenberger kein Spiel wie jedes andere: Erstmals laufen die Roten Teufel in einem Pflichtspiel mit dem Layenberger-Schriftzug samt des Fünf-Sterne-Firmen-Logos auf der Brust auf. „Es ist ein Gänsehaut-Gefühl, wenn ich an das Spiel denke. Es ist für mich etwas ganz besonderes, jetzt Hauptsponsor zu sein, weil ich als kleiner Junge mein Herz an den FCK verloren habe.“ Mit seinem Vater, der 60 Jahre lang als Ordner beim FCK engagiert war, kam der kleine Harald einst erstmals auf den „Berg der Berge“. Eindrucksvoll, dem großen Fritz Walter begegnet zu sein. Der Mythos lebt.


Harald Layenberger, Geschäftsführender Gesellschafter der Layenberger Nutrition Group in Rodenbach, ist Unternehmer, Geschäftsmann, aber er ist vor allem auch Fan der Fans. „Die West“ liegt ihm am Herzen. Bisher firmierte sie als „Karlsberg Westtribüne“. Nach dem Abschied der Homburger Brauerei, der Krombacher als Bierpartner des FCK nachfolgte, heißt die berühmteste Lauterer Kurve nun „Layenberger & Fans-Westkurve“.


970 Karten für Block 5.4 hatte Layenberger diese Woche gekauft und die Tickets – Einzelpreis 18 Euro – für zehn Euro verkauft. „Das wurde gut angenommen“, sagt Layenberger und freut sich riesig auf die Ouvertüre gegen „Sechzig“: „Wir werden eine tolle Kulisse auf der West haben!“ Gut kommt das T-Shirt mit dem Aufdruck „Zusammen zurück. Layenberger & die Fans“ an. „Die Fans nehmen es gut an, ich finde es geil“, weiß sich Harald Layenberger zu begeistern. Seinen Stammplatz auf der Nordtribüne hat er behalten. „Ich sitze nach wie vor direkt vor Martin Bader“, erzählt der ideenreiche Sponsor, der mit seinem Engagement, mit dem Dreijahresvertrag, und seiner Präsenz zur Aufbruchstimmung rund um den FCK beigetragen hat. In seine Loge hat Layenberger 50 Menschen eingeladen, die auf sozialem Sektor engagiert sind. Der Mann hat Herz!




„Ich glaube in und um Lautern fiebern alle dem Spiel entgegen“, sagt der Sponsor. Er erwartet gegen starke „Löwen“ von der neuen Lauterer Mannschaft „Kampf und Leidenschaft“. „3:2 – das hatten wir ja schon mal“, tippt Layenberger auf einen Heimsieg. Und hofft auf den direkten Wiederaufstieg. Sein Vertrag mit dem Verein seines Herzens gilt für alle drei Ligen: „Träumen darf man – man muss immer positiv denken.“


Neues Mannschaftsquartier

Das tut auch Martin Bader, der Sportvorstand, der nach sechswöchiger Vorbereitung das große Kribbeln spürt. „Es wäre schön, wenn wir uns belohnen“, sagt der Mann, der den neuen Kader federführend in Abstimmung mit Cheftrainer Michael Frontzeck zusammenstellte. „Aber es ist irgendwie auch eine Wundertüte. Keiner weiß so richtig, wo er steht“, sagt Bader. Dem 50-Jährigen ist bewusst, dass man ihn und sein Wirken daran messen wird, wie die neue Mannschaft funktioniert. Die Zielvorgabe an Mannschaft und Trainer ist eindeutig: Aufstieg!


Gewechselt hat der FCK sein Mannschaftshotel. In den letzten Jahren nächtigten die Profis am Gelterswoog, gestern bezogen sie samt Geburtstagskind Lukas Spalvis, der 24 Jahre alt wurde, nach dem Abschlusstraining Quartier im Best Western Hotel auf dem Betzenberg.


Dort residierten früher, als das Haus noch Savoy oder Dorint hieß, sehr oft die Gästemannschaften. Die steigen seit Jahren meist im Saks ab. „Wir haben uns bei Dario sehr wohlgefühlt, aber letztlich haben wir uns auch aus wirtschaftlichen Gründen für diese Lösung entschieden, das angebotene Gesamtpaket stimmt“, veranschaulicht Bader. „Auch logistisch ist die Nähe zum Stadion ja kein Nachteil. Die Zimmer sind gut. Das Haus wurde hervorragend renoviert. Das Ambiente stimmt.“


Quelle: Die Rheinpfalz