Fahrlässigkeit bitter bestraft

Nicht viel Zwingendes im Spiel nach vorne und in der Rückwärtsbewegung nicht clever genug: Mit der 1:2 (0:0)-Heimschlappe am Dienstag gegen Preußen Münster hat der 1. FC Kaiserslautern am dritten Drittliga-Spieltag die erste Saisonniederlage hinnehmen müssen.


Der Kanadier, vom 1. FC Magdeburg in die Pfalz gewechselt, wird heute erneut untersucht. Der 32-Jährige bekam einen Ellbogen des eingewechselten Ex-FCK-II-Spielers Rufat Dadashov ins Gesicht und erlitt zumindest einen Nasenbeinbruch.


Das passte zu diesem für die zu harmlosen Roten Teufel so unglücklich verlaufenen schwül-heißen Abend. Der Außenseiter aus Münster begann gegen den ambitionierten Zweitliga-Absteiger forsch, dann jedoch schien alles für die Lauterer zu laufen: Kurz nach der Pause erzielte Innenverteidiger Kevin Kraus das 1:0 für den FCK, der nun Richtung Westkurve spielte. Kapitän Florian Dick mit einem wuchtigen Einwurf von der rechten Seite und der für Julius Biada eingewechselte Stürmer Lukas Spalvis leisteten die Vorarbeit (51.). „Mit dem 1:0 ist es eigentlich perfekt gelaufen für uns, wir haben auf unsere Kurve gespielt, hatten kurz nach der Pause eine Führung im Rücken“, sagte Dick, „die Hektik, die teilweise ins Spiel gebracht wurde, darf uns nicht irritieren.“ FCK-Trainer Michael Frontzeck meinte: „Wir haben mit viel Aufwand gespielt, sind dann aber naiv in die Bälle reingelaufen.“ Die Situationen, die zu den beiden entscheidenden Münsteraner Freistößen führten, resultierten aus Kontern des SC Preußen.


Fabian Menig traf im Nachschuss zum 1:1 (74.) nach einem Freistoß von Martin Kobylanski, den Kaiserslauterns Torwart Jan-Ole Sievers zwar zunächst parierte – er konnte den Ball aber nicht festhalten oder weit genug zur Seite abwehren. FCK-Trainer Frontzeck nahm in dieser Szene die Abwehr in die Pflicht, die den Abpraller hätte rechtzeitig klären müssen.


Kunstschütze Kobylanski meinte: „Den ersten Freistoß bringe ich mit viel Drall Richtung Torwart, ich glaube nicht, dass der leicht zu halten war.“ Der gedankenschnelle Kollege Menig jedenfalls bedankte sich mit dem erfolgreichen Nachschuss.


Der Versuch Kobylanskis in der Nachspielzeit jedenfalls aus ähnlicher Schussposition war noch platzierter – diesmal verwandelte der 24-Jährige den Freistoß direkt zum überraschenden 2:1-Siegtreffer für Münster (90. +2), das im Gegensatz zu den drängenden Lauterern auch mit einem Remis zufrieden gewesen wäre.


„Den zweiten Freistoß habe ich vom Torwart weg gezogen“, sagte Kobylanski, der gerne Freistöße schießt und sie oft übt. „Wenn du die WM siehst, Champions League und und und: Fast jedes zweite Tor resultiert mittlerweile aus Standards, da lohnt es sich, das viel zu trainieren“, meinte Kobylanski und strahlte stolz.


Zuvor hatte er mehr als eine Stunde lang auf der Bank schmoren müssen, wurde erst in der 68. Minute eingewechselt, sechs Minuten vor dem ersten Treffer der Münsteraner. Sein Trainer Marco Antwerpen begründete das damit, dass er zunächst Spieler habe bringen wollen, die im Defensivzweikampf stärker sind als Kobylanski. Gerade noch rechtzeitig aber erinnerte sich Antwerpen an seinen Kunstschützen. Für Zweitliga-Absteiger FCK stehen nach drei Spielen ein Sieg, ein Remis und eine Niederlage zu Buche – am Samstag in Halle soll möglichst wieder gepunktet werden.


Quelle: Die Rheinpfalz