"Machtfrage"

Die derzeitige Schlacht um die Macht am Betzenberg ist hart, lang und ohne Beispiel. Eines steht dabei jetzt schon fest: Sie wird Verlierer haben. Aber wird es auch einen Gewinner geben? Der Autor dieser Zeilen zweifelt irgendwie daran.


von Johannes B. Remy

Als mich die Macher dieser Seite fragten, ob ich eine persönliche Einschätzung zum derzeitigen Gefecht um Macht und Einfluss im FCK zu Papier bringen wollte, habe ich leichtfertig zugesagt. Das kann doch nicht viel Aufwand sein, dachte ich. Viele Stunden später weiß ich, dass es fast unmöglich ist.


Es ist zwar ohne weiteres machbar, meine Einschätzung zur Lage abzugeben, aber fast unlösbar wird die Aufgabe dann, wenn man die einzelnen Abläufe herleiten möchte. Hier aber liegt der tatsächliche Mehrwert für den Leser. Alles andere ist im Prinzip schon längst geschrieben worden.


Leider muss ich zu meinem Leidwesen eingestehen, dass das Ergebnis so zäh geworden ist wie der Text in einem Schulbuch, um nicht zu sagen, staubtrocken. Ich habe mich zwar bemüht, die Sache einigermaßen an der Oberfläche zu halten und da wo möglich auch zu vereinfachen, aber ein Schmankerl ist trotzdem nicht dabei herausgekommen. Am Ende jedes Abschnitts liefere ich deshalb eine kurze Zusammenfassung. Im Gegenzug sollte die Möglichkeit der Leser die Dinge selbst zu beurteilen, deutlich steigen. Wie aber geht man da ran?


Im Grunde kann man sich das derzeitige Spektakel fast wie einen Schwertkampf vor Publikum vorstellen. Es braucht dafür die teilnehmenden Akteure, die passende Arena und die richtigen Mittel zum Kampf. Während so vor unserem inneren Auge schweißgebadete Kämpfer, womöglich auf dem heißen Sand einer Arena entstehen, die einem antiken Amphitheater nicht unähnlich ist, wo zum Entsetzen des Publikums die Recken tatsächlich bis aufs Blut verfeindet sind, drücken wir kurz auf „Pause“ und schauen uns das alles ein wenig genauer an. Beim Blick auf die Akteure werde ich dazu Fraktionen bilden, obwohl das in der Realität nicht immer zutrifft, denn zumindest die „Littig Fraktion“ ist weit weniger geschlossen, als das bei der anderen Seite der Fall ist.

DIE AKTEURE I: VEREINSFUNKTIONÄRE

Fangen wir gleich mal mit dieser Seite an. Zu ihr gehören logischerweise Michael Littig selbst, aber auch Jürgen Kind und Paul Wüst. Das erstaunliche daran ist, dass alle drei bereits in einzelnen Punkten auch mit der anderen Seite gestimmt haben. Diese andere Seite nenne ich hier die „Buchholz Fraktion“. Zu ihr gehören Patrick Banf und Jochen Grotepaß. Warum dann „Buchholz Fraktion“? Das hängt damit zusammen, dass Dieter Buchholz im Jahr 2017 während des Wahlkampfes zur Aufsichtsratswahl im e.V. öffentlich als Unterstützer einer Gruppe von vier Kandidaten aufgetreten ist und dazu seine Verbindungen zur „Rheinpfalz“ und im Verein genutzt hat, um möglichst viele Stimmen auf „seine“ Gruppe zu vereinigen. Er selbst bezeichnete sich in der „Rheinpfalz“ als deren „Mentor“. Das ist wichtig, weil die freien Plätze nach Rücktritten aus dem aktuellen Aufsichtsrat mit sogenannten Nachrückern besetzt werden. Obwohl es der „Buchholz Fraktion“ nicht gelungen ist, gleich im ersten Anlauf die Mehrheit im Rat zu besetzen, ist dies für die Zukunft nicht ausgeschlossen, denn die Positionen 1 und 3 der Liste der Nachrücker werden von Angehörigen dieser Fraktion gehalten. Tritt also jemand aus der „Littig Fraktion“ zurück, wird er nach der augenblicklichen Reihenfolge durch einen Kandidaten von der „Buchholz Fraktion“ ersetzt. Treten zwei oder gar alle drei aus der „Littig Fraktion“ zurück, ändern sich die Machtverhältnisse ebenfalls zugunsten der „Buchholz Fraktion“.


Hier will ich eine Anmerkung in eigener Sache anfügen und eine Frage beantworten, die mir in letzter Zeit häufiger gestellt wird. Ich selbst stünde auf der Liste der Nachrücker an vierter Stelle. Diese Nachrückerposition gibt es jedoch nicht. Es sind laut unserer Satzung drei Plätze vorgesehen, nicht mehr. Der Autor dieser Zeilen kann also nicht von einer Rücktrittswelle profitieren, egal wen es treffen sollte.


Zusammenfassung: Jeder Rücktritt aus der „Littig Fraktion“ ändert die Machtverhältnisse zugunsten der „Buchholz Fraktion“. Das muss man wissen, wenn man verstehen will, warum auch die „Littig Fraktion“ an ihren Ämtern festhält, obwohl sie weniger geschlossen agiert und warum die „Buchholz Fraktion“ glaubt, den Kampf doch noch gewinnen zu können.

DIE ARENA

Okay, nun wissen wir, wer sich da gegenüber steht. Aber worum kämpfen die eigentlich? Um das Ziel des Gefechtes zu sehen, muss man zunächst einmal die Struktur des „Konzerns“ verstehen, zu dem unser FCK nach der Ausgliederung geworden ist. Das Hauptübel dabei ist die uneindeutige Verwendung von Bezeichnungen. So hat zum Beispiel die Kapitalgesellschaft einen Aufsichtsrat und auch eine Satzung, und auch der eingetragene Verein hat ebenfalls einen Aufsichtsrat und eine Satzung. Beide haben aber direkt gar nichts miteinander zu tun. Wir machen es uns ein wenig einfacherer: Wann immer in diesem Text von „Aufsichtsrat“ oder „Satzung“ die Rede ist, meine ich damit die so benannten Instanzen des eingetragenen Vereins (e.V.) 1. FC Kaiserslautern. Den Rest lassen wir unbeachtet. Auch die verschiedenen Teile des FCK können wir vereinfachen. Der „neue“ 1. FC Kaiserslautern besteht im Prinzip aus drei Komponenten:


- dem 1. FC Kaiserlautern e.V. (der alte FCK minus Profifußball)
- der 1. FC Kaiserslautern Management GmbH (Geschäftsführung Profifußball)
- der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA (Profigeschäft: Hier werden die Anteile verkauft)


Der Aufsichtsrat wird, wie die meisten wissen, von den Mitgliedern auf Basis der Satzung im e.V gewählt. Der Beirat, angesiedelt in der Management GmbH, wird auf Basis des Gesellschaftervertrages der GmbH gebildet und besteht derzeit aus den gleichen Personen wie der Aufsichtsrat des e.V. - was aber nicht so bleiben muss, weil der Einstieg größerer Investoren auch die Zusammensetzung des Gremiums ändert. Die Idee dahinter ist es, im Beirat der GmbH ein Gremium zu schaffen, das von beiden Seiten, den Vertretern des e.V. - indirekt gewählt durch die Mitglieder und den Vertretern der großen Investoren gebildet wird, in welchem der e.V. jedoch die Mehrheit halten soll.


Der Beirat der GmbH ist damit DIE Schlüsselposition Profifußball des neuen „Konzerns“ FCK, da er die Geschäftsführung der GmbH, derzeit Michael Klatt und Martin Bader, nicht nur einsetzt oder ablöst, sondern es auch zu seinen Aufgaben gehört, die „laufende Beratung und Überwachung der Geschäftsführung in allen Zweigen der Geschäftstätigkeit“ zu leisten. Hier ist der Kern. Nicht im Aufsichtsrat des e.V. wird das Profigeschäft in Zukunft gelenkt, sondern im Beirat. Um dem Beirat der GmbH als Vertreter des Vereins anzugehören, muss man dennoch gleichzeitig ein Aufsichtsratsmandat innehaben. Das ist deshalb wichtig zu wissen, weil damit klar ist, dass man als Vereinsvertreter eben auch den Sitz im Beirat verliert, wenn man aus dem Aufsichtsrat des Vereins zurücktritt.


Zusammenfassung: Der Kampf dreht sich um die Macht im Beirat. Der Aufsichtsrat ist dabei nur Mittel zum Zweck, weil ein Mandat dort für die Vereinsvertreter Voraussetzung für einen Sitz im Beirat ist.

INTERNE KAMPFMITTEL

Das Bild der Auseinandersetzung wird damit klarer. Aber was heißt das in der Praxis? Freundlicherweise haben uns die streitenden Parteien Beispiele zur Verfügung gestellt, die wir, da öffentlich bekannt, hier auch verwenden können. Konkret bleibt festzuhalten, dass die Seite, die gerade die Mehrheit im Beirat inne hat, alles durchsetzen kann, zum Beispiel „ihre“ Schützlinge mit einem Job versorgen oder jemanden "feuern". Und trotzdem passiert nach außen sehr viel - nach innen aber fast gar nichts.


Gut demonstrieren lässt sich das anhand der Personalfrage Martin Bader. Der Beirat ist ein offizielles Gremium. Damit er bindende Entscheidungen treffen kann, muss er diese nicht nur mehrheitlich fällen, sondern er muss sich auch an eine Tagesordnung halten und an die vorgegeben Fristen. Eine Beiratssitzung ist dann fristgerecht angesetzt, wenn sie (meines Wissens nach) mit einem Vorlauf von fünf Tagen eingeladen wird. Okay, nun konnten wir der Presse entnehmen, dass der Beirat mit einer Mehrheit von 3:2 Stimmen die Trennung von Martin Bader ausgesprochen hat, gegen den Willen von Patrick Banf und Jochen Grotepaß, mithin der „Buchholz Fraktion“. Warum ist der dann immer noch Geschäftsführer? Die Antwort ist simpel. Weil es diesen Beschluss nie gab. Denn die „Buchholz Fraktion“ hat mit Verweis auf den Gesellschaftervertrag den Beiratsvorsitz (Patrick Banf) gegen die Mehrheit des Gremiums legal gehalten. Damit ist sie in der Lage den Beschluss zu verhindern oder besser zu verzögern. Denn um einen solchen Beschluss herbeizuführen muss das Gremium ja erst mal tagen. Dazu aber müsste der Vorsitzende zunächst ganz offiziell einladen. Das hat Patrick Banf lange Zeit aber nicht getan, weil er dann damit rechnen müsste, dass eine Entscheidung gefällt wird, die er nicht will. Und das ist der nächste wesentliche Schlüssel zum Verständnis der Vorgänge am Betzenberg. Die Minderheit kann den FCK über die Schlüsselposition Beiratsvorsitz gezielt lähmen. Das geht nicht dauerhaft, aber für eine Weile funktioniert das.


Zusammenfassung: Ziel ist die Mehrheit im Beirat, weil der alle großen Entscheidungen im Profifußball beeinflussen kann. Da diese derzeit nicht bei der „Buchholz Fraktion“ liegt, versucht Patrick Banf den FCK zu lähmen, um Zeit zu gewinnen und die Mehrheitsverhältnisse zu ändern.

EXTERNE KAMPFMITTEL

Wer schon mal um Leben und Tod gerungen hat - okay, das wird auf die meisten von uns nicht zutreffen, der wird wissen, dass auch ein paar zusätzliche Waffen nicht schaden können. Obwohl - Schaden können die schon anrichten, aber eher bei der anderen Seite (gewollt) und bei unbeteiligten Dritten, auch als Kollateralschaden bezeichnet (in Kauf genommen). Hier kommen jetzt die Medien ins Spiel. Jede Seite scheint mehr oder weniger „ihre Medien“ zu haben. Auch wenn „Kicker“ und „SWR“ sich um einigermaßen ausgeglichene Berichterstattung bemühen, sind die eher bei der „Littig Fraktion“ anzusiedeln. In der „Rheinpfalz“ ist die Lage deutlich pro „Buchholz“, wobei es auch da abgestufte Varianten gibt. Ein Teil der Redaktion schreibt fast ausschließlich pro „Buchholz Fraktion“. Und das ist nicht neu. Denn die „Rheinpfalz“ war auch 2017 am Ball, um den Kandidaten des „Mentors“ eine schöne - und vor allem exklusive Wahlwerbung zu gewähren.


Schlimm wird es aber, wenn die „BILD“ ins Spiel kommt. Die sind nicht nur absolute Partei „pro Banf“, die haben auch schon mehrfach blanke Lügen verbreitet. Beide Seiten setzen die Medien ein, wenn sie intern auf eine Mauer treffen. Das ist auch der Grund, warum da derzeit mehr von der „Buchholz Fraktion“ kommt als von der „Littig Fraktion“, denn die hat aktuell eine 3:2 Mehrheit in beiden Gremien. Auch wenn die blockiert wurde. Aber das geht ja zu Ende, da am 16. Mai, also am Donnerstag, endlich eine offizielle Sitzung des Beirates stattfinden wird.


Die Sorge des Autors geht allerdings dahin, dass auch auf dieser Sitzung nicht alles abschließend entschieden werden kann und die Verlierer hoffen könnten, mit einer „weiteren Runde“ Schattenboxen unter der Gürtellinie doch noch zum Sieger erklärt zu werden. Ob die Trennung von Martin Bader, der uns hier, weil öffentlich bekannt, als Beispiel dient, tatsächlich während der finalen Arbeiten an der Lizenz noch so entschieden werden kann, wie das vor einigen Wochen der Fall gewesen ist, bleibt fraglich. Insofern könnte die Strategie der „Buchholz Fraktion“ zumindest hier vorläufig aufgegangen sein. Den Nutzen für den FCK mag jeder selbst beurteilen.


Zusammenfassung: Die Medien werden vor allem von der Fraktion benutzt, die gerade intern keine Mehrheit hat. Ziel ist es dabei entweder der eigenen Position zu mehr Popularität zu verhelfen oder aber massiv Druck aufzubauen. Häufig werden dabei die Ängste der Fans um ihren Verein gezielt geschürt. Eine Fortsetzung der Auseinandersetzung ist auch nach der Sitzung am 16. Mai nicht vollständig auszuschließen.

DIE AKTEURE II: INVESTOREN

Der weiße und der schwarze Ritter reiten auf die Bühne. Auf edlen Rössern, mit blank polierter Rüstung und glänzenden Schwertern. Weiß und schwarz? Mitnichten. Grau würde ich sagen. Der eine heller, der andere dunkler, aber beide grau. Doch halt Gevatter, hier ist eigentlich erst mal eine grundlegende Klärung fällig, da viele Berichterstatter und selbst Vereinsfunktionäre oder Fernsehmoderator*innen die Begriffe offenbar nicht auseinanderhalten können. Ein Sponsor ist ein Unternehmen, der für eine Werbedienstleistung Geld bezahlt. Ein Mäzen ist eine Person, die uneigennützig Geld in eine Sache steckt ohne eine materielle Gegenleistung zu erwarten. Ein Investor hingegen gibt sein Geld, weil er Geld damit verdienen will.


Deshalb ist es bedauerlich, dass die FCK-Führung auf der AOMV 2018 ein Bild gezeichnet hat, welches eher einem Mäzen entspricht, während auf der Bühne vom Einstieg der „Sponsoren“ die Rede gewesen ist.


Über die Investoren im Detail kann und will ich hier relativ wenig sagen. Da mag sich jeder selbst eine Meinung bilden. Dass beide im derzeitigen Szenario versuchen für möglichst wenig Geld möglichst viel Verein oder, wie wir ja inzwischen wissen, „Kapitalgesellschaft“ zu bekommen, sollte jeder verstehen können. Darüber hinaus mag der Leser sich jedoch die Frage nach der Motivation stellen. Was soll ein Investment bezwecken? Wird hier investiert um mit dem FCK Geld zu verdienen oder weil man möglicherweise mit diesem Engagement etwas ganz anderes erreichen will? Das ist keinesfalls nebensächlich. Denn wer im Nebengang Geld in den FCK investiert, hat weit weniger Interesse daran das Engagement zum Erfolg zu führen, wenn das Hauptziel erst einmal erreicht ist, als ein Investor der ausschließlich mit dem FCK Geld verdienen will.


Zusammenfassung: Investoren sind keine Sponsoren oder Mäzene. Sie wollen Geld verdienen und möglichst viele Anteile für möglichst wenig Geld erwerben. Es stellt sich zudem die Frage, ob ein Investor wirklich mit dem FCK Geld verdienen will oder der FCK nur ein Nebeninvestment darstellt, um etwas anderes zu erreichen.

DIE AKTEURE III: PROFITEURE & UMFELD

Bei jedem Kriegstross gibt es das Gefolge. Es zieht von Schlacht zu Schlacht, bietet den Kämpfern Unterstützung oder einfach nur Rückhalt. Manche kämpfen sogar mehr oder weniger heimlich mit. Auch in der Etappe kann man schließlich Einfluss ausüben. Nur sieht man das halt nicht immer gleich. Das ist auch hier so. Es gibt direkt interessierte Profiteure oder ideelle Unterstützer im Verein. Martin Bader z.B. weiß, dass er seinen Job vermutlich nur behalten wird, wenn die „Buchholz Fraktion“ gewinnt. Wer da Neutralität erwartet ist naiv. Beide Gruppen, Littig und Buchholz haben zudem ein weiteres Umfeld. Zu den prominentesten Vertretern gehören Harald Layenberger (Littig) und Gerry Ehrmann (Buchholz). Am Ende aber geht der Riss durch die gesamte FCK Familie. Das ist in unserer Situation verheerend.


Zusammenfassung: Der Machtkampf spaltet den FCK auf allen Ebenen.

PERSÖNLICHES FAZIT

Tja, was soll ich sagen? Hört auf damit! Das dürfte reichen. Aber das geht natürlich nicht. Die beiden Seiten haben schon größte Schwierigkeiten damit, sich überhaupt noch die Tageszeit zu sagen. Deshalb kann es in dieser Konstellation keine Fortsetzung nach der Lizenzerteilung geben.


Der Versuch sich auf Seiten der „Buchholz Fraktion“ im Gegenzug für einen KREDIT von Becca auch noch gleich die dauerhafte Mehrheit zu beschaffen, indem man Littig in einer sogar für den FCK noch nie da gewesenen Medienkampagne zum Rücktritt zwingen wollte, ist sogar für mich unfassbar. Wir können uns gern darüber streiten, inwieweit ein Investor Einfluss auf den FCK nehmen sollte, aber mit einem Kredit und vagen Versprechungen wird man kein Investor, sondern Gläubiger. Einen von den Mitgliedern gewählten Vereinsvertreter dann noch zum Rücktritt zwingen zu wollen, sprengt nicht nur jedes Maß, sondern geht auch weit über alles hinaus, was ein Investorenvertreter im Beirat je fordern, geschweige denn umsetzen könnte. Deshalb muss hier sofort der Rückwärtsgang eingelegt werden. Ich persönlich wäre ja inzwischen schon dankbar, wenn wenigstens die andauernde Verleumdungskampagne über die „BILD“ endlich beendet würde. Sonst geht der Verein kaputt.


Aber was folgt daraus?


Für den FCK ist es inzwischen fünf nach zwölf. Weiter geht es nicht mehr. Bis zur Lizenzerteilung darf es nicht zu viel verlangt sein, dass die öffentlichen Attacken unterbleiben. Dann aber muss diejenige Fraktion, die bei der offiziellen Beiratssitzung am Donnerstag unterliegt, endgültig den Weg frei machen. Jeder Verbleib im Amt wird jenseits aller möglichen Befriedigung persönlicher Eitelkeiten, eine weitere Selbstblockade und die zwangsläufige Selbstzerfleischung des FCK zur Folge haben.


Diesen Preis kann der FCK definitiv nicht bezahlen.


Quelle: Treffpunkt Betze



Über den Autor: Johannes B. Remy ist seit Kindertagen Fan des ruhmreichen FCK, seit 2008 wieder Mitglied im Verein und hat als solches etliche Anträge auf den Jahreshauptversammlungen des Vereins eingebracht, sowie einen Änderungsantrag zum Gesellschaftervertrag der GmbH auf der AOMV 2018 gestellt, weil er den Paragraphen zum Beirat der GmbH, sowie die Einstiegshürde für Investoren, damals als nicht praxistauglich einschätzte und dies auch bis heute nicht tut. Er hat zudem im Jahr 2017 als unabhängiger Kandidat für den Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern e.V. kandidiert und wurde im Jahr 2019 von Teilen des Aufsichtsrates für den Vorstandsvorsitz des 1. FC Kaiserslautern e.V. nominiert.