Ehrmann und Bührer: „Es darf knallen – aber nur sportlich“

Vor dem Fußball-Drittliga-Derby am Sonntag zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem SV Waldhof Mannheim hat die RHEINPFALZ FCK-Torwartlegende Gerry Ehrmann (60) und Ex-SVW-Stürmer Kalle Bührer in einem Grünstadter Café zusammengebracht.


Frotzeleien gehören dazu. Gerry begrüßt Kalle freundschaftlich. „Schau mal, ich habe dir ein Foto mitgebracht“, sagt der Lauterer Torwarttrainer und zeigt auf sein Smartphone – darauf ist er mit der Meisterschale zu sehen. Beide lachen und reden dann unterhaltsam, ironisch und ernsthaft über die 1980er-Jahre, ihre Derbys in der Bundesliga, die Veränderungen im Profifußball und das Drittligaderby am Sonntag (13 Uhr) zwischen dem FCK und dem SVW auf dem Betzenberg. Eine Aufzeichnung.


Karl-Heinz Bührer: Gerry, ich habe gesehen, dass wir beide Jahrgang 1959 sind. Du hattest im Februar 60. Geburtstag, ich feiere im Oktober. Ich habe gerade noch mal ein paar Szenen vom Derby 1987 auf dem Betzenberg gesehen. Ich war bei diesem Spiel unser Spielführer. Es ging 2:2 aus, und es ging ganz schön zur Sache.


Gerry Ehrmann: So soll es ja auch sein, das macht ja ein Derby aus. Da darf es auf dem Platz sportlich knallen und danach ist alles wieder vergessen. Ich hatte noch nie ein persönliches Problem mit jemandem, aber auf dem Platz will jeder gewinnen.


Bührer: So sieht es aus.


„Die halbe BASF ist für den FCK oder für Waldhof“


Ehrmann: Da hat die ganze Region vor dem Derby was zum Diskutieren, und danach auch noch. Da waren die Derbys besonders wichtig. Da hast du gewusst, die halbe BASF ist für den FCK oder halt für Waldhof.


Bührer: Emotionen müssen da sein.


Ehrmann: Eben, genau das macht es ja aus. Im Gegenteil, heute kommt das ja viel zu kurz. Heute bekommt man manchmal den Eindruck, dass es den Spielern egal ist, ob sie gewinnen oder verlieren. Ich bin früher zwei Tage keine Brötchen kaufen gegangen, wenn ich verloren oder einen Fehler gemacht habe. Weil ich mich geärgert habe. Das ist heute nicht mehr so, das war früher eine andere Einstellung. Ich versuche bis heute, das an meine Torhüter weiterzugeben.


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Quelle: https://www.rheinpfalz.de/arti…allen-aber-nur-sportlich/