Der Kämpfer im Kellerduell

Fußball schauen zu Hause auf dem Sofa? Janik Bachmann spielt lieber selbst. Der 23-Jährige ist froh, dass er das an diesem Sonntag wieder tun darf. Der Mittelfeldspieler tritt heute (13 Uhr) mit dem 1. FC Kaiserslautern zum Drittliga-Kellerduell beim Chemnitzer FC an. FCK-Trainer Boris Schommers setzt auf den 1,96-Meter-Hünen als Stabilisator vor der Abwehr. Die Defensive der Lauterer ist in dieser Saison dramatisch durchlässig, vor allem in Auswärtsspielen. Das gilt allerdings bisher für Partien mit Bachmann ebenso wie für das jüngste 1:3 beim MSV Duisburg, als der Hesse wegen seiner fünften Gelben Karte zuschauen musste.


Bachmann hat sich die Partie via Internet-Fernsehen angeschaut. Wirklich still sitzen konnte er dabei nicht auf seiner Couch. „Ich habe vorsichtshalber schon mal alles, was kaputtgehen kann, weggeräumt“, erzählt Bachmann dezent grinsend. Tatsächlich musste er sich auf seinem Sofa ärgern über die erneute Niederlage.


Der Stabilisator


Längst aber geht der Blick nach vorn. „Ich freue mich auf Chemnitz. Dort habe ich meine ersten Drittliga-Erfahrungen gemacht“, sagt Bachmann. Er war 2017/18 für die „Himmelblauen“ am Ball, wechselte nach dem Abstieg zu den Würzburger Kickers. Von dort kauften ihn die Lauterer im Sommer weg – er sollte der von Sportchef Martin Bader und dem damaligen Trainer Sascha Hildmann gewünschte Stabilisator sein. Das hat bislang mal gut, mal weniger gut funktioniert. Bachmann ist zweikampfstark, spielt aber wie fast das ganze Team bisher viel zu viele Fehlpässe. Das sieht er auch selbst so. „Wenn es schlecht läuft, läuft es bei der ganzen Mannschaft schlecht“, sagt Bachmann, der vieles an Selbstbewusstsein und Mut festmacht. „Aber wir haben eigentlich eine gute Mannschaft, alle ziehen mit. Und der Trainer arbeitet sehr akribisch, erklärt viel.“


Der 23-Jährige meint mit Blick auf die Partie bei seinem Ex-Klub CFC: „Wir müssen es wie in unseren guten Spielen beim 0:0 gegen Ingolstadt und beim 2:0 im Pokal gegen Mainz auf den Platz bekommen, dass jeder um jeden Meter kämpft und fightet. Damit kann man Fehlpässe dann auch ausbügeln.“ Bachmann lebt mit seiner Freundin, die wie er aus dem südhessischen Babenhausen stammt, nahe der Lauterer Innenstadt. Privat fühlt er sich wohl. Sportlich könnte es viel besser laufen. Dazu nehmen Bachmann und Kollegen nun einen neuen Anlauf.


Chemnitzer FC: Jakubov - Itter, Hoheneder, Reddemann, Milde - Bohl, Müller - Bonga, Tallig, Garcia - Hosiner

Es fehlen: Karsanidis (Kreuzbandriss), Sturm (Sprunggelenkverletzung)


1. FC Kaiserslautern: Grill - Schad, Kraus, Fechner, Sternberg - Hemlein, Bachmann, Sickinger, Pick - Kühlwetter, Thiele

Ersatz: Weyand, Gottwalt, Hercher, Jonjic, Skarlatidis, Röser, Zuck

Es fehlen: Spahic (Muskelverletzung im Oberschenkel), Hainault (Unterschenkelverletzung), Esmel, Spalvis (beide Reha)


Schiedsrichter: Bacher (Amerang)


Rheinpfalz am Sonntag