Eine Verbeugung vor einem großen Sportsmann

Hauenstein. Es ist eine Hommage an einen großen Sportsmann, es ist eine Würdigung eines liebenswerten Menschen: Gestern Abend wurde im Pfälzischen Sportmuseum in Hauenstein die Sonderausstellung „Horst Eckel – Windhund, Weltmeister & Mensch“ eröffnet. Sie ist bis zum 10. Februar 2019 zu sehen.


Hartmut Emrich, der Vize-Präsident des Sportbundes Pfalz, und Martin Schwarzweller, der am Mittwoch 60 Jahre alt gewordene Geschäftsführer des Sportbundes Pfalz, würdigten den großen Fußballer und den „besonders netten und liebenswerten Menschen“, den Weltmeister, der mit dem 1. FC Kaiserslautern 1951 und 1953 deutscher Meister geworden ist. Der neue FCK-Präsident Rainer Keßler und der stellvertretende FCK-Aufsichtsratsvorsitzende Paul Wüst erwiesen dem Idol gestern die Ehre.


Der Fußball-Historiker Hagen Leopold aus Neustadt, der die Ausstellung mit insgesamt 180 Exponaten mit Teilen seiner Sammlung merklich bereichert, dankte der Familie Eckel dafür, ihre Schatzkammer zu Lebzeiten des Weltmeisters von 1954 geöffnet zu haben. Mit Bitternis erklärte Leopold, dass der großartige Nachlass Fritz Walters von den Erben verkauft worden sei und nun zerschlagen werde. Leopold bedauerte, dass sein Ansinnen, ein Fritz-Walter-Museum auf dem Betzenberg zu schaffen, trotz aller vollmundiger Bekundungen Worte ohne Taten blieben. Bittere Worte!




Leopold erinnerte an die besondere Bedeutung der Nationalmannschaft im Nachkriegs-Deutschland, an das Länderspiel am 21. Mai 1955 in Moskau und an Horst Eckels Wahrnehmung: „Die Sowjets haben uns die Hand gereicht.“


Eckel hat sich damals eine Balalaika gekauft – auch die ist in der Ausstellung zu sehen. Daneben wunderbare Fotos, der Original-WM-Spielball der WM von 1958, Fußballschuhe, Trikots, der WM-Koffer, Pokale, Zeitungsausschnitte. Auf zehn Tafeln werden das Leben und das sportliche Wirken Eckels abgebildet. Am Eingang zur Ausstellung ein großartiges Eckel-Porträt – so als würde er auf den WM-Pokal, den Cup Jules Rimet, blicken. „Männer wie Horst Eckel stehen für das Verbindende im Sport“, sagte Leopold.


Mit emotionalen Worten begrüßte Dagmar Eckel, die Tochter des Weltmeisters und Vorsitzende der Horst-Eckel-Stiftung. Ihr ist wichtig, dass in der Ausstellung „der Mensch Horst Eckel geehrt wird“. „Das Herz ist wichtig. Das beste Vorbild, das ich habe, ist Horst Eckel – mein Vater“, sagte sie. Die schönste Geschichte über ihren Papa erzählte sie auch. Der kleine Horst, grade drei, sah ein kleines Mädchen, die Schwester seines Freundes, im Sandkasten spielen. „Die heirat’ ich mal“, versprach der Steppke. Er hielt Wort – er ist seit 61 Jahren mit seiner Hannelore verheiratet. Eine goldige Sandkastenliebe! Ein Gemälde des Paares – nach dem Hochzeitsfoto gezeichnet – ist auch Bestandteil der Ausstellung. Sie bietet Historisches und Privates.


Asmus Kaufmann, der Kurator des Sportmuseums, sieht in der Sonderausstellung „einen Meilenstein in der Geschichte des Museums“, die vor acht Jahren begann. „Es ist eine überfällige Hommage“, sagte Kaufmann. Mit seinen Charaktereigenschaften „Fairplay, großer Ehrgeiz, große Disziplin, Ehrlichkeit und Ausdauer“ sei Eckel Generationen übergreifend ein Vorbild.“


Horst Eckel, inzwischen 86 Jahre alt, genoss den Abend und zeigte sich nach einem Rundgang im Museum zufrieden. „Die Ausstellung ist gut. Sie gefällt mir!“


INFO


Die Ausstellung läuft ab heute bis zum 10. Februar 2019 im Pfälzischen Sportmuseum unter dem Dach des Deutschen Schuhmuseums Hauenstein, Turnstraße 5; täglich von 9.30 - 17 Uhr; ab Dezember bis Februar Montag - Freitag 13 bis 16 Uhr, Samstag und Sonntag 10 - 16 Uhr.


Quelle: Die Rheinpfalz