Dem Erfolg gnadenlos nachjagen

Kein Platz für Alibigekicke! Trainer Sascha Hildmann will die Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern heute (14 Uhr) am 23. Drittliga-Spieltag gegen den Tabellendritten Hallescher FC dem Erfolg „gnadenlos nachjagen“ sehen.


Nicht mehr zum Kader der Roten Teufel zählt ab sofort der als Nummer 1 in die Saison gestartete Jan-Ole Sievers. Er wechselt auf Leihbasis bis Ende 2019 zum japanischen Zweitligisten FC Gifu, um Spielpraxis zu sammeln. Sievers stand in den ersten sieben Saisonspielen im Tor – RHEINPFALZ-Notenschnitt 3,2 – und erlitt beim 3:3 gegen Fortuna Köln einen Anriss der Bizepssehne im linken Arm. Im neuen Jahr rückte Lennart Grill (20) ins Tor, Wolfgang Hesl (32) ist sein Ersatzmann.


Nach dem Abschlusstraining gestern Nachmittag war klar, dass Florian Dick, der Kapitän, wie schon in Münster nicht zum Kader zählt. Für die wiedergenesenen Kevin Kraus und Hendrick Zuck mussten Özgür Özdemir und Theo Bergmann Platz im 18-Mann-Kader machen. „Harte Entscheidungen“, hatte der Coach schon vor der letzten Trainingseinheit angekündigt – sowohl für den Kader, als auch für die Startelf.


„Zuck ist eine Option als linker Pendler“, ließ Hildmann rätseln, wie er die Außenbahn besetzt. Eine Alternative ist naturgemäß auch Janek Sternberg, zumal Florian Pick Linksaußen spielen könnte, falls Christian Kühlwetter in die Spitze rückt und Timmy Thiele die Jokerrolle übernimmt. Auch Julius Biada brennt auf seine Chance. Er spielt auch gerne hinter zwei Spitzen ...


„Wir wissen, dass wir in der Defensive sehr konzentriert sein müssen“, betont Hildmann. Er kennt die Stärken der Hallenser im Umschaltspiel und weiß um die klasse Standards des Ex-Lauterers Christian Tiffert.


Des Trainers Losung behagt Christoph Hemlein. „Jedes Spiel wie ein Pokalspiel angehen“, sagt der Rechtsaußen vor der Partie gegen Halle. An der Saale wurden die Lauterer in der Hinrunde von einem Gegner vorgeführt, dem Hemlein „ein sehr gutes Jahr“ attestiert. Das 0:2 der Lauterer in Münster – ein Rückschlag. „Wenn wir so auftreten wie gegen Großaspach, dann habe ich keine Bedenken, dann können wir auch Halle schlagen“, sagt Hemlein, der sich im neuen Jahr mit steigender Formkurve zeigt. Zweimal stand er in der Startelf, zweimal erhielt er die Note 2,5. „Spieler wie ich, die aus der Zweiten Liga kommen, werden an ihrer Vita gemessen. Stand heute bin ich hinter den Erwartungen des Vereins, der Fans und Verantwortlichen zurück geblieben“, bekennt der 28-Jährige selbstkritisch. Er erwartet mehr von sich! Nach der Hinrunde hatte er einen Notenschnitt von 4,0, den er nun auf 3,81 verbessert hat. „Ich habe viel gelesen von Wiedergutmachungstour und so. Ich will nicht groß reden. Nur so viel: Du musst dir den Erfolg erarbeiten“, sagt Hemlein, der zwei Tore und endlich auch eine Torvorlage auf dem Konto weiß. „Schade, dass Christian Kühlwetter die Chancen nicht nutzen konnte“, bedauert Hemlein, dass zwei perfekte Flanken gegen Großaspach und in Münster ungenutzt blieben. Er brennt auf mehr!


Die blauen Augen funkeln, wenn Hemlein, der emotionale Flügelmann mit der Nummer 17, über seine Mannschaft, sein Spiel, seine Form und seine Ziele mit dem FCK spricht. Er ist noch nicht fertig – und will dem cleveren Gast heute alles andere als blauäugig begegnen.


So spielen sie


1. FC Kaiserslautern: Grill - Kraus, Sickinger, Hainault - Schad, Löhmannsröben, Biada, Sternberg - Hemlein, Kühlwetter, Pick


Ersatz: Hesl, Gottwalt, Fechner, Zuck, Jonjic, Huth, Thiele


Es fehlen: Albaek (Muskelfaserriss), Esmel (Trainingsrückstand), Spalvis (Knorpelschafen)



Hallescher FC: Eisele - Landgraf, Heyer, Lindenhahn - Tiffert, Washausen - Ajani, Bahn, Manu - Fetsch, Sohm


Es fehlen: Hentschel (Sprunggelenksverletzung), Mai (Innenbandriss)


Schiedsrichter: Kampka (Mainz)


Hinrunde: 0:2.


Quelle: Die Rheinpfalz