Dümpeln in der Grauzone

Nach dem 0:0 gegen Eintracht Braunschweig sitzt der 1. FC Kaiserslautern auf Platz zwölf in der Dritten Liga fest. Enttäuschend!


Bevor er „Fußball live in Liga drei“ zelebrierte und das Betze-Lied lief, stand Horst Schömbs im Mittelpunkt. Geschäftsführung und Aufsichtsrat des FCK gratulierten dem Stadionsprecher zum 25. Dienstjubiläum. „Horst, wir wollen danke sagen. Du hast tolle Tage erlebt und gehst auch die schweren Tage mit uns“, sagte Michael Klatt, der kaufmännische Geschäftsführer. Aufsichtsratschef Patrick Banf lobte: „Horst, ich weiß, dass du mit deiner Stimme für den FCK kämpfst!“


Für den gelbgesperrten Christian Kühlwetter kämpfte gestern ein glückloser Florian Pick, für den verletzten Toni Jonjic brachte FCK-Trainer Sascha Hildmann den matt bleibenden Hendrick Zuck in der ersten Elf. Die verbuchte bis zur Pause wohl 7:0 Ecken, kam in den ersten 45 Minuten aber nur zu einer Torchance: Nach einem öffnenden Pass Picks brachte Nils Rütten Timmy Thiele zu Fall – Schiedsrichter Christian Dietz entschied auf Elfmeter und zückte Rot.


Mads Albaek, am Sonntag gegen Jena vom Punkt erfolgreich, trat wieder an und scheiterte an Torhüter Jasmin Fejzic (23.). Es war der vierte Elfmeter für die Lauterer in dieser Spielzeit, die Hälfte wurde verschossen. „Wenn wir unsere Elfmeter genutzt hätten, hätten wir jetzt 42 Punkte“, haderte FCK-Trainer Hildmann.


Ansonsten: viel Kampf und noch viel mehr Krampf. Eine Fehlpassorgie. Das routinierte Ensemble aus Braunschweig richtete sich nach der Dezimierung vor dem eigenen Strafraum ein, verteidigte sehr gut. Auch der Flügelwechsel – Pick nach links, Zuck nach rechts – bewirkte nichts. Bei der Suche nach Lösungen, den Sperrriegel der gelben „Löwen“ zu knacken, wirkten die Männer in Rot ebenso ratlos wie bemüht. Hildmann reagierte, brachte zur zweiten Halbzeit Stürmer Elias Huth für den Gelb-Rot gefährdeten Rechtsverteidiger Kevin Kraus, dessen Part Vordermann Dominik Schad einnahm. Aus dem 3-4-3 wurde bei widrigsten Bedingungen mit Wind und Starkregen auf durchweichtem Rasen ein 4-4-2.


Die große Chance, zum „Dosenöffner“ zu werden, bot sich Thiele nach Sternberg-Pass, Fejzic parierte (55.). Knapp verfehlte Thiele aus spitzem Winkel das Ziel (67.). „Es ist irgendwie typisch für meine Saison. Aber irgendwann flutscht einer rein“, meinte Unglücksrabe Thiele. Der FCK, nun besser, aber nicht gut, hatte Glück, dass Manuel Janzers Freistoß knapp am Tor vorbeistrich (70.).


Das Anrennen der elf Lauterer war kopflos und wenig zielführend. Eine gute Chance aus der Distanz vergab Albaek (78.). In der Kategorie Verzweiflungsschuss fiel der Versuch des starken Zweikämpfers André Hainault (86.). Dann versagte Albaek nach Hemlein-Vorlage aus kurzer Distanz (90. +2). „Auf so einem Boden kannst du so ein Spiel auch verlieren. Wir müssen positiv bleiben“, meinte Kapitän Hainault. „Wir hatten 12:0 Ecken – wir müssen einfach mehr aus unseren Standards machen“, kritisierte der Lauterer Coach die neuerliche Leermenge. Eintracht-Trainer André Schubert, der den Feldverweis nicht kommentieren wollte, um keine Geldstrafe bezahlen zu müssen: „Ich bin sehr stolz! Meine Mannschaft hat überragend verteidigt.“


Dass der wenig überzeugende Löhmannsröben ihm nach der Auswechslung den Handschlag verweigerte, nahm FCK-Trainer Hildmann am Ende gelassen und wiegelte später lachend ab: „Er war sauer, weil er raus musste. Und ich war sauer, so halt ...“


1. FC Kaiserslautern: Grill - Kraus (46. Huth), Sickinger, Hainault - Schad, Löhmannsröben (67. Bergmann), Albaek, Sternberg - Pick, Thiele, Zuck (75. Hemlein)

Eintracht Braunschweig: Fejzic - Kessel (71. Menz), Rütten, Nkansah, Kijewski - Otto, Pfitzner - Feigenspann (90. Putaro), Becker, Janzer (79. Fürstner) - Hofmann



Gelbe Karten: Sternberg (8), Kraus (2), Sickinger (2) - Otto (5), Pfitzner (4)

Rote Karte: Rütten (22.)

Beste Spieler: Sickinger, Hainault - Fejzic, Kijewski

Zuschauer: 16.363

Schiedsrichter: Dietz (München).



Quelle: Die Rheinpfalz