#FCKFCH: Keine Ostergeschenke für die Kogge!

Wut, Zorn, Enttäuschung. Diese Gefühle waren die letzten beiden Wochen die bestimmenden rund um den Betzenberg. Natürlich, da war auch Jubel über den Last-Minute Ausgleich von Jan Löhmannsröben, der eine Niederlage in Cottbus verhinderte. Aber die Art und Weise? Sie stellten den Lautrer Anhang eben so wenig zufrieden wie schon eine Woche zuvor das Auftreten bei der 0:1 Heimniederlage gegen den VfR Aalen.


Auch deshalb sollte die Mannschaft von Sascha Hildmann vor allem darauf bedacht sein, am Ostersonntag im Heimspiel gegen Hansa Rostock spielerisch wieder etwas mehr Begeisterung zu entfachen. Etwas mehr von dem, was eines Heimspiels würdig ist. Leistungen, wie sie in diesem Jahr schon abgerufen wurden. Stichwort Uerdingen oder Jena.

Die Lage vor dem Spiel

Das Auswärtsspiel in Cottbus verlangte den rund 1.000 Anhängern des FCK, die mal wieder über 700 Kilometer Reisestrapazen auf sich genommen hatten, einiges ab. Aber auch die daheimgebliebenen Zuschauer vor den Bildschirmen mussten schon sehr leidensfähig oder optimistisch sein, um diesem Spiel, das durch die Bank in fast allen Medien als „Grottenkick“ bezeichnet wurde, etwas Positives abzugewinnen. Und so bezeichnete auch Jan Löhmannsröben das Spiel als „grausam“. Ihm war es zu verdanken, dass die Roten Teufel überhaupt einen Punkt aus der Lausitz entführen konnten. Der 27-jährige erzielte in der 88. Minute das durchaus glückliche 1:1. Ein Punkt für die Moral. Immerhin konnte der FCK einmal selbst in der Schlussphase einer Partie ein spielentscheidendes Tor erzielen.


Tabellarisch hat sich für den FCK jedoch nicht viel verändert. Fünf Spieltage vor Saisonende stehen die Pfälzer mit 45 Punkten auf dem achten Tabellenplatz. Gegner Rostock steht auf Platz fünf, mit nur einem Zähler mehr als der FCK. Somit könnte die Elf von Sascha Hildmann mit einem Sieg an der Hansa Kogge vorbeiziehen.


Neben dem Platz ist der Kampf um die Drittliga-Lizenz weiterhin das alles bestimmende Thema beim FCK. Vor wenigen Tagen erteilte der DFB unter Auflagen und Bedingungen dem Verein die Drittliga-Lizenz für die kommende Spielzeit. Allerdings müssen die Pfälzer bis Ende Mai noch rund eine Million aus der Crowdlending Plattform Kapilendo und der Betze Anleihe 2.0 herausholen. Dann sei man laut Michael Klatt und Martin Bader über den Berg. Der Investitionszeitraum bei Kapilendo läuft derweil kommenden Freitag ab. Das Zittern geht also weiter.

Unsere Roten Teufel

Der FCK muss auch gegen Hansa Rostock wieder auf mehrere Spieler verzichten, weswegen Sascha Hildmann erwägt zu einem 3-4-3 System zurückzukehren. „Ich bin noch am überlegen, aber ich denke wir werden wieder auf ein 3-4-3 umstellen“, sagte Hildmann am Freitag. Er muss erneut auf Theo Bergmann verzichten, der noch an seiner Gehirnerschütterung laboriert. Zudem fällt Dominik Schad aus, der einen Außenbandriss erlitten hat. Ihn könnten laut Hildmann entweder Toni Jonjic oder Christoph Hemlein ersetzen. Zurückkehren wird dagegen André Hainault, der seine Gelbsperre abgesessen hat. „André ist unser Leader in der Verteidigung. Ich bin froh, dass er wieder da ist“, äußerte sich Sascha Hildmann zufrieden über seinen Rückkehrer.

Unser Gegner

Auch Hansa Rostock hat einige angeschlagene Spieler zu beklagen. Mittelfeldmann Lukas Scherff hat sich im Landespokal schwerer verletzt, er droht mit Kreuzbandriss lange auszufallen. Fraglich sind außerdem Abwehrspieler Max Reinthaler und Stürmer Angelo Williams, die beide nicht trainiert haben. Auch Willi Evseev wird ausfallen.


Der F.C. Hansa Rostock ist ein Gegner mit viel Tradition. 1954 als Empor Rostock gegründet, wurden die Hanseaten in der DDR-Oberliga insgesamt sechsmal Vize-Meister und 1991 sogar zum letzten DDR-Meister und Pokalsieger. Der Verein, der seit 1965 F.C. Hansa Rostock heißt, qualifizierte sich somit in der Folge für die erste gesamtdeutsche Bundesliga. Hierbei traf man 1991 auch auf den frischgebackenen Deutschen Meister FCK, gegen den man im Halbfinale des DFB-Supercup allerdings ausschied. Jedoch stieg Rostock bereits in der Premierensaison wieder ab, konnte 1995 schnell zurückkehren und spielte fortan für zehn Jahre ununterbrochen in der 1. Bundesliga. Abgesehen von der Saison 2007/2008 spielte Rostock danach aber nur zweitklassig, 2010 und 2012 folgten sogar der Absturz in die 3. Liga, wo der F.C. Hansa bis heute spielt.


Auch die Saison 2018/2019 läuft insgesamt durchwachsen. Mit Aufstiegsambitionen gestartet mussten Cheftrainer Pavel Dotchev und Sportvorstand Markus Thiele zum Jahresende gehen. Rostock stand mit 27 Punkten nur auf Platz 8, zehn Punkte hinter Relegationsplatz 3, auf dem damals noch der KFC Uerdingen rangierte. Unter dem neuen Coach Jens Härtel gelang nach zwei Niederlagen zu Beginn vorläufig die Trendwende, doch ähnlich wie der FCK fehlt auch Hansa in dieser Saison die Konstanz und so konnte man nicht mehr an die Aufstiegsränge heranrücken.

Daten, Fakten, Statistiken

  • Bereits 29 Duelle gab es zwischen dem FCK und Hansa Rostock. Die Bilanz ist dabei nahezu ausgeglichen: 13 Lautrer Siegen stehen 11 Siegen für Rostock und 5 Unentschieden gegenüber.
  • Auf dem Betze sieht die Bilanz schon deutlich besser aus. In 13 Heimspielen konnten die Roten Teufel ganze 9 Mal gewinnen, nur zweimal ging der FCK als Verlierer vom Platz. Dabei erzielten die Pfälzer ganze 30 Tore, also mehr als 3 Tore im Schnitt pro Partie.
  • Unvergessen ist sicherlich der höchste Sieg gegen Rostock auf dem Betzenberg. In der Saison 2008/2009 gewann der FCK mit 6:0.
  • Rostock besitzt mit 41:43 Toren das exakt selbe Torverhältnis wie der FCK und hat lediglich einen Zähler mehr auf dem Konto (46).
  • Das Hinspiel gewann Rostock mit 4:1, innerhalb einer Viertelstunde machten die Hanseaten damals aus einem 0:1 Rückstand eine 3:1 Führung.

Stimmen zum Spiel

FCK-Trainer Sascha Hildmann: „Hansa Rostock hat viele Parallelen zu uns. Sie spielen ein ähnliches System wie wir und auch sie haben ihr Aufstiegsziel nicht erreicht. Trotzdem ist Hansa eine sehr gute Mannschaft. Wir wollen offensiv spielen und den Gegner früh unter Druck setzen und unser Heimspiel gewinnen!“


Hansa Rostocks Trainer Jens Härtel: „Es wird ein tolles Erlebnis für die Jungs in Kaiserslautern zu spielen, in diesem Stadion, mit dieser Atmosphäre. Wir sind in der Pflicht ein gutes Spiel abzuliefern, auch wenn es nicht mehr um Auf- oder Abstieg geht. Lautern hat dieses Jahr Probleme zu Hause, sie haben da Parallelen zu uns, wir wollen das nutzen.“

Voraussichtliche Aufstellung

Grill – Kraus, Sickinger, Hainault – Löhmannsröben, Albaek, Hemlein, Pick – Jonjic, Thiele, Kühlwetter

Faninfos

Für das Spiel sind bisher rund 19.000 Karten verkauft. Aus Rostock werden mehr als 3.000 Anhänger erwartet. Tickets sind noch in allen Kategorien vorhanden. Von der Polizei wird das Spiel als Hochsicherheitsspiel eingestuft, daher ist ein frühzeitige Anreise zu empfehlen. Unter anderem wird der 11-Freunde Kreisel kurzzeitig gesperrt sein. Alle Infos dazu findet ihr unter www.fck.de


Quelle: Treffpunkt Betze