Finaltag: Das wichtigste Spiel des Jahres

Vergangenen Samstag beschloss der 1. FC Kaiserslautern mit dem 4:2 Heimsieg gegen den SV Meppen die Ligasaison, heute steht jetzt der endgültige Schlusspunkt an, zumindest was die Pflichtspiele betrifft. In Pirmasens trifft der FCK im Finale des Bittburger Verbandspokals auf Wormatia Worms. Hätte diese Partie jemand vor der Saison prophezeit, die meisten Fans hätten sich vielleicht höchstens auf eine weitere Aufstiegsparty eingestellt. Niemand aber hätte wohl gedacht, dass es das wichtigste Spiel der Saison wird. Dazu ist es nämlich durch die letzten Wochen und Monate geworden.

Alles andere als ein Selbstläufer - "Es geht um richtig was für uns"

Die Wormatia aus Worms, sie ist zwar gerade erst aus der Regionalliga abgestiegen, dennoch dürfte die Partie für den FCK kein Selbstläufer werden. Schließlich winkt dem Gewinner neben der Trophäe, die Teilnahme an der 1. Hauptrunde im DFB-Pokal. "Es geht um richtig was für uns. Motivieren muss ich da keinen", will Trainer Sascha Hildmann gar nicht erst Übermut aufkommen lassen. Der FCK, seit Einführung der Bundesliga immer im DFB-Pokal vertreten, könnte zudem die Einnahmen für die Pokalteilnahme nächste Saison überaus gut gebrauchen. Rund 115.000 Euro an TV Geld gibt es bei einer Teilnahme, außerdem blühen dem FCK nach der Aussage von Geschäftsführer Michael Klatt bis zu 100.000 Euro Zuschauereinnahmen, da der FCK als 3. Ligist ein Heimspiel hätte. Lukrative Gegener sind obendrein wahrscheinlich.


So war es auch im August 2018, als die TSG Hoffenheim beim frischgebackenen Drittligisten Kaiserslautern gastierte. Am Ende hieß es allerdings 1:6 und der Pokaltraum war schnell ausgeträumt. Es war der Beginn einer Berg- und Talfahrt der Emotionen für die Pfälzer, die sich eigentlich so viel vorgenommen hatten.


Ein Blick zurück: Fast genau auf die Stunde drei Monate nach dem tränenreichen Abstieg in die 3. Liga, weint auf dem Betzenberg im Juli 2018 keiner mehr. Über 41.000 Fans schrien sich die Seele aus dem Leib, sprangen und jubelten als wäre der FCK schon wieder aufgestiegen. Neuzugang Janek Sternberg hatte gerade den späten 1:0 Siegtreffer erzielt. Nasse, aber in diesem Moment wunderschöne Bierduschen ergossen sich an diesem sehr heißen Sommertag über den Fans in der frisch getauften „Layenberger & Fans“ Westkurve. „Wenn ich es mir vorher hätte wünschen können, hätte ich mir das Spiel genau so gewünscht: Knapp gewinnen, damit jeder im Sattel bleibt und erkennt, wie schwer es wird, in der dritten Liga Spiele zu gewinnen“, sagte Trainer Michael Frontzeck damals nach dem Spiel. Zumindest in dieser Hinsicht sollte er Recht behalten.


Heute ist Michael Frontzeck lange schon Geschichte, Sascha Hildmann hat "seinen" FCK übernommen. Und auch er weiß, was nächste Saison dringend besser werden muss. "Die einzige Konstante dieses Jahr, war die Unkonstanz", moniert der Trainer, dass meist auf ein gutes Spiel des FCK ein schlechtes folgte. Doch das ist jetzt Geschichte. Mit dem 4:2 gegen Meppen endete eine Ligasaison zum Vergessen mehr als versöhnlich, Kapitän Florian Dick wurde von den Fans noch einmal frenetisch gefeiert und endlich ging es wieder einmal nur um Fußball. Sollte der FCK jetzt das Pokalfinale gewinnen und in den DFB-Pokal einziehen, zumindest der Baustein für eine gewisse Grundeuphorie und eine somit erfolgreiche Saison könnte gelegt werden.

Unsere Roten Teufel: Ohne Hainault, dafür mit Gottwalt - Grill kann spielen

Personell wird Sascha Hildmann auf Innenverteidiger André Hainault verzichten müssen, der aufgrund muskulärer Probleme auch im sogenannten Retterspiel am Montag gegen den FC Bayern München fehlen wird. Für diese Partie kann der FCK mit nahezu ausverkauftem Haus rechnen. Für ihn wird Lukas Gottwalt auflaufen. Ebenso ausfallen wird Mads Albaek, der mit Adduktorenproblemen zu kämpfen hat.


Ansonsten wird Sascha Hildmann keine Experimente eingehen, dazu ist das Spiel im Sportpark Husterhöhe einfach zu wichtig. Mit dabei sein wird auch Torhüter Lennart Grill, der gegen Meppen aufgrund einer schweren Nasenverletzung noch in der 30. Minute vom Platz musste. Rund 8.000 Karten wurden für das Spiel in Pirmasens abgesetzt, Restkarten sind also nach wie vor Verfügbar.

Wormatia will dem Abstieg trotzen und "nach vorne schauen"

Hinter Wormatia Worms liegt indes eine rabenschwarze Woche. Mit einem 1:3 gegen den VfB Stuttgart II verabschiedete sich die Elf von Trainer Steven Jones vorerst in die Oberliga. Dabei will Worms, mit sieben Siegen Rekordsieger des Verbandspokals, gegen den FCK für eine Überraschung sorgen und so den Abstieg etwas erträglicher machen. "Wir werden uns nochmal extrem fokussieren. Ab jetzt schauen wir nur noch nach vorne", gab sich Jones vor dem Finale kämpferisch. Auf Unterstützung von den Rängen kann der Trainer dabei nicht zählen, denn der Wormatia Anhang plant einen Stimmungsboykott, ist mit der aktuellen Vereinspolitik nicht einverstanden. Zudem fehlen Worms mit Colak, Volz, Gopko, Schmidt und Ferfelis gleich fünf Spieler.

"Applaudierende-Gedenkminute" für Jamie Neiß geplant

Unterdessen trauert Wormatia Worms um einen seiner jüngsten Fans. Jamie Neiß hat im Alter von nur acht Jahren seinen Kampf gegen Leukämie verloren und vergangene Woche verstorben. Ursprünglich sollte eine Gedenkminute stattfinden, doch auf Wunsch der Familie soll diese nun nicht schweigend stattfinden, sondern stattdessen unter Applaus des ganzen Stadions. Dies würde dem kleinen Jamie am ehesten gerecht, so die Familie. Alle Fans sind dazu aufgerufen sich an dieser Aktion zu beteiligen.

Voraussichtliche Aufstellung

Grill - Schad, Gottwalt, Kraus, Sternberg - Jonjic, Sickinger, Fechner, Pick - Kühlwetter, Thiele

Faninfos

Anpfiff der Partie, die von Schiedsrichter Nicolas Winter geleitet werden wird, ist um 16:15 Uhr im Sportpark Husterhöhe. Der FCK empfiehlt eine frühzeitige Anreise. Alle weiteren Infos findet ihr unter http://www.fck.de


Quelle: Treffpunkt Betze