"Für die Jungs war das ein tolles Erlebnis"

"Das sind alles Spieler, die kennt man eigentlich nur von der Playstation", sagte Gino Fechner nach dem Spiel in der Mixedzone und sprach damit wahrscheinlich das aus, was sich alle FCK-Kicker gedacht haben werden. Und gegen jene Kicker von der Konsole spielten die Roten Teufel an diesem Abend vor ausverkauftem Haus beachtlich gut. Sicher, der FC Bayern spielte auf Sparflamme, hielt sich zurück und wollte wahrscheinlich vor allem unverletzt aus dieser Partie kommen. Aber trotzdem: Die Roten Teufel, sie fighteten, rannten jedem Ball hinterher und vedienten sich so das keineswegs selbstverständliche 1:1 gegen den frischgebackenen Double-Sieger.

Mannschaft verabschiedet sich in kurze Sommerpause: "Wird schwer, nicht an Fußball zu denken"

"Am Ende hätten wir vielleicht sogar den Sieg verdient gehabt", scherzte Carlo Sickinger nach dem Spiel, wohlwissend, dass der FCK in der 2. Halbzeit einige dicke Chancen hatte liegen lassen. Doch das Ergebnis stand am Ende nicht im Vordergrund. Viel wichtiger war, dass ein versöhnlicher Saisonabschluss gelang, in einem Jahr, das für alle Beteiligten zum Vergessen war. "Wir wollten uns ordentlich verabschieden, nochmal alles raushauen. Das ist uns denke ich gelungen", bilanzierte Dominik Schad, der heute wie seine Mannschaftskollegen ein sehr gutes Spiel machte. Jetzt seien aber alle froh, etwas abschalten zu können. "Ich werde zu Hause bleiben. In zwei Wochen geht es ja schon weiter", sagte Schad. Carlo Sickinger wird währenddessen eine Woche auf Kreta verweilen. Sascha Hildmann erwartet sein Team am 16. Juni um 10 Uhr zurück auf dem Trainingsplatz, anschließend steht ein Testspiel gegen eine Fanauswahl an. Deswegen bleibt auch dem Cheftrainer nicht viel Zeit, den Kopf frei zu bekommen. "Es wird schwierig, nicht an Fußball zu denken. Ich fliege eine Woche nach Mallorca, aber mehr geht nicht. Wir stecken mitten in der Kaderplanung", so Hildmann, der Gespräche mit potenziellen Neuzugängen noch nicht kommentieren wollte, aber den FCK dabei auf einem guten Weg sieht.


Das "Retterspiel", bei dem die Einnahmen von etwa 700.000 Euro komplett dem FCK überlassen werden, es hatte einen mehr als gelungenen Rahmen. Die 48.500 anwesenden Fans - darunter auch viele Bayern Anhänger- unterstützten die Protagonisten lautstark. Auf Münchner Seite wurden insbesondere immer wieder die scheidenden Superstars Robben und Ribéry gefeiert und deren Einwechslung gefordert. Zumindest der Franzose kam auch noch auf rund 20 Minuten Spielzeit. "Man kann sich schon einiges von ihnen abschauen. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht", sagte Carlo Sickinger nach der Partie. Auch Sascha Hildmann merkte an, dass sich die Spieler nach dem knappen Pokalsieg einfach auf die Partie gefreut hätten. Dabei hob aber auch Hildmann abermals die Zuschauer hervor. "Für die Jungs freut mich das einfach. Für sie war es ein tolles Erlebnis. Aber unsere Zuschauer, die waren einfach Wahnsinn. Man merkt, dass uns der Pokalsieg - auch wenn er verdammt knapp war - gut getan hat". Dass die Fans nach so einer Saison, solche Unterstützung lieferten, das mache ihn immer wieder sprachlos so Hildmann.


Hildmanns netter Plausch mit Kovac - Hoeneß drückt dem FCK die Daumen

Uli Hoeneß erklärte derweil am Sport1 Mikrofon die Hintergründe für das Benefizspiel. "Wir haben gegen den FCK hier schon viele tolle Schlachten geschlagen und es ist schade, dass sie mittlerweile so weit abgerutscht sind. Deswegen haben wir uns entschlossen, hier heute zu helfen", so der Bayern Präsident. Hoeneß weiter: "Wir sind solchen Traditionsvereinen immer schon verbunden. Deswegen helfen wir. Das haben die Fans des FCK verdient". Ermüdungserscheinungen beim frischgebackenen Double-Sieger wollte der Bayern-Präsident derweil nicht gelten lassen. "Ich sage immer, wer saufen kann, der kann auch laufen", gab sich Hoeneß gut aufgelegt.


Sascha Hildmann konnte am Rande des Spiels auch mit Bayern Trainer Kovac sprechen. "Nico Kovac hat mir zum Pokalsieg gratuliert, ich ihm natürlich auch", scherzte Hildmann und sprach von einem ganz entspannten Gespräch unter Trainern. "Trainerlike eben", so Hildmann.


Für den FCK geht es jetzt also in die angesprochen kurze Sommerpause, ehe schon am 16. Juni die Vorbereitung auf die neue - hoffentlich erfolgreichere - Drittligasaison.


Quelle: Treffpunkt Betze