ZitatAlles anzeigenFCK heute gegen den VfR Aalen – Pierre De Wit engagiert sich für SOS-Kinderdorf in Eisenberg – Kostas Fortounis wieder fit
Dreimal in Folge hat Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern nicht gewonnen. Das wollen die Roten Teufel nicht auf sich sitzen lassen. Ihr Ziel: Das Heimspiel heute (18 Uhr) gegen den VfR Aalen gewinnen, um mit 35 Punkten und einem positiven Gefühl in die Winterpause zu gehen.
Der Ton war etwas rauer, weil wir gewisse Grundtugenden haben vermissen lassen“, sagt Trainer Franco Foda beim unbequemen Blick zurück auf das 0:2 zuletzt bei Union Berlin. „Aggressivität, Leidenschaft und Begeisterung“ will der FCK-Trainer nun heute vom Tabellendritten gegen den Aufsteiger sehen, der Achter ist. Die Raumaufteilung im Mittelfeld hat bei der zweiten Schlappe des FCK in Folge nicht gestimmt.
So dürfte aus dem 4-4-2-System heute wieder ein 4-2-3-1 werden. Mittelfeldtalent Kostas Fortounis ist nach Wadenzerrung wieder fit, er konkurriert mit Hendrick Zuck um einen Startplatz auf dem Flügel. Ein enges Rennen herrscht auf beiden Außenverteidigerpositionen – zu sehr missfällt Foda, dass sehr viele Gegentore – siehe Berlin – aus Flankenbällen entstehen.
„Wir sollten alles daran setzen, gegen Aalen zu gewinnen, um den Abstand zu den ersten zwei Plätzen nicht größer werden zu lassen“, sagt Mittelfeldspieler Pierre De Wit. Der 25-Jährige hat vergangene Woche in Berlin erstmals in dieser Saison gespielt; er wurde beim Stand von 0:2 in er 70. Minute eingewechselt. Der Pechvogel, der schon drei Kreuzbandrisse hinter sich hat, erlitt Mitte Juli im Test beim 1. FC Saarbrücken einen Meniskusriss. „Ich hatte die Verletzung ganz anders eingeschätzt – angesichts der bisherigen Heilungsverläufe bei mir“, sagt De Wit, „ich dachte anfangs, nach fünf oder sechs Wochen bin ich wieder fit. Aber der Körper sendet eben seine Signale.“
Abseits des Fußballplatzes hat Pierre De Wit schon seit Jahren ein Herzensanliegen – die Arbeit für Kinder. „Schon während meiner Zeit beim VfL Osnabrück habe ich mein kleines Hilfsprojekt ,Kinderaugen müssen leuchten’ ins Leben gerufen“, sagt der 25-Jährige.
Diese Woche hat De Wit wie schon im vergangenen Jahr Weihnachtsmann im SOS-Kinderdorf Pfalz in Eisenberg gespielt. Der gebürtige Kölner ist für das FCK-Wohltätigkeitsprojekt „Betze-Engel“ Pate für diese Einrichtung. De Wit beschenkte die jungen Menschen dort mit FCK-Utensilien, die er bei der Mannschaft gesammelt hat. Außerdem überreichte er dem Kinderdorf Geld aus seiner privaten Kasse und aus der Mannschaftskasse.
Damit werden weitere Weihnachtsgeschenke für die Kinder gekauft. „Wir haben da zum Beispiel sehr nette Zwillingsmädchen – die können mit den Schuhen von Enis Hajri oder dem Trikot von Alexander Baumjohann nicht so viel anfangen“, sagt De Wit augenzwinkernd, „und so haben wir alles in allem ein schönes Paket, von dem jeder etwas abbekommt. Wenn die Kinder ein schöneres Weihnachten haben, ist das für mich das größte Geschenk.“
Klar, dass die Kinder De Wit versichert haben, dass sie den Roten Teufeln auch heute Abend im letzten Spiel des Jahres ganz fest die Daumen drücken werden.
So spielen sie
1. FC Kaiserslautern: Sippel - Dick, Torrejón, Heintz (Simunek), Jessen (Heintz) - Borysiuk, Linsmayer – Zuck (Fortounis), Baumjohann, Bunjaku - Idrissou – Ersatz: Hohs, Riedel, Abel, Bugera, De Wit, Hajri, Azaouagh, Nsor, Wolfert
Es fehlen: Alushi (Kreuzbandriss), Amri (Reha), Micanski (Schambeinentzündung), Zellner (grippaler Infekt)
VfR Aalen: Fejzic - Traut, Kister, Barth, Buballa - Leandro, Hofmann - Lechleiter, Dausch, Valentini - Reichwein
Schiedsrichter: Weiner (Giesen)
Hinrunde: 2:1.
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Betze-Geflüster
Gras und Plätzchen
Anderswo wird Gästen der rote Teppich ausgerollt. Im Fritz-Walter-Stadion ist das, was ausgerollt wird, grün und gefroren. Er liegt noch nicht lange, der neue Boden, der neues Glück bringen soll. Das erste Glück mit ihm gab’s schon. Eigentlich sollte das neue Geläuf schon längst eingeweiht werden, von der Amateurmannschaft des FCK, beim Regionalligaspiel gegen den FSV Frankfurt II. Aber Frau Holle, der Wetter- oder der Fußballgott halfen mit, dass er sich erstmal akklimatisieren konnte, bevor auf ihm herumgetrampelt werden sollte. Er war kaum ausgerollt, da sollte das Spiel stattfinden. Doch es schneite, und die Entscheidung von oben hieß: Er ist unbespielbar.
Heute gibt es wohl keine Gnade mehr für die frierenden Halme: Sie müssen dran glauben und ihr Bestes geben. Grün, in der Farbe der Hoffnung, sollen sie unter dem Flutlicht leuchten und helfen, dass jetzt, wo es auswärts nicht mehr so überragend läuft wie noch vor wenigen Spielen, das Fritz-Walter-Stadion wieder zum Glücksbringer wird.
Während die Funktionäre von Weihnachtsfeier zu Weihnachtsfeier eilen, die Fans sich auf einen Siegerglühwein auf dem Weihnachtsmarkt freuen, dürfen die Spieler noch nicht besinnlich träumen. Sie müssen hellwach sein und Geschenke besorgen.
Während es in der warmen Stadionküche nach Plätzchen riecht, Kinder, die einen Besuch dort gewonnen haben, mit großen Augen zu Betzi aufblicken, der ihnen beim Verzieren zusieht, trainieren die Profis draußen bei Eiseskälte und bereiten sich vor auf den VfR Aalen. Der bei den Fans Hoffnungslichtlein aufgehen lässt, weil er die letzten drei Spiele nicht gewonnen hat und weil das Hinspiel damals am zweiten Spieltag 2:1 für den FCK endete.
Es ist der erste Besuch des Aufsteigers im Fritz-Walter-Stadion. Und wahrscheinlich hat er keine Ahnung, dass für ihn der grüne Teppich ausgerollt worden ist. Hoffentlich wissen die Roten Teufel, dass sie nicht die Gäste sondern die Fans beschenken müssen. Sie üben jedenfalls eifrig, jeden Tag, im Adventskalender auf der FCK-Homepage. Sie sollen jetzt nur keine Trikots und Schals verschenken sondern Tore. Maria Huber
DIE RHEINPFALZ
Ludwigshafener Rundschau