Beiträge von tja-heinz

    Nach ner Nacht drüber schlafen muss ich sagen, ich befürchte, dass Layenberger auch nicht besser als Buchholz ist. Damals hat man ihn angeblich vergrault, weil man wegen Stau zu spät erschienen ist. Sind wir ehrlich, darüber kann man sich ärgern, aber eigentlich isses ne Lapalie. Das hätte man auch den Verantwortlichen gegenüber kritisch anmerken können und es dabei bewenden lassen. Aber wenn das für ihn damals ein Weltuntergang war, dann musste man das eben auch akzeptieren. Aber die Art und Weise, wie er jetzt agiert, lassen das für mich in nem ganz anderen Licht erscheinen. Möglicherweise auch einer, der vor Selbstgefälligkeit nur so strotzt. Denn die Art und Weise der Kritik über soziale Medien ist peinlich, aber vor allem für Layenberger selbst. Habe ich den Versuch letztens einen Verantwortlichen in die Clublounge zur Aussprache zu locken, noch positiv wahrgenommen, muss ich mich jetzt leider genau so einkalkulieren, dass auch er nur ein weiterer Selbstdarsteller ist. Traurig isses vor allem für den FCK, der wieder mal als Spielball für die Befriedigung des eigenen Egos herhalten musste. Und solche Posts ungefiltert rauszuhauen, sieht halt nun mal eben aus wie eine reine Befriedigung des eigenen Egos.


    Letztlich fehlt mir der Einblick, das wirklich zu beurteilen. Aber wenn man sieht, wieviel Blender man die letzten Jahre hochgejubelt hat, so spricht die positive Meinung in den Foren auch nicht gerade für ihn. Denn man hat ja ein Talent entwickelt, die falschen Leute zu hofieren. Für den FCK wünsche ich mir, dass man diesmal den Richtigen "hochjubelt", die Erfahrungen der letzten Jahre lassen aber durchaus zu, genau das Gegenteil zu vermuten. Und da helfen auch keine Hinweise, dass es bei Union Berlin keine solche Probleme gibt. Soll er mal Posts auf dem Niveau dort raushauen, dann ändert sich das glaub auch ganz fix.

    Da eine Beschäftigung mit dem FCK momentan unerträglich erscheint, hab ich mir überlegt bei Lust und Laune hier immer mal wieder über historische Ereignisse zu erzählen. Wie regelmässig ich das dann schaffe, muss ich schauen. Und es steht natürlich jedem frei, sich aktiv an diesem Thread mit Geschichten und Kommentaren zu beteiligen. Würde mich jedenfalls freuen.


    Ich fang heut einfach mal an. Das Thema lautet: 1983 - das heisseste Jahr des Kalten Krieges


    Das heisseste Jahr des kalten Krieges 1983? Die Kubakrise war doch viel früher. Dennoch ist diese These durchaus haltbar. Was war passiert?

    In den USA regierte der Hardliner Ronald Reagan, in der Sowjetunion Yuri Andropow von der "alten Garde". Wobei dieser aufgrund gesundheitlicher Probleme die Regierungsgeschäfte zeitweise vom Krankenbett aus führte. In Europa sorgt die geplante Stationierung der Pershing-2-Raketen zu einem Erstarken der Friedensbewegung.


    Den Auftakt zur Krise des Jahres 1983 macht eine Rede Reagans, welche als seine aggressivste Rede in die Geschichte einging. In dieser bezeichnete er die UdSSR als das "Reich des Bösen". Einige Wochen später legte Reagan nach und verkündete die Entwicklung des SDI-Programms, welches unter dem Namen "Starwars" bekannt wurde. Ziel des Systems war es anfliegende russische Atomraketen abschiessen zu können. Für die Sowjetunion war dies eine ernste Bedrohung. Die eigenen Atomwaffen waren möglicherweise nutzlos und die Pershing-Raketen hatten eine Flugzeit, die eine Reaktion kaum zugelassen hätte. Dementsprechend wurden weltweit russische Spione aktiviert, um mögliche Kriegsvorbereitungen zu dokumentieren. Im selben Jahr führten die Russen ein neues Computersystem ein, welches über Satellit Startblitze US-amerikanischer Atomraketen erkennen sollte. Doch dazu gleich mehr.


    Die nächste Verschärfung der Situation entstand durch einen koreanischen Passagierjet. Dieser flog einen falschen Kurs und drang weit in den russischen Luftraum ein. Zu dieser Zeit überflogen U2-Flugzeuge regelmässig die Sowjetunion in extremer Höhe und fotografierten bei ihrem Überflug. Wahrscheinlich dachten die Russen, ein solches Flugzeug geortet zu haben. Abfangjäger stiegen auf, um das unbekannte Flugobjekt zu verfolgen. Wie gesagt handelte es sich nicht um einen Aufklärungsflug, sondern um eine Passagiermaschine. Diese änderte zwar nach Warnschüssen den Kurs, wurde von den Sowjets trotzdem abgeschossen. Ein US-Lauschposten fing die Kommunikation zwischen Abfangjäger und Basis ein und dokumentierte damit den Abschussbefehl. Weltweit führte dieser Zwischenfall zu Protesten gegen die Sowjets, auch wenn diese den Zwischenfall - soweit sich das sagen lässt - wirklich aufrichtig bedauerten. Für die US-Propaganda unter Reagan war der Zwischenfall natürlich trotzdem ein gefundenes Fressen.


    Gegen Jahresende spitzte sich die Situation dramatisch zu. Es war meines Wissens der einzige Moment des Kalten Krieges, wo russische Flugzeuge mit scharfen Atomwaffen auf ostdeutschen Rollfeldern auf den Startbefehl warteten. Die USA unterschätzten die Situation massiv. So führte die NATO im Hauptquartier Belgien eine jährliche europaweite Übung durch, bei der Kommando- und Funkeinheiten die Koordination von atomaren Vergeltungsschlägen einübte. Im Gegensatz zu den Vorjahren betraf die Übung 1983 allerdings alle ranghohen Nato-Offiziere. Diese begaben sich zu Übungszwecken in entsprechende Bunker. Die Übung trug den Namen "Able Archer". Zudem meldeten die russischen Spione seit einiger Zeit regelmässig Anzeichen, die die These eines nuklearen Angriffs stützten. Für die Sowjetunion ergab sich das Bild aktiver Kriegsvorbereitungen.


    Dies bestätigte sich auf beängstigende Weise in einer russischen Kontrollstation, nämlich in der Station, welche die Startblitze der amerikanischen Atomraketen erkennen sollte. Dort meldete das Computersystem den Aufstieg einer Atomrakete. Der diensthabende Offizier Stanislaw Petrow war nun in der Situation, den Raketenangriff an die russische Führung zu melden oder den Alarm auszuschalten, denn das russische System wäre quasi von alleine angelaufen, um einen Vergeltungsschlag sicherzustellen. Es musste aktiv gestoppt werden. Insgesamt meldete das System fünf Raktenstarts. Petrow schaltete das System ab. Seine Intuition und seine Ausbildung hatten ihn gelehrt, dass ein Atomschlag mit einem massiven Aufsteigen vieler Raketen verbunden wäre. Diese einzelnen anfliegenden Raketen erschienen ihm unlogisch.


    20 Minuten später war klar, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt hatte. Keine amerikanischen Atomraketen waren eingeschlagen. Das Sonnenlicht wurde in der Abenddämmerung in den Staaten von Wolken so reflektiert, dass sie das System fälschlicherweise als Raketenstart interpretiert hatte. Als den Amerikanern die Gefahr bewusst wurde, begab sich Reagan schliesslich schnellst möglich auf seine Ranch in Texas und ließ sich beim Striegeln seines Lieblingspferdes öffentlichkeitswirksam ablichten. Dies sollte ein Signal an die Sowjets sein. Schaut her, so ein Mann beginnt keinen Atomkrieg. Petrow wurde übrigens wegen Befehlsverweigerung unehrenhaft entlassen. Ironie der Geschichte.


    Die Krise war jedenfalls abgewendet. Mehr noch. Sie leitete ein Umdenken ein. Reagan war nun bereit für Entspannung, zumal ihn der Film "The Day After" stark beeindruckte hatte und ihm vor Augen führte, was ein Atomkrieg auch für die USA bedeuten würde. Auch die Musikszene spiegelt die Stimmung des Jahres 1983 recht gut. Nenas "99 Luftballons" werden zum Welthit und auch Alphavilles "Forever Young" beginnt mit:


    Let's dance in style, let's dance for a while

    Heaven can wait we're only watching the skies

    Hoping for the best, but expecting the worst

    Are you gonna drop the bomb or not?


    Eine der größten Krisen der Menschheitsgeschichte war gut zu Ende gegangen. Gerade nochmal so.

    So kann man wenigstens noch persönlich vom FCK profitieren bis März. Noch alles mitnehmen bis zur möglichen Insolvenz. Ich hoffe einfach mal, dass dieser Gedanke nicht so schlüssig ist wie er mir gerade vorkommt. Und dann heisst es immer, die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Vielleicht krallen sie sich auch einfach an der letzten Planke fest. Aber gut, nur Spekulation meinerseits.

    Zitat Littig: "Rainer und ich sind noch sehr jung und haben noch einige Jahrzehnte 1. FCK vor uns, in welchen wir unabhängig von Rollen anpacken können"


    Das klingt ehrlichgesagt eher wie eine Drohung. Sollte der FCK diese Führungskrise wider Erwarten überstehen, kann es Ende des Jahres meines Erachtens nur eine Lösung geben. Und die bewahrt uns dann hoffentlich vor dieser Drohung. Dabei kann ich Littig nicht mal wirklich einschätzen. Aber wie gesagt für mich ist jeder einzelne in diesem Gremium auf Dauer untragbar. Im Theater an der Seite von Willy Millowitsch hätten sie vielleicht ne passende Rolle finden können.

    diabolo666


    aber genau so ein Verhalten und solche Possen haben viel dazu beigetragen, dass wir heut dort sind, wo wir sind. Man mag Sympathie für einzelne Personen empfinden und es dementsprechend lockerer sehen. Kann ich nachvollziehn. Aber das kann keine "Entschuldigung" sein. Für mich hat HL jedenfalls damit erste Minuspunkte gesammelt. Es wäre ein einfaches gewesen, dass über Littig, Wüst oder Kind zu kommunizieren. So wirkt es auch wie Selbstgefälligkeit. Und davon hatten wir wahrlich mehr als genug in den letzten Jahren. Aber natürlich darf auch jemand wie HL Fehler machen, Aber ein Fehler war es in meinen Augen. Sympathie hin oder her.

    Ich glaube, man sollte nicht den Fehler machen, HL jetzt heilig zu sprechen. Sein Verhalten ist ebenfalls indiskret. Wenn man anführt, dass der AR nur zu kontrollieren hat, dann muss man auch feststellen, dass der Hauptsponsor eben nicht mal diese Funktion innne hat. Das mag alles gut gemeint sein und vielleicht hat HL auch absolut recht. Dennoch überschreitet auch er Kompetenzen irgendwie. Zumal das auch ein AR-Mitglied hätte so artikulieren können. Wie auch immer. So oder so hats ein Geschmäckle.

    Wer sagt jetzt die Wahrheit ????????

    Spielt das im Endeffekt wirklich eine Rolle? Is überhaupt einer von diesen Typen tragbar? Man sucht so oder so verzweifelt nach Identifikationsfiguren. Früher haben wir noch gesungen "Ziege in den Zoo". Heut müssen wir uns fragen, ob wir nicht selbst dort fähigeres Personal in so manchem Gehege finden.

    Was ich damit sagen wollte, das mag Dir und mir nicht gefallen, aber dort wie hier wird es von Mio Leuten gestützt und gefeiert (werden). Brot und Spiele ging schon immer und wurde teilweise immer kritisch beäugt.

    Nur ein kleiner Geschichtseinwurf von meiner Seite am Rande. "Fans und Hooligans" sind auch bereits ein antikes Phänomen, diese rekrutieren sich vorrangig aus den Zirkusleuten. Mit einer gewissen Ironie könnte man sagen, das erklärt bei so manchem Halbaffen heutzutage einiges 8o


    Ganz interessant auch im Bezug auf Ausschreitungen. Auch die gabs damals schon. Die Spiele in Pompeji waren vor dem Vesuvausbruch auf 10 Jahre durch kaiserliches Dekret verboten, wegen Auschreitungen, ich glaub zwischen den Fans von Pompeji und Herkulaneum. Aber nagelt mich auf die Orte nicht fest. Is schon ne Weile her, wo ich mich mit sowas beschäftigt habe. Irgendeine römische Quelle erwähnt auch das Verbot der Spiele in Pompeji explizit. Aber welche römische Quelle das war, weiss ich auch nimmer ausm Stegreif. Ende der Geschichtsstunde. ;)