Hildmann: "Den musst du dann auch einfach mal machen"

"Wir hätten heute noch Stunden spielen können und es wäre wahrscheinlich kein Tor gefallen", bilanzierte Timmy Thiele triefnass in der Mixedzone nach dem Spiel. Das sah auch Cheftrainer Sascha Hildmann so: "Es war schwierig heute. Meiner Meinung nach waren wir nicht mutig genug, hätten noch öfter flanken müssen. Auch deswegen hatten wir ja in der Halbzeit auf 4-4-2 umgestellt".

Lautern und die Elfmeter - Kein Vorwurf aber "den musst du einfach machen"

Es war früh zu sehen, dass es heute kein einfaches Spiel werden sollte. Braunschweig begann mutig, war aggressiv in den Zweikämpfen und versteckte sich nicht. Doch dann kam die 20. Spielminute. Timmy Thiele fällt im Laufduell mit Nils Rütten, Schiedsrichter Christian Dietz entscheidet auf Elfmeter und auf Rot wegen Notbremse. Zumindest Braunschweigs Trainer André Schubert sah das komplett anders. "Ich kommentiere das nicht, weil ich nicht so viel Geld habe, wie ich bezahlen müsste, wenn ich jetzt das sage was ich über diese Entscheidung denke".


Timmy Thiele indes habe einen Kontakt gespürt. "Aus meiner Sicht war es ein klarer Elfer. Wenn wir den machen, sieht alles vielleicht anders aus. Trotzdem kein Vorwurf an Mads. Ich kann auch in der zweiten Halbzeit noch ein Ding machen, aber wie so oft bei mir dieses Jahr gelingt es einfach nicht. Ich muss weiter hart arbeiten".


Auch Hildmann sah den Elfmeter als Knackpunkt an: "Mads Albaek hat den Elfmeter geschossen, weil er gegen Jena getroffen hatte. Ich mache dem Jungen keinen Vorwurf, aber den Elfmeter müssen wir einfach machen".

Eckenfestival ohne Ertrag - "Vielleicht müssen wir etwas ganz anderes machen"

In der 2. Halbzeit drängte der FCK weiter auf die Führung, eigentlich kein Wunder bei diesem ständigen Überzahlspiel. Doch zu oft endeten die Angriffsbemühungen vor dem letzten Pass, kamen Flanken nicht passgenau oder wurde der Ball zu einfach hergegeben.


"Wir haben viel investiert, aber leider keine glasklare Chance mehr heraus gespielt. Auf dem Platz war es auch nicht einfach, aber das soll keine Ausrede sein. Wir müssen jetzt regenerieren und dann in Lotte wieder neu angreifen", sagte Abwehrspieler André Hainault.


Je weiter das Spiel fortgeschritten war, desto fahriger wurde das Lautrer Spiel, und auch der Lautrer Anhang wurde unruhiger. "Unser Spiel wurde irgendwann zu kompliziert, die Entscheidungen haben zu lange gedauert", bilanzierte Sascha Hildmann.


Auffällig: Wie schon gegen Jena hatte der FCK wieder eine Vielzahl an Eckbällen. Heute ganze zehn an der Zahl. Braunschweig dagegen hatte keinen einzigen. Jedoch resultierte aus keinem der Hereingaben wirkliche Gefahr. "Unsere Standards müssen unbedingt besser werden. Wir trainieren, machen, tun, aber es wird nicht besser. Vielleicht müssen wir mal etwas ganz anderes machen. Wir müssen uns auch bei den Eckbällen mehr trauen, eine andere Körpersprache zeigen", weiß Hildmann um das Problem.

Schubert ist stolz auf seine Mannschaft, Hildmann glaubt an die Jugend

André Schubert konnte unterdessen zufrieden sein. Seine Mannschaft hatte über eine Stunde in Unterzahl bestanden und das 0:0 mit Mann und Maus verteidigt. "Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben nach dem Platzverweis über 70 Minuten überragend verteidigt und eigentlich keine klare Chance zugelassen. Daher bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft", so Schubert nach dem Spiel.


Sascha Hildmann möchte dagegen nicht den Stab über seinen Jungs brechen. "Natürlich sind alle unzufrieden, die Saison läuft nicht gut. Aber ich glaube ohne wenn und aber an die Jungs, wir können nächstes Jahr noch viel erreichen. Wir werden weiter alles geben, alle gemeinsam. Davon bin ich felsenfest überzeugt".


Quelle: Treffpunkt Betze