ZitatAlles anzeigenFCK gewinnt 1:0 bei Rot-Weiss Ahlen – Erst dominiert und dann gezittert – Beide Teams treffen zweimal Aluminium
Von Horst Konzok und Sebastian Stollhof
Zwei Spiele, zwei Siege: Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern feierte gestern einen 1:0 (1:0)-Erfolg bei Rot-Weiss Ahlen, der auf der einen Seite glücklich war, auf der anderen Seite viel zu knapp ausgefallen ist. Das „goldene” Tor markierte der überragende Rodnei in der 12. Minute.
Ein Latten-Kopfball Nils Dörings nach Moosmayer-Freistoß (9.) – ansonsten sah”s im Wersestadion zunächst nach totaler Dominanz der im schwarzen Auswärts-Trikot gedressten Roten Teufel aus. Folgerichtig der Führungstreffer Rodneis nach Sam-Flanke im Anschluss an Bugeras abgewehrten Eckball. Kurz zuvor war Erik Jendrisek mit einem satten Distanzschuss am guten Ahlener Torhüter Sascha Kirschstein gescheitert.
Der Lange ließ sich in der 4. Minute auch von einer Bogenlampe Sidney Sams nicht überraschen. Der FCK schien auf klarem Drei-Punkte-Kurs, solange Georges Mandjeck den Wirkungskreis von Nils-Ole Book beschnitt, das Angriffsspiel der Lauterer mit dem abgeklärten Bastian Schulz klug organisierte. Als Book Freiraum gewann, wurde es nach gut einer halben Stunde ungemütlich für den Gast. Das lag an der Vielzahl der Ballverluste und den sich häufenden Freistößen der Ahlener. So traf der spielstarke Mohammed Lartey die Latte (34.), im anschließenden Getümmel parierte Tobias Sippel erstklassig gegen Reichwein.
„Wir sind verdient in Führung gegangen. Viele Spieler können aber nicht mit einer Führung umgehen”, kritisierte FCK-Trainer Marco Kurz die lässige Handlungsweise bei den gefährlichen Standards der Hausherren und die nun fehlende Entschlossenheit. Zu dem immer wieder gefährlich vor Sippels Gehäuse auftauchenden Nils Döring und dem langen Marcel Reichwein gesellte sich nach der Pause der wuchtige Thomas Bröker, der den schwachen Ex-Lauterer Dominick Kumbela in der Spitze abgelöst hatte. „Wir hätten das 2:0 machen müssen”, haderte Marco Kurz auch in Erinnerung an die 58. Minute. Da hatte Adam Nemec nach einem Patzer Omodiagbes freie Bahn, legte den Ball aber am langen Eck vorbei.
Ahlen, nun durch den schnellen Christian Mikolajczak beflügelt, kam durch Bröker (71.) zu einer Riesenchance, wenig später mobilisierte Trainer Stefan Emmerling Lars Toborg, auch Tor-Borg genannt, den überraschend auf die Bank verbannten Vorjahres-Torjäger. Nach Busch-Flanke schrammte auch der knapp am Ausgleich vorbei. „Wir haben alles auf eine Karte gesetzt. Das Spiel war sehr ausgeglichen und intensiv. So viele klare Chancen wirst du nicht in jedem Heimspiel bekommen”, haderte Trainer Emmerling.
„Außer bei Standards haben wir nicht viel zugelassen”, sagte FCK-Kapitän Martin Amedick, der in der 17. Minute nach Bugera-Ecke mit einem tollen Kopfball an Kirschstein gescheitert war. Als der FCK unter Druck geriet, war Amedick neben Rodnei Turm in der Schlacht. Unter Druck geriet der FCK auch, weil Ivo Ilicevic offensiv nichts gelang, die Dribblings missrieten und Bumerang-Wirkung hatten. Im Rückwärtsgang ließ er Dick zu oft ohne Unterstützung. In der Spitze ging Nemec auf dem Zahnfleisch, sein Trainer entschied sich aber, dass sich der lange Angreifer aufgrund seiner Kopfballstärke durchzubeißen hatte. Marco Kurz: „Nemec tut dem Gegner weh.”
Das hätte auch Dragan Paljic tun können. Der pfiffige Dribbler, für Jendrisek gekommen, aber traf in der 72. Minute nach einem klasse Pass Sams nur den Pfosten. Wenig später scheiterte er nach einem weiten Sippel-Abschlag an Kirschstein und knallte die Kugel nach Sams Lattentreffer übers Tor (89.). „Ich habe den Ball mit dem Schienbeinschützer getroffen”, entschuldigte sich Paljic. Seine Elf war in den letzten zwölf Minuten in Überzahl, Lartey hatte nach Notbremse an Nemec Rot gesehen.
„Das war ein dreckiger Sieg”, meinte Florian Dick nach dem Kampfspiel. „Ich denke, das Spiel hat gezeigt, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben”, bemerkte der gute Bugera. „Das erwartet schwere Spiel” sah Mittelfeld-Rackerer Schulz: „Wir wussten, dass Ahlen alles reinwirft.”
So spielten sie
Rot-Weiss Ahlen: Kirschstein – Busch, Omodiagbe, Döring, Felgenhauer (46. Mikolajczak) – Lartey, Di Gregorio, Book, Moosmayer – Kumbela (46. Bröker), Reichwein (72. Toborg)
1. FC Kaiserslautern: Sippel – Dick, Amedick, Rodnei, Bugera – Ilicevic (81. Pavlovic), Mandjeck, Schulz (74. Bilek), Sam – Nemec, Jendrisek (62. Paljic)
Tor: 0:1 Rodnei (12.) – Gelbe Karten: Di Gregorio – Dick – Rote Karte: Lartey (78.) – Beste Spieler: Lartey, Döring, Book – Rodnei, Amedick, Sam – Zuschauer: 5305 – Schiedsrichter: Leicher (Landshut).
Quelle : Die Rheinpfalz