Beiträge von King Kalli

    Sehe ich auch so. Muss ja auch noch nicht mal gelogen gewesen sein, sondern aus einer wehmütigen Abschiedssituation heraus war es vielleicht genau so empfunden. Ich habe auch schon Wohn- und Arbeitsorte gewechselt und Versprechungen gemacht, die ich in dem Moment tatsächlich gerne gehalten hätte, aber dann kommt eben so viel Neues, dass es irgendwann kollabiert.

    Man muss nun natürlich schon „kreatives Denken“ bemühen, um doch noch an irgendwas zu glauben.


    Also: Bis gestern war „ich“ ja in Bochum noch unbesiegt. Gestern: besiegt, angepisst (auch über das Spiel: zwischen der 10. Und 45. Minute waren wir schlimm; das 2:1 bis dahin eher noch glücklich). Aber es gab in den letzten Jahren doch viele Siege, die man im Nachhinein als Pyrrhussiege werten muss:


    1) Der Einstand von Fünfstück. Die damals hoch gehandelten (und tabellarisch hoch stehenden) Bochumer wurden vergleichsweise souverän geschlagen. Ich kannte Herrn Fünfstück nicht, und dachte, es könnte was werden…


    2) Eines der frühen Spiele unter Foda. Dass ich Alushi schwer verletzte, bekam ich im Stadion gar nicht mit, und was ich mitbekam war: gutes Spiel, frühes Stören und schnell in die Spitze kommen. Bis auf die letzten 10 Minuten, in denen noch mal geschwommen wurde: prima Auswärtsspiel. Ich dachte…


    3) Der Sieg kurz vor Ende der Runde unter Runjaic, unter dem wir vielleicht das fußballerisch anspruchsvollste Zweitligajahr hatten. Da waren nur diese furchtbaren, zu vielen 1:1-Auswärts-Spiele. Frühes Tor, danach Ballbesitzverteidigen, bis es doch noch rappelte. Als in Bochum dann doch gewonnen wurde, schien mir der Aufstieg nur noch Formsache zu sein. Auch hier ist das Ende bekannt.


    Soll worauf hinaus? : Dann war das gestern eben eine Pyrrhusniederlage. Bei immer noch möglichen 12 Punkten…

    "...drei Tore von Lukas Hinterseer, Neffe des Schlagersängers Hansi Hinterseer..." - mir bleibt auch nichts erspart ... wir ergattern 1 Punkt für die Moral, Bochum 3 gegen den Abstieg ... sorry, ich konnte mir die Angepisstheit leider über Nacht erhalten ... vielleicht noch mal drüber schlafen ...

    Irgendwann kommt vielleicht mal der Tag, an dem sich ein Neuzugang wirklich dahinsetzt, und sagt, dass er keine großen Worte verlieren will (außer denen natürlich, die er darüber verliert, dass er keine verlieren will), und sich durch Taten zu beweisen beabsichtigt und dass etwaige Hinweise auf seine FCK-Bettwäsche daher ebenso wenig zu erwarten sind wie auf die Zeit, in der er als 5jähriger in der Fankurve…


    Und dann? Dann hat es mal einer gemacht: die Vorwürfe vorweggenommen, die ihm ansonsten vorgehalten worden wären. Und dann? Geht der Antrittsredenbullshit ungehindert weiter.


    Daher: Freundlich abnicken, einer Rede nicht vorwerfen, dass sie Rede ist, auf die angekündigten Taten warten, ihm in einem ½ Jahre für den Beitrag zum Ligaverbleib danken.

    Das jetzt mit „nicht zu früh freuen“, „Kirche im Dorf lassen“, „könnte clever lanciertes Gerücht sein“ funktioniert irgendwie nicht. Ich kann mich vor lauter Hibbeligkeit auf nix konzentrieren.

    Von meinem Verein erwarte ich eine sachliche und ehrliche Kommunikation nach außen. Und es ist ein Unterschied ob ich sage "der Spieler bleibt, Basta!" oder ob ich sage "Für diesen Betrag geben wir den Spieler nicht ab".[/quote]


    Teile ich nicht ganz. In dem Fußballbusiness, wie es sich nun mal entwickelt hat, gibt es kein „Basta“ und jeder – zumindest im operativen Geschäft – weiß das. So wie auch jeder, der ein „gibt sich Mühe“ auf seinem Arbeitszeugnis lesen musste, weiß, dass es er sich besser nach was Anderem umsehen sollte. Der Code steht dann der „Klaraussage“ in nichts nach.


    Bleibt natürlich die Frage: warum dann? Meines Erachtens ist die Doppeldeutigkeit – dass man auf einer Ebene gesagt hat „wir verkaufen nicht“, was auf einer anderen Ebene heißt „dann legt halt noch was drauf“ – Teil des Verhandlungsspiels, das zu den ja stolzen 4 Mio. geführt haben könnte.


    Wenn man in einer Handelssituation – sagen wir: Basar – zum finalen Schlag ausholen will, sagt man ja auch nicht „ich geh gleich vielleicht mal“, sondern man geht. So unwiderruflich, wie man kann, möglichst entschieden und ohne Blick zurück. Dass man in Wirklichkeit darauf wartet, zurückgepfiffen zu werden, sieht ja keiner.

    Ich teile das Unbehagen meiner Vorschreiber. Nicht sehr sympathisch, möglicherweise die schlechteste Nummer 1 der letzten Jahre, Wechsel zu einem Verein, den als "nicht sehr sympathisch" zu bezeichnen sich wohl verbieten dürfte ...


    Immerhin, dem steht entgegen, dass Ehrmann der vielleicht einzige im Verein ist, der über Jahre hinweg wusste, was er tat. Ich denke mal (weiß natürlich nix), dass er den Wechsel eingefädelt, zumindest auch für die Dosenvereine attraktiv gemacht hat, und muss wohl vermuten, dass er es dem vorhandenen Personal (noch) nicht zutraut. Vielleicht ist die Idee die, den Jungen noch ein Jahr Entwicklungszeit zu verschaffen und in aller für die nächste Saison dann ein Paar Sievers/Grill aufzubauen.