#FCEFCK: Der Saison in der Lausitz trotzen

Die nächste Chance dazu bietet sich am Samstag, wenn der FCK beim FC Energie Cottbus zu Gast ist. Dabei steckt manchem Fan der letzte Spieltag noch in den Knochen. Die Ernüchterung hätte nach der gleichsam unerwarteten wie unglücklichen Niederlage letzten Samstag gegen den Tabellenletzten aus Aalen kaum größer sein können. Wie so oft wurde der FCK-Fan darin bestätigt, dass auf ein gutes Spiel mit gutem Ergebnis ein Rückschlag folgt.


Tabellarisch geht daher für den FCK nicht mehr viel, der Aufstiegszug ist längst abgefahren, in Abstiegsgefahr geraten können die Pfälzer glücklicherweise aber auch nicht mehr. Dennoch besteht kein Grund dazu, die Saison jetzt abzuschenken. Die Roten Teufel möchten die Saison unbedingt mit Erfolgserlebnissen beenden, auch um etwas Schwung mit in die neue Saison zu nehmen, in der man dann voll angreifen möchte und auch muss. „Wir wollen in der Tabelle so hoch wie möglich klettern und wir haben noch ein Pokalfinale, das wir unbedingt gewinnen möchten. Die Motivation ist weiterhin sehr hoch, die halten wir im Trainerteam auch sehr hoch, da mache ich mir überhaupt keine Sorgen", ließ Sascha Hildmann keinen Zweifel daran, dass kein Spiel abgeschenkt werden soll.

Die Lage vor dem Spiel

Die Niederlage im Heimspiel gegen den VfR Aalen nagte an allen Beteiligten. „Wir haben es aufgearbeitet, natürlich hat uns die Niederlage aber beschäftigt. Ich habe versucht an meinem Geburtstag sonntags etwas abzuschalten, was mir aber nicht wirklich gelungen ist. Als Trainer bist du 24 Stunden im Einsatz. Trotzdem geht es weiter. Es geht immer weiter!", erklärte Hildmann, der am Tag nach der Niederlage 47 Jahre alt wurde.


Mit 44 Punkten stehen die Pfälzer auf Platz 8, neun Punkte hinter Platz 4, der genau wie der Sieg im Landespokal dazu berechtigen würde, nächstes Jahr im DFB-Pokal vertreten zu sein. Mit einem Sieg in der Lausitz könnte der FCK aber wenigstens seine Position zwischen Platz 5 und Platz 8 sichern und somit halbwegs passabel aus der Saison kommen.


Erfreuliches gab es am Rande des Spieltages aber auch. Flügelflitzer Florian Pick verlängerte gestern seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bis 2021. Ein weiterer Baustein für eine erfolgreichere Saison 2019/2020.

Unsere Roten Teufel

Für Sascha Hildmann wird die Aufstellung am Samstag diesmal kein Selbstläufer. Zu den Langzeitverletzten gesellen sich einige Akteure, die auch Kandidaten für die erste Elf gewesen wären. Neben André Hainault, der gelbgesperrt fehlt, fällt definitiv Theo Bergmann aus, der noch mit den Folgen seiner im Heimspiel gegen Aalen erlittenen schweren Gehirnerschütterung zu kämpfen hat. Janek Sternberg und Christoph Hemlein sind ebenso fraglich wie Hendrick Zuck, der die ganze Woche noch nicht trainieren konnte. Außerdem ist Florian Dick angeschlagen. Viel Arbeit also für Hildmann, der am Donnerstag noch nicht abschließend sagen konnte, mit welchem Personal und in welchem System er gegen Cottbus antreten wird.

Unser Gegner

Der FC Energie Cottbus, 1966 aus dem SC Cottbus ausgegliedert und der Betriebssportgemeinschaft Energie Cottbus angeschlossen, spielte vor dem Mauerfall insgesamt 21 Jahre lang in der DDR-Liga, der 2. Liga des Arbeiter und Bauern Staates. Sechs Jahre lang gelang den Lausitzern auch der Sprung in die Oberliga, viermal musste man jedoch direkt wieder absteigen, was auch daran lag, dass die SED die besten Spieler zum Staatsverein BFC Dynamo Berlin beorderte.


Nach der Wiedervereinigung schaffte es der Verein mehr und mehr in den Profifußball. Unter anderem mit Kulttrainer Eduard „Ede“ Geyer spielte Cottbus zwischen 2000 und 2009 sogar insgesamt sechs Jahre in der 1. Bundesliga. Nach dem Abstieg 2009 folgte 2014 der Abstieg aus der 2. Liga und zwischenzeitlich sogar der Absturz in die Regionalliga, aus der man letztes Jahr aber wieder aufsteigen konnte.


In diesem Jahr ist der Aufsteiger nach anfänglich starkem Start erneut in höchster Abstiegsgefahr. Aktuell stehen die Lausitzer mit 34 Punkten auf dem drittletzten Rang, befinden sich aber mit 2 Punkten Rückstand auf das rettende Ufer noch in Schlagdistanz. Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz, der zwischen 1995 und 1996 selbst einmal für den FCK spielte, muss morgen aufgrund eines verbalen Wutausbruchs eine Innenraumsperre absitzen. Darüber regte sich Wollitz furchtbar auf und machte seinem Ärger in einer Wutrede auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen die Lautrer Luft.

Daten, Fakten, Statistiken

  • Die beiden Vereine trafen bisher 14 Mal aufeinander, sechs Partien davon fanden in der 1. Bundesliga statt. Die Bilanz spricht dabei klar für den FCK: 9 Siegen stehen 2 Unentschieden gegenüber, nur dreimal konnte Cottbus drei Punkte für sich verbuchen
  • Cottbus besitzt mit 52 Gegentoren die schlechteste Abwehr der 3. Liga, hat mit 41 Toren jedoch ein Tor mehr geschossen als der FCK.
  • Cottbus ist die schlechteste Mannschaft der 1. Hälfte, hätte dort lediglich 29 Punkte geholt. Der FCK steht derweil bei imaginären 40 Punkten.
  • An das Hinspiel hat der FCK keine guten Erinnerungen. Zu Hause verloren die Roten Teufel mit 0:2 und verpassten es damals mit dem Relegationsplatz 3 vorübergehend gleichzuziehen. Danach gewann die Mannschaft unter Ex-Trainer Michael Frontzeck kein Spiel mehr.

Stimmen zum Spiel

FCK-Trainer Sascha Hildmann: „Natürlich wollen wir wieder Druck ausüben, den Gegner zu Fehlern zwingen. Wir wollen unbedingt die schmerzhafte Niederlage von Aalen wiedergutmachen. Wir müssen Unruhe beim Gegner stiften, eine schnelle Spielverlagerung an den Tag legen, 1 zu 1 Situationen suchen. Nur wenn du die Ordnung des Gegners störst, kannst du etwas erreichen, ansonsten wird es schwer. Ich weiß nicht wie Cottbus auftreten wird, das wird ein Stück weit eine Wundertüte für mich. Das Hinspiel habe ich noch als Zuschauer verfolgt, das lief sehr unglücklich. Ob sie wieder mit Fünferkette und Mamba als einzigem Stürmer spielen weiß ich nicht, aber ich freue mich auf das Spiel und die Atmosphäre dort".


Cottbus-Trainer Pele Wollitz: „Wir kämpfen darum, weiterhin sportlich in dieser Liga zu bleiben. Dass der Trainer von Energie Cottbus in dieser Phase des Abstiegskampfs von seiner Mannschaft ferngehalten wird, ist unglaublich. Ich fühle mich wie ein Schwerverbrecher. Da hätte man auch mal drei Spiele Bewährung geben können. Ich hoffe, dass wir gegen den 1. FC Kaiserslautern gewinnen. Das wünsche ich mir für die Mannschaft, für diese Region, diesen Klub, diese Fans“.

Voraussichtliche Aufstellung

Grill – Kraus, Sickinger, Gottwalt – Löhmannsröben, Albaek, Schad, Pick – Huth, Thiele, Kühlwetter

Faninfos

Der FCK wird von rund 1.000 Zuschauern in Cottbus unterstützt werden. An der Tageskasse sind noch Tickets erhältlich. Weitere Infos für Auswärtsfahrer findet ihr auf www.fck.de. Für alle Daheimgebliebenen übertragen SWR und MDR die Partie im Free TV.


Quelle: Treffpunkt Betze