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Fussball: Im Rheinland-Pfalz-Derby kann sich der Tabellenvorletzte 1. FC Kaiserslautern heute nicht noch eine Niederlage leisten. Ein Sieg muss her. Der FSV Mainz 05 will den Roten Teufeln auf ihre Bemühungen die passende Antwort geben und sich selbst aus dem Tief wuchten.
Es wird in diesen Tagen noch mehr geschimpft und lamentiert und gemosert als sonst bei den Trainingskiebitzen rund um den Schauplatz des Rheinland-Pfalz-Derbys in der Fußball-Bundesliga. Es ist nach dem tollen Finale der vergangenen Saison nun viel unruhiger geworden rund ums Fritz-Walter-Stadion.
Deshalb hoffen alle beim 1. FC Kaiserslautern inständig, dass es der um einige Leistungsträger der vergangenen Spielzeit dezimierten Mannschaft gelingt, heute (18.30 Uhr) mit einem Schlag wieder für mehr Ruhe zu sorgen. Vor allem: für mehr Selbstvertrauen bei den Spielern und für mehr Zuversicht bei den Fans.
Abwehrchef Martin Amedick weiß, dass das 0:1 zuletzt in Mönchengladbach für den FCK zwar sehr enttäuschend war, dass jedoch zumindest die Defensivleistung gestimmt hat. Aber die Offensive ... „Wir waren nach vorne nicht entschlossen genug”, stellt Amedick fest. Der 29-Jährige baut wie Trainer Marco Kurz auf die potenzielle Bedeutung eines frust- und krampflösenden Sieges - es wäre der erste in dieser Saison und der erste in einem Derby gegen den FSV Mainz 05 seit fünfeinhalb Jahren.
„Jetzt gilt es, den nächsten Schritt zu gehen, was das Spiel nach vorne betrifft”, sagt Trainer Kurz. Torjäger Srdjan Lakic weg, der torgefährliche offensive Mittelfeldspieler Jan Moravek weg, der starke Flügelflitzer Ivo Ilicevic weg und auch Außenbahnspieler Adam Hlousek wieder weg - in der Offensive sind fast nur Neue gefragt. Von ihnen machen derzeit nur Stürmer Itay Shechter und Konstantinos Fortounis einen recht guten Eindruck, aber Letzterer ist erst 18, ihm fehlen noch Kraft und Athletik. Shechter hat gute Szenen, aber er braucht dringend Unterstützung.
Die fehlte bislang. „Itay ist ein anderer Spieler als ,Laki', aber ein guter Spieler”, sagt Kapitän Christian Tiffert, „er braucht die Bälle nur anders als ,Laki', da sind wir Offensivspieler alle gefordert, uns umzustellen.” Und das muss schnell gehen. Adam Nemec als ballsicherer Angreifer ist für heute - anders als Dorge Kouemaha - keine Alternative: Nemec hat sich wieder herangearbeitet, knickte aber im Training um. Er hat wie Alexander Bugera eine leichte Sprunggelenkverletzung; beide können nächste Woche wieder trainieren. Die Not ist auf den Außenbahnen besonders groß - so wird Tiffert wohl links auf der Ilicevic-Position spielen. Für die rechte Seite hat sich zuletzt niemand wirklich aufgedrängt; die Optionen heißen Fortounis, Clemens Walch und Pierre De Wit. Olcay Sahan hat Kurz für heute nicht berücksichtigt.
In einer schwierigen Situation trotz wenig Erfahrung seinen Mann stehen - das trifft für viele im FCK-Trikot zu, auch für den talentierten Torwart Kevin Trapp. „Wir müssen wie bei der Negativserie vergangene Runde Ruhe bewahren”, sagt der 21-Jährige, „jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, die bei manchen gedrückte Stimmung positiv zu verändern.” Amedick betont: „Dafür brauchen wir viel Aufwand und Leidenschaft!”
So spielen sie
1. FC Kaiserslautern: Trapp - Dick, Amedick, Rodnei, Jessen - Fortounis (Walch), Kirch, Petsos, Tiffert - Shechter, Sukuta-Pasu - Ersatz: Sippel, Abel, De Wit, Bilek, Vermouth, Kouemaha - Es fehlen: Nemec, Bugera (beide Sprunggelenkverletzung), Simunek (Aufbautraining)
FSV Mainz 05: Müller (Wetklo) - Pospech, Svensson, Noveski, Caligiuri - Kirchhoff (Polanski), Soto - Risse, Ivanschitz, Stieber - Allagui - Es fehlen: Szalai (Aufbautraining), Heller (Trainingsrückstand)
Schiedsrichter: Stark (Ergolding).
Quelle: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Ludwigshafener Rundschau