Werders Hauptsponsor - Wiesenhof

  • tja-heinz,
    das Argument, dass billiges Fleisch sein muss, damit sich die weniger wohlhabenden auch mal ein Stück Fleisch gönnen können, geht an der Realität in Deutschland völlig vorbei. Zwar wird es immer wieder genannt, ist aber Unsinn.


    In Deutschland wird pro Jahr ca. 60 kg Fleisch pro Kopf verzehrt. Da sind Babies und Vegetarier mit eingerechnet. Das ist doppelt so viel wie in der sogenannten guten alten Zeit.
    Die weniger wohlhabenden essen auch nicht wirklich weniger Fleisch, sie essen minderwertigeres Fleisch. Wurst statt Steak. Burger statt Filet.


    Nach den Empfehlungen von Ernährungswissenschaftlern sollte man nicht mehr als 20-30 kg Fleisch pro Jahr essen und mageres Fleisch.


    Es wäre also absolut sinnvoll, wenn man weniger Fleisch äße und besseres Fleisch - das wäre in Summe billiger und gesünder. Und durch eine artgerechtere Tierhaltung würde das Fleisch etwas teurer, aber auch besser.
    Natürlich hat jeder das Recht zu sagen: Ich finde es okay, dass für mein biliiges Fleisch Tiere jämmerlich gequält werden. Gibt es kein Gesetz dagegen. Aber wer Fleisch kauft, ohne sich drum zu kümmern, wo es herkommt, tut genau das.
    Und jeder der das abstreitet ist scheinheilig.


    "Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf dieser Erde so erhöhen wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung." Albert Einstein

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    KEINE PFIFFE GEGEN UNSERE MANNSCHAFT IN DER WEST


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    3 Mal editiert, zuletzt von Walz aus der Pfalz ()

  • @walz


    ich dachte es geht aus meinen Beiträgen hervor, dass ich deine Meinung eigentlich teile, was den Fleischkonsum angeht. Der Mensch hat wahrscheinlich noch nie soviel Fleisch gegessen wie seit Massentierhaltung. Aber er hat sich auch dran als Standard gewöhnt und macht sich keine Gedanken, wo es herkommt. Mach ich mir auch net beim Essen. Bin ich ganz ehrlich. Aber ich erwarte halt auch net wirklich, dass die Ernährung von solchen Menschenmengen natürlich geschieht. Grad letztens ne ganz interessante Doku gesehn zu Monsanto. Keine Ahnung, wie weit die Vorwürfe dort stimmen, aber dort gehts um Getreide. Ich glaub das sollt man auch net essen, wenn man sich Gedanken drüber macht. Und da sind wir am Punkt. Wer macht sich darüber überhaupt Gedanken, wenns net grad nen Aufhänger gibt wie Wiesenhof? Doch höchstens die Sau, die geschlachtet wird.


    Das eigentliche Problem is doch, dass Wiesenhof sicher kein Einzelfall ist. Ich bin mir sicher, man würde sowas durch alle Branchen finden. Irgendwas zu bemängeln. Es passiert doch soviel Scheisse, dass wir gar net wissen, wo wir anfangen sollen mit Protest. Wir können doch net mal überblicken, wer das schwärzeste aller Schafe ist. Der Wiesenhof mit seinem Geflügel, die Kinderarbeit an billigen Textilien in Südostasien, von mir aus dieses komische Monsanto-Gengetreide oder doch lieber die mögliche Ausbeutung von Kaffeebauern? Dann doch lieber zurück zu Ehrensold und den Amis mit ihrem 9/11. Da hat man schon mehr Übung und hat zumindest nix mit Geflügel zu tun. Aus diesem Überangebot an Elend präsentieren uns die Medien immer geniessbare Happen (auch wenn die in Massenhaltung entstehn) und wir sind empört, oder manchmal auch net, wenns uns zu dumm ist.


    P.S.: Übrigens gar nix mehr von den Protestbewegungen gehört, die sich wegen den fremdenfeindlichen Äusserungen gegen Shechter gebildet haben. Aber gut, der is ja glaub eh so gut wie weg. Dann is ja alles nochma gut gegangen :ironie:

    Einmal editiert, zuletzt von tja-heinz ()

  • ich muss da Tja Heinz recht geben.
    Wir deutschen haben die Angewohnheit alles hoch zu pushen.
    Siehe die Sportlerin die mit einem Nazi liiert sein soll.
    Oder wie geschrieben mit Shechter usw.
    Wenn ich mir Dokus über Adidas oder Apple oder Amazon anschaue und die richtig
    recherchiert sind dann kommen da auch Sachen ans Tageslicht die will
    man besser nicht wissen. Und vor allem ist Adidas der größte Sportausrüster.
    Darum verstehe ich jetzt nicht ganz die Diskussion.

    "I did it for me. I liked it. I was good at it. And I was really -- I was alive."


    WW

  • Es ist doch kein Geheimnis mehr, wie es in solchen Massentierhaltungsunternehmen abgeht.


    Wer keinen Respekt vom Tier hat, hat auch keinen Respekt vor dem Menschen.


    Ich finde es vom SV Werder Bremen echt schwach sich solch einen Sponsor auf die Brust zu setzen. Auf Kosten wehrloser Lebewesen!


    Es gibt heutzutage immernoch sehr viele Menschen, denen es egal ist woher das Fleisch kommt und auf welcher Art und Weise es produziert wird. Hauptsache es schmeckt ihnen. Und da sollte man anfangen. Dann
    kann man diesen Massentierhaltungen evtl. mal einen Strick machen. Aber da ist man noch sehr weit entfernt. Leider.


    Das man dann noch für so einen Laden Werbung betreibt, damit er noch besser läuft, ist für mich unbegreiflich. Hauptsache die Kohle stimmt mal wieder. :thumbdown:


    Abe vielleicht werden jetzt einige Leute mehr wachgerüttelt.

  • Es werden sicherlich keine neuen Leute wachgerüttelt in 3-4 Wochen ist das Thema wieder uninteressant
    und keinen juckt es mehr.
    Wenn z.b. Adidas ein Schuh macht der in der Produktion 30-40 Euro kostet und für weit über 100 Euro verkauft wird
    Juckt es auch keinen. Vorallem wenn das Material in China im Hinterhof produziert wird und die Leute meist
    Kinder sind oder ein Hungerlohn dafür bekommen.
    Mir wird um das Thema zuviel wind gemacht. Nur weil jetzt ein Verein Werbung auf dem Trikot hat.
    Warum hat es denn vorher keinen Interessiert oder was direkt gegen Wiesenhof gemacht?
    Genau weil es die Gesellschaft akzeptiert bis die Medien ein neues Thema brauchen

    "I did it for me. I liked it. I was good at it. And I was really -- I was alive."


    WW

  • @ Schatzebe


    Auf welcher Grundlage nimmst du es bisher niemanden interssiert hat? Im I-net gibt es viele Informationen und Meinungen darüber. Und nicht jetzt erst.
    Hier wurde klar nicht darüber diskutiert - weil das Hauptaugenmerk beim Fußball liegt.

  • Klar gibts die Meinungen im Inet. Aber wieviele Leute erfahren davon.
    Mir geht es darum das die Leute die es eigentlich interessiert die wissen
    bescheid. Wieviele haben aber jetzt bei dem Thema googlen müssen um
    zu wissen um was es geht. Und jetzt auf einmal ist das alles sch....
    Ich nehme Wiesenhof nicht in schutz oder sonstwen aber es wird jetzt zuviel
    Wind um ein Thema gemacht (wie immer) und in 4 Wochen interessiert es nur
    noch die die es immer interessiert.


    Letzte Woche hab ich eine Doku über den Hurrikan Katerina gesehen.
    Da wurden Milliarden gespendet aber interessiert es jemanden das
    da Menschen noch in Baracken leben und kein fließendes Wasser haben?
    Nur das mal als Beispiel.


    Die Menschen sehen nur das was sie gezeigt bekommen

    "I did it for me. I liked it. I was good at it. And I was really -- I was alive."


    WW

    Einmal editiert, zuletzt von schatzebe ()

  • Ich mag zwar Wiesenhof auch nicht besonders aber eigentlich ist Augsburg noch viel schlimmer.....
    Denn mit Walter Seinsch haben sie einen Sponsor der durch Kinderarbeit und Menschenunwürdige Arbeitsweise sich die Taschen voll gemacht...vielleicht sollte man auch hier mal ne Aktion starten aber für manche sind wohl Hühner wichtiger als Menschen...

    Einmal editiert, zuletzt von reddevilie ()

  • Es spielt doch eigentlich net mal wirklich ne Rolle, obs jetzt um Wiesenhof und Geflügel geht oder net. Wir müssten uns doch stattdessen die Frage stellen, welche Möglichkeiten haben wir persönlich, um unseren Protest wirksam zu äussern. Ist es wirksam, jetzt wie bei Wiesenhof sich zu empören, vielleicht noch ne Bürgerinitiative zu bilden? Eine Bürgerinitiative, die ohne ihr was unterstellen zu wollen, nun Wiesenhof und Werder anprangert. Müsste diese Initiative stattdessen nicht eher die Gesellschaft und sich selbst anprangern und aufklären? Müsste sie nicht versuchen einen flächendeckenden Vegetarierwahn zu fördern? Genau das wird aber nicht passieren. Bin ich mir sicher. Is doch auch klar warum. Weil es sich eh net durchsetzen würde.


    Man kann vielleicht noch konsequenterweise in einem kleinen Rahmen wie der eigenen Familie sich einigen und aufgrund solcher Firmen aus Protest Fleischverzicht durchsetzen. Hier im Forum bei paar mehr Leuten klappts doch schon wieder nimmer. Seh ich doch an mir. Weil ich mir sag, so wichtig is mir das Fleischthema net, dass ich auf den Genuß verzichten möchte. Auch wenn das vielleicht hart klingt. Vielleicht bin ich bei nem anderen Thema wieder dabei, wo ich mir mehr Empörung abringen kann. Und solang man eben, was ja auch verständlich ist, keinen breiten Konsenz durch die komplette Bevölkerung erzielen kann, wird sich das empörte Protestgeschrei bald wieder legen und man singt wieder "der Hahn is tot".


    Natürlich kann und soll man deswegen nicht aufhören, fragwürdige Methoden etc. zu hinterfragen, aber man muss sich da halt auch nix schönreden. Bis das Thema hier durch is, dauert auch keine 4 Wochen. Ich behaupt nächste Woche um die Zeit is das Thema schon gegessen. Und genau deswegen is das alles mal wieder scheinheiliges Gelaber initiiert durch eine "Berichterstattung" und mediale Aufbereitung.


    Aber hat vielleicht auch seine Vorteile. Wenn man sonst keine ernsthaften Probleme hat, kann man sich notfalls an so Dingen wie Wiesenhof hochziehn. Ich persönlich bin ehrlichgesagt genug damit beschäftigt, mein eigenes Leben zu führen. Und auch wenn ich manchmal ein Ei leg, bin ich deswegen halt noch kein Huhn und wohn auch net bei Wiesenhof.


    Aber um meine Aussage/Frage mal unabhängig von Wiesenhof nochmal auf den Punkt zu bringen. Protestbewegungen entstehn das erste Mal in den 80er Jahren. Damals waren die Themen Umwelt, Atomkraft u.ä. Und was hat diese Form von Protest bisher gebracht? Die Atommeiler laufen noch und der Klimawandel scheint mir auch kein Zeichen von Leben im Einklang mit der Natur zu sein. Wohl auch weil das für soviele Menschen gar nicht möglich wär im Einklang mit der Natur zu leben. Ich hab mal ein Protestplakat gesehn von Atomkraftgegnern, die bis zur Brust in nem Bach gestanden haben und dazu passend witzige Plakate gegen Atomkraft hochgehalten haben so nach dem Motto "Wir sind net bereit für Atomkraft abzusaufen". Den genauen Wortlaut krieg ich nimmer zusammen, war jedenfalls ne witzige und originelle Idee. Schön und gut. Bin mir aber auch sicher, die sind nach ihrem Protest erstmal selbstzufrieden nach Hause gegangen und haben erst mal gemütlich ein warmes Bad genommen, wahrscheinlich u.a. ermöglicht durch die Nutzung von Atomkraft. Das macht diese vielleicht net besser, aber es ist nun mal ein wichtiger Bestandteil, um unsere jetzige Lebensqualität zu sichern. Und wenn wir 2020 keine Ersatznutzung haben, wird sie weiterlaufen. Man kann sich doch jetzt schon freuen, wenn man zu der Zeit in der Opposition is, weil dann isses Geschrei ne Weile wieder gross. Erschreckend find ich viel mehr die Zahl von Leuten, die wirklich den Quatsch glauben, dass 2020 alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, nur weils auf nem Stück Papier steht. Aber wer macht sich um so was grad Gedanken? Wohl kaum einer. Läuft auch grad nix im TV zu dem Thema und steht nix in den Zeitungen.


    Also meine Frage an alle Protestschreier: Wie läuft der Protest gegen Wiesenhof? Wart ihr heut schon aktiv und habt ner Henne dort das Leben gerettet? Hattet ihr überhaupt schon Zeit während der Arbeitszeit die nächsten Aktionen zu planen? Und was steht heut noch an? Heut abend Flyer verteilen? Wer die meisten Fragen mit nein beantworten kann, dem war das Thema dann doch net so wichtig, behaupt ich :P

  • Das ganze Geheuchle ist zum :flow:


    Klar, ich nehme hier jedem seine kritische Haltung ab. Aber es ist doch eher wie bei McDonalds .... keiner geht hin, aber wenn ich dort hin will finde ich keinen Parkplatz.


    Wer rennt nicht zu Aldi, Lidl, Penny und wie die Discounter sonst noch heißen, um dort den ultimativ preiswerten Food zu kaufen? Egal, ob Hähnchen, Fleisch, Fisch, Obst oder Gemüse? Wer kauft tatsächlich Eier aus Freilandhaltung?


    Die Fragen sollten einmal beantwortet werden, bevor der Stab gebrochen wird!