ZitatAlles anzeigenBundesliga-„Haudegen“ Jarolim im Gespräch – Bayern-Leihgabe Weiser will sich beim FCK stählen
Von Oliver Sperk
Ein junger Neuzugang hat beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern gestern die Arbeit aufgenommen: Mitchell Weiser (18 ). Nun will der FCK im Aufstiegskampf möglicherweise auch auf die große Bundesliga-Erfahrung von Mittelfeldspieler David Jarolim zurückgreifen. Nach RHEINPFALZ-Informationen beschäftigen sich die Lauterer mit dem 33-Jährigen.
Jarolim, ehemaliger tschechischer Nationalspieler und EM-Teilnehmer 2008, hat 318 Bundesliga-Partien auf dem Buckel. Obwohl er auch für den FC Bayern München und den 1. FC Nürnberg am Ball war, wird er gerne als „HSV-Urgestein“ bezeichnet; bei den Hamburgern spielte „Jaro“ von 2003 bis 2012, teils als Kapitän. Im Sommer wechselte der zentrale defensive Mittelfeldmann, ein „Sechser“, zum französischen Erstligisten FC Évian. Seinen Vertrag dort hat er aber aufgelöst; er ist zurzeit vereinslos und wäre daher ablösefrei.
Jarolim könnte der für den Gegner unbequeme Routinier im Mittelfeld-Zentrum sein, den der FCK ob des Kreuzbandrisses von Enis Alushi sucht.Auch der junge Mitchell Weiser nennt sich selbst einen „frechen Spieler“. Und er weiß, was er will. „In den noch 15 Spielen und der eventuellen Relegation möchte ich möglichst viele Tore schießen und Vorlagen geben, um mit dem 1. FC Kaiserslautern aufzusteigen“, sagt der 18-Jährige, eine Leihgabe des FC Bayern. Und es klingt keineswegs auswendig gelernt.
Gestern hatte der schmale 1,76 Meter große und 67 Kilo leichte Flügelspieler wie seine neuen Kollegen seinen ersten Mannschaftstrainings-Tag im neuen Jahr. Der U18-Nationalspieler zeigte gleich, dass er ein wendiger Techniker ist, für den die Zweite Liga eine harte Schule werden könnte.
Genau das will er. Im Sommer von seinem Jugendverein 1. FC Köln zum großen FC Bayern gewechselt, bei dem die Konkurrenz auf seiner Position Namen wie Arjen Robben und Thomas Müller trägt, möchte er beim pfälzischen Zweitliga-Dritten Spielpraxis sammeln, um sich für die Rückkehr nach München zu stählen. „Kaiserslautern ist für mich die beste Option, um mich weiterzuentwickeln“, meint Weiser. Auf der rechten offensiven Außenbahn fühlt sich der 18-Jährige am wohlsten – dort will er sich beim FCK durchsetzen.
Seine Stärken sieht er „im Dribbling, in Eins-gegen-eins-Situationen und beim Flanken“. Mit dieser forschen Spielweise hat der Sohn des ehemaligen Bundesliga-Profis Patrick Weiser bisher so ziemlich alle Scouts überzeugt. Mit der U17 des Deutschen Fußball-Bundes war er bei der Junioren-EM und -WM. Und entschied sich nach Gesprächen mit seinen Eltern für den frühen Schritt nach München.
Auch der FCK-Chef hatte den Flügelflitzer früh auf dem Zettel. „Stefan Kuntz hatte schon Interesse an mir, als Marco Kurz noch hier Trainer war“, erzählt Weiser. Aber nach dem frühen Bundesliga-Debüt als 17-Jähriger im vergangenen Februar für den 1. FC Köln wurde der Traum vom glanzvollen FC Bayern für Weiser Wirklichkeit. Er besitzt in München einen bis 2016 gültigen Vertrag. Seinen bisher einzigen Pflichtspieleinsatz für die Profis hatte er am 31. Oktober beim 4:0 im Pokal gegen den FCK, bei dem der Hobby-Basketballer die Nummer 20 erhält.
Für den FCB II absolvierte er neun Partien (zwei Tore). Fasziniert haben den Jungprofi, der im Sommer in München erstmals eine eigene Wohnung weit weg vom Elternhaus im Rheinland bezog, die Dimensionen beim FC Bayern, auch die Ausstattung des Trainingsgeländes an der Säbener Straße. Längerfristig will Weiser zurück und es ins FCB-Profiteam schaffen – nach der Zwischenstation Kaiserslautern. Vorerst wohnt der 18-Jährige nun in einem Hotel-Apartment in Ramstein.
Gestern, am ersten FCK-Trainingstag 2013, zog neben Weiser auch Testspieler Tanju Kayhan (wir informierten) die Blicke auf sich. Der österreichische Außenverteidiger mit türkischen Wurzeln (23/Besiktas Istanbul) spielt vor. Testkandidat Richard Ofori (19) soll heute mit seinem ghanaischen Landsmann, FCK-Stürmer Kwame Nsor (20), bei Lierse SK vorstellig werden; eine Ausleihe Nsors an den belgischen Erstligisten ist geplant.
DIE RHEINPFALZ
Ludwigshafener Rundschau