Corona: Die "wirklich ernsthaften" Probleme

  • Man sollte einfach bei diesen ganzen Experten nicht vergessen, dass es da auch die Zuteilung von enormen Geldsummen für die nächsten Jahre geht. Das gilt für jeden Wissenschaftler, also auch Virulogen. Ich glaube nicht, dass man dies als einzigen Antrieb sehen sollte, aber es spielt eine Rolle. Und jeder Wissenschaftler hätte gern, dass sein Fachbereich mit externen Mitteln massiv unterstützt wird.

    Ein Funken Hoffnung!

  • Harald Lesch (von dem ich persönlich sehr viel halte) hat in einem Video zum Thema gesagt, dass man jetzt als Gemeinschaft begreifen muss, dass Grundlagenforschung in der Wissenschaft enorm wichtig ist und gefördert werden muss. WIE wichtig, sieht man jetzt gerade. Vor der Krise wurden nur Gelder in möglichst kurzfristige Erfolge investiert. Im Ernstfall ruft man dann nach der Wissenschaft und erwartet Wunder.

    Dies wird sich hoffentlich nach der Krise ändern. Hätte man das schon länger getan, hätte man wahrscheinlich viel früher, viel effektivere Massnahmen ergreifen können. Man hätte vielleicht schon direkt einen Impfstoff zur Verfügung gehabt. Aber das ist nur ein weiteres Beispiel, wie die Welt heutzutage tickt. Wir als Gesellschaft müssen bereit sein diese Gelder zu investieren, auch auf die Gefahr hin, dass das "unnötig" ist. Unnötig setze ich in Anführungszeichen, da es ja bedeutet, dass der Ernstfall nicht eintritt. Also eigentlich die Wunschvorstellung. Aber gerüstet sollte man sein.

    Optimismus ist ein Schlüsselfaktor der Resilienz

    Einmal editiert, zuletzt von Trekkie00 ()

  • Du bist so ein goldiges Seelchen. Wenn hier in diesem Thread, aber auch an anderen Stellen im Forum, die Diskussionen geführt werden wie nach dieser Pandemie unser System umgekrempelt werden muß. Wir alle Verzicht zu üben hätten, mehr Kollektiv statt Individualität gefordert wird.

    Es also in deine politische Ecke geht, dann, ja dann ist alles in bester roter Ordnung.


    Ein goldiges Seelchen bin ich also. das freut mich. Dieses Kompliment hat mir noch keiner gemacht.

    Zu unserem System:

    Ich denke, dass unsere Demokratie mit weitgehender persönlicher Freiheit ein gutes System ist.

    Meiner Meinung nach ist es aber so, dass wir durch extreme Globalisierung Gefahren angehäuft haben, die nur schwer zu bewältigen sind.

    Die schnelle Ausbreitung des Virus beweist es.

    Aber auch die Gefahren für Klima und Umwelt sind ein Teil dieser Globalisierung und eines Denkens, in dem Wirtschaft und Geldvermehrung oberste Priorität haben. Der Fußball ist ein Teil dieses Systems.


    Und in Einem hast du mich richtig durchschaut:

    Wir müssen auch Verzicht üben können. Ein einfacheres Leben führen - ein Leben, in dem Werte wichtig sind, nicht Geld.

    Das ist tatsächlich mein Credo.

  • Ich denke, dass unsere Demokratie mit weitgehender persönlicher Freiheit ein gutes System ist.

    Meiner Meinung nach ist es aber so, dass wir durch extreme Globalisierung Gefahren angehäuft haben,

    Es kann natürlich sein, dass ich dich hier falsch verstehe, aber für mich liest sich das, als ob man Einschränkungen in der Freiheit (in welchem Ausmass bliebe zu diskutieren) in Kauf nehmen müsse, um diese globalen Gefahren abzuwehren bzw in den Griff zu bekommen.

    Das halte ich schlichtweg für einen Irrglauben. Man kann durch Einschränkung der freiheitlichen Werte und durch eine komplette oder teilweise Abschaffung des Datenschutzes (Corona App) dieser Bedrohungen nicht Herr werden. Das ist eine Mär um diesen Schwachfug zu rechtfertigen. Ich kenne mich den Systemen, die hier zum Einsatz kommen doch ein wenig aus. Sich da auf das Wort von Politikern zu verlassen ist, nach meiner Auffassung, einfach fahrlässig.

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  • Harald Lesch (von dem ich persönlich sehr viel halte) hat in einem Video zum Thema gesagt, dass man jetzt als Gemeinschaft begreifen muss, dass Grundlagenforschung in der Wissenschaft enorm wichtig ist und gefördert werden muss. WIE wichtig, sieht man jetzt gerade. Vor der Krise wurden nur Gelder in möglichst kurzfristige Erfolge investiert. Im Ernstfall ruft man dann nach der Wissenschaft und erwartet Wunder.

    Dies wird sich hoffentlich nach der Krise ändern. Hätte man das schon länger getan, hätte man wahrscheinlich viel früher, viel effektivere Massnahmen ergreifen können. Man hätte vielleicht schon direkt einen Impfstoff zur Verfügung gehabt. Aber das ist nur ein weiteres Beispiel, wie die Welt heutzutage tickt. Wir als Gesellschaft müssen bereit sein diese Gelder zu investieren, auch auf die Gefahr hin, dass das "unnötig" ist. Unnötig setze ich in Anführungszeichen, da es ja bedeutet, dass der Ernstfall nicht eintritt. Also eigentlich die Wunschvorstellung. Aber gerüstet sollte man sein.

    Das is mir aber auch zu vereinfacht. Du gibst mir die perfekte Vorlage quasi selbst. Denn du redest von der Grundlagenforschung im Gesundheitswesen. D.h. wir stellen genug Geld für die Forschung auf diesem Bereich zur Verfügung und das wäre die Lösung gewesen. Richtig? Die Virulogen haben halt auch grad extrem gute Argumente und es ist verständlich, dass man diese Chance möglichst nutzen muss, um eben forschen zu können. Bei manch einem vielleicht auch nicht wegen der Forschung, sondern wegen dem Profit, den es verspricht.


    Und was sagst du dann den Mathematikern, die gern neue Formeln entdecken würden. Wie ist das mit Juristen? Zählen die auch, obwohl sie nur Gesetzestexte zu interpretieren haben? Und BWLer? Irgendwer muss doch auch Arbeitsprozesse optimieren, meist auf Kosten kleiner Arbeitnehmer. Aber optimierte Arbeitsprozesse. Da geht denen einer ab. Und wie is das mit Philosophen? Haben die überhaupt was verdient? Irgend so ein alter Grieche hat sogar angeblich in nem Fass gewohnt und angeblich dem Herrscher gesagt, er soll ihm aus der Sonne gehn. Die Nachfolger solcher Philosophen hätten auch gern was. Dann kommen die Biologen, die net genug für wichtige Versuche an Mäusen haben. Es kommen Historiker, die dir erzählen, dass man aus ihrer Wissenschaft für die Zukunft lernen kann. Dann kommen Sportwissenschaftler, die darauf hinweisen, dass es ohne sie weniger Goldmedaillen gibt und wie wichtig Sport für die Gesundheit ist. Das lässt sich beliebig fortsetzen.


    So und jetzt gibt es einen gewissen zur Verfügung gestellten Pool für zb. Universitäten, aus dem sie das möglichst alles bedienen sollen. Da kommt nur nix halbes und nix ganzes dabei raus, wenn jeder ein paar Klicker zur Verfügung gestellt bekommt. Deswegen spezialisieren sich doch immer mehr Unis. Schau nach Saarbrücken. Da sterben viele Studiengänge einen langsamen Tod, während man viel in den Bereich Informatik pumpt. Übrigens auch so ein Bereich, der oben noch gut reingepasst hätte.


    Letztlich müsste also insgesamt ein viel viel höherer Pool an finanziellen Ressourcen der Forschung allgemein zur Verfügung gestellt werden. Und dieses Geld muss wo anders abfliessen und das wird jemanden traurig machen. Wenn er genug Geld hat, wird derjenige schliesslich Politiker dazu "überreden" für ihn einzustehen, damit genau das nicht passiert. Er wird möglicherweise sogar seine eigenen Wissenschaftler mit Gegenthesen suchen, die aufgrund der damit verbundenen Bezahlung natürlich gerne das sagen, was man hören will. Kommt einem irgendwie bekannt vor, odeR?


    Langer Rede, kurzer Sinn. Ressourcen sind endlich. Geld geht oft dorthin, wo sich schon seine "Familie" befindet. Im Endeffekt ist es doch ein Verteilungskampf und allen wird man es nie recht machen. Wer soll also deiner Meinung nach diese Entscheidung treffen, was Forschungsgelder wert ist und was nicht? Politiker? BWLer? Das fairste wäre wahrscheinlich ne Lostrommel. Aber wer entscheidet über Milliardenbeträgen über ne Lostrommel? Ok, Lotto am Mittwoch und Samstag. Aber da sinds ja nur ein paar Millionen. Eine objektive, faire Verteilung wird es also nicht geben meines Erachtens. Deswegen wird jede Forschungsrichtung eine solche Gelegenheit nutzen, um die Finanzierung für die nächsten Jahrzehnte zu sichern. Weiter muss man in dem Moment dann auch erstmal nicht denken. Daher sind diese Forderungen von Lesch absolut nachvollziehbar und sicher auch nicht verkehrt, aber er weiss auch, dass nicht jeder davon profitieren kann, auch wenn er das natürlich nicht sagt. Wie hat es Volker Pispers mal gesagt? In Deutschland kann zwar jeder reich werden, aber eben nicht alle.


    Daher sollte jemand, der Forschungsgelder fordert, am besten auch Lösungen für solche Probleme gleich im Gepäck haben, sonst isses nur idealistisches Gebabbel, fernab jeder Realität. Bitte nicht als Angriff verstehen, wenn ich es so offen ausspreche.

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    Einmal editiert, zuletzt von tja-heinz ()

  • Das halte ich schlichtweg für einen Irrglauben. Man kann durch Einschränkung der freiheitlichen Werte und durch eine komplette oder teilweise Abschaffung des Datenschutzes (Corona App) dieser Bedrohungen nicht Herr werden.

    Da hast du mich schon ein bisschen falsch verstanden. ich glaube auch kaum, dass durch die Einführung einer Corona App tatsächlich was bewirkt werden kann.

    Ich meine: So wenig Daten preisgeben wie möglich.


    Ich habe eher grundsätzliche Bedenken an unserem Wirtschaftssystem:

    Dadurch, dass Menschen, Dienstleistungen und Waren Tag für Tag in unermesslichen Mengen über den Globus gekarrt werden, ergibt sich zwangsläufig die Gefahr der schnellen Ausbreitung von Krankheiten.

    Hinzu kommt, dass durch die Verlagerung der Produktion von lebensnotwendigen Gütern wie pharmazeutischen Waren in Billiglohnländer eine verhängnisvolle Abhängigkeit entsteht.

    Dass wir nicht in der Lage sind, Schutzmasken in ausreichender Menge in kurzer Zeit zur Verfügung stellen zu können, zeigt diese These.


    Schlicht zusammengefasst. Unsere Gier nach Gewinn macht unsere Welt kaputt.


    Meine Meinung:

    Wir arbeiten wie die Verrückten, um uns Dinge leisten zu können, die wir nicht brauchen.

    Und das auf dem Rücken von Mutter Erde.

  • Meine Meinung:

    Wir arbeiten wie die Verrückten, um uns Dinge leisten zu können, die wir nicht brauchen.

    Und das auf dem Rücken von Mutter Erde.

    Wie war das nochmal? Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, von Geld, dass wir nicht haben, um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht leiden können. So war der Spruch glaub ich.

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  • tja-heinz

    Es geht hier in erster Linie um die diesbezüglich wichtigen Wissenschaftsbereiche Physik, Biologie und Chemie (Biochemie).

    Diese Bereiche helfen uns die Welt, in der wir leben und die darin stattfindenden Prozesse zu verstehen. Dazu gehören natürlich auch Prozesse, die im menschlichen Körper stattfinden. Erkenntnisse auf diesen Gebieten sind zwingend nötig um in solchen Krisen angemessen und wirkungsvoll zu reagieren. Dass man sich hierbei nicht auf internationale Zusammenarbeit verlassen kann, sieht man gerade. Nicht nur, dass die anderen Nationen genauso ahnungslos da stehen wie wir, schlimmer noch ist, dass es nicht möglich war eine internationale Task Force zu bilden. Das wäre meiner Meinung nach eine der ersten zu treffenden Massnahmen gewesen. Ginge es nach mir, würde man sowas sofort und ständig installieren. Im Gegenteil. Man veranstaltet ein Wettrennen, damit man nur der Erste ist, der sowas vermarkten kann.


    Du hast es doch in einem anderen Thread selbst gesagt :

    Zitat

    Lesch hat in seiner Sendung diese Woche zb. das Plädoyer für die Wissenschaft und Forschung schon gehalten. Und das auch mit einer gewissen Berechtigung. Hab jahrelang selbst sehen können, wie wissenschaftliche Forschung (unabhängig vom Fachgebiet) letztlich oft an finanziellen Zwängen scheitert.

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  • Deine dezidierte Wahrnehmung ist einfach beeindruckend. Mach weiter so.

    Damit wäre auch klar zu welcher Gruppe du dich zählst. Welcome to blocklist!


    Dass du wirklich glaubst dass du führende Wissenschaftler in Frage stellen kannst weil du der Meinung bist etwas zu wissen, ist an Amtsanmaßung und Ignoranz unübertroffen. Und wenn wir denken dass sowieso hinter allem eine Verschwörung steckt, dann ist ohnehin jede Diskussion ad absurdum geführt.

    Einmal editiert, zuletzt von weschdkurv ()

  • Hinzu kommt, dass durch die Verlagerung der Produktion von lebensnotwendigen Gütern wie pharmazeutischen Waren in Billiglohnländer eine verhängnisvolle Abhängigkeit entsteht.

    Ich habe mich da kürzlich mit einem ehemaligen Arbeitgeber unterhalten. Nachdem ich ihn auf die ausbleibenden Lieferungen für Produktionsstoffe angesprochen habe, wollte er mir erklären, dass dies natürlich rein finanzielle Gründe hätte (die Börse lässt grüssen). Daraufhin wollte ich wissen, warum man sich in solch verhängnisvolle Abhängigkeiten begibt (Monolieferant) und sich nicht noch andere Optionen offenhält um solche Ausfälle kompensieren zu können. Man muss und darf nicht alles immer nur nach finanziellen Gesichtspunkten prüfen und beurteilen. Eine befriedigende Antwort darauf konnte er mir natürlich nicht geben. Man verlässt sich (zumindest war das die ganze Zeit der Fall) darauf, dass dieses System funktioniert.

    Meiner Meinung nach hat diese Globalisierung (auf allen Ebenen) aber ein solches Mass an Komplexität erreicht, dass die Frage nicht sein kann, ob das mal zum Rohrkrepierer wird, sondern wann.

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  • Trekkie00


    versteh mich bitte nicht falsch. Ich habe von einer Berechtigung für Wissenschaft und Forschung geschrieben. Ich habe eben nicht präzisiert und von medizinischer Wissenschaft und Forschung gesprochen. Ich gebe dir insofern recht, dass wir mehr Forschungsgelder zur Verfügung stellen sollten. Aber das löst nicht das Problem, wie dieses Geld zu verteilen ist. Nun ist unter den momentanen Voraussetzungen ein Plädoyer für Medizin einfach und nachvollziehbar. Vor ein paar Monaten wäre vielleicht die AfD noch das vorrangige Thema gewesen, dort hätten uns Geschichtswissenschaften Parallelen aufzeigen können. Es kommt also immer auf das gerade vorrangige PRoblem an, welche Wissenschaft denn unbedingt profitieren müsste. Ohne Corona kämst du nicht mal auf die Idee, sowas zu fordern. Und deswegen ist es eben nachvollziehbar, dass die Leute aus diesem Fachbereich das Beste rausholen, solang sich die Gelegenheit bietet. Ohne dies als einzigen Antrieb darstellen zu wollen.


    Aber darum gehts mir. Es gibt keine "unnützen" Wissenschaften. Mal davon abgesehen, dass oft interdisziplinäre Studien stattfinden. Guck mal, ich hab meine Masterarbeit über "Medizinische Kunstfehler in der Antike" geschrieben. Hab aber von Corona natürlich keinen blassen. Kann dir aber sagen, dass Medizin am besten forscht, wenn der Arzt von jeglicher Verantwortung für sein Handeln quasi entbunden wird. Das war die große Leistung der Griechen damals. Platon stellt den Arzt mit dem Steuermann und dem Politiker gleich zb. In all diesen Berufsgruppen gäbe es soviele Unsicherheiten, dass ein Erfolg nicht vorausgesetzt werden könne. Schaut man im Vergleich auf andere frühe Hochkulturen (Babylon, Persien, Ägypten usw.), so gab es dort eine ärztliche Kontrolle durch die Priesterschaft meistens. Dies hat medizinische Forschung massiv abgetötet. Und wir sehen es auch am Ende der Antike. Die Medizin verschwindet in den Klostern unter der Kontrolle der Kirche. Und die Entwicklung geht direkt den Bach runter. Hildegard von Bingen ist die erste, die die Medizin in gewisser Weise dort wieder rausholt. Galens (Säfte)lehre hält sich sogar bis ins 18. Jh. bis Paracelsus.


    Natürlich kann man sagen, ein solches Forschungsergebnis ist im Gegensatz zu Medizin nix wert. Das stimmt sicherlich irgendwie. Kultur und Philosophie lassen sich leicht kürzen, weil man sie nicht als persönlichen Verlust wahrnimmt. Aber solche Geistesforschung hat doch auch die Menschheit oftmals weitergebracht. Wäre dem nicht so, hätte man solche Forschung doch gar nicht jahrhunderte lang betrieben. Du urteilst mir da halt einfach zu sehr aus der Emotion heraus aufgrund der aktuellen Situation. Das halte ich aber für falsch. Und darum gings mir.

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  • tja-heinz

    Natürlich bleibt es dir überlassen, wie du diese Ansicht beurteilst. Ich beurteile das aber nicht emotional. Es ist nun mal so, dass die momentane Situation uns vor Augen führt, wie falsch unsere Priorisierungen sind.

    Ich bin bestimmt kein Gegner von Geisteswissenschaften. Im Gegenteil. Ich habe mich selbst, schon seit Schulzeiten, mit römischer und griechischer Philosophie befasst.

    Aber mit Verlaub. Was hilft uns momentan Philosophie, Theologie und Ähnliches. Wer hat die eigentlich zu Wissenschaften erhoben? Das sind für mich keine. Zudem obliegt es jedem Einzelnen sich damit zu befassen und seine eigenen Interpretationen zu elaborieren. Das hat für die Allgemeinheit nicht wirklich Mehrwert. Abgesehen von interessanten Diskussionen.

    Momentan und zukünftig geht es aber nicht um Interpretationen von Weltanschauungen, sondern darum harte Fakten zu schaffen, die helfen das Virus zu bekämpfen. Investiert man hier nicht mehr, wird man sich bei der nächsten Pandemie ähnlich oder noch schlimmer blamieren.

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  • Na dann. Da kommen wir nicht zusammen. Es spielt einfach keine Rolle, welche Wissenschaft man nimmt. Mathematik hat auch nix mit Medizin zu tun. Am Schluss isses doch nur eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen. Kann also weg. Und du kannst dir dann jeden Abend ne Behausung aus Schilfrohr basteln. Aber gut. ich lass dir deine Sicht. Momentan hilft natürlich nur Medizin. Nur. Ok, der Rechtsstaat basiert auf römischem Recht. Kann wahrscheinlich dann ja auch weg. Dann bleibt nur noch zu hoffen, dass sich der Arzt erinnert, dass ein Honorar eine Ehrengabe ist, die er nicht einfordern kann, sondern die freiwillig nach den entsprechenden Möglichkeiten gegeben werden. Da wünsch ich dir dann viel Glück.


    Edit: Übrigens. Hattest doch überlegt, in die Politik zu gehn. Lass das lieber. Politologie hat auch nix mit Medizin zu tun, also unnütz. Rüstzeug des Politikers is Rhetorik. Wieder keine Medizin. Also unnütz. Ich hoffe, du erkennst wie einfach es ist, irgendetwas die Berechtigung abzusprechen. Sinnvoll ist es aber nicht ;)


    Edit2: Nochmal übrigens, weils mir keine Ruhe lässt. ;)

    Der Anfang des hippokr. Eides: ICh schwöre bei Apollon dem Arzt und Asklepios und Hygieia und Panakeia und allen Göttern und Göttinnen, indem ich sie zu Zeugen rufe, daß ich nach meinem Vermögen und Urteil diesen Eid und diese Vereinbarung erfüllen werde. Musste übrigens irgendwer mit ner unnützen Wissenschaft aus dem Griechischen übersetzen. Viele dieser Texte hat das Abendland übrigens von den Arabern bekommen. Musste also griechisch und arabisch können. Ganz viele dieser im Abendland verschollenen Texte kamen übrigens beim Konzil zu Konstanz zurück ins Abendland, also bei einer theologischen Versammlung, deren 4jährige durchgehende Dauer erlaubte, dass sich führende Wissenschaftler treffen konnten. Hätten wir ohne die Frage über die "Erneuerung der Kirche an Haupt und Gliedern" komplett verpasst damals. Aber hey, da hatten wir auch nur 3 Päpste gleichzeitig. Moderne Arbeitsteilung würd ich sagen :P Dumm nur, dass der "oberste Hirte der Christenheit" eine Mehrzahl grundlegend ausschliesst.

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    3 Mal editiert, zuletzt von tja-heinz ()

  • Es spielt einfach keine Rolle, welche Wissenschaft man nimmt. Mathematik hat auch nix mit Medizin zu tun. Am Schluss isses doch nur eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen.

    Genau das ist es aber, was Wissenschaft ausmacht. Es ist beweisbar. Die oben von mir genannten Geisteswissenschaften zielen darauf ab vergangene Entwicklungen zu analysieren und daraus dann Schlüsse für gegenwärtige oder zukünftige Prozesse zu ziehen. Das wirst du nicht beweisen können. Man kann daraus im besten Fall neue Konventionen, Änderungen von bestehenden Konventionen im Gesellschaftsgefüge oder potenzielle politische Entwicklungen ableiten. Habe ich ein Gegenmittel gegen dieses Virus gefunden (exemplarisch), kann ich das beweisen.

    Ich streite ja nicht ab, dass diese Beschäftigungsfelder das Individuum oder auch die Gesellschaft voranbringen KÖNNEN. Aber daraus, dass dies in der Vergangenheit in bestimmten Bereichen funktioniert hat, abzuleiten, dass das generell so ist, halte ich für eine gewagte These. Wo sind denn die ganzen Werte und Errungenschaften geblieben? Du kannst hinschauen, wo du willst. Deine Argumentation funktioniert in der Theorie wunderbar.

    Führen wir römische und griechische Philosophie in den Schulen als Pflichtfächer ein? Ich bin sofort dabei. Wäre auf jeden Fall sinnvoller, als so manches andere Pflichtfach, welches ich jetzt nicht näher bezeichnen möchte.


    Aber wahrscheinlich sind unsere Weltbilder tatsächlich sehr unterschiedlich. Das ist ein Thema, da könnte man vortrefflich an einem Diskussionsabend drüber debattieren.

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  • Wir haben unterschiedliche Vorstellungen, was Wissenschaft ausmacht. Da liegt das Grundproblem. Es geht eben nicht immer darum, was unterm Strich rauskommt. Eigentlich ist es der Gedanke zum Ergebnis, der wertvoll ist. Was ist für mich also der große Vorteil von Wissenschaft?


    Zuerst einmal muss man festhalten, dass es um die Lösung komplexer Fragen geht. 1+1 bleibt immer 2, aber mit der Erkenntnis bauste auch keinen Wolkenkratzer. Also komplexe Probleme. Ich hoffe da sind wir uns zumindest einig. Das bedeutet erstmal, dass zur Beantwortung einer bestimmten Frage Umgebungsvariablen beachtet werden müssen, dass Nebenfragen auftauchen werden, deren Beantwortung für die eigentliche Frage von Belang ist. Nun gibt es ganz viele Wissenschaftler, die arbeiten schon lebenslang in einem bestimmten Bereich (früher gabs noch mehr Universalgelehrte) und schaffen es bis zum Tod nicht, alle nötigen Fragen zu beantworten. Sie stellen aber jahrelang Überlegungen an und präsentieren ihre Ergebnisse in ansprechender Weise. Dies führt dazu, dass nachfolgende Generationen das Problem nicht mehr von komplett vorne durchdenken müssen, sondern diese Ergebnisse heranziehen können und einer kritischen Betrachtung unterziehen. Das bedeutet nicht einmal, dass man zum selben Ergebnis kommen muss, aber es spart unheimlich viel Zeit, auf bereits ge- und durchdachte Beurteilungen zurückgreifen zu können. Wenn man alle bisher gedachten Beurteilungen kennt, so kann man ab diesem Punkt weiter forschen. Und für nachfolgende Generationen etwas greifbares zurücklassen. Und darum gehts. Und auch wenn dich das möglicherweise schockiert. So hat auch die Medizinforschung angefangen. Durch Erfahrungen (nicht klare Ergebnisse) konnte Wissen weitergegeben werden, dass anderen half, nicht mehr alles erproben zu müssen. Und nur darum gehts in Wissenschaft. Deine Forderung nach klaren Ergebnissen wie 1+1=2 ist käse. Ehrlichgesagt sogar der größte Käse, den ich von dir bisher hier lesen musste. Nimms mir nicht übel, wenn ich es so offen sage. Kann man natürlich auch anders sehen.


    Du sagst von dir, du betrachtest das nicht emotional. Aber emotionaler kann man es eigentlich nicht betrachten, um zu solch einem Ergebnis zu kommen wie du.


    Und das was ich mir wünschen würde, wäre das Entstehen eines Forschungsdranges in vielen Bereichen. So ähnlich wie in der Zeit der großen Weltausstellungen. Es gibt für mich jedenfalls keinen Grund, da eine Wertung vorzunehmen. Mit der Priorisierung von diesem oder jenen verbaut man sich nämlich mögliche Erkenntnisse aufgrund eines eingeschränkten Sichtfeldes. Man muss nicht jede Wissenschaft gut finden, aber ich halte es für absolut verkehrt, solchen Dingen ihre Berechtigung abzusprechen. Ich arbeite grad neben dem Schreiben hier an einem Tagebuch aus dem ersten Weltkrieg. Dort wird übrigens vom Autor auf Forschungsliteratur hingewiesen. Diese hab ich mir angeschaut und du wirst es nicht glauben, der Schreiber formuliert bereits während des ersten Weltkrieges Gedanken, die wir heute in der globalisierten Welt als richtig erkennen, z.b. dass Kriege dank der wirtschaftlichen Verknüpfung der Staaten absolet werden müssten. Heute sind Wirtschaftskriege für uns ganz normal. Bewaffnete Konflikte zwischen Nationen entfallen zu großen Teilen wegen der wirtschaftlichen Verknüpfung. Dort wird die Weltwirtschaftskrise schon während des Krieges thematisiert, noch bevor sie stattfindet. Auch ein Ergebnis, oder? Übrigens hat auch schon Keynes (BWL) vorhergesagt, dass die Repaturzahlungen in einen neuen Krieg münden werden. War zur Zeit der Aussage nicht bewiesen. Hat sich aber als schlauer Gedanke herausgestellt, der es wert war, festgehalten zu werden.


    Aber gut. Ich werd dich da sicher nicht überzeugen können. Ich kann ja auch verstehen, mit welcher Sichtweise du da ran gehst. Aber ich glaube oder hoffe zumindest, der anfangs angesprochene Lesch würde mir recht geben. Natürlich auch nur ne nicht bewiesene These. Aber sag dem mal, dass Astronomie weg kann. Wir kommen ja eh nicht weiter als auf den Mond. Und viele astronomische Erkenntnisse haben ihren Ursprung auch in der Antike. Da gabs kein TV und hellbeleuchtete Megastädte. Da hat man noch richtig viel Sterne gesehn. Dafür muss man heut weit fliegen. ;)

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  • Nimms mir nicht übel, wenn ich es so offen sage

    Mach dir da keine Gedanken. Ich bin selbst ein Freund offener Worte. So schnell nehme ich nichts übel. :bier:


    Von deinem Standpunkt aus kann ich deine Bewertung sogar nachvollziehen.

    Optimismus ist ein Schlüsselfaktor der Resilienz

  • Wir müssen auch Verzicht üben können. Ein einfacheres Leben führen

    WIR müssen schon mal rein gar nichts. Was du machst ist mir herzlich egal, du kannst dein Lebensheil so erlangen wie du es auch immer magst. Umgekehrt lasse ich mir von dir auch nicht rein reden wie ich mein Leben zu führen habe. Was ich für ein Auto fahre, was ich esse und trinke, wie oft und wohin ich in Urlaub fahre oder fliege hat dich und deine Genossen einen Scheißdreck zu interessieren.

    WIR MÜSSEN .... warum passt dieser Allmachtsanspruch nur so gut zu dir ?!?

  • ... einen Scheißdreck ...

    Da liessen sich bestimmt andere Worte finden. Garantiert ähnlich verständlich.


    Was ich für ein Auto fahre, was ich esse und trinke, wie oft und wohin ich in Urlaub fahre oder fliege hat dich und deine Genossen ... zu interessieren.

    Bei essen und trinken hast du du sicher recht. Was das Auto und den Urlaub angeht sicher auch (zumindest was die juristische Seite angeht). Allerdings wird es hier zumindest moralisch fragwürdig, da das die Lebensqualität aller beeinflusst. Ausser man hält es mit Donald Trump und negiert den Klimawandel.

    Aber vielleicht schaffen wir es ja noch rechtzeitig den Mars zu besiedeln.

    Optimismus ist ein Schlüsselfaktor der Resilienz

  • minus x minus = plus


    erklär dass mal logisch einem schüler,der das erste mal mit algebra konfrontiert wird.

    Puh, im ersten Moment schon gedacht, ich hätt mich verrechnet. Bei mir is ehrlichgesagt auch heute noch jede Begegnung mit Algebra wie das erste mal ;)


    Mach dir da keine Gedanken. Ich bin selbst ein Freund offener Worte. So schnell nehme ich nichts übel. :bier:


    Von deinem Standpunkt aus kann ich deine Bewertung sogar nachvollziehen.

    Gut. Denn wäre keineswegs meine Absicht gewesen, dich damit anzugreifen :bier:


    WIR müssen schon mal rein gar nichts. Was du machst ist mir herzlich egal, du kannst dein Lebensheil so erlangen wie du es auch immer magst. Umgekehrt lasse ich mir von dir auch nicht rein reden wie ich mein Leben zu führen habe. Was ich für ein Auto fahre, was ich esse und trinke, wie oft und wohin ich in Urlaub fahre oder fliege hat dich und deine Genossen einen Scheißdreck zu interessieren.

    WIR MÜSSEN .... warum passt dieser Allmachtsanspruch nur so gut zu dir ?!?

    Dem Apo müsst das nachsehen. Dessen Allmachtsphantasien bzgl. peoples clubs sind so hart ausgeprägt. Der muss da um die Welt reisen können, um das überall zu erklären und umzusetzen so wie es in Kaiserslautern so vorbildlich geklappt hat. Dafür braucht er dann auch ne dicke Karre als Ablenkung, sonst hört noch jemand zu genau hin und entlarvt seine Aussagen als das was sie wirklich sind...nämlich Scheißdreck :girly1:

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