Kommentar: Weiß-blaue Lehrstunde für Rote Teufel

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    Kommentar: Weiß-blaue Lehrstunde für Rote Teufel

    Nach sechs ungeschlagenen Spielen hat sich der FCK gegen 1860 München vorführen lassen. Nicht verwunderlich, wenn die Bereitschaft in der Kabine bleibt. Ein Kommentar.


    Trotz des chancenlosen Auftritts des 1. FC Kaiserslautern bei 1860 München bleibt Treffpunkt Betze Redakteur Armin positiv gestimmt. Schließlich gastiert schon am Samstag der Liebslingsgegner der Pfälzer auf dem Betzenberg. Außerdem sieht er Parallelen zwischen Löwen-Stürmer Sascha Mölders und Gene Simmons.

    Auf Giesings Höhen nicht auf Augenhöhe

    Vor der Partie der Sechziger gegen Kaiserslautern läuft es für beide Teams rund: Nach dem „Sondertrainingslager“ in Folge des Magdeburg-Debakels sind die Roten Teufel in der Spur. Sie bleiben in den folgenden sechs Partien ungeschlagen, ergattern 12 Punkte und verlassen die Abstiegsränge. Noch imposanter die Löwen. Sie holen 20 Punkte aus sieben Spielen und verkürzen damit den Rückstand auf den Relegationsplatz von neun auf drei Punkte. Am Dienstag fuhr der FCK dann für ein Duell „auf Augenhöhe“ nach München - und kam mit einer weiss-blauen Lektion im Gepäck wieder zurück.


    Von der ersten Minute an lassen die Hausherren klar erkennen, wer der Aufstiegskandidat ist. Im Gegensatz zu den Duellen mit den Spitzenteams aus Rostock, Ingolstadt oder Dresden bleiben die Roten Teufel gegen die Löwen wie schon im Hinspiel absolut chancenlos und verlieren verdient mit 0:3. Einer Mannschaft wie den Sechzigern wird der FCK in dieser Saison glücklicherweise nicht mehr begegnen. Ab jetzt gibt es nur noch machbare Aufgaben, aber auch keine Ausreden mehr.

    Mit eigenen Waffen geschlagen

    Mit laufintensivem Pressing und sicherem Passpiel aus der Defensive heraus funktionierte das „System Antwerpen“ in den letzten Wochen überaus erfolgreich. Im Grünwalder Stadion allerdings bekommen die Lauterer eine Lehrstunde in ihrer eigenen Spielweise erteilt. Von Anfang an machen die Sechziger mächtig Druck und schnüren den FCK in der eigenen Hälfte ein. Als sich die Lauterer endlich ein wenig befreien können und ihrerseits zu den ersten Torchancen kommen, fangen sie prompt den ersten Gegentreffer. Ausgerechnet nach einem Lauterer Eckball fahren die Sechziger einen Bilderbuchkonter über die beiden überragenden Löwen Merveille Biankadi (Vorbereiter) und Richard Neudecker (Torschütze). Beide Spieler bekommt der FCK während der kompletten 90 Minuten nie richtig in den Griff. Dabei richtete sich im Vorfeld die Aufmerksamkeit auf einen anderen Akteur.

    Rock And Roll All Nite

    Wie oft ging die Rockband KISS bereits auf Abschiedstournee, nur um ca. ein Jahr später zur „endgültig letzten Tour“ wieder in den selben Städten zu gastieren? Warum auch aufhören, wenn der Erfolg einfach nicht nachlassen will? Ähnlich verhält es sich mit Sascha Mölders.

    Seit gefühlten Ewigkeiten hängt der gebürtige Essener noch eine Saison dran, um seine Karriere endlich ausklingen zu lassen. Anschließend „hindert“ ihn stets seine eigene Torquote am Aufhören und er verlängert seinen Vertrag bei den Löwen um ein weiteres Jahr. Mittlerweile ist er 36 Jahre alt und erinnert von der Statur her eher an einen Dart- als an einen Fußballprofi. Dabei spielt er eine der besten Saisons seiner Karriere. Mit überragenden 21 Toren und neun Assists führt er aktuell sowohl die Torjäger- als auch Scorerliste der 3. Liga souverän an. Beim Heimsieg seines Teams gegen den FCK holt der Mittelstürmer einen Foulelfmeter heraus und bietet eine starke Leistung. Genau wie der Rest seiner Kollegen.

    Ausnahmslos schwach

    Bemerkenswert an der Lauterer Mannschaftsaufstellung im Grünwalder Stadion ist die Tatsache, dass es Kenny Prince Redondo noch nicht einmal in den Kader geschafft hat. Im letzten Spiel stand er noch auf der linken Offensivseite in der Startelf. In Abwesenheit der verletzten Hendrick Zuck und Martin Hanslik setzt Trainer Marco Antwerpen auf der linken Außbenbahn mit Anas Bakhat stattdessen lieber auf einen zentralen Mittelfeldspieler als auf den ehemaligen Fürther.


    Zudem fällt Torwart Avdo Spahic krankheitsbedingt aus und verhilft damit Matheo Raab zum dritten Ligaeinsatz seiner Karriere. Es wäre nun leicht, ausgerechnet den 23-jährigen Ersatztorwart und den 21-jährigen Mittelfeldmann auf völlig ungewohnter Position für die Niederlage verantwortlich zu machen. Allerdings wäre dies weder fair noch richtig. Es war die komplette Mannschaft, die einem starken Münchner Team in allen Belangen unterlegen war. Kein Lauterer erreichte sein normales Leistungsniveau. Das Gute daran: Schon am Samstag gibt es für jeden einzelnen Spieler die Gelegenheit, sich zu rehabilitieren.

    Überragende Bilanz gegen Uerdingen

    Als nächtes gastiert mit dem KFC Uerdingen ein Gegner auf dem Betzenberg, der dem FCK wie kaum ein zweiter liegt. In den letzten 16 Ligapartien gegen die Krefelder gab es aus Lauterer Sicht unglaubliche 14 Siege und zwei Unentschieden. Die letzte FCK-Niederlage hingegen setzte es im September 1989. Damals hieß der heutige KFC noch Bayer 05 Uerdingen. Der 2:0 Auswärtssieg im Hinspiel dieser Spielzeit war das einzige Saisonspiel, welches die Lauterer souverän gewannen. Kaum vorstellbar daran: Es musste noch nicht einmal bis in die Nachspielzeit hinein gezittert werden!

    Noch 3x Vollgas

    Auch wenn es sich mancher anders erhofft hatte, der 1.FC Kaiserslautern wird nicht völlig problemlos aus der Abstiegszone herausmarschieren. Wie schon gegen Lübeck leisten sich die Roten Teufel auch gegen 1860 München ein schwächeres Spiel. Das ist kein Beinbruch, solange die Einstellung weiter stimmt und die Punkte nun woanders eingefahren werden.


    In den verbleibenden drei Partien gegen Uerdingen, Köln und Verl muss der FCK wieder das Heft in die Hand nehmen, den Gegner von Anfang an unter Druck setzen und gefährlich kontern. Wie man das idealerweise umsetzt, haben die Roten Teufel am Dienstag gut anderthalb Stunden lang gezeigt bekommen.


    Quelle: Treffpunkt Betze

  • Man kann nur hoffen, dass man sich jetzt nicht auf die Ergebnisse in der Vergangenheit gegen Uerdingen bezieht. Denn jede Serie endet mal.


    Es müssen wieder die Leistungen vor dem Spiel gegen 60 abgerufen werden. Und am besten nochmals 10% oben drauf packen. Kampf, Laufbereitschaft...

  • Das Spiel am kommenden Samstag wird ein absoluter Nervengipfel und hat ungefähr dieselbe Tragweite als unser "Herzblutfinale" gegen Köln 2008. Entweder wird man die Partie gegen Uerdingen nur mit Unmengen an Alkohol oder einem Jahresvorrat an Beruhigungsmitteln aushalten können. Was würde ich aus Fansicht da einmal für eine "langweilige" Saison und einen gesicherten Mittelfeld Platz schon 4-5 Spieltage vor dem Saisonende geben, diese Last-Minute-Entscheidungen und unsere immer wiederkehrenden Boxkämpfe über dreizehn Runden in jeder Saison, bringen mich irgendwann noch ins Grab.

    `When the seagulls follow the trawler, it is because they think sardines will be thrown into the sea'

  • Ich werde es aufzeichnen,und bei einem Sieg werde ich es mir in aller Ruhe ansehen.Ohne Blutdruckanstieg und erhöhter Herzfrequenz.Ganz entspannt also. :)

    Wer die Schorle nicht ehrt,ist des Rausches nicht wert!