ZitatAlles anzeigenEs gibt Siege, die sind besonders schön. Das 1:0 (0:0) des 1. FC Kaiserslautern am Sonntag gegen den SV Wehen Wiesbaden war so einer. Ein Sieg für die Psyche. Es war zweifelsohne keine Gala-Vorstellung der „Roten Teufel". Am Ende zählen die drei Punkte. Und die sind enorm wichtig.
64. Spielminute: Jubel im Fritz-Walter-Stadion. Nein, der FCK hat kein Tor geschossen. Auf der Anzeigentafel leuchtet die 3:2-Führung des FC Ingolstadt gegen Mainz 05 auf. Die Lauterer Fans wissen: Jetzt gilt"s! Mit einem Sieg wäre der FCK noch dicker im Geschäft um die Aufstiegsplätze in die Bundesliga. Die Mannschaft braucht Unterstützung - und die gibt es. „Ein riesiges Kompliment an die Fans. Sie haben bis zur letzten Minute hinter uns gestanden", lobte und dankte FCK-Trainer Milan Sasic.
Und diese letzte Minute, sie war am Sonntag die spielentscheidende. Erik Jendrisek köpfte nach Einwurf von Florian Dick und Kopfball-Verlängerung Martin Amedicks zum 1:0 ins Netz. Es war Jendriseks zwölftes Saisontor. „Es freut mich, dass ich Tore mache, die entscheidend sind", sagte der 22-Jährige. Nach dem 1:1 in München traf Jendrisek nun im zweiten Spiel hintereinander.
Der 2:1-Siegtreffer Anfang April im WM-Qualifikationsspiel seiner Slowakei in Prag gegen Tschechien scheint Jendrisek zusätzlich beflügelt zu haben. „Viele", lautet seine kurze Antwort auf die Frage, wie viele Glückwünsche er nach dem Tor in Prag aus seiner Heimat bekommen hat. Der Stürmer läuft 90 Minuten, gibt keinen Ball verloren - und er trifft. „Im letzten Jahr hatten wir ein sehr emotionales Ende. Dieses Jahr ist es wieder so - nur in eine andere Richtung", sagt der schnelle Slowake und lacht.
Der FCK rangiert als Fünfter mit 49 Punkten nur zwei Zähler hinter dem Zweiten, Mainz 05. Sollten die Lauterer am Freitag in Rostock nachlegen können, werden sie wohl bis zum Saisonende um den Bundesliga-Aufstieg mitspielen. „Das wird ein schwieriges Spiel. Aber wir glauben an uns und wir werden uns noch steigern", kündigte Jendriseks Sturmpartner Srdjan Lakic an.
Nach seiner Einwechslung in der 59. Minute belebte Sidney Sam das Spiel der „Roten Teufel", hatte selbst zwei gute Chancen. „Das wäre sensationell, wenn ich mit dem 1. FC Kaiserslautern aufsteigen würde", sagte er. „Das Spiel war ein symbolischer Beweis dafür, dass es nicht wichtig ist, wie alt die Mannschaft ist oder wie groß der Kader, wenn der Wille da ist, alles zu geben", fand Sasic.
Dass der Sieg gegen Schlusslicht Wehen Wiesbaden verdient war, sah auch Gästetrainer Hans Werner Moser so: „Der FCK hat 90 Minuten Druck gemacht. Ich kenne das hier, weiß, was hier alles passieren kann." Damit meinte Moser Jendriseks Siegtor in der Nachspielzeit. „Das darf nicht passieren", sagte der enttäuschte Kristjan Glibo. Der Wehener Innenverteidiger trug von 1999 bis 2004 selbst das Trikot des FCK.
In der Saison 2003/2004 kam der 27-Jährige zu zwei Bundesliga-Einsätzen für die „Roten Teufel". Glibo machte am Kaiserslauterer Heinrich-Heine-Gymnasium sein Abitur, war eine Stammkraft bei der zweiten Mannschaft. „Da kommen natürlich schon alte Gefühle hoch", erzählte er nach dem Spiel. In der Wehener Innenverteidigung zeigte Glibo am Sonntag eine starke Vorstellung, machte Lakic das Leben schwer. „Ich denke, ich habe ihn ausgeschaltet", sagte der gebürtige Bruchsaler.
Quelle : Die Rheinpfalz