ZitatAlles anzeigenVertragsverhandlungen mit dem Torjäger vertagt - Vereinschef Stefan Kuntz sondiert den Stürmermarkt
Erik Jendrisek will zurück in die Fußball-Bundesliga. Dieses Ziel verfolgt auch Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern. Ob man den begabten Angreifer tatsächlich ab August im FCK-Dress in Liga eins sieht, ist offen - in doppelter Hinsicht. Während es im Aufstiegsrennen für die Lauterer gut läuft, stocken die Vertragsverhandlungen mit Jendrisek.
„Erik hat um etwas mehr Zeit gebeten, im Moment möchte er sich nicht entscheiden", sagte FCK-Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz über den Stand der Verhandlungen über eine Erneuerung des im Sommer auslaufenden Vertrags mit dem 23-Jährigen. Beim 3:0 (0:0)-Sieg der Lauterer am Sonntag gegen den SC Paderborn traf der Stürmer als „Joker" zweimal. Mit nun acht Toren ist Jendrisek derzeit erneut der erfolgreichste FCK-Schütze - gute Argumente für den slowakischen WM-Kandidaten.
„Ich möchte mich nicht unter Druck setzen, alles andere besprechen Stefan Kuntz und mein Berater", äußerte Jendrisek, der im Sommer 2007 als 20-Jähriger von Hannover 96 in die Pfalz gewechselt war. Bei seinem ehemaligen Klub kam er in der Saison 2006/2007 in der Bundesliga zu neun Kurzeinsätzen. Für Kuntz ist das Pokerspiel „nichts Unübliches". Allerdings, sagte der FCK-Chef, müsse sich der Verein parallel zu Jendriseks Bedenkzeit nach einem möglichen Nachfolger umsehen. Bis zum letzten Spieltag am 9. Mai wollen beide Seiten nicht warten. Klar ist aber: Richtig große Sprünge im Gehaltspoker kann sich der FCK angesichts der 3,2 Millionen Euro schweren Steuer-Altlasten nicht erlauben.
Dass sich Jendrisek in Kaiserslautern wohlfühlt - zumal als Tabellenführer -, zeigte der 1,76-Meter-Mann am Sonntag nach seiner Einwechslung für den glücklosen Srdjan Lakic. Mit seinen beiden Kopfballtreffern sorgte er für die Entscheidung in einem recht engen Spiel gegen Paderborn. Die Flanke zum ersten Treffer lieferte nach Florian Dicks Zuspiel Ivo Ilicevic (47.). Vor Jendriseks zweitem Kopfballtor (86.) servierte der kurz zuvor für Ilicevic eingewechselte Markus Steinhöfer.
„Wir wussten, dass es ein Geduldsspiel wird, aber wir haben die Ruhe bewahrt und hatten dann auch das nötige Glück", sagte Ilicevic. Auch im Hinblick auf die durch Steinhöfers Verpflichtung neu entstandene Konkurrenz auf der rechten offensiven Außenbahn freute sich der 23-Jährige über seine Maßflanke.
Ilicevics Herausforderer Steinhöfer jedoch zeigte später, dass zielgenaue Hereingaben auch zu seinen Spezialitäten gehören. Nach verpatzter Premiere bei der 0:3-Schlappe des FCK in Fürth schmorte die Leihgabe von Eintracht Frankfurt zweimal 90 Minuten auf der Bank.
Der gelungene Sechs-Minuten-Einsatz am Sonntag hat auch beim 23-Jährigen die Laune schlagartig verbessert. „Darauf lässt sich aufbauen", meinte der Neuzugang nach seiner Heimpremiere in Liga zwei. „Das Fürth-Spiel lief sehr schlecht", gestand Steinhöfer, „aber von der Ersten zur Zweiten Liga ist es schon eine Umstellung, in der Zweiten Liga wird mehr gegrätscht, da geht mehr über Kampf."
Einen festen Platz im Kader hat sich Manuel Hornig nach mehrmonatiger Verletzungspause erkämpft. Sein Tor zum 3:0 (90.+1) - „einfach unglaublich", wie er strahlend bekannte. FCK-Trainer Marco Kurz lobte den fleißigen Vielseitigen: „Er hat sich selbst belohnt."
Publikation: Ludwigshafener Rundschau
Ausgabe: Nr.33
Datum: Dienstag, den 09. Februar 2010
Seite: Nr.8