ZitatAlles anzeigenFCK heute beim VfB Stuttgart - Lakic hofft auf Verbindungsmann Moravek - Bugera fällt aus
Die Baustelle Mercedes Benz-Arena ist mit 39.500 Zuschauern ausverkauft. Ab Sommer finden dort 60.000 Besucher Platz. Heute (18.30 Uhr) versucht der VfB Stuttgart im Bundesliga-Überlebenskampf gegen den 1. FC Kaiserslautern auf der Überholspur voran zu kommen. Der VfB hat 30, der FCK bislang 31 Punkte.
„31 Punkte haben vor einem Jahr für die Relegation gereicht, 32 zum Klassenerhalt”, erinnert FCK-Trainer Marco Kurz. „Die Qualität ist jetzt viel höher”, schlussfolgert der FCK-Coach. „Es ist ein positiver Druck, sich die Erste Liga selbst erhalten zu können”, philosophiert der gebürtige Stuttgarter. „Es ist meine Heimatstadt, hier steht mein Elternhaus - aber ich bin schon lange weg ...”
Nicht gut für seine Mannschaft, dass Ivo Ilicevic, der unbekümmert-unberechenbare Drauflos-Dribbler, auch heute wegen seiner Bauchmuskelzerrung fehlt.
„Ich kann spielen”, signalisiert Jan Moravek nach dem Abschlusstraining Einsatzbereitschaft. Der 21-Jährige steht für temporeiches Kreativspiel. Fünf Tore hat der Tscheche, von einer Wadenblessur genesen, bisher erzielt. Acht oder neun hätten es sein müssen, zehn sein können.
„Er ist erfrischend für unser Spiel, hat eine gewisse Zielstrebigkeit, trotz seiner Fehlerquote, die wir weiter minimieren wollen”, charakterisiert der Trainer den begabten Charakterspieler. „Jan ist sehr wichtig für uns, das hat er gezeigt. Wir sind keine Mannschaft mit 20 gleichstarken Spielern”, unterstreicht Srdjan Lakic die große Bedeutung des Verbindungsmanns zwischen Sturmspitze und Mittelfeld. „Er tut uns gut, mir als Offensivspieler besonders”, sagt Lakic, der in der Rückrunde bislang ohne Tor geblieben ist. „Jede Serie endet einmal”, sagt Lakic, der sich auch im Training sichtlich um Erfolgserlebnisse müht. „Das wird ein geiles Spiel! Ein Spiel, in dem es um viel geht. Stuttgart ist ein direkter Konkurrent mit sehr guter Qualität”, weiß der 27-Jährige, der sich nach einem Torerfolg sehnt. „Natürlich bin ich nicht zufrieden”, beschreibt er seine Torflaute, die er aber auch relativiert wissen möchte: „Außer in ein, zwei Spielen war ich gut dabei. Ich hatte Chancen. Deshalb mache ich mich auch nicht verrückt! Die Tore werden wieder kommen. Ich bin in einer guten Verfassung ...”
Natürlich verfolge er die Spiele des VfL Wolfsburg, bei dem Lakic ab 1. Juli für vier Jahre unter Vertrag steht. Ob die Bindung auch bei Abstieg des VfL zählt, mag er nicht verraten. „Ich denke, Wolfsburg hat ausreichend Qualität, um die Klasse zu halten. Ich bin aber mit unserer Situation beschäftigt! Das ist meine Mannschaft und für mich ist es das Allerwichtigste, dass wir unser Ziel erreichen. Damit beschäftige ich mich, weil ich hier Einfluss habe! Ich will das Maximum aus den letzten sechs Spielen holen”, versichert Lakic.
Nichts dazu beitragen kann heute Alexander Bugera. Mit Rückenproblemen musste der Linksverteidiger, zuletzt zweite Wahl, daheim bleiben.
Positiv sieht Mathias Abel der Partie entgegen. Das Abwehr-Ass setzt - wie beim Sieg in Gladbach - auf die unbedingte Entschlossenheit. Und schwebt als junger Vater selbst auf Wolke sieben: In der Nacht zum Montag ist Sohn Johann, 49 Zentimeter groß, 3110 Gramm schwer, zur Welt gekommen. Ein echter Lauterer - wie der stolze Papa.
So spielen sie
VfB Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Träsch, Kuzmanovic - Harnik, Gentner, Okazaki - Pogrebnjak - Es fehlen: Audel, Degen (beide Reha), Bicakcic (Muskelfaserriss), Hajnal (muskuläre Probleme)
1. FC Kaiserslautern: Trapp - Dick, Abel, Rodnei, Jessen - Petsos - Kirch, Tiffert, Hlousek - Moravek - Lakic - Ersatz: Sippel, Amedick, De Wit, Bilek, Rivic, Amri, Hoffer - Es fehlen: Bugera (Rückenprobleme), Ilicevic (Bauchmuskelzerrung), Nemec (Innenbanddehnung), Simunek (Reha)
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Hinrunde: 3:3.
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Porträt: VfB am Wendepunkt
Der VfB Stuttgart kämpft - auch zur eigenen Überraschung - gegen den Abstieg. Ein Porträt.
Sven Ulreich (22): Befördert, degradiert, befördert - jetzt zeigt der Torwart, dass er Jens Lehmann beerben kann. Sensationell gut in Form.
Marc Ziegler (34): Als seine Chance im VfB-Tor kam, wurde er verletzt. Wie so oft vom Glück verlassen.
Khalid Boulahrouz (29): Die Eisenfuß-Qualitäten des Niederländers sind im Abstiegskampf gefragt. Verteidigt rechts in der Abwehrkette, weil es innen ein Überangebot an qualitativ guten Lösungen gibt.
Serdar Tasci (23): Verletzt, außer Form - oder umgekehrt. Der Nationalspieler a.D. scheint nun sein Tief zu besiegen und in der Innenverteidigung zu alter Form zu finden.
Georg Niedermeier (25): Rustikale Konsequenz ist die Stärke des torgefährlichen Abwehrrecken.
Cristian Molinaro (27): Linker Offensiv-Verteidiger. Wirkt abgeklärt.
Matthieu Delpierre (29): Nach Sperre sitzt der Kapitän auf der Bank.
Arthur Boka (28
Alternativkandidat für den defensiv stärkeren Molinaro oder die linke Außenbahn.
Stefano Celozzi (22): Kann rechts wie links verteidigen. Ersatzmann.
Christian Träsch (23): Dynamischer Zuarbeiter auf der Sechs.
Zdravko Kuzmanovic (23): Torgefährlicher Sechser.
Martin Harnik (23): Außenbahnbelebung mit Torinstinkt.
Christian Gentner (25): Aus Wolfsburg heimgekehrt. Säule im Team. Vielseitig im Mittelfeld verwendbar.
Shinji Okazaki (24): In der Winterpause aus Japan geholt, beflügelt über die linke Außenbahn.
Timo Gebhart (21): Der Junge mit dem „Löwen”-Herz. Tempomacher.
Tamás Hajnal (29): Leihgabe aus Dortmund. Kreative Bereicherung, fehlt wegen muskulärer Probleme.
Elson (29): Auf Zick-Zack-Kurs - keine Perspektive.
Daniel Didavi (21): Schnupperkurs.
Patrick Funk (21): Mitten drin und doch wieder draußen.
Pavel Pogrebnyak (27): Der Ein-Mann-Sturm besitzt Durchsetzungsvermögen und Qualität.
Sven Schipplock (22): Aus der zweiten Garnitur in Labbadias Kader befördert. Joker mit Torriecher.
Cacau (30): War verletzt. Kann als Joker mit seinem Torinstinkt helfen.
Ciprian Marica (25): Nach Kritik an Bruno Labbadia auf dem Abstellgleis.
Ermin Bicakcic (21): Aus dem Talentschuppen in die Bundesliga. Fehlt nun aber verletzt
Quelle: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Ludwigshafener Rundschau