Beiträge von Wolfram Wuttke

    FCKDevil 100% Zustimmung.


    Die Gerüchteküche beim FCK ist natürlich wie immer sagenhaft! Von "Huth wird gehen müssen" bis "Huth hat keine Lust mehr".. Einfach mal in die Tasten gehauen...ohne jeglichen glaubhaften Hintergrund.


    Ich denke, dass Pourié/Huth diese Saison ein Topduo in der Liga sein werden. Allerdings sollte im Sturm personell noch nachgelegt werden.

    Aktuell sehe ich nur noch Morabet als Alternative, der kommt aber eher über aussen. Eine Leistungsexposion des Phantoms Lucas Röser halte ich für weniger realistisch.

    Diskussionsthema zum Artikel: Kommentar: Noch nicht kreativ genug


    Kommentar: Noch nicht kreativ genug

    Mit dem Rückstand nach einer Standardsituation und den fehlenden Mitteln gegen ein tiefstehende Abwehr offenbarten sich am Freitag bekannte Lautrer Schwächen. Ein Kommentar.


    Nach dem Pokalaus gegen Jahn Regensburg wollte es der 1. FC Kaiserslautern zum Saisonauftakt besser machen. Mit der 0:1 Niederlage gegen Dynamo Dresden müssen die Pfälzer jedoch einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Besonders in der neu formierten und noch nicht vollständigen Offensive stottert der Pfälzer Motor.

    Mit Einsatz und Laufbereitschaft, jedoch ohne notwendige Kreativität

    Der erste Durchgang des Saisoneröffnungsspiels gegen Dynamo Dresden bot noch ein ausgeglichenes und intensives Match auf mäßigem spielerischen Niveau, in welchem die Dresdner nicht nur immer wieder zu gefährlichen Kontern ansetzten, sondern auch nach einem Eckball in Führung gingen. In Unterzahl kam Dynamo nur noch in den ersten 10 Minuten nach dem Wechsel mehrfach gefährlich vor das Lauterer Tor. Anschließend rührten die Sachsen in der Defensive Beton an, was schließlich zum Auswärtsieg ausreichte. Der FCK war schlichtweg nicht kreativ genug, um im zweiten Durchgang ein Tor zu erzielen.


    „80 Meter weit“ war das Spiel der Lautrer Mannschaft in Ordnung. Auf den letzten 20 Metern trauten sich die Männer in rot leider nicht genug zu. Zu viele planlose lange Bälle sowie (halbhohe) Flanken aus dem Halbfeld stellten Dresdens Defensive vor keinerlei unlösbare Probleme. Zudem kam auch zu wenig über die Außenbahnen. Die beiden Außenverteidiger Adam Hlousek und Dominik Schad zeigten sich zwar zweikampfstark, extrem lauffreudig und die wenigen Aktionen, in denen sie mal bis zur Grundlinie durchdrangen, sorgten auch prompt für Gefahr - allerdings wurde Schad zu wenig von seinen Mitspielern in die Angriffe eingebunden. Und Hlouseks Flanken waren meist zu unpräzise.


    Einsatz und Laufbereitschaft stimmten am Freitag auf jeden Fall, allein das Spielerische reicht noch nicht aus. Und machen wir uns nichts vor: Auf tiefstehende, mit Mann und Maus verteidigende - Teams wird der FCK nun beinahe jede Woche treffen. Hier muss die Mannschaft von Trainer Boris Schommers zukünftig mehr spielerische Lösungen parat haben. Das Personal dafür ist vorhanden, wenn auch noch nicht komplett verfügbar.

    Wer kann 'eins-gegen-eins'?

    Zu selten wurden am Freitag 'eins-gegen-eins' Situationen in Strafraumnähe gesucht. Situationen, für die die derzeit verletzten Nicolas Sessa oder Marius Kleinsorge prädestiniert wären. Auch Anas Bakhat und Mohamed Morabet bringen Tempo und Technik mit, um defensive Teams zu knacken. Sie mussten beide zum Saisonauftakt noch 90 Minuten lang auf der Bank schmoren. Der eingewechselte Simon Skarlatidis brachte mit Einzelaktionen und gefährlichen Ecken nochmal Schwung in die Lauterer Offensive und war fortan an beinahe jeder Lauterer Tormöglichkeit beteiligt. Ein Startelfeinsatz des ehemaligen Würzburgers gegen den Drittliga-Neuling Türkgücu München würde der Mannschaft definitiv gut tun. Der vor gut einer Woche als vorerst letzter Neuzugang verpflichtete Marlon Ritter absolvierte gegen Dresden seine ersten Spielminuten für den neuen Arbeitgeber. Wie Skarlatidis könnte auch er künftig hinter den Spitzen für Torgefahr sorgen. Nicht zuletzt würde auch Flügelspieler Merveille Biankadi, aktuell noch in Heidenheim unter Vertrag stehend, als potentieller FCK-Neuzugang eine echte Verstärkung darstellen.

    Was macht Hoffnung?

    Trotz der enttäuschenden Niederlage gab es auch Lichtblicke. So übernahmen Tim Rieder und Hikmet Ciftci im Mittelfeld Verantwortung, zeigten sich jederzeit anspielbar, ballsicher und zweikampfstark. Dies ist eine erkennbare Verbesserung zur letzten Saison, wo in der Zentrale oftmals niemand so richtig den Ball forderte. Gefährliche Freistöße oder Distanzschüsse, wie die von Ciftci und Rieder, gehörten auch schon lange nicht mehr zum FCK-Repertoire. Beide Akteure dürfen sich in den nächsten Spielen gerne noch ein wenig mehr zutrauen.


    Stürmer Marvin Pourié ist vielleicht der vielversprechendste Neuzugang der aktuellen Spielzeit. Auch wenn er körperlich noch nicht bei 100 Prozent war, konnte er Zweikämpfe durch seine Cleverness immer wieder für sich entscheiden. Er ist der Typ „unberechenbarer Stürmer“, der dem FCK bisher gefehlt hat. Natürlich braucht er - genau wie sein Sturmkollege Elias Huth - bald auch mal ein Erfolgserlebnis in Form eines Treffers.

    Und der 12. Mann?

    Einen organisierten Support durch Ultras oder Fanclubs gab es am Freitag nicht. Umso beeindruckender war die Lautstärke der rund 4.000 anwesenden Zuschauer, besonders im ersten Durchgang. Spätestens in der Mitte der zweiten Hälfte zeigte der Lauterer Anhang dann leider wieder sein anderes Gesicht. Wie so oft in den letzten Jahren, wenn die Mannschaft einem Rückstand hinterherlief, ihr die Ideen fehlten und sie Unterstützung gebrauchen konnte, kam vom Lauterer Publikum so gut wie nichts mehr. Zumindest nichts konstruktives. Es scheint offenbar auch völlig egal zu sein, ob 4.000 oder 40.000 Zuschauer anwesend sind. So waren auch am Freitag statt Anfeuerung nur noch Gemecker, Grummeln und genervtes Stöhnen bei fast jedem Pass eines Lauterers zu vernehmen. Nach dem Abpfiff gab es sogar einzelne Pfiffe. Anschließend fand in FCK-affinen Foren und Facebook-Seiten wie bei Lauterer Niederlagen üblich ein „Festival der guten Laune“ statt, bei dem der Abstiegskampf ausgerufen und der Kopf des Trainers gefordert wurde. So wie eigentlich fast jedes Jahr. Früher hieß es mal „solange die Mannschaft kämpft, wird sie auch unterstützt“. Gekämpft hat das Team am Freitag ohne jeden Zweifel. Egal wie tief der Frust über die letzten Jahre sitzt: Jeder Lauterer Anhänger sollte sich hinterfragen, welche Form der Kritik dem Erfolg der Mannschaft eher nützt beziehungsweise schadet.

    Gibt es das 10-jährige Jubiläum?

    Natürlich haben die letzten Jahre Spuren beim FCK-Anhang hinterlassen. Sollte dieses Jahr das Saisonziel wieder nicht erreicht werden, wäre dies bereits die zehnte Saison in Folge! Egal wie man zu manchem Spieler oder dem Trainer steht: Um das 10-jährige Katastrophen-Jubiläum zu vermeiden, müssen Team und Trainer unterstützt werden. Oder alternativ: Man macht es einfach so wie immer: Spieler zu Sündenböcken erklären, einen Trainer-Rauswurf fordern, negative Stimmung medial und im Stadion verbreiten, um dann wenig später mit einem neuen Coach das gleiche Spiel noch einmal genauso zu vollziehen. Hatten wir alles schon. Die letzten neun Jahre lang.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Pick, Pick und nochmals Pick. Was hat ein Herr Pick denn zuletzt bewegt. Im Pokalendspiel hatte man das Gefühl Pick spielt alleine gegen Waldalgesheim.Stets den Kopf nach unten dann kann man keine besser posierten Mitspieler ausfindig machen.....vllt. war das ja auch nicht gewollt um endlich wechseln zu können.......

    Genau DAS war letzte Saison unser Problem: Wenn bei Pick nichts lief, war unsere Offensive quasi schon ausgeschaltet. Das wird diese Saison anders sein, dank Außenspielern wie Kleinsorge und (hoffentlich) Biankadi, Mittelstürmern wie Huth und Pourié sowie technisch starken Mittelfeldspielern wie Sessa, Skarlatidis, Ciftci und Bakhat.

    Biankadi ist ein guter! sehr Abschlusstark, 2Kasmpfstark, Rohbust, Spielintelligent. Aber steht eben nicht für derart gute Überraschungsmomente wie das ein Pick getan hat. Bei Braunschweig war Biankadi jetzt nicht unbedingt der Überflieger.

    Obwohl ich deinen ersten Satz unterschreiben würde, bin ich beim Rest teilweise anderer Meinung als Du. Ich finde sehr wohl, dass Biankadi für Überraschungsmomente gut ist und ein Spiel entscheiden kann. Was den Abschluss angeht, sehe ich allerdings Pick stärker. Sollte er kommen, wird seine Aufgabe wohl sein, auf der Außenbahn Gegenspieler zu binden und somit Freiraum für die zentralen Stürmer zu schaffen und diese mit Vorlagen zu versorgen. Wenn er diese Aufgabe erfüllt, wird ist er ein guter Pick-Ersatz - auch ohne eigene Treffer.


    Biankadis Vorteil ist, dass er mit Huth und Pourié "richtige Stürmer", z.B. auch mit hohen Bällen, bedienen kann. Das konnte man bei Thiele, Kühlwetter und Röser komplett vergessen.

    Jurcher, Herr Notzon. Nicht suchen, handeln!!!

    Da man mit Heidenheim jetzt schon ewig verhandelt bin ich recht positiv gestimmt, was den Biankadi-Transfer angeht.

    Gemeinsam mit Winkler, Rieder, Hlousek, Pourie, Kleinsorge und Huth sieht das schon sehr gut aus, was Notzon, Schommers und Voigt hier machen.


    Dann noch Biankadi + ein klassischer Mittelstürmer (Boyd?) und der Kader wäre deutlich stärker besetzt als in den letzten beiden Saisons.

    Glaube kaum, dass ein unzufriedener Pick 2 Gegenspieler bindet. Es tut dem Kader auch nicht gut, auf einen Leistungsträger zu setzen, der eigentlich lieber woanders wäre.


    Zwischen Rückrundenbeginn und "Restart" hatte er letzte Saison auch eine Phase in der ihm wenig gelang. Der Unterschied ist einfach: Damals war er offensiv der einzige Spieler, der was gerissen hat, während für die neue Saison eine ganze Reihe anderer Spieler zur Verfügung stehen. Das macht die Mannschaft auch wesentlich schwerer auszurechnen.


    Nebenbei: Für eine Ablöse von 1,5Mio. kannst du zwei bis drei "Drittligagranaten" finanzieren.

    Ich denke dass wir den Zwang haben Aufzusteigen und ich bin mir nicht sicher wie man einen Florian Pick mindestens gleichwertig ersetzen könnte.

    Er hat einen Vertrag, der sich bei einem Aufstieg nochmal verlängern würde.

    Und die Regelung mit Sonderkündigungsrecht wurde nun mehrfach in den Bereich von justizablen Graubereich gestellt und Schommers hat dazu gesagt, dass er nicht denkt dass sich das auf den Profifußball übertragen lässt.


    Pick sollte man meiner Meinung nach nur abgeben, wenn von einem Bruchteil der Ablöse Zugänge aller Jurcher beispielsweise verpflichten könnte welche in naher Zukunft auch eine Ablöse bescheren könnten. Man muss immer im Auge behalten dass man nicht alle Performer der letzten Spielzeit aufeinmal los werden kann, ohne gewisse Mechanissmenm zu verlieren.

    Ich denke schon, dass Pick gut ersetzt werden kann, aber halt nicht mit einem identischen Spielertypen. Das ist aber auch nicht nötig. Kleinsorge über rechts, Sessa auf der 10, Skarlatidis (ihn sehe ich immer noch als eine Art Neuzugang) variabel.


    So ungern ich Pick gehen sehe, aber einen unzufriedenen Spieler halten macht für den FCK wenig Sinn - zumal, wenn es ein 1,5Mio.€ Trostpflaster dafür gibt.

    Buggy

    Winkler: Natürlich bin ich nicht 100% sicher, ob er in der Startelf steht. Ich denke aber, dass er als Abwehrchef geholt wurde. Kraus traue ich die Rolle nicht zu und Hlousek und Rieder sollten auf anderen Positionen eingeplant sein.


    Pick: Ich bin sehr sicher, dass Pick geht. Einerseits bringt die Ablöse dem Verein unfassbar viel Spielraum bzgl. der Neuverpflichtungen. Andererseits könnte Pick (insolvenzbedingt) von einer 3-monatigen Kündigsfrist Gebrauch machen und ablösefrei gehen. Letztlich wäre für Pick, den FCK und Heidenheim ein kurzfristiger Transfer die beste Lösung.


    Zuck: Nein, keine offizielle Quelle. Zucks Position ist nur offensiv in der Zentrale. Und da hat er mit Sessa, Skarlatidis, Bakhat, Ciftci, evtl. Sickinger und Morabet jede Menge Konkurrenz, die einfach schneller und zweikampfstärker ist.

    Diskussionsthema zum Artikel: Transferpolitik: Sinnvolle Transfers und viel Potenzial


    Transferpolitik: Sinnvolle Transfers und viel Potenzial

    Mit Thiele, Pick und Kühlwetter gibt der FCK möglicherweise bis zu drei Stammspielern ab. Macht das wirklich Sinn? „Absolut!“. Eine Analyse des neuen FCK-Kaders.


    Noch vor rund einer Woche zitterte sich der FCK gegen unterklassige Gegner zum Verbandspokalsieg. Nun lässt der Verein mit Timmy Thiele und - voraussichtlich - Florian Pick und Christian Kühlwetter gleich drei Offensivspieler ziehen, die es letzte Saison auf insgesamt 37 Saisontore und 24 Vorlagen gebracht haben. Macht das wirklich Sinn? „Absolut!“ meint unser Redakteur Wolfram Wuttke.

    „Leistungsträger halten und mit einer eingespielten Truppe aufsteigen“

    Eine solche Zielsetzung entspricht einem gängigem Erfolgsrezept der meisten und auch tatsächlichen Aufsteiger aus der zweiten und dritten Liga. Es dürfte zugleich auch der Wunsch eines jeden FCK-Fans sein. Seit dem Abstieg aus der ersten Bundesliga gelang es dem FCK allerdings nur ein einziges Mal den kompletten Kader beisammen zu halten: Im vergangen Sommer. Das Ergebnis war eine enttäuschende Saison, die mit dem 10. Tabellenplatz endete. In diesem Sommer verlassen mit Lennart Grill und höchstwahrscheinlich auch Florian Pick zwei Leistungsträger den Betzenberg. Die Qualität der Mannschaft sollte jedoch trotzdem nicht leiden.


    In den letzten beiden Jahren wurde von Spielerseiten oft die Harmonie im Kader gelobt. Rückblickend betrachtet hätten der eine oder andere meinungsstarke Charakter und ein wenig mehr Disharmonie dem Team sicherlich besser getan. Die Kaderzusammenstellung der letzten beiden Saisons war, vorsichtig formuliert, „nicht ganz ausgewogen“. Genauer gesagt hatte das Team wenig Tempo, wenig spielerische Klasse, wenig Spielintelligenz und keinerlei Leadertypen. Mangels Kopfballspezialisten war die Mannschaft offensiv wie defensiv gleichermaßen schwach bei Standardsituationen. Die beiden Hauptelemente, mit denen die Roten Teufel hauptsächlich in der Lage waren, ein Tor zu erzielen, hießen „Konter“ und „Florian Pick“. Für den Gegner waren eine tiefstehende Grundformation und doppelte Manndeckung für Pick meist schon die halbe Miete. Hier ist Sportdirektor Boris Notzon weiterhin in der Bringschuld. Und er scheint - gemeinsam mit Trainer Boris Schommers und Geschäftsführer Soeren-Oliver Voigt - in diesem Sommer tatsächlich auch zu liefern.


    Die aktuellen Neuverpflichtungen lassen mit einem offensichtlich veränderten Anforderungskatalog aufhorchen: Es wurden gleich mehrere und selbstbewusste Kämpfertypen unter Vertrag genommen, die die Liga kennen, das Zeug zu Führungsspielern sowie die Qualität besitzen, ein Spiel zu entscheiden. Nicht zuletzt die eklantanten Kopfballschwächen sollten durch Winkler, Rieder, Huth und Hlousek nun der Vergangenheit angehören.

    Kaum Dominanz gegen Waldalgesheim und Morlautern

    Nur mit Ach und Krach hat sich der FCK für den DFB-Pokal qualifiziert. Die beiden hauchdünnen Siege gegen die unterklassigen Vereine Morlautern und Waldalgesheim zeigten vor allem eins: Die Mannschaft ist weiterhin nicht in der Lage tiefstehende Gegner spielerisch zu besiegen.


    Nun hätten andererseits zwei Kantersiege das Team zu diesem Zeitpunkt der Saisonvorbereitung sicherlich auch nicht weiter gebracht, sondern vielleicht sogar über seine Schwächen und Defizite hinweg getäuscht. Daher wird es - wie auch schon in der letzten Saison - in der ersten DFB-Pokal Hauptrunde niemanden mehr interessieren, ob sich der FCK das Match gegen Regensburg auch wirklich verdient hat. Zudem haben noch mehrere Neuzugänge im Verbandspokal gefehlt.

    Echte und gefühlte Neuzugänge

    Boris Schommers möchte dominant und variabel spielen lassen. Beides war mit dem Michael-Frontzeck-Gedächtnis-Kader nicht ansatzweise möglich. Beim aktuellen Kaderumbau definiert Trainer Schommers das Spielerprofil, Sportdirektor Notzon präsentiert mögliche Kandidaten und Geschäftsführer Voigt verhandelt abschließend die Vertrags- und Wechselmodalitäten. Bisher sieht dies wirklich vielversprechend aus. Nicht nur qualiativ hat sich der Kader verstärkt. Das Gros der Spieler ist gleich auf mehreren Positionen einsetzbar.


    Mit dem neuen Abwehrchef Alexander Winkler und dem Rückkehrer Adam Hlousek, der sowohl Innenverteidiger als auch sämtliche Positionen auf der linken Seite spielen kann, ist der Defensivbereich stabiler und gleichzeitig auch deutlich variabler geworden. Mit Tim Rieder kam endlich ein potentieller Leader für das defensive Mittelfeld, der auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden kann. Außer einem Abgang vom Jo Matuwila ist in der Defensive personell wohl keine Veränderung mehr zu erwarten.


    Auch im Mittelfeld steht der Kader mittlerweile, zumindest hinsichtlich der Zugänge. Hier wird vom ehemaligen Meppener Marius Kleinsorge sowohl Tempo als auch Bissigkeit auf der rechten Mittelfeldseite erwartet. Im Verbandspokal bereits schmerzlich vermisst wurde der verletzte Neuzugang Nicolas Sessa. Der dribbelstarke Zehner kann der so genannte „Unterschiedsspieler“ sein, der durch Einzelaktionen ein Match entscheidet. Simon Skarlatidis, der letzte Saison kaum zum Zug kam, ist nach der Rückkehr von seiner Verletzung ebenso ein „gefühlter Neuzugang“. Hinzu kommen die beiden spielstarken Youngster Anas Bakhat (zentral offensiv oder defensiv) und Mohamed Morabet (rechtes Mittelfeld bzw. Sturm), die in der vergangen Spielzeit erst nach dem Restart den Sprung in die Startelf schafften. Alle vier sind schnelle und wendige Spieler, die sich im Eins-gegen-Eins durchsetzen können. Die Kanzlerin würde sagen: „Das ist für uns Neuland“.


    Der mit Zwickau in Verbindung gebrachte undebenfalls offensive Kreativspieler, Manfred Starke, enttäuschte im Pokal abermals. Es ist wohl den Verletzungen von Sessa und Skarlatidis geschuldet, dass er noch keine Freigabe erhalten hat. Spätestens mit der Verpflichtung von Tim Rieder ist auch der Verbleib von Carlo Sickinger fraglich. Eine Vertragsverlängerung am Betzenberg hat der gebürtige Karlsruher bereits abgelehnt. Hendrick Zuck wird in seinem letzten Vertragsjahr am Betzenberg sicherlich kaum Chancen auf einen Stammplatz haben. Der 1. FC Saarbrücken soll Interesse gezeigt haben, ihn in seine saarländische Heimat zu lotsen. Als sicher hingegen gilt der Abgang von Antonio Jonjic.

    Alles muss raus! Der Sturm wird runderneuert

    So wie es scheint, gönnt sich der Verein derzeit den Luxus, sich von drei Stammspielern zu trennen, die in der vergangen Saison insgesamt 37 Tore und 24 Vorlagen im Ligabetrieb beisteuerten. Verscherbelt der FCK hier den möglichen Aufstieg? Verkürzter Spannungsbogen: Nein, tut er nicht - im Gegenteil!


    Während die eher eindimensional spielenden Konterstürmer Kühlwetter und Thiele den Verein verlassen (werden), kehrt mit dem zuletzt nach Zwickau verliehenen Elias Huth ein kopfballstarker Strafraumstürmer an den Betzenberg zurück. Erstmals seit dem Abgang Sebastian Anderssons im Sommer 2018 steht nun wieder ein Abnehmer für hohe Flanken zur Verfügung. Nachdem auch der ständig verletzte Andri Rúnar Bjarnason den Verein bereits verlassen hat, bleibt lediglich ein Stürmer aus der vergangenen Saison übrig: Es handelt sich hierbei ausgerechnet um das Phantom Lucas Röser, über dessen Stärken auf dem Spielfeld weiterhin wenig bekannt ist. Völlig unzweifelhaft, dass hier noch nachgebessert wird.


    Um den kolportierten Transfer des „Brechertypen“ Terrence Boyd vom Halleschen FC zum Betzenberg ist es zuletzt sehr still geworden. Daneben sind, unter anderem mit dem aus Worms stammenden Herthaner Alexander Esswein, wirklich namhafte Spieler im Gespräch. Die Verhandlungen mit Marvin Pourié stehen angeblich bereits kurz vor dem Abschluß. Der Goalgetter wurde in der vorletzten Saison Torschützenkönig in der 3. Liga und stieg mit dem Karlsruher SC in die 2. Liga auf. Nach dem Aufstieg lief es für den ehemaligen Schalker am Wildpark nicht mehr rund. Er wurde in der vergangenen Winterpause nach Braunschweig verliehen, um dort wiederum mit der Eintracht aus der 3. Liga aufzusteigen. Pourié kann sowohl in der Sturmspitze als auch auf der rechten Angriffsseite oder als hängende Spitze agieren. Er gilt allerdings nicht nur für seine Gegenspieler als zuweilen „schwierig“. Andererseits hat Boris Schommers in seinen krund 12 Monaten beim FCK bereits mehrfach unter Beweis gestellt, dass er, wenn es sein muss, hart durchgreift. Namen spielten dabei keine Rolle. Dies mussten unter anderem schon Gerry Ehrmann, Timmy Thiele und Christoph Hemlein erfahren.

    Woher kommt das Geld inmitten der Insolvenz?

    Die können sich jetzt den Rieder leisten, holen vielleicht noch Pourie und, und, und...“ Mit diesem Zitat reagierte 1860-Trainer Michael Köllner auf den Abgang seines (laut Kickernoten) besten Feldspielers zu einem Ligakonkurrenten äußerst verschnupft. Abgesehen von der sicherlich auch emotionalen Reaktion des Löwencoaches ist die Frage durchaus verständlich: Wie kann der 1.FC Kaiserslautern inmitten der Planinsolvenz solche Hochkaräter an Land ziehen?


    Da wären zum einen die Einnahmen: Für Lennart Grill zahlte Leverkusen rund zwei Millionen an den FCK. Timmy Thiele wechselte für rund 275.000 Euro (Quelle: transfermarkt.de) zu Viktoria Köln. Zudem stehen für die sehr wahrscheinlichen Abgänge von Florian Pick (1.5 Mio) und Christian Kühlwetter (500.000 Euro) weitere ansehnliche Transfereinnahmen im Raum. Eine eventuelle Ablösesumme für Carlo Sickinger sollte ebenfalls in diesem Bereich liegen. Auf der Seite der Transferausgaben steht laut offiziellen Quellen einzig die Ablösesumme für Tim Rieder (100.000 Euro). Der mögliche Transfer von Marvin Pourié vom Karlsruher SC würde den FCK ebenfalls wenig finanziell belastet. Laut Kicker kassiert der KSC nicht nur keine Leihgebühr, sondern muss sich auch noch am Jahresgehalt beteiligen.


    Die regionalen Investorengruppe, bestehend aus Giuseppe Nardi, Dr. Peter Theiss, Dieter Buchholz, Axel Kemmler und Klaus Dienes avisierte zuletzt den Erwerb von 25 Prozent der FCK-Anteile für 8,3 Millionen Euro, welche somit die laufende Finanzierung der kommenden Saison sicherstellen sollten. Was jetzt noch fehlt ist die Einigung mit den Gläubigern hinsichtlich des Schuldenschnitts. Da sämtliche Stakeholder (Gläubiger, Angestellte, Stadt Kaiserslautern und weitere) ein (Eigen-)Interesse am Überleben der 1. FC Kaiserslautern haben sollten, dürfte es wohl nur noch um die Höhe des Schuldenschnitts gehen. Und die sollte ebenfalls überschaubar sein.


    Quasi „Windfall-Profits“ sind für den Verein die beiden jüngst bekannt gewordenen Einnahmen: Aus dem Nachwuchsfördertopf des DFB erhielt der FCK 242.000 Euro. Und für den Transfer von Robin Koch vom SC Freiburg zu Leeds United nahm der Verein einen Solidaritätsbeitrag in Höhe von 132.000 Euro (je 0,5% für jedes Jahr, welches Koch beim FCK spielte) ein. Diese Einnahmen waren so nicht planbar und werden von Vereinsseite daher noch gar nicht berücksichtigt worden sein.

    Geheimnisvolle Trainingsspiele gegen Homburg

    Statt des geplanten 90-minütigen Testspiels gegen den FC Homburg fanden am Freitag nun coronabedingt „zwei 45-minütige Trainingsspiele“ gegen eben jenen Gegner statt. Zuschauer waren dabei nicht zugelassen. Das Hygienekonzept ging soweit, dass der FCK im Nachgang noch nicht einmal die Mannschaftsaufstellungen kommunizierte. So sind einzig die Ergebnisse (1:1; 2:0 für den FCK ) sowie die Torschützen Pick, Röser und Anil Aydin bekannt. Anil wer? Letztgenannter hat bisher lediglich 12 Einsätze für das Oberligateam absolviert. Sein Name fiel auch noch nie in Zusammenhang mit dem Profikader. Mal sehen, ob sich das bald ändert.


    Alles in allem sieht die Kaderplanung des FCK sehr vielversprechend aus. Was noch fehlt sind ist die Unterschriften von Marvin Pourié und ein weiterem offensiven Neuzugang. Dann wäre der Kader - unter Berücksichtigung der zu erwartenden Abgänge - schlanker und trotzdem schlagkräftiger.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Titelbild: MS-Sportfoto

    Diskussionsthema zum Artikel: Kaderanalyse: "No Picki, no Party!" in der Offensive


    Kaderanalyse: "No Picki, no Party!" in der Offensive

    Teil II unserer Kaderanalyse. Heute im Blickpunkt: Von Pick bis Kühlwetter - Die Offensivreihen in der Einzelbewertung. Treffsicherheit auch ohne "Knipsermentalität".


    59 Tore erzielten die Roten Teufel in der abgelaufenen Spielzeit. Damit belegten die Lautrer "nur" den zehnten Tabellenrang. Das Besondere an dieser Statistik ist jedoch, dass das Sturmtrio Pick, Kühlwetter und Thiele für 37 der insgesamt 59 erzielten Tore verantwortlich war. Damit gehörte die FCK-Offensive neben Viktoria Köln und dem MSV Duisburg zur Ligaspitze.


    Im gestrigen ersten Teil unserer Kaderanalyse blickte Wolfram Wuttke bereits auf die Defensivreihen. Im heutigen zweiten Teil dreht sich die Analyse um das offensive Mittelfeld und die torhungrige Sturmreihe. Zum Abschluss lässt es sich unser Redaktionsmitglied nicht nehmen, drei Gründe zu benennen, warum der FCK in der kommenden Spielzeit deutlich stärker sein wird.

    Mittelfeld: Wird ab jetzt auch Fußball „gespielt“?

    Manfred Starke: Ballsicher und immer anspielbar, so präsentierte sich Namibias Nationalsspieler in seinen ersten Auftritten für den FCK. Den - absolut unhaltbaren - Elfmeter im Pokal gegen Mainz nicht zu vergessen. Anschließend machte sich die fehlende Sommerpause, die Starke durch Namibias Teilnahme am Afrika-Cup nicht vergönnt war, immer mehr bemerkbar. Er baute von Spiel zu Spiel körperlich ab. Leider bot der ehemalige Rostocker sowohl nach der Winter- als auch nach der Coronapause weiterhin zumeist unerklärlich schwache Leistungen. Alles in allem blieb er deutlich hinter den Erwartungen zurück. Ein Starke in Topform hingegen könnte im offensiven Mittelfeld als Ballverteiler fungieren. Die Defensivqualitäten für die Sechser-Position ließ der 29-jährige bisher vermissen.


    Hendrick Zuck: Unter Sascha Hildmann war der Saarländer noch ein lethargischer Außenbahnspieler ohne jeglichen Esprit. Als Boris Schommers das Traineramt übernahm, überraschte Zuck plötzlich als ballsicherer Passgeber in der Zentrale. Ein Torjäger wird er in diesem Leben wohl nicht mehr und seine mangelnde Schnelligkeit gepaart mit Defensivschwächen machen die Vorstellung, ihn kommende Saison regelmäßig in der Startelf zu sehen, eher unwahrscheinlich. Der Püttlinger kann halt nur „offensiv“ und die Konkurrenz mit Cifci, Bakhat, Sickinger, Skarlatidis, Starke und Morabet ist hier einfach laufstärker und vielseitiger.


    Mohamed Morabet: Morabet ist der dritte Nachwuchsspieler aus dem Lauterer Oberligateam, der sich am Saisonende bei den Profis empfehlen konnte. Im Gegensatz zum etwas vielseitigeren Bakhat liegen die Fähigkeiten des flinken Frankfurters rein in der Offensive, wo er sich nicht nur mit zwei Toren bei den Profis, sondern auch in der zweiten Mannschaft mit 11 Treffern in 14 Spielen als sehr treffsicher präsentierte. Es mag erstmal überzogen klingen, aber Morabet ist „schon“ 22 Jahre alt und hätte den Sprung ins Profiteam eigentlich bereits deutlich früher schaffen müssen. Woran genau es bisher gehapert hat, ist schwer zu sagen, aber die Entscheidung des Vereins die zweite Mannschaft nun enger mit den Profis zu verzahnen ist nicht nur richtig, sondern seit Jahren überfällig.


    Simon Skarlatidis: Der Würzburger Neuzugang verpasste verletzungsbedingt die ersten vier und die letzten elf Spiele. In der Zeit dazwischen reichte es ebenfalls nicht zu einem Stammplatz. Genauso wie Manni Starke könnte der dribbelstarke und torgefährliche Waiblinger nach einer absolut enttäuschenden Saison für die neue Spielzeit ein wichtiger Mann werden. Ebenfalls wie bei Starke könnte es aber auch zu einer Trennung kommen.


    Antonio Jonjic: Der 20-jährige ist mit einem unfassbaren Antritt gesegnet, körperlich robust und spielstark. Die Saison 2019-20 hätte eigentlich seine werden sollen. Eigentlich. Aber die mitunter unorthodoxen Laufwege, mangelnde taktische Disziplin sowie überoptimistische 1-gegen-1 Situationen verhinderten, dass der Rechtsaußen sich bei Ex-Trainer Sascha Hildmann durchsetzte. Auch Boris Schommers verlor irgendwann die Geduld und sortierte ihn gemeinsam mit Janek Sternberg und Christoph Hemlein aus. Von Schommers Seiten wurde zwar mehrfach betont, die Tür sei für Jonjic noch nicht zu. Andererseits stand er auch in der Rückrunde nicht ein einziges Mal im Kader. Aktuell sieht es nicht danach aus, dass im Profibereich mit dem Ludwigshafener geplant wird. Ausschließlich für die Oberliga sollte er jedoch zu teuer sein.


    Fazit: Ciftci, Bachmann und Sickinger könnten in der nächsten Saison das Korsett des Lauterer Mittelfeldes bilden, sowohl spielerisch als auch von der Mentalität her. Allerdings wären auch die „Herausforderer“ Starke, Skarlatidis und Bakhat bei voller Leistungsfähigkeit heiße Stammelfkandidaten. Nicht zu vergessen Zuck und Morabet. Von diesem spielstarken Mittelfeld könnte man für die nächste Spielzeit tatsächlich auch ansehnlichen Fußball erwarten, statt wie bisher, fast ausschließlich auf Konter oder Einzelaktionen von Florian Pick zu bauen.

    Angriff: Treffsichere Offensive - Mehr Flexibilität mit Rückkehrer Huth

    Timmy Thiele: Der gebürtige Berliner ist sehr robust, aber kein kopfballstarker Strafraumstürmer. Erst recht ist Thiele kein Knipser, sondern ein Konterstürmer, der mit dem Ball am Fuß einen unglaublichen Antritt hat. Eigentlich hatte man in seinem zweiten Jahr auf dem Betzenberg den Durchbruch von „TT9“ erwartet. Seine Quote mit 10 Toren und 4 Vorlagen in der Liga (plus je 2 Tore und Vorlagen im Pokal) ist einigermaßen ok, aber ein wenig enttäuschend war seine Saison trotzdem. Zuviele 100-prozentige Torchancen ließ er in seinen 33 Einsätzen liegen. Zuletzt schien Boris Schommers ihm auch den einen oder anderen Denkzettel zu verpassen, was sich u.a. mit sinkenden Einsatzzeiten für den Berliner äußerte. Thiele kam im Sommer 2018 als Königstransfer und dürfte ein vergleichsweise hohes Gehalt beziehen. Möglich, dass sich die Wege nach dieser Saison trennen. Wahrscheinlich hängt dies allerdings auch vom Verbleib seines Sturmkollegen Christian Kühlwetter ab.


    Christian Kühlwetter: Schnell mit dem Ball am Fuß, kein Strafraum-, sondern ein Konterstürmer. Das klingt sehr nach? Richtig. Kühlwetter und Thiele sind sich nämlich vom Spielertyp her grundsätzlich ziemlich ähnlich. Kühlwetter ist kaltschnäuziger vor dem Tor, hat aber dafür technische Defizite und steigt für Kopfbälle normalerweise gar nicht erst richtig hoch. In seiner zweiten Profisaison ist er jedoch mit 14 Treffern und 9 Vorlagen (plus zwei Tore im Pokal) der treffsicherste Lauterer Torschütze. Ein klassischer Stürmer ist er dennoch nicht, dafür bleibt er gegen tiefstehende Gegner einfach zu harmlos, benötigt zuviel Raum und hat Schwächen bei der Ballannahme und -verarbeitung.


    Da Thiele und Kühlwetter beide weder „Wandspieler“ noch Knipser sind, sollte man einen von beiden abgeben. Bei Trainer Schommers - er bezeichnete den gebürtigen Bonner des öfteren als „Mentalitätsmonster“ - scheint Kühli hoch im Kurs zu stehen. Andererseits wäre Kühlwetter einer der wenigen Spieler, die eine akzeptable Ablösesumme einbringen könnten. Der 1. FC Heidenheim war vor längerer Zeit bereits an ihm interessiert.


    Florian Pick: No Picki, no Party! An fast allen FCK-Toren war der dribbelstarke Offensiv-Freestyler beteiligt und zudem der überragende Offensivspieler bei den Roten Teufeln. Als er zwischen Winter-und Coronapause sein persönliches Leistungstief durchlief, gewann das Team kein einziges Spiel mehr. Gegenüber der vorletzten Saison hat er einen unglaublichen Leistungssprung gemacht. Es gibt keine Zweifel, dass der Wittlicher sich auch in der 2. Liga durchsetzen könnte und dies auch vorhat. Die Verhandlungen mit Heidenheim laufen. Sollten sich beide Vereine allerdings nicht einigen, könnte Pick im schlimmsten Fall zum 1. Dezember kündigen und den Verein damit ablösefrei verlassen. Mit der Verpflichtung des Meppeners Marius Kleinsorge könnte bereits ein Ersatz für den Eifeler gefunden sein.


    Lucas Röser: Laut damaligem Vorstand Martin Bader konnte der Transfer des Ludwigshafeners "auch dank der Unterstützung von Flavio Becca realisiert werden". Es hat dann rund 15 Einsätze des „Phantoms“ benötigt, um ihn zumindest rudimentär als Spielertyp beschreiben zu können: Röser ist grundsätzlich ein beweglicher Stürmer mit guter Technik und (mitunter) hohem Tempo. Was dem ehemaligen Dresdner leider völlig zu fehlen scheint sind Biss und Kampfgeist. Zu oft bricht er den Sprint ab, nimmt am Ball das Tempo heraus oder bleibt einfach vorne stehen. Oder er spielt schlichtweg dermaßen unauffällig, dass er lediglich namentlich in der Mannschaftsaufstellung auftaucht. Trotz guter Ansätze in den letzten Wochen bleibt das Gastspiel Rösers bei den Roten Teufeln wie so vieles bei den Herren Bader und Becca, ein großes Mißverständnis. Aus der zweiten Liga kommend sollte der Mittelstürmer ein Top-Verdiener im Team sein, was ebenfalls gegen eine Weiterbeschäftigung spricht.


    Andri Runar Bjarnason: Woran ließ sich erkennen, dass die Saison nach der Coronapause weiterging? Richtig: Bjarnason war „rechtzeitig“ wieder verletzt. Irgendwie hat sich der arme Kerl von einer Verletzung in die nächste geschleppt, sodass er sich kaum auf dem Platz zeigen konnte. Der Isländer scheint ein Stürmer zu sein, der vorne die Bälle festmachen und verteilen kann, aber trotz seiner 1,93 ist auch er wie alle seiner Offensivkollegen kein überdurchschnittlicher Kopfballspieler. Viele Gründe ihn zu halten konnte er bisher nicht liefern. Der Vertrag des Mittelstürmers läuft noch bis Sommer 2021, ist jedoch - wie alle Spielerverträge durch die Insolvenz - zum 01. Dezember 2020 beidseitig kündbar.


    „Neuzugang“ Elias Huth: Trotz eines Mittelfußbruchs direkt nach der Winterpause erzielte die Lauterer Leihgabe 14 Tore und 4 Assists in 31 Ligaspielen für den FSV Zwickau. Damit hatte Huth einen beachtlichen großen Anteil am Klassenerhalt des FSV. Als kopfballstarker Strafraumstürmer ist der 23-jährige genau der Angreifertyp, der dem FCK in der abgelaufenen Saison fehlte. Nach Florian Pick (seinerzeit an Magdeburg verliehen) kann er der nächste Spieler sein, der nach einer Leihe als Leistungsträger zum Betzenberg zurückkehrt.


    Neuzugang Marius Kleinsorge: Auf sechs Tore und sieben Vorlagen brachte es die Lauterer Neuverpflichtung für seinen Ex-Verein, den SV Meppen, in der abgelaufenen Saison. Der 24-jährige Rechtsaußen ist ein laufstarker und wuseliger Spieler, der im Vergleich zu Florian Pick ein wenig mehr über die Dynamik kommt, dafür technisch nicht ganz so beschlagen wie sein „Vorgänger“ ist.


    Fazit: Nicht nur durch den zu erwartenden Abgang Florian Picks wird sich das Spiel der Lauterer Offensive grundlegend ändern: Mit Elias Huth hat der FCK endlich einen echten Mittelstürmer, den man mit hohen Flanken und Standards füttern kann. Kleinsorge, Thiele, Kühlwetter und Morabet kommen in einem 4-3-3 sowohl als Außenstürmer als auch als zweiter Angreifer neben Huth oder dem ausschließlich zentral einsetzbaren Bjarnason, z.B. in einem 4-4-2-System in Frage. Durch das mittlerweile große Angebot an spielstarken Mittelfeldakteuren und den nicht gerade universell einsetzbaren Stürmern könnte Trainer Schommers neue Systeme spielen lassen. Entweder mit zwei Stürmern plus hängender Spitze (z.B. Starke, Skarlatidis oder Morabet) oder einer Dreierreihe hinter Huth. Sollten mehr als zwei Stürmer abgegeben werden, müsste auch im Angriff noch einmal personell nachgelegt werden. Grundsätzlich muss jedoch jeder Offensivspieler mehr Verantwortung übernehmen, als dies in der letzten Saison der Fall war.

    Drei Gründe, warum der FCK in der kommenden Saison stärker sein wird

    1. Neuzugänge: Kaderplaner Boris Notzon scheint die richtigen Lehren aus den Fehlern der letzten Transferperioden gezogen zu haben: Alle Neuzugänge haben Drittligaerfahrung und waren Leistungsträger in ihren alten Clubs. Mit Alexander Winkler wurde endlich ein echter Führungsspieler verpflichtet. Und mit Elias Huth kehrt nun auch einen kopfballstarker Offensivmann zurück. Neuzugang Kleinsorge könnte Pick ersetzen. Die potentielle Verpflichtung von Sebastian Mai wäre ein weiterer Kracher.
    2. Entwicklungspotential: Das Gros der Spieler ist jünger als 25 Jahre, also noch in einem entwicklungsfähigen Alter. Die Chance, in der nächsten Saison einen weiteren Schritt nach vorne zu machen ist auf jeden Fall bei jedem einzelnen der „U25-Kicker“ als „sehr hoch“ einzuschätzen. Die sportlichen Enttäuschungen der letzten Saison wie Skarlatidis oder Starke haben ebenfalls ihr Können noch nicht annähernd gezeigt. Gerade die „Alten“, also die Spieler über 25 Jahre müssen in der neuen Saison endlich mehr Verantwortung übernehmen, statt sich wie zuletzt auf jüngere Spieler (Pick, Schad und Sickinger) zu verlassen.
    3. Trainer: Zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit geht der Verein mit einem Trainer in die Saison, der weder „angeschossen“ noch völlig neu im Verein ist. Als Boris Schommers im September 2019 zum Betzenberg kam, musste er mit dem Spielermaterial Vorlieb nehmen, welches da war. Anschließend sortierte er Spieler aus, holte seinen ehemaligen Jugendspieler Hikmet Ciftci zum FCK und zog Nachwuchskicker aus dem Oberligateam hoch. Mit den Neuzugängen läuft ab der kommenden Saison nun so etwas wie „seine“ Mannschaft auf.

    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Kaderanalyse: Gute Anlagen, wenig Konstanz, viel Potential


    Kaderanalyse: Gute Anlagen, wenig Konstanz, viel Potential

    Abseits des Rasens kämpft der FCK im Insolvenzverfahren ums Überleben. Doch wie sieht es eigentlich sportlich aus? Wir haben den Kader ausführlich unter die Lupe genommen.


    Während die Profis des 1. FC Kaiserslautern zumindest bis zum 05. August (Trainingsstart) im Urlaub verweilen, arbeiten FCK-Cheftrainer Boris Schommers und Sportdirektor Boris Notzon währenddessen an einem schlagfertigen Kader für die kommende Spielzeit. Die Marschrichtung dabei ist klar: Leistungsträger wie Florian Pick, Christian Kühlwetter und Carlo Sickinger sollen gehalten werden. Auch sollen 2-3 weitere Führungsspieler dazu kommen, um einerseits "die Schwäche bei Standards zu beheben", und andererseits besser mit Drucksituationen umgehen zu können. Im Fokus aller sportlichen Überlegungen stehen ein Außenverteidiger, ein zentraler Defensivspieler sowie ein offensiver Mittelfeldspieler. Darüber hinaus muss der FCK seine Kadergröße reduzieren. Denn trotz der Abgänge von Jan-Ole Sievers und Lennart Grill (beide Tor), Alexander Nandzik (Abwehr), Christoph Hemlein und Gino Fechner (beide Mittelfeld) stehen derzeit 32 Spieler (inklusive der beiden Neuzugänge Winkler und Kleinsorge) unter Vertrag. Ob die bereits ausgelaufenen Verträge mit Andre Hainault und Matheo Raab verlängert werden, ist noch nicht bekannt gegeben worden.

    Kaderanalyse: Stärken, Schwächen und Potenziale

    Ob die Mannschaft von Trainer Boris Schommers wirklich aufstiegsreif ist, welche Stärken und Schwächen sie hat und welche Potenziale noch im Verborgenen liegen, all das hat Treffpunkt Betze Redakteur Wolfram Wuttke analysiert und unter die Lupe genommen. Zu Beginn stellt er jedoch fest, dass ihm bei der Aussage, man wolle "die Leistungsträger halten", regelmäßig ein Schauer über den Rücken fährt. Er hat in der abgelaufenen Spielzeit nämlich kaum Leistungsträger in den Reihen der Roten Teufel erkennen können. Paradoxerweise sieht er den Kader für die kommende Saison trotzdem auf einem sehr guten Weg.

    Tor: Spahic und jede Menge Youngster

    Lennart Grill: Nach einer alles in allem starken Saison verlässt mit Lennart Grill der letzte voll ausgebildete Ehrmann-Schützling den FCK in Richtung Leverkusen. Ihn zeichnen die klassischen Merkmale eines Absolventen von „Gerrys Flugschule“ aus: Teilweise überragende Reflexe auf der Linie, aber auch Schwächen in der Strafraumbeherrschung. Der 21-jährige war anderthalb Jahre lang ein sicherer Rückhalt für die Roten Teufel. Aber, wie fast immer in den letzten Jahren, ist die „Planstelle Tor“ längst schon wieder adäquat besetzt.


    Avdo Spahic: Nach Grills Abgang wird der 23-jährige Bosnier die neue Nummer eins im Lauterer Tor. So sicher und reaktionsschnell wie er sich in den letzten Saisonspielen präsentiert hat, scheint auch niemand im Verein an der Richtigkeit dieser Entscheidung zu zweifeln. Einen echten Konkurrenzkampf um den Platz zwischen den Pfosten scheint es jedoch erstmal nicht zu geben. Hinter Spahic lauern mit Lorenz Otto, Jonas Weyand (beide 19), Matteo Raab (21) und dem letztjährigen A-Jugend-Keeper Elija Wohlgemuth (18) gleich vier Youngster mit viel Talent, aber ohne Drittligaerfahrung. Der Vertrag des erfahreneren Jan-Ole Sievers (25) wurde kürzlich erwartungsgemäß aufgelöst.


    Wird der Verein den jungen Nachwuchskeepern zutrauen, Avdo Spahic, zur Not auch über eine längere Zeit, vertreten zu können? Oder wird noch ein „alter Hase“ vom Typ „Wolfgang Hesl“ verpflichtet?

    Abwehr: Mindestens ein neuer Abwehrchef

    Kevin Kraus: In der Saison 2018-19 war der ehemalige Heidenheimer noch die Zuverlässigkeit in Person in der Lauterer Defensive. In der abgelaufenen Spielzeit präsentierte er sich mitunter deutlich weniger souverän. Zusammen mit Hainault bildete Kraus eine verwundbare, weil äußerst sprintschwache, Innenverteidigung. An der Seite von Carlo Sickinger stabilisierten sich seine Leistungen. Nach Dominik Schad verlängerte auch Kraus kürzlich seinen Vertrag. Er könnte nächste Saison zusammen mit dem Hachinger Neuzugang Alexander Winkler das Innenverteidigerduo bilden. Im worst case könnte sich der 27-jährige aber auch auf der Bank wiederfinden, z.B. dann, wenn Sickinger wieder in die Abwehr rückt oder der Hallenser Sebastian Mai noch verpflichtet wird.


    André Hainault: In seiner zweiten Saison beim FCK wurden die Schnelligkeitsdefizite des 34-jährigen Kanadiers noch deutlicher als bereits im Jahr zuvor. Dass die Abwehr viel zu oft - meist aufgrund mangelnder Zuordnung - ins Schwimmen geriet, geht zu einem Teil auch auf seine Kappe. Vom damaligen Zweitligisten Magdeburg kommend, wurde der kopfballstarke Innenverteidiger wohl als Leader im Defensivbereich geholt und wird auch dementsprechend entlohnt worden sein. Lediglich als Back-up für die Profis und erfahrener Mann für die U23 könnte man seinen Vertrag, zu allerdings deutlich reduzierten Bezügen, eventuell noch einmal verlängern. Allerdings wäre das natürlich auch ein deutliches Zeichen für die jungen Defensivspieler wie Lukas Gottwalt, Jonas Scholz oder Kevin Klein - und zwar kein positives.


    Jonas Scholz: Am ersten Spieltag gegen Unterhaching stand der 21-jährige überraschend in der Startelf, wo er gemeinsam mit Kevin Kraus das Innenverteidigerduo bildete. Im schwachen Spiel einer nervösen Lauterer Mannschaft war ausgerechnet er es, der durch einen kapitalen Schnitzer den Hachinger Ausgleich ermöglichte. Anschließend musste Scholz 33 Spieltage lang warten, ehe er wieder einen Kurzeinsatz beim Auswärtsspiel in Rostock bekam. Zum Saisonende hin konnte er sich dann gleich mehrfach als zuverlässiger Linksverteidiger präsentieren, was Trainer Boris Schommers für die kommende Saison eine weitere Alternative offeriert. In seinem dritten Jahr beim FCK könnte Scholz nun der dauerhafte Sprung in den Profikader gelingen.


    Lukas Gottwalt: Was für ein Seuchenjahr musste der 22-jährige erleben! In der vorangegangen Spielzeit noch so etwas wie der Senkrechstarter, begann die Saison 2019-20 für den Innenverteidiger bereits in der Vorbereitung mit einer Verletzung (Knochenödem). Anschließend durfte er nur dreimal über 90 Minuten ran (+120 Pokalminuten gegen Nürnberg), danach war er auch sportlich eher außen vor. Damit leider nicht genug: In der Vorbereitungsphase nach der Coronapause zog sich der Frankfurter einen Verrenkungsbruch des Sprunggelenks zu, was nicht nur die abgelaufene Saison für ihn beendete, sondern auch im Hinblick auf die neue Serie nicht gut aussieht.


    Sollte Sebastian Mai noch für die Innenverteidigung verpflichtet werden, wird der 1,93 Meter große Riese in der kommenden Saison kaum eine Chance auf regelmäßige Einsatzzeiten haben. Eine Leihe zu einem Dritt-oder Regionalligisten würde hier für alle Seiten Sinn machen. Der Zeitpunkt hierfür hängt in erster Linie mit seinem Heilungsverlauf zusammen.


    Dominik Schad: Im Kader der Roten Teufel war Dominik Schad in der abgelaufenen Saison der mit Abstand konstanteste Spieler. Immer zweikampfstark und stets mit hohem Laufpensum. Über seine rechte Abwehrseite ließ er wenig zu und suchte nach Ballgewinnen immer wieder den direkten Weg in die gegnerische Hälfte. Hut ab, dass FCK-Vorstand Soeren-Oliver Voigt den Vertrag mit dem 23-jährigen Leistungsträger ausgerechnet inmitten der Insolvenz verlängern konnte!


    Philipp Hercher: Nicht ganz so konstant wie Dominik Schad auf der rechten Seite, aber durchweg solide präsentierte sich der von der SG Sonnenhof Großaspach gekommene Linksverteidiger. Ab der nächsten Saison wird sein Job auch wieder etwas dankbarer: Mit Elias Huth wird sich endlich ein potentieller Abnehmer für hohe Flanken im gegnerischen Strafraum wiederfinden. Nirgendwo ist der Kader aktuell so zuverlässig aufgestellt wie auf den beiden Außenverteidigerpositionen. Es mangelt lediglich an Back-Ups. Jonas Scholz präsentierte sich zuletzt als brauchbare Option für die linke Seite, sollte Hercher selbst ausfallen oder den Kollegen Schad auf der rechten Seite vertreten müssen.


    Alexander Nandzik: Als Außenverteidiger für beide Seiten vertrat die Regensburger Leihgabe die beiden vorher genannten Außenbahnspieler ab der Winterpause. Weniger technisch beschlagen als Hercher, dafür mit mehr Körpereinsatz und Dynamik konnte er zunächst teilweise überzeugen, machte aber gegen Ende der Spielzeit gleich mehrere schwache Spiele. Die Kaufoption wurde seitens des FCK nicht gezogen und Nandzik wird den Verein wieder verlassen. Der ideale Nachfolger könnte ebenfalls auf beiden Seiten spielen. Vielleicht wird die neue Planstelle auch intern besetzt, etwa mit Jonas Scholz und Luca Jensen.


    Neuzugänge: Mit Alexander Winkler (28 Jahre alt, 1,90 Meter groß) von der SpVgg Unterhaching wurde für die neue Saison ein Abwehrchef für die Innenverteidigung verpflichtet, der bisher schmerzlich vermisst wurde. Der Hüne ist im besten Fußballeralter, hat reichlich Drittligaerfahrung und war sogar Mannschaftskapitän seines ehemaligenTeams.


    Gerüchten zufolge bemüht sich der FCK gerade auch um Sebastian Mai, der seinen Vertrag in Halle nicht verlängert hat. Die oben aufgeführten Attribute bzgl. Erfahrung, Körpergröße und Führungsqualität treffen allesamt auch auf den 26-jährigen Mai zu. Allerdings werden ihm auch Kontakte in seine Heimatstadt Dresden nachgesagt.


    Fazit: Mit Kevin Kraus und dem neuen Abwehrchef Alexander Winkler stehen aktuell zwei erfahrene und klassische Innenverteidiger zur Verfügung. Schad und Hercher sind auf den Außenpositionen ohnehin gesetzt, und mit Avdo Spahic steht ein sicherer Rückhalt im Tor. Scholz wäre ein Back-Up für die linke Seite oder die Zentrale. Mit Allzweckwaffe Carlo Sickinger und Lukas Gottwalt in der Hinterhand wäre die Defensive deutlich stärker als in der Vorsaison. Einzig ein rechter Außenverteidiger fehlt den Lautrern noch. Hier könnte der Verein durchaus auf einen Nachwuchsspieler setzen. Die Rückkehr von Josè Matuwila scheint aktuell eher ausgeschlossen. Mit einem möglichen Transfer von Sebastian Mai würde der FCK nochmals ein dickes Ausrufezeichen für die Defensive setzen.

    Defensives Mittelfeld: Mehr Stabilität in den Reihen des FCK?

    Hikmet Ciftci: Der Start des Winterpausenneuzugangs aus Aue hätte mit zwei Kurzeinsätzen und einer anschließenden Rotsperre kaum schlechter laufen können. Ab dem Derby in Mannheim entwickelte sich Ciftci dann aber zu einer festen Größe im Team und innerhalb der Startelf. Der in Neuss geborene Deutsch-Türke präsentierte sich sehr ballsicher und offensiv wie defensiv zweikampfstark. Seine Stärken kann dabei im zentralen Mittelfeld sowohl auf der Sechs als auch auf der Acht ausspielen. Gegen Saisonende kam der 22-jährige immer besser ins Spiel und fungierte dabei als Hauptanspielstation in der Zentrale. Zumeist war er schon knapp vor der eigenen Abwehrreihe für den Spielaufbau zuständig. Für die neue Saison sollte er ein Eckpfeiler für das Lauterer Spiel werden.


    Anas Bakhat: Erst gegen Ende der Saison kam er zu seinen ersten Einsätzen und spielte sich prompt in die Startelf. In einer fast durchweg enttäuschenden Saison ist der Mittelfeldmann die positivste Entdeckung der gesamten Spielzeit. Schnell, dribbelstark und bissig in der Defensive bietet sich der 20-jährige für beinahe jede Mittelfeldposition an. Der vielseitige Youngster ist für die neue Saison ein Stammelfkandidat im Mittelfeld.


    Carlo Sickinger: Seine Berufung zum Mannschaftskapitän kam für alle - ihn selber eingeschlossen - völlig überraschend. Der 22-jährige, eigentlich ein eher ruhiger Vertreter, bekam die Kapitänsbinde wohl weniger wegen herausragender Führungsqualitäten, sondern eher, weil es im Kader 2019-20 schlichtweg keine Führungsspieler gab.


    Seine Leistungen im Mittelfeld waren überwiegend gut, wenn auch etwas schwankend. Als Innenverteidiger gab er der wackligen Abwehr mit seiner Schnelligkeit, Technik und starken Spieleröffnung allerdings fast immer den nötigen Halt. Möglich, dass der Karlsruher sich ohne die Last der Binde, idealerweise an der Seite eines erfahrenen Leaders, noch ein stückweit besser entwickelt hätte. Sollten in der kommenden Saison auch andere Spieler Verantwortung übernehmen, könnte Sickinger einen weiteren Sprung machen. Dank seiner Vielseitigkeit ist die Frage nicht „ob“ sondern „wo“ er nächste Saison spielen wird, und zwar sowohl auf die Position als auch auf den Verein bezogen. Es soll höherklassige Clubs geben, die sich seine Dienste sichern wollen.


    Janik Bachmann: Gemeinsam mit Skarlatidis kam „Jay“ Bachmann im Sommer 2019 aus Würzburg zum Betzenberg und stand hier von Anfang an in der Startelf. Als robuster Balleroberer mit solidem Passspiel hatte er auf der Sechserposition lange Zeit ein Alleinstellungsmerkmal, über weite Teile spielte er eine ordentliche Saison. Gegen Saisonende tauchten mit Ciftci und Bakhat gleich zwei mögliche Konkurrenten für die neue Spielzeit auf. Beide sind dem 1,96 Mmeter großen Hünen zwar körperlich unterlegen, zeigen sich jedoch deutlich beweglicher und mit besseren Offensivqualitäten. Allerdings ist der 24-jährige Mittelfeldabräumer ein harter Knochen und wird seinen Platz im Team zu verteidigen wissen. „'Nen miese Bauchplatscher“ wird auch die nächste Saison nicht für ihn werden.


    Theodor Bergmann: Er ist technisch stark und wahrscheinlich der beste Freistoßschütze im Kader der Roten Teufel. Dennoch schaffte der ehemalige Erfurter in seinem ersten Jahr am Betze nicht den erhofften Durchbruch. Entgegen aller Erwartungen verlief seine zweite Saison sogar noch weitaus enttäuschender. Unverständlich, dass ein Spieler mit seinen Fähigkeiten sich in einem durchschnittlichen Drittligateam nicht durchzusetzen vermochte und in der Liga lediglich auf 83 Spielminuten kam. Obwohl Bergmanns Vertrag noch ein Jahr läuft, stehen die Zeichen hier auf eine vorzeitige Trennung.


    Gino Fechner: Defensives Mittelfeld, Innenverteider, Außenverteider – grundsätzlich kann der vielseitige Bochumer jede Position im Defensivbereich spielen. Trotzdem hat es in seinen drei Vertragsjahren am Betzenberg auch unter verschiedensten Trainertypen nie für einen Stammplatz gereicht. Sein Vertrag ist gerade ausgelaufen, Gino Fechner hat den FCK bereits verlassen. Schade, hier wäre für beide Seiten mehr drin gewesen.


    Das war der erste Teil unserer sommerlichen Kaderanalyse. Am morgigen Dienstag erscheint der zweite Teil. Darin blickt Wolfram Wuttke auf das offensive Mittelfeld und die torhungrige Sturmreihe. Und er bennent drei Gründe, warum der FCK in der kommenden Spielzeit deutlich stärker sein wird.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Kommentar: Die Roten Teufel duseln sich aus dem Tabellenkeller


    Kommentar: Die Roten Teufel duseln sich aus dem Tabellenkeller

    Der FCK hat noch 8 Spiele vor der Brust, steckt derzeit im Tabellenmittelfeld fest und holte zuletzt trotz schwacher Leistung 7 von 9 Punkten. Eine Analyse des Ist-Stands.


    Herausragende sieben Punkte holt der FCK in drei - ausnahmslos schlechten - Spielen nach der Coronapause. Punktemäßig stehen die Roten Teufel nun näher am Relegationsplatz als an den Abstiegsrängen. Leistungsmäßig gibt es allerdings nicht den geringsten Grund in der Tabelle nach oben zu schielen.


    Der FC Carl Zeiss Jena ist nicht nur abgeschlagener Tabellenletzter, sondern derzeit eine „heimatlose“ Mannschaft, die vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs kein einziges Mannschaftstraining absolvieren konnte. Sie ist permanent auf Achse um von Auswärtsspiel zu Auswärtsspiel zu reisen, da in der Thüringer Heimat nicht gespielt werden darf. Daher wurde das „Heimspiel“ gegen den FCK auf den Betzenberg verlegt. Nach dominantem ersten Durchgang „gelingt“ es lethargischen Lauterern, die - in der ersten Halbzeit mausetoten - Thüringer im zweiten Durchgang wieder zum Leben zu erwecken und den sicher geglaubten Sieg beinahe noch zu verspielen. In jeder Mannschaft gibt es normalerweise zumindest einen oder zwei Führungsspieler, die in solchen Situationen die Truppe lautstark wieder in die Spur bringen. Leider existiert dieser Spielertypus im aktuellen FCK-Kader nicht. Es bleibt ruhig auf dem Platz. Mit dem glücklichen Sieg gegen Jena und dem noch glücklicheren Unentschieden gegen 1860 München duselt sich der FCK weiter aus dem Tabellenkeller heraus.

    Mangelnde Laufbereitschaft oder fehlende Kondition?

    Schon im Spiel gegen überlegene Münchner Löwen fällt auf, dass kaum einmal über mehrere Stationen kombiniert wird. Das Mittelfeld kann keinerlei Akzente setzen. Ob gegen 1860 München (mit Zuck, Bachmann und Sickinger) oder gegen Jena (mit Zuck, Bakhat und Ciftci). Und das liegt sicher nicht an den fußballerischen Fähigkeiten der Akteure. Nein, der ballführende Spieler sieht sich einfach stets einer Überzahl an Gegenspielern ausgesetzt und findet kaum Anspielstationen. Zwei Beispiele aus dem Spiel vom Mittwoch:


    1. Außenverteidiger Philipp Hercher setzt sich gegen 1860 auf dem linken Flügel durch und könnte bzw. müsste von der Torauslinie nach innen flanken. Da niemand mitgelaufen ist muss er abbrechen und verliert schließlich gegen zwei Gegenspieler den Ball.


    2. Es sieht schon beinahe arrogant aus, wie Hikmet Ciftci seinen Münchner Gegenspieler nahe der Mittellinie kurz ausspielt um direkt noch ein Pirouette um den gleichen Mann zu drehen und ihn schließlich noch ein drittes Mal aussteigen zu lassen. Ohne jeden Raumgewinn versteht sich. Letztlich kann man ihm keinen Vorwurf machen, da sich einfach kein Mitspieler anbietet.


    Ob die Mannschaft nicht fit genug ist oder ihr einfach die Bereitschaft zu laufintensivem Spiel fehlt, ist schwer zu sagen. Fußball „spielen“ und, den Gegner dominieren kann sie so jedenfalls nicht, trotz mehrerer technisch begabter Spieler. Sie kann derzeit maximal auf Konter spielen oder auf Florian Pick hoffen, der zwar seit dem 18. Spieltag nicht mehr selbst getroffen hat, aber alle vier Tore nach der Coronapause vorbereitet hat.

    Königstransfer Alexander Winkler könnte die Abwehr stabilisieren

    Konnte 1860 die Schnelligkeitsdefizite der Lauterer Innenverteidigung noch eiskalt zum Ausgleichstor nutzen, so stellt Trainer Boris Schommers gegen Jena Carlo Sickinger nach längerer Zeit noch einmal in die Abwehrzentrale. Der 22-jährige Kapitän ist nicht nur deutlich schneller als Kraus und Hainault, sondern verfügt auch über ein deutlich besseres Aufbauspiel, was dem FCK-Spiel sichtbar gut tut. Für die neue Saison ist die Verpflichtung von Unterhachings Mannschaftskapitän Alexander Winkler für die Abwehrzentrale so etwas wie ein Königstransfer. Die auslaufenden Verträge von Kevin Kraus und André Hainault dürften zumindest nicht beide verlängert werden. Zudem sollte nach aktuellem Stand Joe Matuwila zum Betzenberg zurückkehren.


    Konstanz trotz Personalwechsel gab es in der Defensive zuletzt lediglich im Tor, wo sowohl Lennart Grill (Jena) als auch Avdo Spahic (1860) hervorragende Leistungen zeigten.

    Was bringt der Rest der Saison noch?

    Wenn die englischen Wochen ein Gutes haben, dann, dass nun sämtliche fitten Spieler aus dem Kader ihre Einsatzchance erhalten: Anis Bakhat, Hikmet Ciftci und Alexander Nandzik durften gegen Jena von Beginn an ran. Avdo Spahic konnte zeigen, warum er nächste Saison die neue Nummer eins wird. Und zuletzt bekam sogar Theodor Bergmann wieder etwas Einsatzzeit. Lediglich Simon Skarlatidis und Andri Runar Bjarnason laborieren noch an Verletzungen, sollten jedoch auch bald wieder zur Verfügung stehen.


    Unverbesserliche Optimisten im FCK-Anhang haben bereits den Kicker-Tabellenrechner bemüht, um zu kalkulieren wann genau die Roten Teufel den Relegationsplatz erreichen um sich dann mit dem KSC zu messen. Sofern man von den letzten drei Partien mehr als nur das nackte Ergebnis gesehen hat, hofft man dagegen lediglich darauf, den Klassenerhalt möglichst schnell zu sichern. Mehr dürfte mit diesem Kader leider nicht drin sein - so inkonstant die komplette Liga auch sein mag. Anschließend könnten endlich die Planungen für die neue Saison beginnen. Je früher desto besser.

    Die FCK-Sanierung in der entscheidenden Phase

    Vor den sportlichen Planungen steht allerdings noch ein „kleines“ Hindernis: Verbindlichkeiten in Höhe von ca. 20 Mio. Euro. Dirk Eichelbaum, Fachanwalt für Insolvenzrecht steht dem Verein - so wurde im Laufe der vergangenen Woche bekannt - als Generalbevollmächtigter zur Verfügung und wird in dieser Funktion eng mit FCK-Geschäftsführer Soeren-Oliver Voigt zusammenarbeiten. Da ein Teil der Außenstände Ende Juni fällig wird, gehen die Gespräche mit Gläubigern und möglichen Investoren nun in die entscheidende Phase. Mögliche Ergebnisse können die Insolvenz des 1. FCK, eine (vorläufige) Rettung durch den Einstieg neuer Investoren oder auch ein Schuldenschnitt sein. Letzterer könnte den Gläubigern z.B. eine Umwandlung ihrer Forderungen in Vereinsanteile ermöglichen.

    Geistertickets: Eine gute, aber halbherzige Aktion

    Drei Tage vor dem Heimspiel gegen 1860 veröffentlichte der Verein eine knappe Meldung zur Geisterticket-Aktion, unterlegt mit einem Video, welches allerdings keinerlei direkten Bezug zu Geistertickets erkennen ließ. Letztlich wurden auf diese Weise immerhin 6.500 Tickets verkauft. Für die kommenden Aktionen hier noch ein paar ergänzende Hinweise und Ideen:

    • Eine solche Aktion braucht ein wenig mehr als drei nur Tage Vorlaufzeit
    • Sie könnte mit einem FCK-Angestellten oder Spieler und mit Hilfe einer direkten Ansprache per Video zusätzlich beworben werden
    • Neben Paypal sollte es auch die Möglichkeit der Kreditkartenzahlung geben
    • Angeboten werden sollte ein hochpreisiges "VIP-Ticket" für diejenigen, die den Verein zusätzlich unterstützen wollen
    • Eine Geisterticket-Dauerkarte: Damit könnten sich FCK-Anhänger für alle verbliebenen Heimspiele mit Geistertickets ausstatten. Einmal bezahlt, alles drin.

    Doch damit nicht genug: Das mit Abstand schlimmste Versäumnis dieser Aktion ist jedoch, dass es weder Geister-Weißweinschorle noch eine Geister-Pferdefrikadelle zu erwerben gab. Vollkommen unverzeihlich.


    Und bevor die Roten Teufel am kommenden Mittwoch (Anstoß: 20:30 Uhr) auf den Tabellenführer aus Duisburg treffen, gilt es nun, sich hier im Ticketshop des FCK noch schnell einen virtuellen Steh-oder Sitzplatz für das Match zu sichern.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Bild: Michael Schmitt

    Ich bring das mal kurz zurück auf den Punkt „zufrieden sein“.


    Mit den Ergebnissen der letzten beiden Spiele? Definitiv ja

    Mit den gebotenen Leistungen der letzten beiden Spiele? Wer da ja sagt, wäre besser nie Profi geworden. Niemals kann man damit zufrieden sein!

    Da hast Du Recht. Aber was man als Trainer oder Spieler intern bzw. nach außen sagt, sind oft zwei Paar Schuhe. Dass Avdo Spahic mit seiner Leistung beim Debüt zufrieden war, kann wohl jeder nachvollziehen. Und dann kann er sich ja schlecht hinstellen und sagen "Ich fand mich selber top, aber Mittelfeld und Sturm waren grottig" :-)

    Was ist jetzt die bessere Haltung?

    Permanent zufrieden sein und alles schönreden? Das interpretiere ich dann so: Wie gut dass wir wenigstens für ein weiteres Jahr die dritte Liga halten!

    Permanent mit dem, was uns seit Jahrzehnten geboten wird, unzufrieden zu sein? Das erzeugt inneren Druck und Unmut und möglicherweise Magengeschwüre. Man könnte auch seine eigene Haltung reflektieren und trotz Missmut dennoch zufrieden sein. Dann würde man sich selbst anlügen. Deshalb bin ich für Klartext reden und seinen Unmut uneingeschränkt zu äußern! Das bringt zwar keine Punkte - aber staut auch keinen Druck an!

    Wer mit dem, was gegen Magdeburg und 1860 geboten wurde zufrieden ist, hat meines Erachtens keine Ansprüche.

    Ich möchte betonen, dass ich keine CL-Wünsche habe, aber ich möchte schon attraktivere Spiele sehen und auch Auswechslungen, wenn man selbst als Laie erkennt, dass einige auf dem Platz nicht einmal Drittliga-Niveau haben.

    Ich habe hier keinen Beitrag gelesen, der die Leistung gut fand und die Situation schönredet. Mit den beiden Leistungen sollte kein Lauterer zufrieden sein.

    Man muss allerdings sehr froh sein, dass die Mannschaft die 4 Punkte geholt hat, sonst wären wir jetzt knietief im Abstiegskampf.


    Du hast natürlich Recht, dass der Anspruch viel höher sein sollte, aber mehr als Klassenerhalt geht diese Saison leider nicht. Für die nächste Saison wird der Kader hoffentlich etwas anders aussehen. Ein Vorteil könnte sein, wenn wir rechtzeitig den Klassenerhalt sichern und planen können.

    Sorry, habe nach diesem Titel nicht weiter gelesen. Was soll man davon halten? Zufrieden mit einem Punkt den man auch nur wegen massig Glück bekommen hat? Da hätte ich als Profi aber andere Ansprüche an mein Team!

    Nach dem Spielverlauf müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein, weil 1860 einfach besser war. Ich hätte auch höhere Ansprüche, aber wir können scheinbar nur kontern. Nach einem Rückstand wären wir wohl nicht zurückgekommen. Insofern sind 4 Punkte, jeweils gegen überlegene Gegner schon top.

    Diskussionsthema zum Artikel: Kommentar: Eine Woche der guten Nachrichten


    Kommentar: Eine Woche der guten Nachrichten

    Der 1. FC Kaiserslautern hat eine Woche voller positiver Nachrichten hinter sich. Damit lässt sich auch mal ein schlechtes Spiel vor Geisterkulisse ertragen.


    Zu Beginn der Woche teilte der DFB mit, dass - nach dem Saisonabbruch im Jugendfußball - die U17 des FCK in die höchste Spielklasse, die Bundesliga Südwest aufsteigt. Dort spielt bereits die U19, deren Klassenerhalt nun auch bestätigt wurde. Das sind richtig gute Nachrichten für den 1. FCK, der in Zukunft mehr denn je auf den eigenen Nachwuchs angewiesen ist. Kaum ein Drittligist kann auf einen solchen Unterbau verweisen.


    Die weiteren Positivmeldungen lieferte die Mannschaft. Zunächst erklärte sie sich geschlossen bereit, auf Teile Ihres Gehaltes zu verzichten, um damit zur finanziellen Rettung des Vereins beizutragen. Anschließend leistete das Team von Boris Schommers mit drei Punkten in Magdeburg einen wertvollen Beitrag zur sportlichen Rettung. Mehr kann man als Lauterer in einer Woche wohl nicht von seinem Club verlangen. Auch wenn die sportliche Leistung beim Auswärtssieg in Magdeburg noch sehr viel zu wünschen übrig ließ.

    Drohende Insolvenz? Wohl erstmal nicht

    Während andere Vereine das Thema „Gehaltsverzicht“ schon im März diskutieren, wartet man in der Pfalz erst einmal ab. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Markus Merk hält sich im SWR-Podcast „Nur der FCK“ sehr bedeckt auf die Frage, ob Rettungsaktionen wie Geistertickets oder Mottoshirts geplant seien, deren Verkauf dem Verein zugugte kommen könnte. "Man werde erst einmal abwarten", gab er geheimnisvoll zu Protokoll. Der Hintergrund des zögerlichen Verhaltens ist wohl die zu diesem Zeitpunkt akut drohende Insolvenz des Vereins, die aktuell zumindest kurzfristig kein Thema mehr zu sein scheint. Darauf deuten neben dem Gehaltsverzicht auch die erfolgten Zinszahlungen von Kapilendo an die Zeichner der FCK-Anleihe II hin. Natürlich ist die finanzielle Lage des Clubs weiterhin prekär und eine neue Saison wird ohne neue Investoren, Sponsoren und die Hilfe der Fans sicher nicht zu finanzieren sein. Ein positiver Schritt in die richtige Richtung ist diese Woche aber allemal geglückt.

    Fußball kann ungerecht sein - zum Glück!

    Das Spiel vom Samstag ist schnell erzählt: André Hainault versenkt bereits nach fünf Spielminuten einen butterweichen Pick-Eckball mustergültig zur Führung der Roten Teufel im Magdeburger Tor. Lauterer Torchancen aus dem Spiel heraus gibt es anschließend noch genau drei, darunter ein überaus optimistischer Fallrückzieher von Thiele. Es ist ein Ball der mit 98%-iger Sicherheit auf die Tribüne fliegt und lediglich eine 2%-ige Chance besitzt, den Weg ins Tornetz zu finden, um später mit der Medaille für das Tor des Monats belohnt zu werden. In Thieles Fall siegt die Wahrscheinlichkeit und es bleibt beim 0:1. Erst in der 88. Spielminute bekommen die Männer in rot die nächste Torgelegenheit: Bei einem Konter wird Rösers Schuss kurz vor der Linie von einem Feldspieler zur Ecke geblockt. Aus dem darauffolgenden Lauterer Eckball ensteht jedoch nicht etwa eine Tormöglichkeit. Nein, sie landet über drei Stationen am Fuß von Torwart Lennart Grill - bezeichnend für die vollkommen uninspirierte Lauterer Offensive.


    Magdeburg hat deutlich mehr Spielanteile, gefühlte 20 Ecken mehr, bestimmt das Spiel und hat unter anderem mit einem Elfmeter sogar die besseren Torgelegenheiten. Der FCM hätte den Sieg durchaus verdient gehabt. Der FCK hat in der Defensive seine Mühen und findet nach vorne schlichtweg nicht statt. Spielerisch ist absolut nichts zu erkennen.

    Grill hält "nur" den Sieg fest

    Rechtsverteidiger Dominik Schad ist der einzige Feldspieler auf Lauterer Seite mit einer soliden Leistung. Der Matchwinner jedoch ist Torwart Lennart Grill. Zunächst fällt allerdings auf, dass er ungewöhnlich viele Bälle „auf Nummer sicher“ wegfaustet, obwohl er sie eigentlich auch fangen könnte. Normalerweise ist das ein Zeichen von Unsicherheit, was nach der langen Pause ohne Testspiele auch nicht wirklich überraschen würde. Auch in der 69. Spielminute kann er nur abwehren: Zunächst Gjasulas Elfmeter, anschließend dessen Nachschuss. Damit hält der beste Lauterer am Samstagnachmittag, der am Ende der Saison nach Leverkusen wechselt, zwar nicht den Ball, aber den Sieg fest.


    Wir könnten an dieser Stelle auf altbekannte Mängel wie die fehlende Hierarchie in der Mannschaft, die nicht sichtbare Spielidee, die Kopfballschwäche nahezu aller Spieler außer Hainault und Kraus eingehen. Aber wir wollen einfach nur die Spieltagsergebnisse genießen und nach vorne schauen. Neben dem Dreier im Sechs-Punkte-Spiel gegen Magdeburg sind auch die Niederlage von Viktoria Köln und das Unentschieden von Zwickau positive Resultate im Lauterer Abstiegskampf. Bei ungünstigem Verlauf hätte der FCK den Spieltag sogar auf einem Abstiegsrang beendet. Aktuell sind es nun vier Punkte Distanz zu Platz 17. Am kommenden Mittwoch gastiert bereits 1860 München auf dem leeren Betzenberg. Am darauffolgenden Samstag findet dann die Auswärtspartie gegen (aber wohl nicht in) Jena statt.

    Rotieren bitte!

    In den kommenden fünf - allesamt englischen Wochen - bestreiten die Lauterer sage und schreibe zehn Partien. Das bedeutet: Maximal drei Tage Pause zwischen den Spielen, dazu ein bis zwei Auswärtsreisen pro Woche und keine Zeit zur Regeneration. Um die Belastung zu steuern wird auch Trainer Schommers ordentlich rotieren lassen. Dank des großen und relativ ausgeglichenen Kaders sollte das kein Nachteil für die Lauterer sein. Wer das Spiel gegen Magdeburg gesehen hat, wird die Rotation geradezu herbeisehnen.


    Wenn Christian Kühlwetter und Timmy Thiele gleichzeitig vorne spielen, steht weder ein echter zentraler Stürmer auf dem Platz noch kann ein Kombinationsspiel aufgezogen werden. Hierfür fehlen vor allem Kühlwetter einfach die technischen Basics. Damit hängt offensiv absolut alles an Florian Pick. Gleichzeitig lässt sich die Lauterer Offensive dadurch sehr leicht ausrechnen und ausschalten, wie z.B. am Samstag in Magdeburg. Daher ist zu hoffen, dass spielstärkere Spieler wie Anis Bakhat, Manfred Starke und Simon Skarlatidis gegen 1860 den Weg in die Startelf finden werden. Auch Hikmet Cifci ist ein Spieler, der grundsätzlich mit dem Ball überdurchschnittlich gut umgehen kann. Gegen Magdeburg spielt er eine merkwürdige Rolle des Spielgestalters, der seine Bällle in der eigenen Abwehr holt. Damit fehlt er jedoch zumeist selber als Anspielstation im Mittelfeld, in dem es lediglich Carlo Sickinger ab und an gelingt, Struktur ins Spiel zu bringen. Auch Gino Fechner könnte für das Team noch sehr nützlich werden. Der Defensivallrounder, am Samstag noch für Dominik Schad als rechter Verteidiger eingewechselt, kann auch im defensiven Mittelfeld spielen oder die beiden Innenverteidiger Kraus und Hainault ersetzen. Hier fällt Lukas Gottwalt als mögliche Alternative für den Rest der Saison wegen einer Sprunggelenksfraktur definitiv aus.


    Schon am Mittwoch geht es im Duell gegen 1860 München weiter. Wird es eine weitere Woche der guten Nachrichten geben?


    Quelle: Treffpunkt Betze