Beiträge von FCK-Aussenposten

    Gerade fällt mir nur ein Wort ein, was meine Gefühlslage am Besten beschreibt: Erleichterung. Aber die setzte auch erst nach dem 4:1 ein, so ehrlich muss ich auch sein. ;) Man hat Wort gehalten und gegenüber dem 1860-Spiel die richtige Reaktion gezeigt.


    Dabei hätte ich schon nach fünf Minuten am liebsten die Kiste ausgemacht. Was war das denn für eine Slapstickaktion in der Abwehr? Für meine Begriffe fängt die Fehlerkette aber schon mit der ungehinderten Flanke der Uerdinger an. So viel Platz und Zeit hätte wohl jeder Außenbahnspieler in jeder Liga immer gerne.

    Glaube der Matchplan des Gegners war auch genau der: Irgendwie einen reinmurmeln und dann tief stehen. Dass tief stehen alleine aber nicht ausreicht, wenn man nicht zeitgleich auch energisch draufgeht, hat man dann aber relativ schnell gesehen. Wir hatten viele Räume zum kombinieren, die wir auch wirklich brutal ausgenutzt haben.


    Vor dem 1:1 setzt Götze hervorragend nach, bevor Hanslik für Hercher auflegt. Genau SO zeigt man, dass man das Ding unbedingt drehen und gewinnen will.

    Das 2:1 war ja auch ein Spielzug wie aus einem Guss, Zimmer auf Hercher, der absolut mustergültig flach auf den Elferpunkt flankt und Götze muss ja mit so viel Platz quasi nur noch einschieben.

    Zum 3:1 fällt mir insgesamt auch nicht viel mehr ein. Total einfacher Fußball, aber auch konsequent zu Ende gespielt.

    Man muss auch mal hervorheben, was Hercher aktuell für ein unfassbar wichtiger Baustein geworden ist. Seit dem Spiel gegen Halle hat der Kerl acht (!) Scorerpunkte gesammelt und ist generell im Offensivspiel unverzichtbar geworden. Da merkt man halt auch, dass der Kerl gelernter Rechtsaußen ist. Defensiv hat er wie sein Kollege Zuck auf der anderen Seite aber auch einige Defizite.


    Darauf muss man auch generell näher eingehen: Wie wir in der ersten Halbzeit nach Standards oder Flanken hinten geschwommen sind, war wirklich sehr bedenklich. Da hatte man in den entscheidenden Situationen auch mal wieder eine gute Portion Matchglück, sonst kann das Spiel eventuell ganz anders laufen. Geht der Lattenkopfball rein, steht es 2:2 und macht Uerdingen in der Druckphase vor der Pause den Anschlusstreffer, wir das nochmal richtig eklig.

    Nach der Spahic-Parade habe ich auch ziemlich laut geflucht: "Pöhl doch einfach den verdammten Ball raus!" Alles spielerisch lösen wollen schön und gut, aber manchmal sollten sie das Ding einfach mal wegbolzen. Ist besser für so manchen Nervenstrang der Fans. :D


    In der Halbzeit beschäftigte mich die ganze Zeit, trotz des Zwei-Tore-Vorsprungs, wie man den Beginn der zweiten Hälfte übersteht. Es war ja eigentlich klar, dass Uerdingen jetzt Druck machen muss und sie hatten ja kurz vor dem Halbzeitpfiff noch Blut geleckt.

    Zum Glück haben wir das überstanden und ich denke, irgendwann hat man dann doch gemerkt, dass die Uerdinger ziemlich platt waren und da auch nix mehr wirklich gefährlich aufs Tor kam. Und trotzdem wollte sich bei mir keine Ruhe einstellen. Weil man mittlerweile einfach weiß, wie schnell und plötzlich das in dieser Drecksliga gehen kann. Ein blöder Ballverlust, ein ungenauer Pass, ein langer Ball, der irgendwie durchflutscht und plötzlich wäre ein toter Gegner wiederbelebt worden.


    Antwerpen macht aber in meinen Augen auch als erster Trainer seit langem hier nicht mehr den Fehler und gibt bei eigener Führung die Parole "Spiel nach Hause verwalten" aus. Hat man oft genug gesehen, dass wir das einfach nicht können. Dementsprechend wars auch richtig, weiter Offensivkräfte wie Redondo, Sessa und Ritter einzuwechseln, um weiter nach vorne zu spielen, nicht nachzulassen und aufs vierte Tor zu gehen. Das ist uns ja dann Gott sei Dank auch noch gelngen und auch das war insgesamt mit viel Übersicht von allen Beteiligten rausgespielt.


    Fazit: Unterm Strich ein absolut verdienter Sieg gegen einen insgesamt doch recht harmlosen Gegner. Aber es gilt weiterhin: Konzentration und Spannung hochhalten, nicht den Hauch von Selbstzufriedenheit zulassen und bis Saisonende weiter durchziehen! Jetzt können aber alle FCK-Fans das Wochenende mit dem morgigen Sommertag erstmal richtig genießen. :thumbup:

    Die Anspannung steigt bei mir so langsam schon richtig an. Meine Güte, was ist das morgen für eine wichtige Partie. Wenn man sich dann noch die anderen Begegnungen im Abstiegskampf ansieht, muss man wirklich sagen: Mehr Thriller geht nicht.


    Das Ding entscheidet morgen logischerweise noch lange nicht über den Klassenerhalt, aber fürs Momentum kann es wahnsinnig wichtig werden. Gewinnen müssen beide Teams, ein Unentschieden nützt keinem was. Wer gewinnt, kann sich zumindest etwas entspannter die Sonntagsspiele der Konkurrenz ansehen. Auf Schützenhilfe von den bereits abgestiegenen Hachingern oder den so gut wie abgestiegenen Lübeckern will mit Sicherheit keiner angewiesen sein.


    Dementsprechend gehe ich auch davon aus, dass das morgen eine reine Nervenschlacht wird, bei der am Ende derjenige als Sieger vom Platz geht, der es einfach mehr will. Egal wer bei uns morgen im Tor steht, egal wer hinten links spielt oder sonst was: Jeder muss da morgen mit dem Messer zwischen den Zähnen auf dem Platz stehen und von der ersten Minute an zeigen, dass er das Spiel unbedingt gewinnen will.


    Höchstwahrscheinlich dürfen wieder viele Fans vor dem Fernseher um Jahre altern, so wie man das vom FCK ja mittlerweile kennt. Hoffentlich wird das dann auch wenigstens mit drei Punkten belohnt.

    Uerdingen unter Ponomarev ist aber auch ein gutes Beispiel dafür, dass man mit entsprechend finanziellen Mitteln eines Investors, aber zeitgleich ohne sportliches Konzept innerhalb eines Vereins, vielleicht im Amateurbereich (Ober- und Regionalliga) noch gut durchkommt, aber spätestens ab dritter Liga im Profibereich doch auch schnell an seine Grenzen geraten kann.


    Das Leistungsgefälle ist in den unteren Ligen wesentlich größer als bspw. in der dritten Liga. Ganz salopp gesagt: Verpflichte ich in der Oberliga mehrheitlich Spieler, die bereits einiges an Profierfahrung haben, noch als Vollprofi angesehen werden können und auch entsprechend noch unter professionellen Bedingungen trainieren, ist das keine große Kunst, dort locker aufzusteigen. Siehe Uerdingen oder auch der SV Rödinghausen. Man spielt im Prinzip jedes Wochenende gegen reine Amateurspieler, gegen die man dann individuell gnadenlos überlegen ist. Selbst die U21 des FCK fährt da regelmäßig souveräne und teilweise auch hohe Siege ein.


    Im Profibereich sieht das dann doch ein klein wenig anders aus. Da reicht es nicht mehr, einfach nur mit viel Geld irgendwelche gestandenen Profis, mit höherklassiger Erfahrung, zu verpflichten und schon läuft das irgendwie. Neben einer finanziellen Basis, braucht es dann auch sportliche Konzepte innerhalb eines Vereins, wenn man denn als Ziel hat, noch weiter nach oben zu kommen.

    Dass man mit hohen Etats und ohne Konzept nämlich nicht weit kommt, konnten wir auch beim FCK die letzten Jahre beobachten. Potente Investoren brauchts heutzutage im Profifußball fast schon zwangsläufig, denn ohne Moos einfach nix los und es ist zum puren Geschäft geworden. Wer dauerhaft noch Bratwurst-und-Bier-Atmosphäre will, dem bleibt eigentlich nix anderes übrig, als nur noch Amateurfußball zu schauen. Mir gefällt diese ganze Entwicklung auch nicht, aber daran ändern wird man nix mehr.


    Wo letztlich ein Investor herkommt, ob aus der Pfalz, dem Saarland oder Buxtehude, ist irgendwo absolut zweitrangig, denn eines wollen die alle: Mitreden und gegebenenfalls Einfluss nehmen. An sich verständlich und auch kein Problem, WENN man denn auch entsprechend sportlich kompetente Leute auf gewissen Positionen installiert und diese machen lässt.

    Mit Marco Antwerpen hat man wohl tatsächlich mal einen Glücksgriff getätigt, aber wie schon richtig angemerkt wurde: Alleine darauf darf man sich nicht verlassen, sonst kann man alle Personalfragen in Zukunft auch auswürfeln und beten, dass es irgendwie klappt. Nur wäre das halt alles, nur nicht professionell.

    Mal vorne weg, mit dem Rest deiner Analyse gehe ich vollkommen überein.


    Aber wenn man sehen will, warum man unten drin hängt, muss man sich Spiele wie gegen Wehen oder in Magdeburg anschauen. Nach Magdeburg hat Antwerpen mal so richtig auf den Tisch gehauen, und gezeigt dass es für die Spieler bei Schlecht-Leistungen auch ungemütlich werden kann.


    Hätte die Mannschaft früher das abgerufen, was jetzt abgerufen wird, wären wir nicht unten, dessen bin ich überzeugt.

    Stimme ich auch definitiv zu! Die fehlende Kaltschnäutzigkeit ärgert mich halt ziemlich, weil man es dadurch unnötig spannend macht. Aber im Vergleich zu den angesprochenen Leistungen ist das gerade wirklich meckern auf hohem Niveau meinerseits, das stimmt schon. :bier:


    Nach dem Magdeburg-Spiel waren wir meiner Meinung nach eigentlich schon abgestiegen. Da habe ich schon felsenfest daran geglaubt, dass der Laden nun endgültig auseinanderfällt. Ich hätte wohl mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass man erstmal die sieben Punkte Rückstand aufholt und auch fünf Spiele in Folge ungeschlagen bleibt. Unter Antwerpen sieht man auch endlich mal eine gewisse Zeit lang ein anderes, kämpferisches Gesicht und nicht nur die berühmten ein, zwei Spiele Besserung und dann fällt alles wieder in denselben alten Trott.

    Es bleibt dabei: Dieser Verein bringt einen noch vorzeitig ins Grab, wenn man jede Woche so eine Zitterpartie mitmachen muss...hier brauchst du keine Nerven aus Drahtseilen sondern wirklich aus Stahlträgern. Gott sei Dank haben wir das irgendwie gewonnen.


    Bei aller Freude über den Sieg, sieht man aber auch wirklich knallhart, wieso man unten drin hängt. Wie man einen so harmlosen Gegner wie Haching, den man gut 60 Minuten lang wirklich komplett beherrscht hat, ohne Not wieder aufbaut, ist mir wirklich unbegreiflich. Eben sagte auch noch Zimmer im Interview ziemlich selbstkritisch, dass das in so einem Spiel wirklich nicht passieren darf. Alleine Pouré hätte mit seinen zahlreichen Großchancen die Partie schon frühzeitig entscheiden können. Wenn der Tabellenletzte dir in Sachen Chancenverwerung was vormacht, dann läuft irgendwas falsch.


    Trotzdem hatte man teilweise auch ziemliches Matchglück zu Beginn. Hätte halt wieder wunderbar zur kompletten Saison gepasst, wenn Haching in der 30.Minute nach der Ecke und dem ersten Torschuss das Ding gemacht hätte und der nicht an den Pfosten geht. Im direkten Gegenzug machen wir dann auch zum Glück das 1:0, was klasse gespielt war von Zimmer und Hercher.

    Den Ausgleich fängt man sich viel zu billig. Rieder lässt sich eigentlich wie ein Schuljunge abkochen, aber noch schlimmer ist eigentlich wie einfach der Hachinger in den Sechzehner laufen und abschließen kann.

    Zum Glück kam die prompte Antwort, also das beherrschen wir mittlerweile ganz gut. Hat mich auch sehr für Adam Hlousek gefreut, der in meinen Augen ein wirklich gutes Spiel auf links gemacht hat.


    Vor der zweiten Halbzeit hatte ich auch schon wieder Bammel. Meine Hoffnung war ein frühes drittes Tor zu machen, um Sicherheit reinzubringen, weil mir fast schon klar war, dass der Gegner irgendwann mehr Offensivdruck machen muss.

    Jo, und dann kamen diese zwei Szenen, die für den Bruch im Spiel gesorgt haben: Pourié versemmelt die fünfte Großchance und Bakhat kommt für Götze. Also ich konnte schon verstehen, dass Antwerpen mehr Entlastung wollte und die Offensive gestärkt hat und trotzdem hat es in meinen Augen eindeutig gezeigt: Götze ist der Abwehrchef und absolut unersetzbar, Punkt. Als der rausging, wurde es vogelwild in der Abwehr. Da war zeitweise keinerlei Ordnung mehr im Spiel.

    Man konnte irgendwann wirklich die Sekunden zählen, bis der Ausgleich fällt. Schon vor dem Tor hatte Unterhaching eigentlich zwei absolut hundertprozentige Chancen direkt hintereinander. Und das 2:2 selber fällt auch wieder schlicht zu einfach. Der kann außen in aller Seelenruhe flanken und Hain ohne Bedrängnis einköpfen.


    Meine Güte, was hab ich mich da aufgeregt. Ich glaube, ich hab mindestens zehnmal hintereinander gebrüllt: Wie dämlich kann man sein, wie. dämlich. kann. man. bitte. sein?! Da war ich wirklich komplett leer und hatte eigentlich schon resigniert...

    Ja und dann kommt dieser Elfmeterpfiff für uns und du siehst direkt wie Pourié sich das Ding schnappt und ich denk mir nur: Alter, wenn der jetzt das Ding auch noch verschießt...aber zum Glück ist der drin. Direkt der Blick zur Uhr: Verdammt, das werden wieder seeeehr lange zehn Minuten bis zum Abpfiff. Gott sei Dank hat man das Ding irgendwie über die Zeit gebracht.

    Zum Elferpfiff fällt mir aber generell noch ein: Eigentlich musst du deinen Abwehrspielern in der dritten Liga regelrecht einbläuen, dass du im Sechzehner verdammt nochmal die Hände vom Gegner zu lassen hast, denn sonst ist das in dieser Liga wirklich immer ein sicherer Elfmeter. Das wird da wirklich immer gepfiffen, egal ob man stark zieht oder nicht.


    Fazit: Überlebenswichtigen Sieg geholt, auf der einen Seite extrem ereichtert aber andererseits tatsächlich immer noch ein wenig sauer, weil man sich wieder total unnötig selbst in Bedrängnis gebracht hat. Jetzt erstmal zehn Tage durchschnaufen. Als FCK-Fan haste das nach den letzten Wochen aber auch bitter nötig. ^^

    Das morgige Spiel könnte in meinen Augen zum Schicksalsspiel werden. So langsam kribbelts bei mir jetzt schon einen Tag vorher, das hatte ich in der Form auch schon lange nicht mehr.


    Unterhaching würde ich keinesfalls unterschätzen. Bei deren Punkteabstand zum rettenden Ufer, ist das morgen fast schon deren letzte Chance, um noch irgendwie minimale Hoffnungen auf den Klassenerhalt zu wahren. Die müssen eigentlich, genau wie wir, voll auf Sieg spielen. Dementsprechend befürchte ich aber auch, dass das eine sehr zähe Angelegenheit und zur puren Nervenschlacht werden kann. Hoffentlich täusche ich mich und man muss mal ausnahmsweise nicht bis zur letzten Sekunde zittern, denn der Bedarf an solchen Spielen ist bei mir schon voll abgedeckt.


    In diesem Sinne: Sieg, egal wie!

    Also ich lese auf TM was von 42 Toren in 114 Spielen und drei roten Karten.


    Unabhängig davon wäre es in meinen Augen aber ein ziemliches Wunder, wenn man Spalvis nochmal auf dem Platz sehen würde. Der Junge hat seit zweieinhalb Jahren kein normales Mannschaftstraining mitmachen können, sondern ausschließlich Reha. Bis der fitnessmäßig wieder auf Profi-Niveau angelangt ist, wird es noch dauern und niemand weiß, ob das Knie auch durchhält. Ich würde es Lukas absolut von Herzen gönnen, wenn er es nochmal schafft, aber so richtig glauben kann ich daran nicht.

    Es gibt ja dieses Sprichwort, dass man sich mit der Zeit irgendwie an alles gewöhnt. Joa, zumindest was diese Last-Minute-Gegentore in engen Spielen angeht, trifft das bei mir langsam zu. Mich schockt das schon gar nicht mehr. Früher waren wir die, die in der letzten Sekunde noch getroffen haben und heute kassieren wir regelmäßig.


    Natürlich ist das alles wieder bitter, aber mir gehts jetzt ähnlich wie nach dem Spiel gegen Zwickau: Keine Zeit zum hadern, Nachdenken und Trübsal blasen. Vor dem Spiel hätte ich einen Punktgewinn in Duisburg unterschrieben und sehe das jetzt auch noch so. Samstag wartet schon das nächste Endspiel gegen Unterhaching, da musst du schon jetzt sofort nach Schlusspfiff den Fokus drauflegen.


    Zwei Anmerkungen noch: Zum Glück hat Zwickau noch den Ausgleich erzielt und die kleinen Bayern bleiben zumindest punktgleich mit uns.

    Und zum Anderen: Ich glaube Elias Huth und der FCK wird in diesem Leben nix mehr. Die Szene vor dem Ausgleich ist eigentlich sinnbildlich für seine komplette Zeit hier bei uns. Ich will gar nicht auf ihm rumhacken oder ihm jetzt die alleinige Schuld für das heutige Ergebnis zuschieben. Aber es gibt einfach solche Kombinationen zwischen Spieler und Verein da passt es einfach nicht, egal was man probiert und das scheint mir hier der Fall zu sein. Ich hoffe natürlich trotzdem weiterhin, dass er mich übel Lügen straft und nochmal ein wichtiger Faktor in einem Spiel werden könnte.


    In diesem Sinne: Alles geben für einen Heimsieg gegen Haching!

    Dass er in manchen Bereichen noch so seine Defizite hat, wird glaube ich niemand bestreiten. Für mich ist er so ein "Oldschool-IV", der zwar fußballerisch nicht die Offenbarung ist, dafür aber immer und überall da hingeht, wo es wehtut und keinen Zweikampf scheut. Seine Grätschen haben ja beinahe fast jetzt schon Kult-Charakter. :biggrin: Er verkörpert eben auch genau die Mentalität, die man im Abstiegskampf braucht, da finde ich es auch nicht so schlimm, wenn er bspw. nicht die fußballerische Qualität eines Götze hat.


    Also dafür, dass er quasi als Not-Transfer (u.A. wegen dieser U23-Regel) am letzten Tag des Wintertransferfensters geholt wurde, im Prinzip ohne Spielpraxis von St.Pauli kam, und dadurch viele wohl auch nicht so richtig geglaubt haben, dass er hier die große Rolle spielen wird, hat er sich wirklich gut ins Team eingefunden. Also insgesamt bin ich ganz zufrieden mit Senger.

    Das heutige Spiel hat mal wieder bewiesen: Als FCK-Fan musst du wirklich kerngesund sein, sonst kostet dich das jede Woche wirklich gefühlt fünf Lebensjahre. Du lieber Himmel, die letzten zwanzig Minuten waren gefühlt die längsten, die ich je erlebt habe. Beim Abpfiff musste wieder der Urschrei raus. :D


    Man braucht sich nix vormachen: Der Sieg ist absolut glücklich und man hätte sich im Leben nicht beschweren dürfen, wenn SB irgendwann den Ausgleich erzielt hätte. In der zweiten Halbzeit haben uns Spahic, Glück und die Tatsache, dass auf Saarbrücker Seite die Stürmer kein Zielwasser getrunken hatten, den Hintern gerettet. Aber ganz ehrlich? Das ist mir sowas von schnurzpiepegal gerade. Wir haben das Ding irgendwie gewonnen und nur das zählt in der jetzigen Situation!


    Interessant fand ich, wie das Spiel begann. Wir in einem komplett ungewohnten 5-2-2-1 und Saarbrücken spielte für meine Begriffe in der ersten Halbzeit erstaunlich passiv. Hätte ich so gar nicht erwartet und ich vermute auch, dass das ein ziemlich lahmer Kick geworden wäre, ja wenn wir nicht mal clever die Räume ausgenutzt hätten und das frühe 1:0 erzielt hätten. Zimmer mit viel Übersicht, Sessa mit etwas Glück bei der Flanke und Hanslik steht einfach da, wo ein Stürmer stehen muss.

    Der Ausgleich war irgendwie bezeichnend für die Saison: Mal wieder nach einem Standard und trotz Überzahl gegen den einköpfenden Spieler. Wobei ich auch sagen muss, dass SB ziemlich starke Standards tritt. Da haben sie mit Barylla schon einen Spezialisten.

    Zum Glück erzielen wir postwendend die erneute Führung und auch hier muss man sagen: Endlich nutzen wir mal clever die Räume aus, die uns ein Gegner anbietet! Zimmer wieder als Antreiber, super Hereingabe von Hercher, joa und Hanslik kann ja nicht mehr viel falsch machen.


    Insgesamt fand ich aber, dass auch die erste Halbzeit nicht wirklich hochklassig war. Also es war schon ein intensives Spiel, aber bis auf die drei Tore gabs ja auf beiden Seiten eigentlich keine richtig gefährlichen Torraumszenen. Und mit dem Halbzeitpfiff bekam ich plötzlich wirklich ein sehr schlechtes Gefühl für die zweite Halbzeit... Keine Ahnung wieso, aber irgendwie hatte ich schon die Befürchtung, dass SB anders aus der Kabine kommen wird und noch den ein oder anderen Offensivspieler von der Bank bringen kann. Gott sei Dank haben wir das Ding irgendwie über die Zeit gebracht.


    Allerdings muss man wirklich dafür beten, dass einige Schlüsselspieler bis zum Saisonende durchgehend fit bleiben. Hat man heute gut gesehen als Redondo und Huth für Zimmer und Pourié kamen. Ab da war unser Offensivspiel quasi komplett tot. Qualitativ sind das riesige Unterschiede.

    Aber einen Spieler möchte ich noch besonders rausheben: Felix Götze. Das ist wirklich so ein Spieler, bei dem man berechtigt sagen kann: Eigentlich viel zu stark für dritte Liga. Unfassbare Ruhe am Ball, gute Übersicht, gutes Passspiel, auch in den Zweikämpfen präsent. Einfach Wahnsinn, was der für eine Qualität hat.


    Nachdem ich gegen Magdeburg schon dachte, dass wir abgestiegen sind, ist man jetzt auf einmal wieder mittendrin! Die Spieler scheinen alle verstanden zu haben, um was es geht, denn vollen Einsatz haben auch heute wieder alle gezeigt, auch wenn nicht alles gelungen ist. Die Hoffnung lebt weiter!

    Die Analyse der letzten Saison wurde mA katastrophal ausgeführt und der neue Kader ist einen Sammelsurium an Spielern, aber kein im Team gut leistungsfähiger Kader.


    Da stimme ich zu, würde aber noch anfügen, dass meiner Meinung nach dieser Kader komplett vorbei an den Ansprüchen dieser Liga zusammengestellt wurde. Wenn man sich unsere Gegner so Woche für Woche ansieht, sind bei denen vielleicht ein, zwei technisch starke Spieler auf dem Platz und der Rest besteht gefühlt nur aus körperlich starken 1,90 m Kanten, die uns zweikampftechnisch oft komplett den Schneid abkaufen, weil wir eben kaum körperlich starke Spieler in unseren Reihen haben, sondern bspw. gleich mehrere Spieler, die theoretisch auf der Zehn spielen können und sich vom Spielertyp her stark ähneln. Man hat in der Richtung schlicht die falschen Prioritäten gesetzt.


    Die Story mit den langwierigen Muskelverletzungen ist jetzt auch kein Problem, was exklusiv unter Antwerpen so auftritt. Die Debatte darüber, dass Verletzungspausen beim FCK gefühlt doppelt so lange dauern als bei allen anderen Vereinen, wird schon seit ein paar Jahren geführt. Beispiel Nicolas Sessa: Der Kerl fällt einfach mal ein halbes Jahr aus, obwohl zuerst "nur" von einer Bänderdehnung die Rede war. Und genau von dieser Sorte gab und gibt es genug Beispiele. Da kann man schon mal die Frage stellen: Wie kann das sein?


    Naja, aktuell ist es halt wie es ist und seit dem Halle-Spiel habe ich persönlich in den reinen Überlebensmodus geschaltet. Das heißt mit Sicherheit nicht, dass alles vergeben und vergessen ist, was in dieser Saison wieder für eine Unruhe und Unprofessionalität in diesem Verein stattgefunden hat. Egal ob man jetzt am Ende tatsächlich noch mit Hängen und Würgen den Klassenerhalt schafft oder es zum Super-GAU Regionalliga kommen sollte: Diese Saison war sportlich ein absolutes Desaster, da wird es wohl kaum noch einen Fan geben, der das anders sieht.

    Nur hilft das momentan alles nix. Große Teile dieses Kaders kann ich eigentlich nicht mehr sehen und auf ewige Durchhalteparolen aus der Führungsetage kann ich auch gut verzichten. Aber kurzfristig bekommt man daran nix mehr geändert. Der Kader ist wie er ist und man muss da jetzt irgendwie durch. Mir persönlich geht es gerade wie 2008: Damals hat einen auch fast alles angekotzt, aber wenn man den Absturz in ein absolut unbekanntes "schwarzes Loch" (damals noch dritte Liga, heute eben Regionalliga) noch irgendwie verhindern kann, und man auch sieht, dass die Spieler noch nicht aufgegeben haben, dann sollte man alles dafür tun. Danach kann man immer noch mit allen abrechnen.


    Wie und ob es überhaupt bei einem Abstieg weitergeht steht komplett in den Sternen. Das wäre halt wirklich komplett unbekanntes Terrain und es gäbe zig ungeklärte Fragen. Wenn es soweit kommt, dann könnte sich ein Herr Nardi allerdings auch zum zweiten Mal auf die Fahne schreiben lassen, dass er als Investor mit einem Klub abgestiegen sind, der eigentlich ganz andere Ambitionen hatte. FC Homburg 2016/17 lässt grüßen und diesen "Betriebsunfall" in der Oberliga zu reparieren war nicht billig. Da kann man sich vorstellen, dass es beim FCK nicht anders aussehen würde.


    In diesem Sinne: Alles gegen Saarbrücken raushauen und das Ding irgendwie gewinnen, egal ob am Ende verdient oder glücklich. Es zählen nur noch die nackten Punkte.

    In meinen Augen sollte man drauf hoffen, dass Rieder bis Samstag wieder fit wird und man ihn in die IV ziehen kann, denn junge Spieler, die seit einem halben Jahr ohne Spielpraxis sind, in einem Derby ins kalte Wasser zu werfen, birgt schon einige Risiken.


    Zudem würde ich auch bei den potenziellen Kandidaten aus der U21 sagen, dass keiner von den drei Kandidaten (Hotopp, Klein, Kleeschätzky) jetzt großartig in der Oberliga herausgeragt hat. Alle waren ganz solide und ohne großartige Fehler unterwegs, aber so richtig aufgedrängt hat sich keiner. Zumindest war das mein Eindruck aus den Spielen, die ich vor der Coronapause gesehen habe. Kein Vergleich also zu Gottwalt oder Scholz, bei denen man deutlich gesehen hatte, dass die den Schritt nach oben wagen konnten.


    Falls es aber doch zu einem Einsatz von einem der drei kommt, kann ich ja noch kurz die Spielertypen etwas näher beschreiben:

    - Hotopp: Ziemlich schneller IV, der gut als "Abfangjäger" bei Kontern des Gegners fungieren kann, falls man mal hoch steht. Hat auch schon RV gespielt.

    - Klein: Bei ihm sind mir eigentlich keine großartigen Stärken oder Schwächen aufgefallen. Im Prinzip so ein typischer Mitläufer, der halt konstant seinen Stiefel spielt ohne großartig aufzufallen.

    - Kleeschätzky: Linksfuß, körperlich eine ziemliche Kante und mit 1,91 m auch dementsprechend kopfballstark.


    Zu den U19-Kandidaten kann ich leider nichts genaues sagen, aber vielleicht gibts ja hier jemanden, der Näheres weiß :)

    Antwerpen lebt der Truppe einfach vor, wie Abstiegskampf in der dritten Liga geht. Klar war das bspw. gestern nach im Interview direkt nach dem Spiel schon drüber (über den Platzverweis darf man sich wirklich nicht wundern), auf der anderen Seite gings mir als Fan auch nicht anders. Kurz nach so einem emotionalen Spiel steht man eben noch unter Strom.


    Für meine Begriffe hat MA das nötige Fingerspitzengefühl für die verschiedenen Situationen. Nach so einem Auftritt wie gegen Magdeburg hat er völlig zurecht die Mannschaft hart kritisiert und Konsequenzen angekündigt. Gestern wiederrum hatte das, vor allem nach dem Spiel was von "Papa stellt sich vor seine Jungs". Genau das braucht es meiner Meinung nach aber auch im harten Abstiegskampf. Man geht hier All-In und will vermitteln: Es geht jetzt diese letzten Spiele um alles, und da ist es wirklich vollkommen egal, ob man beim Gegner oder Schiri irgendwelche Beliebtheitspreise gewinnt, denn das nützt uns nix. Vor allem denke ich mir: Warum war der Betze denn früher mal so gefürchtet? Mit Sicherheit nicht, weil das Publikum oder die damaligen FCK-Mannschaften so lieb und nett gegenüber dem Gegner waren. Nee, da wurde auch immer dieses Gefühl vermittelt: Wir gegen den Rest der Welt.


    Marco Antwerpen ist genau dieser kernige Trainertyp, den man meiner Meinung nach auf dem Betze schon lange vermisst hat. Dass er auch in manchen Situationen über die Stränge schlägt, ist definitiv so und ich finde auch nicht jede Äußerung oder Aktion gut. Aber es ist mir definitv lieber, wenn jemand mit seiner Mannschaft in so einer Situation Zähne zeigt, sich nix gefallen lässt und sich zur Not auch mit jedem persönlich anlegt, statt alles wortlos über sich ergehen zu lassen. Der Mann holt mich mit seiner Art komplett ab.


    Klar, das alles garantiert nicht, dass man auch tatsächlich noch den Klassenerhalt schafft. Aber zumindest merke ich nach den letzten zwei Spielen: Da ist noch Leben in der Bude und man wehrt sich auch endlich mit allen Mitteln, denn nur so hast du eventuell noch eine Chance.

    Also ich gehöre ja grundsätzlich auch eher zu den Leuten, der den Großteil der Drittligaschiedsrichter wirklich seit geraumer Zeit gefressen hat. Da rennen wirklich genug rum, bei denen man sich ernsthaft fragen kann, wie die zu der Ehre gekommen sind, eine Profiliga pfeifen zu dürfen.


    Aber was den heutigen oder auch den Platzverweis gegen Halle angeht: Ja sorry Leute, aber das ist einfach nur Dummheit unsererseits. Genau wie dieses Foul von Bakhat vor dem Freistoß zum 2:2. Das ist einfach nur hart unnötig und wirklich dumm. Da kannst du keinem Schiri der Welt was ankreiden, das ist einfach fehlende Cleverness von unseren Spielern. Leider Gottes zieht sich dieses Muster mittlerweile seit mehreren Jahren durch sämtliche FCK-Mannschaften. Idrissou hat es bereits 2013 als erster angesprochen. :wacko:


    Dass Antwerpen mal jetzt im Interview explodiert oder auch die Fans jetzt gerade ordentlich gegen den Schiri ledern, hängt in meinen Augen eher mit der generellen Leistung von Drittligaschiris zusammen. Auch heute war da teilweise keine klare Linie drin, auch wenn wie schon gesagt mMn der Platzverweis in Ordnung ging, und das nervt auf Dauer einfach nur.
    Du hast gefühlt wirklich immer den Eindruck, dass der Gegner treten und kloppen kann, wie es ihm passt und nix passiert, aber wehe ein Lauterer geht mal etwas härter in einen Zweikampf, zack, schon gibts direkt gelb. DAS ist eher das, was einen seit bereits drei Jahren tierisch auf den Sack geht. Der DFB sieht die dritte Liga scheinbar wirklich als inoffizielle Experimentierwiese an, um einfach mal zu testen, ob irgendein Eugen-Jonathan, der fünf Spiele in der Verbandsliga unfallfrei gepfiffen hat, nicht auch direkt schon zu Höherem berufen ist.
    Wobei ich ja generell auch der Meinung bin, dass die Qualität von deutschen Schiedsrichtern in allen Profiligen drastisch gesunken ist. Da gehörten früher viele vollkommen zurecht zur Weltspitze, weil sie auch sowas wie Fingerspitzengefühl hatten. Jo, und heute rennen da gefühlt nur noch so arrogante Gockel über den Platz, die scheinbar den Zwang haben, sich immer und überall profilieren müssen.


    Naja, alles lamentieren und jammern hilft uns jetzt alles nix. Sieg heute leichtfertig hergeschenkt, bin auch eigentlich immer noch bedient, aber viel Zeit zum grübeln und hinterhertrauern haben wir nicht wirklich. Die Devise sollte lauten: Spiel abhaken, auch wenn es bitter ist, und jetzt schon an Lübeck denken!

    Der pure Wahnsinn...nach 80 Minuten war ich schon kurz davor, mir schon mal ein paar Regionalligastadien anzusehen, um zu wissen, was uns in Zukunft erwartet und dann kommt Kraus. Wobei ich ehrlich sein muss: Da habe ich mich noch nicht getraut, so richtig zu jubeln. Schlechte Erfahrungen und so...aber dann beim 3:1...diesen Urschrei von mir hat man wahrscheinlich noch in zehn Kilometern Entfernung gehört. :D Lautern geht nicht normal, da muss irgendwie immer 'ne Portion Drama dabei sein.


    Eigentlich war alles wie immer: Du führst nich unverdient mit 1:0, legst aber nicht nach, irgendeiner (diesmal halt Redondo) bringt wieder so eine absolute Hirnfurzaktion und es fällt das 1:1. Da war ich komplett emotionslos, weil man es irgendwie schon erahnt hatte und alles andere als dieses Ergebnis oder gar 'ne Niederlage hätte keinen verwundert. Aber nein, dieses Mal ergibt man sich nicht in sein Schicksal, dieses Mal hat man auch in den entscheidenden Situationen mal das nötige Matchglück und dreht das Ding in Unterzahl. Zum Schluss eine absolute Willensleistung der Mannschaft und sie hat sich diesen Sieg erkämpft!


    Wenn man sich parallel die Ergebnisse der Konkurrenz anschaut, muss man allerdings auch nochmal deutlich herausstellen: Alles andere als ein Sieg wäre heute wohl schon das vorzeitige Todesurteil gewesen UND man muss jetzt zwingend gegen Zwickau nachlegen. Zwei Heimsiege in Folge wie 2008, dann wäre man wieder mittendrin, statt nur dabei. Man muss jetzt konstant am Ball bleiben. Wie gesagt: Es bleibt alles weiterhin knifflig, aber wenigstens hat man heute deutlich gesehen, dass wir noch leben.


    In diesem Sinne: Frohe Ostern an alle! :thumbup:

    Zitat

    Inhaltlich waren die Vorwürfe von Boris Notzon spätestens seit den Veröffentlichungen auf „Der Betze brennt“ am 21. Februar 2021 und im Kicker am 22. Februar 2021 bekannt.


    Moment mal, verstehe ich das gerade richtig? Der besagte Artikel im Kicker erschien kurz vor der JHV, in welchem die Frage gestellt wurde, wer die Macht beim FCK hat und durchschimmern ließ, dass sich wohl die Investoren mancherorts ein wenig zu viel einmischen würden. Vor allem auch in der Trainerfrage.


    Will man mit diesem Statement also jetzt ernsthaft hingehen und sagen: "Jo Koblischeck und alle Kritiker, hättet ihr damals mal Kicker gelesen, wüsstet ihr doch schon längst wie der Hase hier läuft, also was beschwert ihr euch jetzt?" So nach dem Motto: Da habt ihr doch eure Transparenz, auch wenn sie nicht direkt vom Verein kommt. Ernsthaft??? :rofl: So langsam habe ich das Gefühl, je mehr Statements rausgehauen werden, desto tiefer reitet man sich da oben weiter rein. Und die wundern sich wahrscheinlich ernsthaft, wieso man den FCK nur noch als wenig professionellen Provinzklub wahrnimmt...

    Das wird Merk und Co. in wirklich arge Erklärungsnöte bringen. Zuerst die Nummer mit den Notzon-Papers und einen Tag später tritt der Neue vom AR nach gerade mal vier Wochen zurück und die wollen einem ernsthaft noch verkaufen, dass da alle an einem Strang ziehen? Nee Freunde, allerspätestens jetzt kauft euch da oben das niemand mehr ab. Das kannst du einfach nicht mehr schönreden.


    Ich habe wirklich gehofft und geglaubt, dass hier mit dem Team Merk mal wieder ein Stück Professionalität, Transparenz und Nahbarkeit beim FCK einzieht. Auch wenn mir nicht jede Entscheidung zuletzt gefallen hat, war ich trotzdem immer noch irgendwo überzeugt, dass Merk der richtige Mann ist. Nach dieser Meldung habe ich jetzt wirklich endgültig den Glauben daran verloren. Wird die da oben wahrscheinlich wenig jucken, da ich eh kein Mitglied bin aber es ist einfach nur enttäuschend, was da passiert. Im Südwesten nichts neues.

    Das ist langsam wirklich nur noch Realsatire, was da oben abgeht. Wenn dieser Vereins eins weiß, dann wie man sich öffentlich immer wieder blamiert und selbst zerlegt. :autsch: Glaube, das wird in den nächsten Tagen noch für viel Zündstoff sorgen und die Vereinsführung in ziemliche Erklärungsnöte bringen. Andererseits ist das ja auch irgendwo nix neues. Sperrt den Laden endlich ab, das wird in dem Leben hier nix mehr. Einfach nur unfassbar!

    Das ganz große Problem besteht auch darin, dass es absolut keine Alternative zum FWS zu geben scheint. Gut, wer hätte es auch beim Umbau zum WM-Stadion vor über 15 Jahren für möglich gehalten, dass der FCK mal kurz vor dem Sturz in den Amateurfußballs steht? Wahrscheinlich niemand, zeigt aber wieder mal schön, wie schnell sowas im Fußball gehen kann.


    Und selbst wenn man noch nicht ganz so hart im sportlichen Schlamassel stecken würde, weiß man einfach, dass sich dieser riesige Kasten da oben wirklich NUR in der Bundesliga lohnt bzw. rechnet. Glaube mich erinnern zu können, dass auch schon gesagt wurde, dass man selbst in der ersten Liga quasi konstant im und um den europäischen Wettbewerb mitspielen müsste, um keine dauerhaften Probleme zu bekommen. Heißt also Platz 1-6. Davon sind wir aktuell so weit entfernt wie die Erde vom Mond.


    Hier und da habe ich auch mal den Vorschlag gelesen, doch mal schnell auf dem Fröhnerhof im NLZ 'ne Tribüne hochzuziehen und dann dort Regionalliga zu spielen. Der Gedanke ist zwar ganz nett, nur meines Wissens nach völlig unrealistisch. Das kannste dir wirklich komplett abschminken. Drückt man es ganz hart aus, dann ist das eine etwas größere und professionellere Bezirkssportanlage mitten im Wald. Aktuell bekommst du nie im Leben eine Erlaubnis, da Viertligafußball zu zelebrieren, weil du schlicht gewisse Auflagen nicht erfüllen kannst. Das reicht höchstens gerade so für Oberliga, wenn die U21 gegen Mechtersheim oder Engers spielt, aber wenn z.B. so Mannschaften wie Trier oder Worms kamen, musste man zwingend ins FWS umziehen, weil diese Gegner immer noch eine gewisse Fanbase haben und ab einer gewissen Anzahl sowas wie "Fantrennung" gewährleistet sein muss. Bevor Corona kam, wollte man letzte Saison auch zuerst das Heimrecht mit Trier tauschen bzw. das Spiel in Idar-Oberstein als "Heimspiel" austragen lassen, aufgrund der hohen Kosten im FWS. Da bekommt man einen ungefähren Eindruck, was selbst "nur" so eine Oberligapartie auf dem Betze an Kosten verursacht.


    Platz 4 des FWS fällt im Prinzip auch komplett raus. Da existiert zwar z.B. eine Minitribüne und Flutlicht, aber trotzdem entspricht das auch nicht mehr den heutigen Standards, die gefordert sind. Mehr als Oberliga bekommst du da auch nicht mehr genehmigt. Darüber hinaus wird das Ding ja sowieso quasi als Haupttrainingsplatz genutzt.


    Da blieb als letzte Ausfahrt quasi nur noch der Umzug nach Homburg oder Pirmasens, wobei da wirklich sehr viele Fans so gar keine Lust drauf haben, was ich auch sehr gut nachvollziehen kann. Aber was bleibt eventuell anderes übrig? Kurzfristig ist da nix anderes zu machen und selbst wenn man jetzt mal die Idee eines kleinen Stadions (15-20.000 Plätze) bspw. auf dem Gelände des Fröhnerhofs irgendwie weiterspinnt, wird man erkennen müssen, dass das so schnell nicht gehen wird. Bis du da alle Genehmigungen eingholt hast, Infrastruktur geplant wurde usw. gehen, wenn man Pech hat, erstmal zwei, drei Jahre ins Land und dass so ein Stadionbau gut und gerne mal teurer wird als erwartet und sich in die Länge ziehen kann, sieht man am Beispiel Saarbrücken. Ich habe einen guten Bekannten, der dort wohnt und mir regelmäßig von Pleiten, Pech und Pannen erzählt hat, bis endlich alles fertig war.


    Tja, scheint aktuell alles ziemlich trüb und aussichtslos rund um den FCK auszusehen, aber die Entwicklung dorthin begann ja auch nicht erst gestern.

    Mein Fazit zum Spiel: Diese Mannschaft ist so tot, wie meine gestrige Internetverbindung. Das ist wirklich heftig. Man geht ja mittlerweile in solche Spiele rein, erwartet schon wirklich überhaupt nichts mehr, und man wird gefühlt tatsächlich doch nochmal negativ überrascht. Das muss man auch erstmal schaffen.


    Das war so ein Spiel, bei dem du eigentlich nach zehn Minuten schon wusstest, wo die Reise hingeht: Entweder ein richtig übles 0:0 oder einer Mannschaft rutscht mit Glück irgendein Ding vor die Füße und gewinnt knapp. War fast klar, das wir mal wieder den entscheidenden Fehler machen.

    Generell muss man sagen, dass Drittligaabstiegskampf wirklich die gefühlt schlimmsten Spiele sind, die man sich antun kann. Meiner Meinung nach ist das wirklich unglaublich schwer, sich das 90 Minuten anzusehen. Hätte man gestern vor allem in der ersten Halbzeit gesagt, dass das da auf dem Platz ein Abstiegsduell aus der Bezirksliga ist, hätte ich es sofort geglaubt. Sorry, aber dass dieses Gekicke von beiden Mannschaften tatsächlich noch unter die Kategorie "Profifußball" fällt, ist eigentlich ein Witz. Vom Niveau her ist das bereits Amateurfußball. Nach 30 Minuten rief irgendeiner von den Bänken laut "Fußball, Fußball!" rein, als wäre es fast eine Art Hilferuf gewesen. Ich konnte es sehr gut nachvollziehen.


    Unsere Formation war gestern irgendwie auch ein großes Rätsel. Mittelfeldraute schön und gut, aber man hat eindrucksvoll gesehen, dass Hercher und Redondo auf den Halbpositionen wirklich komplett überfordert waren. Gerade Letzterer ist gefühlt überall auf dem Platz rumgegeistert und wusste wahrscheinlich selbst nicht so recht, was er das spielen sollte.

    Zur Halbzeit hätte man generell eigentlich jeden auswechseln können, so schlecht war das. Absolut bezeichnend war aber wirklich, dass ausgerechnet der Winterneuzugang Ouahim nach einer halben Stunde wieder raus muss. Das war auch wieder so ein typischer Notzon-Transfer: Fußballerisch normalerweise kein schlechter Spieler, aber einfach überhaupt nicht für sowas wie Abstiegskampf oder körperliches Spiel geeignet. So einen kannst du einbauen als fehlendes Puzzlestück, wenn das Mannschaftsgerüst drumherum funktioniert, aber sonst hast du verloren.

    Zimmer überzeugt mich mittlerweile auch überhaupt nicht mehr, seit er als RV aufläuft. Keinerlei Offensivdynamik und seine Flankenläufe fehlen wirklich sehr. Wenn er dann noch defensiv, wie gestern vor dem 0:1, entscheidend patzt, dann wirds natürlich richtig übel.

    Übrigens noch eine Nachricht an Herrn Ritter: Kurz vor Schluss hat Sören Bertram bei den Magedeburgern gezeigt, wie man einen Freistoß mit Bumms UND Effet schießen kann. Genau SO macht man das. Diese elenden Kunstschussversuche von Ritter, die eher einem Rückpass gleichen, kann ich wirklich nicht mehr sehen.


    Jo, zum Gegntor muss man nicht viel sagen, hat man gefühlt bei unseren Spielen diese Saison schon zig mal gesehen: Gegner kann ungestört flanken (Zimmer sieht überhaupt nicht gut aus), in der Mitte sind scheinbar alle Spieler in der Pinkelpause und so viel Platz wird natürlich bestraft. Du kannst auch gefühlt aufstellen wen du willst, irgendeiner patzt immer im Spiel und man frisst absolut unnötige Gegentore.


    Seit gestern steht für mich fest, dass wir sowas von absteigen werden. Da stimmt gefühlt gar nichts mehr und nach drei unterschiedlichen Trainern, bei denen immer irgendwann die gleichen Muster auftreten sollte man sich endlich auch öffentlich eingestehen, dass du mit der Truppe keinen Blumentopf gewinnst, egal wer da an der Seitenlinie steht. Qualität...dass ich nicht lache. Sechs Punkte Rückstand holen wir auf die Art niemals auf. Wie es jetzt weitergehen soll? Keine Ahnung, aber eines weiß ich: Wer in 28 Spielen gerade mal vier mickrige Siege holt, der landet am Ende der Saison wahrscheinlich vollkommen zurecht im Amateurfußball.