Beiträge von FCK-Aussenposten

    Keine Chance für junge Eigengewächse

    Durch die aktuelle Kadergöße ist die Durchlässigkeit aus der U23 und der U19 in den Profibereich in dieser Saison faktisch nicht existent. Die beiden 19-jährigen Talente Maximilian Fesser und Moritz Theobald aus dem Lauterer Oberligateam sowie Tristan Zobel und Shawn Blum (beide 18 Jahre alt) aus der U19 kamen lediglich beim Benefizspiel gegen Mainz am vergangenen Samstag bei den Profis zum Einsatz. Wie will man die wenigen jungen Lauterer Talente längerfristig an den Verein binden, wenn man ihnen keine Einsatzzeiten im Profiteam gibt?


    An sich eigentlich eine gute Analyse, aber diesen Punkt muss ich mal gesondert aufgreifen, besonders zu den Spielern aus der U21. Zunächst mal wurde im Sommer massiv bei der zweiten Mannschaft eingespart, da spielen im Prinzip fast nur noch U19-Kicker, denen oft noch vieles fehlt, um den Sprung nach oben zu schaffen. Das war fast klar, dass die Durchlässigkeit darunter leiden wird.


    Ich habe fast alle Spiele der zweiten Mannschaft gesehen, also kann ich ein bisschen was zu den zwei erstgenannten Kandidaten sagen: Fesser hat in der Tat enorm auf sich aufmerksam gemacht. Zehn Scorerpunkte in elf Oberligaspielen sprechen eine deutliche Sprache. Dementsprechend hat es mich auch gefreut, dass er nun mal beim Benefizkick auflaufen durfte, wobei ich mir ihn schon im Verbandspokal gewünscht hätte. Er ist in der Tat ein Spielertyp, den wir so in der Form bei den Profis auf LA/RA nicht haben und da er sich gut entwickelt und einen ziemlich guten Torriecher hat, hoffe ich, dass Antwerpen ihn weiterhin auf dem Zettel hat.


    Dagegen hat mich die Nominierung von Moritz Theobald schon ein klein wenig gewundert. Also das ist kein schlechter Kicker, im Gegenteil, sondern er ist technisch durchaus beschlagen, aber bei der Personalie sehe ich zwei Probleme. Zum einen ist da seine Position: Anfang der Saison war er einzige Spitze, wo er mich gar nicht überzeugen konnte: Zu klein, zu schmächtig, hing komplett in der Luft. Dann war er HS/OM, was wohl eigentlich seine Paradeposition ist und da hat er mich auch überzeugt, um dann jetzt seit einigen Spielen als RV aufzulaufen und beim Benefizkick sah es so aus, als war er im ZM unterwegs. Also es ist momentan für meine Begriffe einfach völlig unklar, wo man ihn langfristig sehen will. Nur eins sehe ich defnitiv jetzt schon: Wenn man ihn wirklich zum RV umschulen will, muss er im Defensivverhalten sehr stark zulegen, wenn er dann zu den Profis möchte. Offensiv bringt der alles mit und gegen schwache/durchschnittliche Oberligisten geht das momentan in der Form auch noch, aber gegen stärkere Gegner sah er in der Rückwärtsbewegung manchmal schon ziemlich alt aus und es fielen ein paar Gegentore über seine Seite. Und das zweite Problem ist dann noch in meinen Augen, dass RV und OM bei den Profis die Positionen sind, wo man nun wirklich gut besetzt ist.


    Ja und sonst drängt sich zumindest bei der U21 auch keiner wirklich für höhere Aufgaben auf, das ist nunmal aktuell halt die Realität. Da sind sicherlich talentierte Jungs dabei, aber nicht jeder legt auch so eine Entwicklung wie Fesser hin. Viele brauchen einfach noch Zeit und viel Spielpraxis in der Oberliga. In dem Zusammenhang sei übrigens auch noch erwähnt, dass die jungen Kerle enorm von einem aussortierten Morabet in der zweiten Mannschaft profitieren. Absoluter Dreh- und Angelpunkt mit seiner Ruhe und Übersicht. Vielleicht hat er sich so ja auch für einen Wintertransfer empfehlen können.

    Herr Antwerpen hat bisher nicht bewiesen, dass er über Fingerspitzengefühl verfügt, ganz gleich ob man Mannschaftsaufstellung, Ein- und Auswechslungen, Pressekonferenzen oder die Verbalattacken gegen Schiedsrichter in Betracht zieht.

    Hat er die Mannschaft im Griff? Hat er die Kompetenz, die Mannschaft so zu coachen, dass in jeglicher Hinsicht wichtige Spiele ernst genommen werden und entsprechen erfolgreich beendet werden können? Wie ist es möglich, dass nach einem 6:0 gegen Havelse gegen Mechtersheim solch ein Kackspiel gezeigt wird. Die Spieler, die auf dem Platz standen, scheinen nich die Reife/Qualität und Kompetenz zu besitzen, sich auf ein solches Spiel fokussieren zu können. Das muss ein Trainer nach 8 Monaten erkannt haben!!!


    Nee stimmt, Antwerpen hat diese Mannschaft nie im Griff gehabt. Letzte Saison der Endspurt war nicht sein Verdienst, als er eine tote Mannschaft die sieben Punkte Rückstand hat aufholen lassen, nee stimmt, das war alles nur pures Glück, weil die restlichen Mannschaften einfach nur zu doof waren. Dann muss man die gleichen Maßstäbe auch bei einem einst beliebten Milan Sasic ansetzen, dann hatte der auch damals 2008 nur Glück. Auch seine Mannschaftsaufstellungen, als er Fehler erkannt hat und wieder von Vierer- auf Dreierkette umgeswitcht ist, und das zum Erfolg geführt hat. Nee stimmt, der Antwerpen macht wirklich alles falsch. Oder auch seine Endspiele gegen 1860 oder Verl, als er schon wieder intern angezählt war, das war auch nur Glück, dass er da das Ruder herumgerissen hat. Komisch, alle seine Vorgänger sind da regelmäßig baden gegangen.


    Mein Gott, man muss Herrn Antwerpen nicht mögen, aber aus reiner Antipathie ihm alles abzusprechen, weil man jetzt halt mal im Verbandspokal rausgeflogen ist, finde ich auch irgendwo einfach unfair! Wenn man sich die letzten drei Jahre ansieht ist es eh verwunderlich, dass man sich da so lange immer durchgemogelt hat. Souverän war da höchstens mal das erste Spiel unter Frontzeck, der Rest bestand immer aus solchem Gegurke.

    Genauso wie sich immer über seine Schiri-Schelte empört wird und auch medial munter auf ihn eingeprügelt wird. Warum eigentlich??? Soll man z.B. diesem überforderten Heini vom Waldhof-Spiel noch gratulieren oder was? Außerdem musste ich Antwerpen noch bewundern, dass der nach dem Spiel so ruhig geblieben ist und absolut sachlich seine Kritik geäußert hat. Mir wäre vermutlich richtig der Schädel geplatzt.


    Mit Sicherheit war die Rotation auf einigen Schlüsselpositionen gestern wohl ein Griff ins Klo, da kann mann natürlich auch den Trainer für kritisieren. Vor allem dafür, dass man so Konterspieler wie Redondo und Stehle gegen einen tiefstehenden Gegner aufstellt. Andererseits denke ich mir auch: Wofür habe ich eigentlich einen zweiten Anzug, wenn man die nicht mal gegen einen Oberligisten bringen kann? Wenn nicht da, wann denn dann? Und da ist mir auch egal, ob der Gegner gestern das Spiel seines Lebens hatte und gemauert hat. Da muss ich mich einfach mal anbieten und was zeigen. Das hat gestern einfach niemand getan und ich gehe mal schwer davon aus, dass einige Kandidaten auch gestern für die nächsten Wochen das Ticket für die zweite Mannschaft gebucht haben. Huth hat es ohnehin schon seit Längerem, aber so einer wie Kleinsorge käme dafür sicherlich auch in Frage. Das macht mir allerdings auch Sorgen für die Zukunft, wenn gewisse Stammspieler mal ausfallen sollten.


    Und zum PK-Gedös von gestern: Jo klar, kommt sicherlich nicht gut rüber, wenn man da nicht erscheint. Bin aber ehrlich, ob ich an seiner Stelle so viel Bock drauf gehabt hätte unter lauter jubelnden Heimfans noch eine Analyse rauszuhauen. Außerdem ist es nicht so, dass man da keinen Presseraum gehabt hätte. Auch in der Oberliga gibts immer PKs nach dem Spiel, dann aber im Vereinsheim oder in einer ruhigen Ecke. Also völlig unmöglich wäre das nicht gewesen.


    Wie gesagt, ich bin auch immer noch sauer über diese Darbietung von gestern, weil das natürlich eine Blamage war. Aber das nun wieder zum Anlass zu nehmen Antwerpen komplett in die Schusslinie zu stellen, ist mir viel zu einfach. Da standen gestern genug Leute mit Profierfahrung auf dem Platz, die so ein Ding reißen müssen, egal wie. Wurde nicht gemacht, Erkenntnisse wurden gewonnen, wenn auch keine Positiven und der Trainer wird seine Lehren draus ziehen.

    PS: Ich mag solche kernigen Typen wie Marco Antwerpen hundert mal lieber, als solche ruhigen Schwiegermutterlieblinge, die sich alles gefallen lassen und nicht mal auf den Tisch hauen können, auch wenn das nicht bei jedem gut ankommt. Genau diese braven Kerle setzen sich hier in dem Zirkus auch nie durch, das sollte man mittlerweile mal gelernt haben.

    Konnte man mit der ersten Halbzeit noch halbwegs leben, so war die zweite Halbzeit in meinen Augen absolut erschreckend und die Niederlage ist tatsächlich nicht unverdient. Hat aber auch schön gezeigt, wieso einige Reservisten auch seit Wochen raus sind bzw. sogar nur in der zweiten Mannschaft kicken dürfen. Da hat sich heute NIEMAND angeboten, absolut niemand. Egal ob die Kleinsorge, Stehle, Redondo oder Huth heißen.


    Und es braucht mir niemand damit zu kommen, dass Mechtersheim ja so tief stand und giftig in den Zweikämpfen war. Die haben einfach gespielt wie ein typischer Oberligist auch im Ligaalltag spielt, ich weiß wovon ich rede. Unsere U21 ist auch öfter mit solchen Gegnern konfrontiert und die Jung machen das besser als so mancher Profi heute. Das sollte einigen zu denken geben.


    Da haben wahrscheinlich einige Kandidaten wieder gedacht, dass man nach drei Ligasiegen wieder nur 50% geben muss, um locker zu gewinnen. Tja, Pustekuchen. Ist auch mal wieder typisch FCK: Da läufts mal in der Liga gut und man könnte sich mal entspannter auf so ein Spiel wie heute freuen, BÄM, kommt plötzlich die Blamage! Ich bin gerade restlos bedient. Hoffentlich war das ein Weckruf.

    Zimmer ist in meinen Augen sowieso ein sehr anpassungsfähiger Spieler, der in kein typisches Beschreibungsprofil passt. So unkonventionell war ja z.B. auch seine Rolle im letztjährigen Saisonendspurt, als er nominell der Rechtsaußen war, bei eigenen Angriffen aber auch immer wieder nach innen zog, um Platz für Herchers Läufe auf Außen zu machen. Jean hielt sich dann ja auch öfter mal im halbrechten offensiven Mittelfeld auf, um mit Übersicht fast schon in Zehner-Manier den vorletzten oder letzten Pass zu spielen.


    Wie gesagt, ein klassischer Außenbahnspieler ist er für meine Begriffe sowieso nicht und ich denke auch, dass Zimmer durchaus mal zentraler im Spiel agieren kann, wenn das gefordert ist. Mentalität und Zweikampfstärke bringt er ja ohnehin jede Menge mit, da muss man sich keine Gedanken machen. Jean wird im Laufe der Saison bestimmt noch wichtig werden.

    Zehn Spieltage sind in der Oberliga jetzt absolviert und sieben Spiele davon habe ich komplett gesehen. Also wirds mal Zeit für so ein kleines Zwischenfazit meinerseits. Nach zehn Spielen steht die U21 nun mit 14 Punkten und 19:18 Toren im Mittelfeld der Nordgruppe. Unter Berücksichtigung, dass zu Beginn der Saison massiv bei der zweiten Mannschaft gespart wurde und man in einem Großteil der Spiele quasi mit einer etwas besseren U19 und vielen noch sehr unerfahrenen Jungs antreten musste, ist das in meinen Augen vollkommen okay. Von der Bandbreite her war auch alles dabei: Von überzeugenden Siegen, über spektakuläre Unentschieden bis hin zu verdienten Niederlagen.


    Da die Nachwuchsarbeit ja auch immer ein wichtiger Baustein sein kann, werde ich nun mal ein kleines Zwischenfazit zu interessanten Spielern ziehen bzw. zu solchen, die eigentlich dem Profikader bereits angehören und Spielpraxis sammeln durften.


    Lorenz Otto, 20 Jahre, Torhüter:

    Ich halte weiterhin viel von ihm. Der bringt alles mit: Reflexe, Strafraumbeherrschung und auch fußballerisch kein schlechter. Der hat in so einigen Spielen frühe Rückstände oder auch Gegentore aus dem Nichts verhindert. Ein sehr solider Rückhalt, bei dem auch generell auffällt, dass er das Spiel schnell machen will, vor allem mit präzisen langen Abwürfen auf die Seite.


    Leon Hotopp, 21 Jahre, Innenverteidiger:

    Der neue Kapitän der zweiten Mannschaft. Besitzt ja auch eigenlich noch einen Profivertrag bis Saisonende, hat aber bislang nie eine ernsthafte Rolle in der ersten Mannschaft gespielt, u.A. auch durch Verletzungen. Joa, was soll man zu ihm großartig sagen? Eigentlich immer ganz solide und ohne individuelle Fehler im Spiel. Nur als Abwehrorganisator bzw. eigentlicher Defensivboss ist der mir viel zu ruhig. Der muss die Viererkette wesentlich besser dirigieren, das fehlt mir bei ihm. Insgesamt sehe ich nicht, dass er nochmal den Sprung nach oben schafft. Man müsste ihn halt mal gegen stärkere Offensivspieler auflaufen lassen, um genaueres sagen zu können.


    Constantin Fath, 21 Jahre, Defensives Mittelfeld/Linker Verteidiger:

    Auch so ein Kandidat, der einst noch von Bader einen zweijährigen Profivertrag bekam, im Prinzip aber in dieser Zeit noch weiter von den Profis weg war als Hotopp. Hat jetzt vor Saisonbeginn einen neuen Amateurvertrag unterzeichnet und kickt somit weiterhin bei uns. Also ganz ehrlich, bei dem was ich letzte Saison von ihm bei der U21 gesehen habe, hätte ich ganz klar gesagt: Das wird nix mehr, der fällt deutlich gegenüber dem Rest ab. Umso überraschender, was er diese Saison zeigt: Der Kerl ist plötzlich defensiv ein wichtiger Baustein geworden und absolut nicht mehr wegzudenken. Vom Spielertyp her ist das so eine Arbeitsbiene: Sehr lauffreudig, deckt defensiv gut die Räume ab und stopft Löcher, wenn ein Mannschaftskamerad mal einen offensiven Vorstoß wagt und er versucht auch immer mal wieder lautstark die Defensive zusammenzuhalten und zu dirigieren. Er hat auch ein paar Spiele als LV absolviert, was auch okay war, aber in meinen Augen ist der im DM/ZM besser aufgehoben. Mal sehen, was bei ihm noch so geht.


    Mohamed Morabet, 23 Jahre, Zentrales Mittelfeld:

    Für ihm fand sich im Sommer ja kein Abnehmer. Aus finanzieller Sicht ärgerlich, aus Sicht eines U21-Trainers definitv ein Glücksfall. Morabet ist zentraler Dreh- und Angelpunkt im Spiel der zweiten Mannschaft. Gefühlt alles läuft über ihn, wenn es mal nach vorne gehen soll. Der lässt sich wahrlich nicht hängen oder sitzt einfach nur seinen Vertrag aus, der geht teilweise richtig als Führungsspieler voran. Mittlerweile würde ich auch sagen, dass er kein Offensivallrounder mehr ist, den man auch mal auf dem Flügel bringen kann, sondern definitiv ein tiefer agierender Spielmacher auf der Acht oder gar Sechs, der das Spiel vor sich haben muss. Für weiter vorne fehlen ihm mittlerweile die Geschwindigkeit und die Fähigkeiten im Eins gegen Eins. Was Ballsicherheit angeht wird der aber mit Abstand der stärkste Spieler in der Oberliga sein. Fast schon legendär fand ich eine Szene gegen Karbach: Drei (!) Gegenspieler auf einmal schafften es dort nicht, ihn vom Ball zu trennen und er bewies sogar noch die Übersicht ein Tor einzuleiten! Da war schon ein kleiner Hauch von Jay-Jay Okocha zu spüren. ;)


    Anil Gözütok, 20 Jahre, Offensives Mittelfeld:

    Der Junge wird ja bei manchen Fans schon brutal kritisch gesehen und manches Mal sogar fast alles abgesprochen. Das finde ich wirklich unfair, ums mal deutlich zu sagen. Dem hats vor allem defnitiv nicht gut getan, dass er in der Pandemie fast keine Spielpraxis in der Oberliga sammeln konnte und in einer teils kaputten Profi-Mannschaft ziemlich undankbar ins kalte Wasser geworfen wurde, was auch nicht gerade förderlich war. Vor der ganzen Corona-Geschichte war seine Entwicklung herausragend und er hatte in der Saison 19/20 z.B. 14 Scorerpunkte in 17 Spielen gesammelt.

    Diese Saison merkte man im ersten Spiel gegen Gonsenheim auch noch deutlich, dass ihm jegliches Selbstvertrauen fehlte, er auf einer Position spielte, die nicht seine ist und er dann auch noch angeschlagen rausmusste. Danach wurde er so langsam besser und besser, machte zwei sehr gute Spiele in Folge als OM mit gewissen Freiheiten und war auch beim mannschaftlich eher schwachen Auftritt in Waldalgesheim noch der beste und aktivste Spieler. Leider, leider wurde er in dem Spiel auch kurz vor Schluss rüde gefoult und zog sich eine Bänderverletzung zu, die ihn vorerst außer Gefecht setzen wird. Der Kerl hat auch echt irgendwie großes Pech.


    Maximilian Fesser, 19 Jahre, Linksaußen/Rechtsaußen:

    Für mich bislang die Entdeckung der Saison. In fast jedem Spiel der beste Offensivspieler, die elf Scorerpunkte in zehn Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Mit 1,71 m relativ klein, hat aber trotzdem einen muskulösen Körperbau und dementsprechend niedrigen Schwerpunkt. Das gepaart mit einem starken Antritt und guter Geschwindigkeit erinnert mich stark an den jungen Xherdan Shaqiri. Am Besten kommt er zur Geltung, wenn er über links den Sprint anziehen kann, nach innen zieht und dann mit seinem starken rechten Fuß zum Abschluss kommen kann. Aber auch wenn das Spiel mal über rechts läuft, schleicht er sich gerne heimlich von links in den Sechzehner, steht dann meist völlig blank, wird gerne per Flanke oder Pass gesucht und versenkt die Kugel trocken im Netz. Der braucht auch generell nicht viele Chancen um zu treffen. Also der Kerl steht hoffentlich bei Antwerpen auf der Liste, denn den halte ich wirklich für interessant vom Gesamtpaket her.


    Elias Huth, 24 Jahre, Stürmer:

    Ja, kommen wir zuletzt zum Sorgenkind der Profis. Am Anfang der Saison noch in der Startelf, durfte er wenige Wochen später, während parallel das Derby gegen den Waldhof gespielt wurde, aufm Emmelshausener Dorfplatz kicken. Das sagt schon viel aus. Also zwei große Erkenntnise habe ich aus seinen U21-Einsätzen definitiv mitnehmen können: Zum einen ragt er auch nicht in der Oberliga so wirklich heraus. Da wechseln sich Licht und Schatten ab, woran er aber nicht nur alleine die Schuld trägt, was mich direkt zum zweiten Punkt führt: Huth funktioniert einfach nicht als einzige Spitze, selbst in der fünften Liga nicht. Vergiss es einfach, du machst aus dem keinen Zielspieler mehr.

    Im Spiel gegen Karbach, als man irgendwann in doppelter Überzahl spielte, wurde ein zweiter Stürmer eingwechselt und prompt war Elias viel besser im Spiel. Gut, zwei Mann mehr, sind halt auch besondere Umstände gewesen. Danach im Spiel gegen Waldalgesheim war er nominell einzige Spitze, wurde aber von Gözütok in der ersten Hälfte gut unterstützt, weil der quasi als HS weit vorne neben ihm spielte. Da wars auch okay, zweite Halbzeit agierte Anil dann aber tiefer und prompt hing Huth wieder komplett in der Luft. Dann vor einer Woche gegen Salmrohr spielte Huth mal von Beginn an als zweite hängende Spitze neben oder hinter Erijon Shaqiri, der so ein Stürmertyp ist, der sehr über das Körperliche kommt und keinem Zweikampf aus dem Weg geht. Das war dann wirklich gut von Elias, wobei er dann aber auch zwei riesen Chancen liegen lässt.

    Also ich sags ganz ehrlich: Wenn Huth nochmal eine Chance bei den Profis bekommen sollte (z.B. jetzt am Mittwoch im Verbandspokal), dann bitte nur mit einem körperlich robusten Sturmpartner wie z.B. Klingenburg an seiner Seite, der viel einstecken kann und Elias dann quasi auf Zuspiele und Gelegenheiten lauern kann oder aber man beendet das Ding im Winter besser endgültig. Denn das bringt auf Dauer keinem was, wenn Huth nur noch in der Oberliga kickt. Entweder man baut ihn jetzt nochmal irgendwie ein oder lässt es ganz, so zumindest meine Meinung zu dem Thema.


    So, das war meine Einschätzung zur aktuellen Lage der U21. Ich hoffe mal, ich konnte euch so einen kleinen Einblick zu den interessantesten Spielern geben. :)

    Okay, wenn das jetzt munter beim FCK mit den Siegen so weiter geht, dann gucke ich wirklich keine Livespiele mehr! :D Wahnsinn, schon in der ersten Halbzeit habe ich teilweise nur ungläubig mit zeitgleichem Dauergrinsen auf die Kicker-App gestarrt. Zeitweise dachte ich echt, das träume ich gerade nur!


    Absolut herrlich dieses Ergebnis! Und ich habe auch noch ein paar Statistiken auf Lager:


    - Eine Halbzeitführung in einem Ligaspiel mit vier Toren Vorsprung gabs für den FCK zuletzt im Februar 2007 gegen Unterhaching!


    - Der letzte Ligasieg mit sechs Toren Unterschied datiert vom 17. November 2008, damals zu Hause gegen Hansa Rostock. Endstand damals wie heute: 6:0.


    - Wir teilen uns nun mit Großaspach und Würzburg den Titel "Zweithöchster Auswärtssieg der Drittligageschichte".


    Also unterm Strich kann man schon sagen, dass es nach fast 15 Jahren auch einfach mal wieder Zeit für uns wurde, dass wir so ein Sahnespiel vom FCK erleben. ;) Schönes Wochenende an alle!

    ich habe eigentlich damit gerechnet,dass wir tiefer stehen und nur noch konter fahren werden.

    so bekommt die truppe immer mehr sicherheit und ne breitere brust.


    Man sieht ja auch immer wieder aufs Neue, dass genau das in der dritten Liga auch bei anderen Teams primär so läuft: Möglichst früh in Führung gehen, im Idealfall noch einen zweiten Treffer nachlegen, sich dann etwas zurückziehen und so quasi dem Gegner vermitteln: "Jo, dann zeigt mal, ob ihr jetzt nochmal zurückkommt".

    Wenn man irgendwelche Risikopässe vermeidet oder keine individuellen Patzer hinten verursacht, haben die erstmal zu tun. Die spielerische Klasse defensiv gut geordnete Abwehrreihen spielerisch auszuhebeln, die auch noch mit einer komfortablen Führung im Rücken agieren, hat eigentlich kein Drittligist. Wie gesagt, entweder Fehler bringen solche Gegner zurück oder Standards.


    Ach es freut mich einfach extrem, dass wir mal wieder zwei Siege in Folge einfahren könnte und es freut mich auch speziell für Marco Antwerpen. Der hat gezeigt, dass er dem Druck beim FCK gewachsen ist, wurde jetzt auch belohnt, dass er wieder auf Dreier- bzw. Fünferkette umgestellt hat UND er hat auch dafür gesorgt, dass ein Alexander Winkler, dem wohl keiner mehr eine große Rolle hier zugetraut hätte, wieder in Form findet. Einfach nur toll gerade nach all den Tiefschlägen! :jubel:

    Ach ja stimmt, da war ja was. Jetzt wo du es sagst kann ich mich auch wieder an die Geschichte erinnern. Hatte jetzt nur tatsächlich gar nicht mehr auf dem Schirm, dass dieses Abkommen unter Paula gebrochen wurde. Das war in der Tat auch wirklich ein saudummes Eigentor, was man sich da geschossen hat.

    Zum gefühlt 50. Mal in den letzten Jahren geht es darum, nach einem "besonderen" Spiel wie einem Derby gegen einen vermeintlich kleinen Gegner wie Verl nachzulegen bzw. den Befreiungsschlag zu schaffen. Ich habe ein ganz mieses Gefühl für Sonntag. Verl ist im Prinzip dasselbe wie früher zu Zweitligazeiten Aue oder Sandhausen. Da sahen wir noch nie gut aus.


    Obwohl ich den Eindruck habe, dass der Großteil der Fans eigentlich keine große Lust auf einen erneuten Trainerwechsel hat, weil sich dadurch alleine nachhaltig wahrscheinlich eh nix ändern wird, gehe ich auch stark davon aus, dass es für Antwerpen lauten könnte: Siegen oder fliegen.

    Aber ganz ehrlich, wenn das so eintreten sollte und auch Antwerpen hier nach diesem Klassenerhalt scheitert, dann können die von mir aus da oben auch Tomas Oral oder das Krümelmonster auf die Trainerbank setzen, dann ist es mir wirklich egal. Der Kader bleibt bis Winter derselbe und auf irgendwelche Wunderheilungen aufgrund eines neuen Trainers glaube ich schon lange nicht mehr.

    genau ich rede hier rein sportlich. Aber es ist auch so, dass ja er sicherlich auch nicht alles alleine gemacht hat. Er hatte da sicherlich auch der ein oder andere Mitarbeiter und mich interessiert da, wer war das so und gibt es die noch?


    Nach deinem Post habe ich mal recherchiert, weil mich das auch interessiert hat. Also vor allem bis 2014 wird Kuntz relativ viel alleine gemacht haben, eben bevor Markus Schupp als neuer Sportdirektor eingestellt wurde. Also in erster Linie habe ich dann mal nach Scouts und Jugend- bzw. Co-Trainer gesucht und man kann festhalten: Der letzte aus der Riege, der bereits unter SK hier war heißt Notzon. Ansonsten sind fast alle anderen schon seit 4-5 Jahren nicht mehr im Verein. Das deckt sich auch ungefähr mit dem Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Verein von Kuntz. Es lässt sich aber festhalten, dass sehr viele vorher eine Vergangenheit als Spieler beim FCK hatten.


    Direkt rund um die Profis fielen mir direkt zwei Leute ein: Roger Lutz und Marco Haber. Ersterer war von 2007 bis 2011 Co-Trainer unter verschiedenen Trainern und danach bis zu diesem Sommer "Teamkoordinator". Bei Haber kann ich mich lebhaft daran erinnern, dass es schon vor rund zehn Jahren diverse Diskussionen unter den Fans gab, was eigentlich genau dessen Rolle ist. So richtig konnte das irgendwie auch nie einer beantworten, weil "Koordinator Lizenzbereich" halt auch viel Interpretationsraum lässt. Der hat das von 2009 bis 2017 gemacht und ist seit letztem Jahr im NLZ von 1860 München tätig.


    Was Scouts bzw. Chefscouts angeht hatten wir eben Boris Notzon ab 2014, davor Andreas Fehse von 2011 bis 2015, der vorher zwölf Jahre lang Scout bei Bayer Leverkusen war, die ja jetzt nun auch nicht gerade für ihre schlechte Arbeit bekannt sind, der aber seitdem vereinslos zu sein scheint, unseren Ex-Spieler Danny Fuchs, ebenfalls von 2011 an bis 2016 in der Scoutingabteilung bei uns und seitdem bei Gladbach Scout.

    Und zuletzt noch Frank Lelle, wobei man gerade bei dem zwischen 2008 und 2014 wirklich sagen konnte, dass der quasi ein Mädchen für alles war. Der war mal Chef des NLZ, kurzzeitig Trainer der zweiten Mannschaft und zum Schluss dann auch nochmal Scout.


    Gerade in der Zeit als Lelle NLZ-Chef war, gabs aber auch nicht wenig kritische Stimmen gegenüber ihm, sofern ich mich richtig erinnere. Gerade in der Zeit hatte der Fröhnerhof ja auch gar keine Sterne vorzuweisen, was damals als Verein, der zwischen zweiter und erster Liga anzusiedeln war, schon arg bedenklich war. Vielleicht auch aus diesem Grund hat Kuntz ja damals auch Konrad Fünfstück als neuen NLZ-Leiter ab dem 1. Januar 2013 aus Fürth verpflichtet und unter seiner Führung hats auch wirklich nicht lange gedauert, bis der Fröhnerhof mit drei Sternen, also der höchstmöglichen Bewertung, ausgezeichnet wurde.

    Das finde ich auch bis heute bedauerlich, dass man Fünfstück damals in der Not zum Cheftrainer gemacht hat und ihn aus dem NLZ gerissen hat. Er hat sich nochmal als Cheftrainer in der zweiten Schweizer Liga beim FC Wil beweisen wollen, was nicht wirklich von Erfolg gekrönt war und er ist seit 2019 Trainer der U23 von Werder Bremen.


    Nachfolger von Fünfstück wurde Manfred Paula im Februar 2016, was eine der letzten Amtshandlungen von Kuntz war. Soweit ich mitbekommen habe, hat man Paula bei seinem Abgang im Jahr 2019 keine Träne nachgeweint. Der scheint nicht die Offenbarung gewesen zu sein. Seit 2019 jetzt Leiter des NLZ bei 1860 München. Wie es da mit ihm läuft weiß ich nicht.


    Also unterm Strich kann man schon sagen, dass Kuntz vor allem viele Ex-Profis und ehemalige Weggefährten an manchen sportlich relevanten Stellen hatte. Das war mal mehr und mal weniger erfolgreich. Es lässt sich aber alleine schon an den Jahreszahlen erkennen, dass da wesentlich mehr Konstanz auf einigen Positionen bzw. in dem ganzen Laden war. Mittlerweile muss man sich als FCK-Fan nach zig Umbrüchen, sowohl im sportlichen als auch im adminstrativen Bereich ja fast schon jährlich an neue Namen gewöhnen.

    Mit Klingenburg vorne drin hat man wohl diesmal versucht zu kompensieren, dass man diesen Stürmertyp "Anspielstation" einfach nicht im Kader hat. Dass das zum Problem werden könnte, wurde ja auch schon vor der Saison unter den Fans breit diskutiert, als klar wurde, dass Pourié nicht weiter verpflichtet wird. Es war gestern schon irgendwo ein Eingeständnis von den Verantwortlichen, dass man das unterschätzt hat.


    Andererseits bringt Klingenburg eigentlich auch vieles mit für diese Rolle, weshalb ich die Idee von Antwerpen auch nicht komplett abwegig fand. Mit 1,90 m ist der körperlich robust, kann einiges einstecken und ist jetzt auch fußballerisch nicht der schlechteste, was ihm auch mal erlaubt den Ball zu halten und weiterzuleiten. Klar, es ist immer irgendwo eine Notlösung und eigentlich auch ein Fingerzeig an die "echten" Stürmer im Kader, wenn man lieber einen ZM nach vorne stellt. Aber wenns dauerhaft funktionieren sollte, bin ich der letzte, der was dagegen hat.

    Teil 2:

    Nun komme ich noch zu den Einzelbewertungen:


    - Hozlinger:

    Hat gehalten, was zu halten war. Beim Gegentor absolut chancenlos, den hätte auch Manuel Neuer nicht gehalten.


    - Kleinsorge:

    Hier hole ich jetzt etwas weiter aus. Erste Halbzeit war er als RV offensiv desöfteren eingebunden, hat zwei, drei mal gut angedribbelt und von hinten angeschoben. Ein paar gute Doppelpässe mit Bonianga waren auch dabei. Defensiv eigentlich gar nicht gefordert.

    In der zweiten Halbzeit, und so krass muss ich das jetzt sagen, war das fast gar nix. Keine Offensivläufe, hat sich nichts getraut und ist einfach komplett abgetaucht. Defensiv war er jetzt etwas mehr gefordert, aber jetzt auch nicht so stark. Erst nach dem Rückstand hat er sich noch zwei Mal in der Schlussphase mal Offensivläufe zugetraut und prompt wurde es auch wieder gefährlich. Aber warum erst, wenn die Kacke am dampfen ist und nicht vorher?! Nee, also wenn man schon einer der wenigen Spieler mit Profierfahrung und fußballerischer Überlegenheit in der Oberliga ist, dann muss man das auch zeigen und nicht auch da einfach in bester Mitläufermanier abtauchen. Da darf man einfach mehr erwarten und da kann ich auch verstehen, dass Kleinsorge aktuell bei Antwerpen raus ist.


    - Hotopp:

    Fiel jetzt nicht groß auf, weder positiv noch negativ.


    - Mackic:

    Einige üble Fehlpässe dabei, wie der nach einer halben Stunde. Da fehlt noch die Erfahrung in der ein oder anderen Situation.


    - Karas:

    Offensiv gefällt der Junge mir gut, der traut sich ab und zu mal was. Ist so ein quirliger Giftzwerg. Trotzdem entscheidend am Gegentor beteiligt, weil seine Seite in der Situation komplett blank war.


    - Wettengl:

    Heute in einer Art Box-to-Box-Rolle und pendelte zwischen ZM und OM hin und her. Kämpferisch gut, spielerisch aber Luft nach oben.


    - Gözütok:

    Erstmal natürlich auch von mir gute Besserung an ihn und dann zwei Punkte, die mir aufgefallen sind. Punkt 1: ZM ist nicht seine Position. Klar, rein technisch beherrscht er die Rolle als tiefliegender Spielmacher, aber man hat heute deutlich gesehen, dass du ihn seiner eigentlichen Stärken beraubst. Anil ist ein Dribbler, der auch mal ins Eins gegen Eins gehen will. Das kann er auf dieser Position nicht und somit kamen auch fast nur Sicherheitspässe von ihm, was mich dann auch direkt zu Punkt 2 führt: Der Kerl hat überhaupt kein Selbstvertrauen mehr. Wo solls auch herkommen? Den müsste man wirklich mal mehrere Wochen in der zweiten Mannschaft parken und ihn wieder Spielpraxis sammeln lassen, bevor man überhaupt erwägt ihn nochmal für die Profis zu nominieren. Zumindest ist das meine Meinung. Hoffentlich ist die Verletzung nicht so schlimm.


    - Morabet:

    Aus finanzieller Sicht blöd für die Profis, dass er nicht gewechselt ist. Aus Sicht eines U21-Trainers wäre ich froh darüber. Ganz klar weiterhin der beste Mann im Kader, der an jeder Offensivaktion irgendwie beteiligt ist und mit seiner Ballsicherheit auffällt. Er kann auch eher diese ZM-Rolle ausfüllen, da er auch mal im Gegensatz zu Gözütok den präzisen langen Ball spielen kann.


    - Bonianga:

    Hat vereinzelt mal was probiert, fiel aber sonst nicht groß auf. In der 66. Minute ausgewechselt.


    - Fesser:

    Wenn er mal den Turbo zünden kann, ist er schwer aufzuhalten. Sucht fast immer den Abschluss, muss aber daran noch arbeiten.


    - Theobald:

    Irgendwie werde ich mit ihm als einzige Spitze nicht warm. Hängt oft in der Luft, weil er auch eher so an der Grenze zum Abseits auf Zuspiele lauert. Dass er durchaus mitspielen und ins Dribbling gehen kann, hat er auch schon gezeigt aber er macht es zu selten und trifft dann auch noch meist die falsche Entscheidung.


    - Bangura:

    Ein Wechsel, der sich überhaupt nicht bezahlt gemacht hatte. Hing neben Theobald genauso in der Luft und ohne Zuspiele konnte das irgendwie auch nix werden.


    - Diallo:

    Kam für Bonianga. Komplett unauffällig.


    - Shaqiri:

    Kam als dritter Stürmer in die Partie, um die Brechstange auszupacken. War glaube ich nicht einmal am Ball.


    Das war mein heutiger Bericht zur U21. :)

    Teil 1:

    Bevor es nun heute Abend zu einem wohl richtungsweisenden Spiel der Profis kommt, habe ich mir heute Nachmittag auch noch das Oberligaspiel unserer U21 gegen den SV Gonsenheim angeschaut. Sozusagen die volle Ladung FCK am Samstag. ;) Leider mussten wir uns mit 0:1 geschlagen geben, was echt ärgerlich war. Mit von der Partie waren übrigens Gözütok und Kleinsorge auf die ich noch besonders eingehen werde.


    Kommen wir zunächst mal zum Spielsystem, mit dem der neue Coach Peter Tretter die Jungs aufs Feld geschickt hat. Es war eine Mischung aus 4-2-3-1 und 4-3-3 defensiv:


    --------------------------Theobald---------------------------

    ------------------------------------------------------------------

    Fesser---------------------------------------------Bonianga

    -------------------------------------------------------------------

    --------------------------Morabet------------------------------

    -------------------------------------------------------------------

    -------------Gözütok---------------Wettengl----------------

    -------------------------------------------------------------------

    Karas----------Mackic-----Hotopp (C)-------Kleinsorge

    -------------------------------------------------------------------

    -------------------------Hozlinger-----------------------------


    Hozlinger wird vorraussichtlich für längere Zeit im Tor stehen, da im Vorbericht Elija Wohlgemuth als "Langzeitverletzter" ohne genaue Erklärung erwähnt wurde?! Keine Ahnung, vielleicht weiß jemand ja mehr. Aber ja, das Thema Verletzungen ist ja im Verein ohnehin so eine Sache für sich. Auch im Laufe dieses Spiels sollte das auf unserer Seite leider noch ein Thema werden, aber dazu komme ich später.

    Die drei zentralen Mittelfeldspieler hatten im Übrigen keine richtige feste Position, sondern rotierten im Spiel munter hin und her. Vor allem Gözütok oder Morabet ließen sich für den Spielaufbau immer mal wieder zwischen die IV fallen, um als tiefliegender Spielmacher die Bälle zu verteilen. Kleinsorge als RV hat mich schon überrascht. Sollte wohl von hinten raus die Offensive beleben.


    Gehen wird direkt rein ins Spiel: Die ersten zehn Minuten waren mal wieder sehr hektisch auf beiden Seiten. Viele Ballverluste und Fehlpässe, wobei der FCK mehr Ballbesitz hatte. Und genau in der 10. Minute kam es zum ersten richtig gefährlichen Abschluss des Spiels. Gonsenheim bekam halblinks vor dem Tor den Ball und der Stürmer zieht einfach mal ab. Im ersten Moment wirkte der Ball harmlos, weil er mittig aufs Tor kam, entpuppte sich aber als fiese Bogenlampe, die im Begriff war sich genau unter die Latte zu senken. Zum Glück hat Hozlinger aufgepasst und faustet das Ding zur Ecke, welche nicht weiter erwähnenswert ist.


    Bis zur 30. Minute passierte original gar nichts. Pure Langeweile, viel Mittelfeldgeplänkel und keine gefährlichen Szenen. Bis auf einmal unser IV Mackic einen absolut haarsträubenden Querpass vor dem Sechzehner spielt, der halb verhungert. Ein Gonsenheimer sprintet dazwischen, schießt, aber Hozlinger auf dem Posten. Puh, richtig knappe Angelegenheit und komplett aus dem Nichts.

    Aber genau diese Szene war scheinbar ein Wachmacher für beide Teams. Plötzlich erwachten beide Offensivreihen und es wurde etwas munterer im Spiel. So richtig hart gefährlich wurde es allerdings nicht. Weiter sehr viel Stückwerk und Einzelaktionen wie bspw. ein Fernschussversuch von Fesser oder Bonianga, der einfach mal von rechts in die Mitte zieht und abschließt, was aber kein Problem für den Torhüter war.


    Fazit zur Halbzeit: Irgendwie ein seltsames Spiel. Die erste halbe Stunde zum Einschlafen und dann wirds plötzlich lustig, aber ohne dass eine Mannschaft irgendsowas wie Zielstrebigkeit vorm Tor entwickelt. Wenn bei uns mal was ging, dann über die beiden Flügel, die sehr dynamisch agierten (sowohl die offensiven Außen als auch die Verteidiger). Gonsenheim stand tief, mauerte aber nicht komplett und kam in erster Linie zu Chancen, weil unsere Jungs teilweise zu viele Leichtsinnspässe und Ballverluste produzierten. Somit ein gerechtes 0:0 und noch alles offen.


    Es gab eine ungewöhnlich lange Pause. Erst nach 25 (!) Minuten wurde wieder angepfiffen. Zuerst erschloss sich mir nicht wirklich, woran das gelegen haben könnte, aber nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff geschah etwas, was eine Erklärung sein könnte. Erster Wechsel bei uns : Stürmer Bangura kommt für Gözütok und der Stadionsprecher schiebt direkt ein "Gute Besserung, Anil" hinterher. Boah das war echt so ein Moment, wo ich in meinem Bürostuhl zusammengesackt bin und nur gesagt habe: "Ey das kann doch jetzt echt nich dein Ernst sein!" :rolleyes: Da soll der Kerl heute wohl extra Spielpraxis sammeln und Selbstvertrauen tanken und zack verletzt er sich. Das kannste doch echt keinem erzählen, was hier abgeht. Hoffentlich ist es nix schlimmes bzw. langwieriges.


    Das hatte dann auch taktisch zur Folge, dass wir nun in einem 4-4-2 mit einer Art Doppel-Acht agierten: Bangura vorne neben Theobald und Morabet neben Wettengl im ZM.

    Gonsenheim hatte zur zweiten Halbzeit auch die Marschrichtung geändert. Die standen jetzt wesentlich höher und pressten auch früher, womit unsere Mannschaft nicht so recht umgehen konnte. Da fehlt an vielen Ecken halt auch die Erfahrung. Nach 60 Minuten wurde die Partie wieder ausgeglichener und darauf folgte wieder eine Viertelstunde gähnende Langeweile. Viel Leerlauf, keine Ideen auf beiden Seiten, nur Mittelfeldgeplänkel. Gedanklich hatteste dich schon mit einem 0:0 abgefunden.


    Doch dann aber der 75. Minute startete Gonsenheim eine kleine Druckphase: Mehrere Abschlüsse und Ecken der Gäste sorgten für mehr und mehr Selbstvertrauen bei denen, auch wenn da nicht die ganz große Gefahr von ausging. Auch der Trainer des Gegners merkte das jetzt und rief rein: "Kommt Jungs, hier geht was!" Jo, und kaum hatte er diesen Satz ausgesprochen ging Gonsenheim in der 80. Minute in Führung: Langer flacher Ball aus dem Zentrum nach rechts, wo ein gegnerischer Stürmer wirklich mutterseelenallein den Ball in den Lauf gespielt bekommt und dann wirklich ein absolutes Traumtor erzielt: Am Rand des Sechzehners nimmt der das Ding direkt und versenkt den Ball perfekt an die Unterkante der Latte, von wo er dann hinten ins Tor gleitet. Das 0:1 und man muss wirklich neidlos anerkennen: Das war einfach ein geiles Tor. Perfekt getimter Abschluss, Schuss nicht zu hart und mit Gefühl ins Tor bugsiert. Hozlinger war da auch absolut chancenlos.


    Tja, und nun? Tretter wechselte noch einen dritten Stürmer mit Shaqiri ein, aber die große Schlussoffensive fiel aus, bzw. war von unserer Seite nur halbherzig. Es blieb offensiv das, was es schon das ganze Spiel bei uns war: Stückwerk.


    Fazit zum Spiel: Aufgrund der zweiten Halbzeit ist dieser Sieg für Gonsenheim in meinen Augen nicht komplett unverdient. Aber normalerweise ist das ein typisches 0:0-Spiel gewesen und aus FCK-Sicht hätte man zumindest diesen einen Punkt dann mitnehmen müssen. Ich meine, nur zwei ganz klare Torchancen im ganzen Spiel sprechen ja irgendwie auch Bände. Torschüsse gabs auf beiden Seiten genug, und gefühlt gabs auch auf jeder Seite 20 Ecken, aber das waren entweder verzweifelte Distanzversuche, dankbar für die Torhüter oder einfach nur grottig schlecht getretene Standards. Vor allem aber unsere Offensivabteilung ist einfach zu harmlos. Da wirkt noch nix wirklich eingespielt, aber ich hoffe, dass sich das noch bessern wird. Ansonsten zahlt man noch weiter Lehrgeld.

    Und nach solchen Auftritten soll sich noch jemand ernsthaft wundern, dass nur noch 7.000 Hartgesottene ins Stadion gehen? Spiel hat letztlich aber auch genau das gehalten, was ich erwartet hatte: Zwei krumme Glückstore, spielerische Armut auf beiden Seiten, beide Mannschaften bekommen kurz vor Schluss nochmal irgendwie die Chance tatsächlich zu gewinnen, wird jeweils nicht genutzt und am Ende vom Tag haste das fast schon typische Drittliga-Unentschieden zweier unterdurchschnittlicher Mannschaften.Irgendwie alles nix neues. :rolleyes:


    Ich fand aber tatsächlich, dass die Führung zu dem Zeitpunkt in der 20. Minute für uns nicht unverdient war. Klar, hochklassig war das da auch schon nicht, aber da hatte man noch wesentlich mehr investiert. Seltsamerweise setzt direkt danach das typische Drittligagebolze ein, was ich im Prinzip von Anfang an erwartet hatte. Spätestens nachdem Klingenburg den Pass von Sessa nicht annimmt und Zwickau da schon nach 'ner halben Stunde die riesige Gelegenheit zum Ausgleich hat, hat man den Gegner aufgebaut und die wurden mutiger.


    Und dann muss man klar sagen: Zweite Halbzeit war über weite Strecken von uns gar nix. Zwickau mit Sicherheit auch nicht überragend, aber denen hat mehr Einsatz quasi schon ausgereicht, weil man heute auch wieder gesehen hat, dass unsere sogenannte Abwehr komplett kopflos agiert. Senger, so gerne ich den als Typ mag, sticht da besonders negativ raus. Fußballerisch erinnert der mich hart an Lukas Gottwalt: Selbst für dritte Liga zu schwach. Nur hatte Gottwalt wenigstens sowas wie ein ordentliches Stellungs- und Kopfballspiel, was Senger auch abgeht. Der braucht entweder die Dreierkette oder einen Abwehrboss, der ihm genau erzählt, was er zu machen hat, sonst wird das nix. Zu blöd nur, dass man sich scheinbar gedacht hat: Abwehrchef? Brauchen wir nicht. Jo, sieht man prima, wo das endet.


    Stehles Leihe kannste im Prinzip auch gleich schon beenden. Als Einwechselspieler im ersten Spiel direkt nach 20 Minuten wieder ausgewechselt zu werden habe ich so in der Form auch noch nie gesehen. Passt halt auch einfach wunderbar ins Bild.


    Die Szene rund um den Elfmeter war auch bezeichnend. Ich würde ja Huth gerne irgendwann nochmal loben, wirklich, aber sorry, der muss das Ding da aus acht Metern schon im Tor unterbringen und den Ball nicht blind drüberhauen. Absolut sinnbildlich für ihn im FCK-Trikot.

    Und glaubt es mir jetzt oder nicht, aber ich wusste schon vorher, dass der Elfer auch nicht reingeht. Ich wusste es einfach, weil wir seit drei Jahren in dieser Liga einfach zu blöd sind, solche Geschenke anzunehmen, während unsere Gegner das gefühlt immer tun.


    Es ist aber auch wirklich wieder absolut bezeichnend und richtig typisch FCK: Der Wunderlich wemmst in zehn Jahren bei Viktoria Köln mit Sicherheit 50 Elfmeter ganz souverän rein und hat meines Wissens nach nie oder ganz selten verschossen. Kaum trägt der das FCK-Trikot haut er das Ding natürlich an die Latte. Ey komm, hör auf, das gibts doch einfach nicht. || Zum Schluss muss man sich dann noch bei Matheo Raab bedanken, der wenigstens diesen einen Punkt festhält. Wenigstens die Entscheidung, ihn zur neuen Nummer 1 zu ernennen, macht sich von Spiel zu Spiel bemerkbar.


    Fazit: Ein Spiel, was keinen Sieger verdient hatte. Wie gesagt, dass das ein typisch unansehnliches Gebolze wird, war mir irgendwo schon klar und dementsprechend waren meine Erwartungen auch seeehr niedrig. Aber mein lieber Scholli, was da heute an Fehlpässen und Stockfehlern produziert wurde erinnerte eher an Abstiegskampf in der Oberliga. Glaube, dass ab heute Antwerpens Uhr tickt aber auch Hengen muss sich massiv die Frage gefallen lassen, wieso kein Abwehrchef verpflichtet wurde. Die nächsten zwei Wochen mit den Gegnern Magdeburg und dem Waldhof werden wohl richtig lustig. Ist mal wieder alles für einen stürmischen Herbst auf dem Berg angerichtet.

    Teil 2: Zum Abschluss noch die Einzelbewertungen:


    - Hozlinger:

    Verhindert den frühen Rückstand, ansonsten nicht groß gefordert.


    - Diallo:

    Defensiv stabil, offensiv quasi ohne Input.


    - Hotopp:

    War glaube ich der Unglücksrabe, der den Schuss zum 0:1 abfälscht. Ansonsten unauffälig.


    - Kajinic:

    Defensiv ohne Fehler und vorne den wichtigen Ausgleich erzielt.


    - Fath:

    Ungewohnte Position für ihn. Manchmal mit dem ein oder anderen Stellungsfehler, aber sonst unauffällig. Spielte die Rolle als LV sehr konservativ und wagte nur selten mal Vorstöße nach vorne.


    - Mackic:

    Was eine Kante der Typ. 1,92 m, kopfballstark und sehr ruhig am Ball. Wechselte wie gesagt auch mal die Rollen mit Morabet und wagte dann auch mal Vorstöße als Achter.


    - Morabet:

    Dreh- und Angelpunkt des gesamten Teams. Würde micht nicht wundern, wenn er die meisten Ballkontakte im Spiel hatte. Pendelte immer zwischen Acht und Sechs, um als Aufbauspieler zu fungieren. Die Idee dahinter konnte ich verstehen, nur fehlte so einer wie er dann als Bindeglied zwischen Mittelfeld und Sturm. Bereitet den Ausgleich vor und erzielt selber den entscheidenden Elfmeter. Könnte mir vorstellen, dass man ihn heute auch nochmal in eine Art Schaufenster für potenzielle Interessenten stellen wollte. Bin mal gespannt, ob er in den nächsten Tagen noch wechseln wird.


    - Wettengl:

    Seine Rolle habe ich ehrlicherweise nicht ganz verstanden. Hielt sich eigentlich fast immer nur im Achterraum auf und stieß kaum mal mit in die Spitze vor, um die Offensive zu unterstützen, was wohl besser gewesen wäre, weil eben sein Nebenmann weiter hinten gebraucht wurde. Später als RV ohne Fehler.


    - Fesser:

    Hat quasi immer auf links gelauert, um steil geschickt zu werden und in die Mitte zu ziehen. Hat so richtig nur einmal funktioniert, aber das hat ja auch schon gereicht. Er scheint einiges an Muskelmasse zugelegt zu haben. Erinnerte mich so zeitweise an Xherdan Shaqiri. :D


    - Theobald:

    Hing komplett in der Luft und war überhaupt nicht im Spiel. Mit diesem System bist du als einziger Stürmer aber auch wirklich irgendwo eine arme Sau, wenn so gut wie keine Unterstützung aus dem ZM kommt bzw. die Flügelstürmer dir auch keine Bälle servieren. War halt einfach undankbar.


    - Aghajanyan:

    Fiel mir nicht groß auf in den letzten 20 Minuten.


    So, das war mein Bericht zum erfolgreichen Auftakt der U21. :)

    Teil 1: Nach fast einjähriger Pause startete die U21 des FCK heute mit dem ursprünglich zweiten Saisonspiel in die neue Oberliga-Spielzeit gegen den FV Engers. Und der Start ist geglückt: Am Ende heißt es 2:1 für unsere Jungs.


    Vorab noch zur Info: Der erste Spieltag fiel aufgrund von zwei Coronafällen in unserem Team ins Wasser. Im gestrigen Vorbericht berichtete Coach Oliver Schäfer auch davon, dass die Umstände aufgrund von Quarantänemaßnahmen vor dem heutigen Spiel auch wirklich schwierig waren. Zwei Wochen war quasi kein geregelter Traingsbetrieb möglich und zeitweise waren nur elf Mann im Training. Dementsprechend wusste man schon, dass das heute eine enge und schwierige Kiste werden könnte.


    Zu Beginn meines Berichts kommen wir erstmal zur taktischen Aufstellung. Es war ein klar erkennbares 4-1-4-1 mit folgender Personalauswahl:


    -------------------------Theobald------------------------

    --------------------------------------------------------------

    Fesser--------------------------------------------Nicklis

    --------------Wettengl--------Morabet----------------

    -------------------------------------------------------------

    -------------------------Mackic---------------------------

    -------------------------------------------------------------

    Fath--------Hotopp (C)-----Kajinic-----------Diallo

    -------------------------------------------------------------

    ------------------------Hozlinger------------------------


    Hotopp ist neuer Kapitän, Hozlinger im Tor hat mich überrascht, da hätte ich eher Otto oder Wohlgemuth vermutet, Constantin Fath als LV war auch eher ungewöhnlich und auch Morabets Startelfeinsatz hat mich gewundert, da er in der Vorbereitung nur einmal im Testspiel gegen Walldorf auf dem Platz stand.


    Zur Taktik bzw. spezielle Anweisungen für einzelne Spieler, die ich meine beobachtet zu haben: Die Außenverteidiger sollten hoch stehen, Mackic war nominell der klare Sechser, was sich aber im Spielverlauf anders darstellte. Der wechselte häufig die Position mit Morabet, um je nach Spielsituation einen besseren Aufbauspieler aus der Tiefe zu haben. Generell spielte Morabet ziemlich tief für seine Verhältnisse und tauchte übers ganze Spiel hinweg kaum mal im letzten Drittel des Spielfelds auf. Fesser agierte als inverser linker Flügel, der steil gehen und in die Mitte ziehen sollte, um vorne Theobald zu unterstützen, der sich zentral orientieren und auf Zuspiele lauern sollte.


    Gehen wir direkt rein ins Geschehen: Die ersten zehn Minuten war das Spiel von purer Hektik auf beiden Seiten geprägt. Kaum Ruhe im Spiel, viel Stückwerk und generell merkte man schon, dass beide Mannschaften fast ein Jahr lang kaum Spielpraxis hatten.

    Doch dann in der elften Minute wirds plötzlich aus dem Nichts richtig gefährlich für den FCK: Steckpass in den Sechzehner auf den Engerser Stürmer, der komplett blankt aus elf Metern das Ding eigentlich machen muss, aber unser Keeper Hozlinger verhindert das im letzten Moment mit einer Glanztat! Die anschließende Ecke bringt nichts ein.

    Danach passiert wieder nicht viel. Unser erster Torschuss nach 20 Spielminuten geht weit drüber. Generell gabs bis auf das eine Ding von Engers wirklich keine nennenswerten Torraumszenen. Ein paar Distanzschüsse gabs, die aber entweder weit vorbei bzw. über den Kasten gingen oder höchstens als leichte Beute für die beiden Torhüter endete. So gings also relativ unspektakulär in die Halbzeitpause.


    Fazit zur Pause: Das war noch nicht mal ein schlechtes Spiel bis dahin, das kann man nicht sagen. Aber es war geprägt von brutal viel Stückwerk auf beiden Seiten. Bei uns fehlte mir auch so ein wenig die Spielidee nach vorne. Zeitweise hatte das was von: Spiel den Ball zu Morabet und wir hoffen, dass der irgendwie 'ne zündende Idee hat. Der war auch klar aktivster Spieler bei uns, aber wenn du halt gefühlt keinen hast der mitspielt bzw. in einer neu zusammengewürfelten Mannschaft noch keine Automatisem eingespielt sind, dann siehts halt eher mau aus.

    Engers stand insgesamt auch sicher hinten drin, bei denen merkte man manchmal schon, dass die Truppe sich besser kennt und auch manchmal abgezockter spielte, aber bis auf diese Riesenchance nach 10 Minuten hat man von denen offensiv auch nicht viel gesehen. Somit also ein gerechtes 0:0 zur Halbzeit.


    Personell unverändert ging es dann in die zweite Halbzeit und die ersten zehn Minuten gingen genauso weiter: Viel Leerlauf, wenig Ideen, auch keine großartige Risikobereitschaft auf beiden Seiten. Da dachteste schon: Das geht sicher torlos aus.

    Doch genau dann wurde Engers mutiger. So gaaanz langsam und schleichend übernahmen sie die Spielkontrolle. Sie bekamen mehrere Ecken und wir kamen eigentlich fast überhaupt nicht mehr aus der eigenen Hälfte raus. Das war schlicht zu passiv von uns, muss man so klar sagen.


    Und dann passiert in der 66. Minute genau das, was sich andeutete: Engers treibt den Ball durch die Mitte nach vorne, unsere linke Abwehrseite ist ziemlich blank, punktgenauer Pass auf Sören Klappert, der schießt halbrechts im Strafraum, der Ball wird noch unglücklich abgefälscht und senkt sich absolut unhaltbar hinten in die lange Ecke. Das 0:1! Und man muss sagen: Absolut verdient. Sie waren jetzt klar die bessere Mannschaft und haben sich dafür belohnt.

    Wir mussten uns erstmal sammeln und in der 70. Minute wechselte Schäfer auch offensiv: Aghajanyan kam für Diallo, was zur Folge hatte, dass Wettengl nun nach hinten rechts rückte und erstgenannter sich neben Morabet auf die Acht einordnete.


    In der 72. Minute wirds dann ganz kurios: Der bislang völlig unauffällige Pascal Nicklis zündet mal den Turbo auf rechts, setzt sich gut durch und wird dann am Strafraumrand durch ein Foul gestoppt, was einen Freistoß zur Folge hatte. Morabet übernimmt das, bringt den Ball gut und scharf in Richtung Fünfer, wo der aufgerückte Kajinic den Ball wuchtig aufs Tor köpft, der Torhüter mit einem sensationellen Reflex hält, aber gegen den zweiten Versuch von Kajinic dann doch machtlos ist. Der Ausgleich aus dem wirklich absoluten Nichts! Das war ernsthaft unsere erste richtige Offensivaktion im zweiten Durchgang und die nutzen wir direkt. Positiv formuliert nennt man das wohl hohe Effizienz vor dem Tor. ;)


    Nach dem Treffer wurde auch von den Spielanteilen her wieder alles auf Null gestellt. Sah wieder alles so aus wie beim Stand von 0:0. Sehr ausgeglichenes Spiel und jetzt dachteste nochmal: Naja gut, jetzt gehts dann halt 1:1 aus, da geht doch jetzt bestimmt keiner mehr volles Risiko.


    Nö, volles Risiko nicht und trotzdem gibts noch eine letzte nennenswerte Offensivaktion im Spiel und die gehört wieder uns in der 83. Minute: Ich glaube Maxi Fesser (so 100%ig konnt ich es im Livestream nicht erkennen) zündet, ganz ähnlich wie zehn Minuten zuvor Nicklis, den Turbo auf links, dringt in den Strafraum ein und wird von hinten mit einer Grätsche zu Fall gebracht. Glasklarer Elfmeter, da brauchts auch wirklich keine Zeitlupe, um das zu erkennen. Gab auch keinerlei Proteste des Gegners. Morabet schnappt sich die Kugel und verwandelt ganz sicher zur Führung. Eigentlich völlig verrückt nach diesem Spielverlauf.


    Jo und die letzten Minuten war halt klar was passiert: Engers mit wütenden Angriffsversuchen und Vorstößen und wir versuchten halt nur noch das Ergebnis irgendwie über die Zeit zu retten. So richtig gefährlich wurde es allerdings nicht mehr. Gab noch einige Wechsel auf beiden Seiten und nach einer siebenminütigen (!) Nachspielzeit folgte dann auch der erlösende Abpfiff.


    Fazit zum Spiel: Absolut schmeichelhafter Sieg für uns. Wir hatten in der kompletten zweiten Halbzeit genau zwei nennenswerte Offensivaktionen und die führten halt zu den beiden Toren. Ansonsten war das offensiv schons sehr mau, was wir da angeboten haben. Die Engerser werden selber kaum glauben können, dass sie hier keine Punkte mitgenommen haben. Da werden sich einige bestimmt richtig ärgern.

    Nichtsdestotrotz muss man aber auch immer noch berücksichtigen, dass wir halt eine sehr junge Truppe ohne große Erfahrung haben und dann noch die schwierigen letzten Wochen mit den Quarantänemaßnahmen hinzukommen. Da kann halt nicht viel eingespielt sein, aber ich hoffe auch, dass das noch mit der Zeit kommt.

    Na wenn das keine passende Antwort auf das Berlin-Spiel war, dann weiß ich auch nicht. Hochverdienter Sieg von uns und ich bin absolut froh, dass man so eine Reaktion gezeigt hat! :thumbup:

    Ich weiß nicht, wie es euch ging, aber ich hatte vom Anpfiff weg das Gefühl, dass da heute auch so einige Spieler mit richtig Wut im Bauch auf dem Platz standen. Die wollten wirklich zeigen, dass sie auch anders können.


    Kurioserweise hat in meinen Augen aber gerade auch die erste Halbzeit wieder eindrucksvoll gezeigt wie eng diese Liga ist bzw. was für Kleinigkeiten da schon riesige Auswirkungen auf einen Spielverlauf haben können. Also bis zur 25. Minute fand ich war es ein ausgeglichenes Spiel, wobei wir da vor allem im defensiven Mittelfeld in der ein oder anderen Situation manchmal schon ziemlich stehengelassen wurden. Gerade Klingenburg war mir da oft zu passiv. Eieiei, also richtig sattelfest war das nicht wirklich. Da hätte 60 gut und gerne ein Tor machen können, wobei Zimmer natürlich auch für uns eigentlich die Führung nach fünf Minuten erzielen muss.


    Und dann flankt Jean die Kugel gut rein, Klingenburgs Gegenspieler lässt ihm ein bisschen zu viel Platz, der packt den Volley aus, ja und dass er den dann noch so perfekt trifft ist technisch auch einfach stark. Aber da siehste halt mal wieder: Lässt du deinem Gegner nur einen Moment aus den Augen, kanns direkt bestraft werden.

    Vor dem 2:0 war auch Klingenburgs Zweikampfverhalten und Nachsetzen entscheidend. Genau SO musst du draufgehen: Fehler erzwingen und Ball erkämpfen. Danach ist es auch einfach wieder schön gespielt. Zimmer mal wieder mit der super Flanke und der Abschluss von Kiprit ist auch einfach nur klasse. Aber auch stark, wie sich Kiprit vorher im freien Rückraum ja fast schon freischleicht.


    Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte ich eigentlich erwartet, dass die Sechziger ziemlich frech aus der Kabine kommen würden, aber der Sturmlauf blieb ja irgendwie zunächst aus. Aber trotzdem hat man sich ja teilweise doch das Leben schwer gemacht, indem man gute oder gar absolut 100-prozentige nicht gemacht hat (Redondo!) und man weiß ja, wie schnell das in dieser Liga gehen kann, dass der Gegner so ausm Nichts den Anschlusstreffer macht und dann wirds noch spaßig.

    Genau deshalb hab ich auch bei dem Freistoß von Wunderlich kurz vor Schluss gedacht: "Ach wie geil wäre das jetzt, wenn das Ding irgendwie hinten in die lange Ecke durchflutscht." Kaum zu Ende gedacht passiert das dann auch tatsächlich. Ich konnts eigentlich gar nicht fassen :D Boah war das gut! Endlich gelingt uns auch mal so ein krummes Kacktor, was uns sonst gefühlt immer die Gegner einschenken.


    Heute wollte auch wirklich jeder auf dem Platz den Sieg unbedingt, denn jeder hat auch für den anderen gekämpft. Da denke ich nur an eine Szene, als Schad mal zu weit aufgerückt war, ein Sechziger über den Flügel vorstoßen will, aber dann Senger wieder seine berühmte Grätsche auspackt und den Ball ins Aus pöhlt! Genau so geht dritte Liga!


    Drei spezielle Anmerkungen habe ich noch:


    - Ciftci mit einem starken Aufritt auf der Sechs. Sein gutes Pass- und Aufbauspiel war ja schon bekannt, aber heute war er auch gegen den Ball richtig stark. In der Form definitiv ein Gewinn für die Mannschaft!


    - Das Duo Hercher/Zimmer auf der rechten Seite war offensiv heute eine Augenweide im Zusammenspiel. Die verstehen sich ja wirklich blind. Die müssen weiter auf der Seite zusammenspielen, dann nehme ich auch gerne Schad dauerhaft als LV in Kauf!


    - Redondo: Es ist irgendwie verrückt bei dem Kerl. Der macht an sich eigentlich ein ordentliches Spiel heute: Läuft gut an, macht generell viele Meter, spielt mannschaftsdienlich, aber dann hat der wieder so 'ne Aktion mit dem Fehlschuss aufs leere Tor, wo du ihm im ersten Moment am liebsten den Kopf abreißen würdest. Wenig später ist er aber dann doch noch entscheidend am 3:0 beteiligt, weil er sich da wiederum clever verhält und mangels Anspielstationen das Foul zieht, was zum Freistoß führt. Irgendwie schon kurios.


    Fazit: Super Reaktion von Mannschaft und Trainerteam auf das Debakel von Berlin. War heute wirklich eine starke Leistung und hat Spaß gemacht zuzusehen. Hoffentlich kann man den Schwung jetzt in die englische Woche mitnehmen!

    Halle 2018, Meppen 2019, Türkgücü 2020 und Berlin 2021. Also zumindest was Blamagen zum Saisonstart in der dritten Liga angeht haben wir mittlerweile eine gewisse Konstanz entwickelt...


    Nicht zu fassen, dass dieser Verein scheinbar einfach nicht lernt und immer wieder so saft- und kraftlos in eine Saison geht. Ich verstehs langsam auch nicht mehr. Man kann die nächsten Wochen quasi schon vorausahnen: Das gibt jetzt nach dem Spiel wohl die zigste Krisensitzung, in Panik macht man noch zwei, drei Transfers, bekräftigt, dass die Mannschaft es jetzt verstanden hat und im Herbst sucht man wieder nach 'nem neuen Trainer und der ganze Scheiß geht von vorne los. Das macht alles keinen Spaß mehr.

    In der Liga zu bleiben wird schwer genug und damit ist es finanziell weder nachhaltig noch sachlich angemessen so einem Verein in der ersten Saison das Messer an die Gurgel zu setzen. Damit entfernt man den Fußball nur von der Basis.

    Das Kind ist doch sowieso schon lange in den Brunnen gefallen und die Entwicklung war seit Jahren absehbar. Wenn ich in der Vergangenheit mal mit Vertretern von Amateurklubs um die Ecke geredet habe und das Thema DFB auf den Tisch kam, dann kamen viele aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Eigentlich war keiner gut auf den Laden zu sprechen. Es gab vor Jahren auch mal eine Wochenserie im Kicker, in welcher damals schon über die Probleme der Amateurvereine aus den verschiedensten Bundesländern berichtet wurde. Da werden teilweise Auflagen vom DFB erteilt, bei denen man sich echt an den Kopf fasst.


    Den DFB interessieren die Probleme der Basis schon seit Jahren Nullkommanull. Da wurden zwar immer große Werbekampagnen mit Symbolcharakter gestartet, mit so tollen Werbeslogans wie: "Unsere Amateure, echte Profis.", die Realität sieht aber anders aus. Corona war in der Hinsicht noch ein Brandbeschleuniger und hat so einige Missstände erst richtig ans Tageslicht gebracht. Ich erinnere nur mal an den monatelangen Streit mit den Drittligisten im Frühjahr 2020, als es um Fortsetzung oder Abbruch ging. Das war zum Schluss nur noch peinlich.

    Das kommt halt davon, wenn man jahrelang in der Frankfurter DFB-Zentrale eher mit internen Machtkämpfen zu tun hat, sich lieber solche unfassbar kreativen Werbeslogans wie "Die Mannschaft" ausdenkt und sich immer weiter Gedanken um die völlige Eventisierung von Länder- und DFB-Pokalspielen macht, statt sich mal um die wirklichen Probleme zu kümmern.


    Deshalb stimme ich auch zu, dass man was machen könnte, wenn irgendein Wille von Verbandsseite vorhanden wäre. Das sehe ich aber überhaupt nicht und ich bezweifle auch stark, dass sich beim DFB in der Hinsicht in den nächsten Jahren großartig was ändern wird.