Beiträge von FCK-Aussenposten

    In der Liga zu bleiben wird schwer genug und damit ist es finanziell weder nachhaltig noch sachlich angemessen so einem Verein in der ersten Saison das Messer an die Gurgel zu setzen. Damit entfernt man den Fußball nur von der Basis.

    Das Kind ist doch sowieso schon lange in den Brunnen gefallen und die Entwicklung war seit Jahren absehbar. Wenn ich in der Vergangenheit mal mit Vertretern von Amateurklubs um die Ecke geredet habe und das Thema DFB auf den Tisch kam, dann kamen viele aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Eigentlich war keiner gut auf den Laden zu sprechen. Es gab vor Jahren auch mal eine Wochenserie im Kicker, in welcher damals schon über die Probleme der Amateurvereine aus den verschiedensten Bundesländern berichtet wurde. Da werden teilweise Auflagen vom DFB erteilt, bei denen man sich echt an den Kopf fasst.


    Den DFB interessieren die Probleme der Basis schon seit Jahren Nullkommanull. Da wurden zwar immer große Werbekampagnen mit Symbolcharakter gestartet, mit so tollen Werbeslogans wie: "Unsere Amateure, echte Profis.", die Realität sieht aber anders aus. Corona war in der Hinsicht noch ein Brandbeschleuniger und hat so einige Missstände erst richtig ans Tageslicht gebracht. Ich erinnere nur mal an den monatelangen Streit mit den Drittligisten im Frühjahr 2020, als es um Fortsetzung oder Abbruch ging. Das war zum Schluss nur noch peinlich.

    Das kommt halt davon, wenn man jahrelang in der Frankfurter DFB-Zentrale eher mit internen Machtkämpfen zu tun hat, sich lieber solche unfassbar kreativen Werbeslogans wie "Die Mannschaft" ausdenkt und sich immer weiter Gedanken um die völlige Eventisierung von Länder- und DFB-Pokalspielen macht, statt sich mal um die wirklichen Probleme zu kümmern.


    Deshalb stimme ich auch zu, dass man was machen könnte, wenn irgendein Wille von Verbandsseite vorhanden wäre. Das sehe ich aber überhaupt nicht und ich bezweifle auch stark, dass sich beim DFB in der Hinsicht in den nächsten Jahren großartig was ändern wird.

    Grundsätzlich tauchen diese Stadionprobleme in den letzten Jahren aber auch gerade in der dritten Liga ziemlich häufig auf. Der DFB kann in diesem Fall sogar nicht mal groß was dafür, weil gewisse Dinge zu den Anforderungen schlicht gesetzlich vorgeschrieben sind. Zum Beispiel eben die Kapazität von 10.001 Zuschauern. Ausgenommen zweite Mannschaften, bei denen reichen 5.000.


    Problematischer ist eher dieser riesige Unterschied bei den Anforderungen zwischen Regionalliga und dritter Liga. In der Regionalliga kannst du im Prinzip auf fast jeder besseren Bezirkssportanlage spielen. Da liegt die Mindestanforderung gerade mal bei 2500 Plätzen und in manchen Regionen braucht man noch nicht mal zwingend ein Flutlicht.

    So blöd es sich anhört, aber da muss man sich gerade als kleinerer "Dorfverein" fast schon überlegen, ob man wirklich aufsteigen will, wenn man die nötige Infrastruktur nicht einfach so schnell herbeizaubern und finanzieren kann. Rödinghausen war so ein Beispiel, die 2019/20 auf den Aufstieg verzichtet haben, weil deren Stadion halt bei weitem nicht ausreicht.


    Viktoria Berlin wird ja auch diese Saison in den Jahn-Sportpark umziehen müssen. Aber besonders krass finde ich die Situation beim TSV Havelse. Die müssen als kleiner Stadtteilsklub von Garbsen ihre Heimspiele nun im riesigen WM-Stadion von Hannover austragen. Also besonders prickelnd finde ich das rein aus Fansicht ja nicht, denn da wird man selbst mit Zuschauern wohl Geisterspielatmosphäre haben. Aber gut, kannste halt nix dran machen.

    So wirklich hat mich Spahic nicht überzeugt, da waren sehr viele Wackler dabei, ich denke das reicht für 3. Liga gerade so aus. Ich finde es wichtig, dass dahinter ein Ersatzmann steht der Druck macht, das kann ich aktuell nicht sehen.


    Antwerpen hat jetzt zuletzt in einem Interview bei DBB angekündigt, dass es auch auf der Torwartposition in der Vorbereitung keine Stammplatzgarantien geben wird und es eventuell auf einen Dreikampf zwischen Spahic, Raab und Otto hinauslaufen könnte. Mit offenem Ausgang, denn nur die Leistung zählt.


    Raab ist für meine Begriffe ein ordentlicher Ersatzkeeper für Drittligaverhältnisse. In erster Linie sind seine Reflexe auf der Linie ziemlich stark, der Rest dann doch eher ausbaufähig. Also im Prinzip das, was man so von Nachwuchstorhütern beim FCK aus den letzten Jahren ohnehin gewohnt war.


    Mein persönlicher Geheimtipp ist ja tatsächlich Lorenz Otto. Ich habe den ein paar Mal bei der U21 beobachten können und bei dem stimmt halt grundsätzlich schon das Gesamtpaket: Gardemaß für einen Torhüter mit 1,93 m, gute Reflexe und auch eine ziemlich ordentliche Strafraumbeherrschung bei hohen Bällen. War jetzt abgelaufene Saison natürlich blöd, dass die Oberliga so früh abgebrochen werden musste und seit langer Zeit die Spielpraxis fehlt. Aber Otto würde ich zutrauen, dass er bei gewisser Förderung und Entwicklung schon durchaus zum ernsthaften Herausforderer für Spahic werden könnte.


    Des Weiteren hat man auch noch Elija Wohlhemuth bereits letzte Saison mit einem Profivertrag bis 2023 ausgestattet, da der auch ein ziemlich vielversprechendes Talent sein soll. Zu dem kann ich aber nix genaueres sagen. Also grundsätzlich hat man momentan schon noch ein paar Talente auf der Torhüterposition, denen man was zutrauen kann. Wird sich dann zeigen, wer den entscheidenden Schritt nach oben machen kann.

    Fazit: Erste Halbzeit wars ein müder Sommerkick ohne großen Unterhaltungswert. Dafür war die zweite Halbzeit dann mit sieben, teils kuriosen, Toren wirklich sehr unterhaltsam gegen einen wirklich unangenehmen Gegner, der hart in die Zweikämpfe ging.

    Das erste Gegentor war laut Ticker ein Sonntagsschuss quasi von der Mittellinie über Spahic hinweg. Keine Ahnung, ob da auch ein Torwartfehler vorlag. Das zweite Gegentor entstand aus einem Konter der Dudenhofener. Der Stürmer kam kurz vor dem herausstürmenden Spahic an der Sechzehnerlinie an den Ball und lupfte ihn technsich anspruchsvoll aus vollem Lauf über ihn ins Tor. Das war einfach stark gemacht, aber da standen wir hinten auch ziemlich offen.


    Neal Gibs hat mir offensiv wirklich sehr gut gefallen. Den kannst du mit seinem Tempo prima steil schicken und es wurde gefühlt immer gefährlich, wenn er beteiligt war. Defensiv müsste er in meinen Augen aber doch noch etwas zulegen, um tatsächlich den AV in einer Viererkette zu geben. Aber so als Schienenspieler könnte ich mir den jetzt schon gut vorstellen.


    Und vor allem: Wir treten wieder konstant gefährliche Standards! Das ist wirklich eine Wohltat nach all den letzten Jahren sowas zu sehen. Nicht nur wegen den zwei Freistoßtoren von Zuck und Ritter. Auch Sessa servierte einen Freistoß punktgenau auf den Kopf von glaube Tomiak, der an den Pfosten geköpft hat.


    Wie gesagt, war noch lange nicht alles gut und es gibt noch viel Arbeit, das hat man vor allem in der ersten Halbzeit deutlich gesehen. In der zweiten Hälfte war dann offensiv aber deutlich mehr Zug und Zielstrebigkeit bei uns drin, was sich auch in den vielen Chancen widergespiegelt hat.

    Bisher sehe ich dass die Spieler mit den höchsten MW eher gehen und wir Spieler geholt haben oder testen, die überwiegend unterhalb 3 Liga mehr gespielt haben????


    Dass das in der dritten Liga oftmals nix zu heißen hat, haben doch gerade wir beim FCK die letzten Jahre zu Genüge erlebt. Wir hatten hier Spieler wie Albaek oder Hlousek, die massig Erstligaerfahrung hatten und auch europäisch gespielt haben. Zum typischen Drittligafußball haben sie aus unterschiedlichsten Gründen trotzdem nicht gepasst und waren alles andere als unumstrittene Stammspieler. Dritte Liga ist vom Spielstil her im Prinzip: 80% kämpfen und beißen, 10% spielerisches Talent und 10% Glück.


    Was mir definitiv bislang gefällt ist, dass man nun tatsächlich mehr Wert auf Körperlichkeit legt. Tomiak, Niehues und auch Klingenburg sind alle über 1,90 m und können ihren Körper einsetzen. Des Weiteren war es auch wichtig, junge und entwicklungsfähige Defensivleute wie die beiden erstgenannten zu verpflichten, die auch das Potenzial haben, mittelfristig Stammspieler zu werden. Den geliehenen Senger darf man natürlich in der Aufzählung auch nicht vergessen. Gerade in der Richtung hat es im eigenen Nachwuchs gehapert.


    Zimmers Verpflichtung scheint ja nur noch Formsache zu sein, bei einer weiteren Leihe von Götze ist man auch noch dran. Das wäre nochmal zusätzliche Qualität. Was mir auch gefällt: Antwerpen hat schon angedeutet, dass er manche Spieler, die schon im Kader sind, aber bislang eher durchwachsen agiert haben, weiter fordern und fördern will, statt sie vorschnell abzugeben. Vor allem Ritter und Huth sind hier zu nennen.


    Baustellen sind natürlich noch der Sturm und wohl auch noch die offensive Außenbahn. Eine richtige Verstärkung auf der Mittelstürmerposition soll und wird ja mit Sicherheit noch kommen. Auf den Außenbahnen wird interessant zu beobachten sein, ob Redondo nochmal seine durchaus akzeptable Hinrundenform auf die Kette bekommt. Ansonsten könnte ich mir vorstellen, dass man noch nach einem Linksaußen Ausschau hält.


    Eventuell gehen die Investoren sogar davon aus, dass die Gehaltsrolle größer als in der letzten Saison werden könnte.


    Könnte eventuell sein, aber wie ich schon im U21-Thread schrieb: Dort wird massiv eingespart. Keine professionelle Vollzeitmannschaft mehr, sondern nur noch abends Training, viele U19-Spieler und ein paar Amateurkicker. Könnte mir vorstellen, dass man durch diese Sparmaßnahmen noch ein wenig Budget für die Profis freiräumen will. Und wie gesagt, eine vollprofessionelle zweite Mannschaft ist für einen Drittligisten schlicht zu teuer.


    Was Saisonziele angeht, puh, da bin ich nach den letzten Jahren sehr vorsichtig geworden. Die Liga ist halt extrem ausgeglichen und so ein paar Überraschungen sind da eigentlich immer drin. Mich würde es allein schon freuen, wenn man nach langer Zeit mal wieder einen gescheiten Saisonstart hinlegen könnte. Das gelang uns zuletzt in der Saison 2015/16. Kommt man gut aus den Startlöchern, kann man sich auch mal leicht in einen Flow spielen und dann ist vieles möglich. Aber ja, das ist alles noch Zukunftsmusik, ich lass mich überraschen.

    Ich schreibs mal hier rein: Vielleicht haben einige schon mitbekommen, dass beim Thema U21 zur kommenden Saison massiv der Rotstift angesetzt wird. Wobei das auch wenig verwunderlich ist, wenn man in das vierte Jahr dritte Liga geht. Sich eine vollprofessionalisierte zweite Mannschaft als Drittligist zu gönnen, ist eigentlich purer Luxus. Meine mal gelesen zu haben, dass es dann doch um Kosten bis zu einer Million Euro gehen kann.


    Konkret heißt das: Alle Spieler mit verhältnismäßig teuren Verträgen, die kurzfristig keine große Aussichten auf den Sprung ins Profiteam haben, werden die U21 verlassen, was im Prinzip fast alle sind. Vor allem der uns bekannte Martin Bader hat schon gut gewildert und mit Jannis Held, Lars Oeßwein und Tim Buchheister gleich drei Spieler zu seinem neuen Verein Alemannia Aachen gelotst.

    NLZ-Leiter Uwe Scherr hat auch schon bestätigt, dass der Großteil der Mannschaft aus U19-Spielern bestehen wird und der Rest des Kaders mit Amateurspielern aufgefüllt wird. Weiter gehe ich davon aus, dass es an manchen Spieltagen auch Verstärkung aus der Profimannschaft geben wird. Gerade Neal Gibs, Anas Bakhat oder Anil Gözütok kommen mir da in den Sinn, um Spielpraxis zu sammeln.


    Auch auf der Trainerposition wird sich was verändern. Alex Bugera geht wieder zur U19 und Oliver Schäfer wird der neue Teilzeit-Trainer der U21. Training wird es nur noch abends geben, weil Schäfer parallel tagsüber den Athletiktrainer bei den Profis macht und wie schon gesagt die zweite Mannschaft quasi nicht mehr aus "Vollprofi-Talenten" bestehen wird, sondern das, salopp ausgedrückt, auch nur noch eine Feierabendtruppe sein wird, so wie der Rest der Oberliga.


    Jetzt könnte man natürlich überlegen, wieso man eigentlich nicht gleich hingegangen ist und die U21 ganz abgemeldet hat, wenn man ohnehin schon so drastisch sparen muss. Haben ja z.B. Braunschweig und der KSC ebenso gemacht bzw. machen müssen.

    Der Punkt ist wohl folgender: Wenn man abmeldet und wenige Jahre später eventuell dann doch auf den Trichter kommt "War doch keine so gute Idee, wir wollen nochmal 'ne zweite Mannschaft!", dann darfst du wieder ganz unten anfangen. Sprich: Kreisliga C. Bis man die Truppe dann wieder auf einem halbwegs akzeptablen Ausbildungsniveau aufgebaut hat, gehen ein paar Jahre ins Land. Fragt mal in Saarbrücken nach, da läuft das gerade genau so ab.

    Man befindet sich halt in einer Zwickmühle und wollte jetzt wohl einen Kompromiss finden: Einsparungen vornehmen und die U21 irgendwie in der Oberliga halten. Solange die Profis nicht aufsteigen hängt die Zweite sowieso dort fest. Sollte der FCK mal wieder irgendwann in finanziell besseren Sphären ankommen, wird man sich dann wohl auch überlegen, die U21 wieder zu professionalisieren.


    Also in einem Punkt braucht man sich nix vormachen und auch nix schönreden: Das sind harte Sparmaßnahmen, die man wohl machen muss aber schon wehtun. Stand heute weiß ich auch noch nicht so richtig, was ich davon halten soll. Seit 2018 verfolge ich die U21 intensiver und man hat sich dort vom Rest der Liga spielerisch und qualitätsmäßig schon abgehoben. Das wird jetzt wahrscheinlich anders werden. Wie sich die neue Mannschaft in Zukunft schlagen wird, muss man abwarten. Ich denke, den Klassenerhalt wird man aber auch mit einer abgespeckten Mannschaft gut schaffen, denn das grundsätzliche Niveau ist in der Oberliga schon sehr überschaubar. Da müsste in meinen Augen schon sehr viel schieflaufen, um tatsächlich abzusteigen.


    So, das war jetzt mal ein kleiner Überblick zur Zukunft der zweiten Mannschaft. Wie gesagt, ab und zu sehe ich mir Spiele per Livestream an und eventuell werde ich hier auch ab und zu mal einen Spielbericht schreiben, wenn es sich ergibt. Ich bin selber sehr gespannt drauf, wie sich die Mannschaft in der kommenden Saison unter den neuen Gegebenheiten schlagen wird.

    Der Transfer kommt mal völlig überraschend, gefällt mir grundsätzlich aber gut! Wunderlich ist auch im hohen Alter noch ein sehr starker Zehner für Drittligaverhältnisse, der hervorragende Standards tritt. Ich gehe mal schwer davon aus, dass der als Fixpunkt im Mittelfeld gedacht ist. Der wird wohl nicht mehr alle Spiele über 90 Minuten bestreiten, aber mit Sessa hat man einen weiteren starken OM in der Hinterhand. Parallel glaube ich aber auch, dass Ciftci dann noch wechseln wird. Das pfeifen die Spatzen ja schon länger von den Dächern.


    Ritter muss sich nach der abgelaufenen Saison erst nochmal im Training und in der Vorbereitung beweisen, was Antwerpen auch so angedeutet hat. Wenn der Trainer ihn hinbekommt und er dann fit ist, kann Ritter aber auch als inverser Linksaußen oder hängende Spitze spielen, da sehe ich wenig Probleme. Im Endeffekt braucht man auch qualitativ einen etwas breiteren Kader, damit man möglichst nicht wieder in so eine Situation gerät wie abgelaufene Saison und Spieler reinwerfen muss, die eigentlich noch nicht so weit sind.

    Denke mal, man wird ihn langsam an den Profikader ranführen und ihm auch die nötige Spielpraxis in der Oberliga geben, denn das ist bei jungen Spielern oft das Wichtigste. Lars Oeßwein, der bisherige Stamm-LV der U21, wechselt zu Alemmania Aachen und von daher wird Gibs mit Sicherheit vorerst dort seinen Platz einnehmen, falls er nicht direkt voll durchstartet.


    In jedem Fall wünsche ich ihm viel Glück bei uns!

    Bei der Personalie Zimmer sollte man noch einen Punkt berücksichtigen: Beim ehemaligen Düsseldorfer Trainer Rösler war er außen vor und wohl auch deshalb hat sich die Möglichkeit ergeben, dass er uns in der Rückrunde helfen konnte. Wenn jetzt aber der neue Trainer Preußer kommt, wird der sich ja wahrscheinlich erstmal in der Saisonvorbereitung ein Bild von allen Spielern machen wollen. Und wenns dann auf Düsseldorfer Seite plötzlich heißt "Wir planen fest mit Zimmer", dann hat sich die Geschichte wohl sowieso schon erledigt. Aber auch selbst wenn das nicht der Fall wäre, wird man sich in Geduld üben müssen.


    Als ich die 750.000 Euro gelesen habe, musste ich schon schlucken. Das sind Ablösen, die normalerweise Zweitliga-Topteams hinlegen. So sehr ich Zimmer natürlich weiterhin hier sehr gerne sehen würde, aber rein wirtschaftlich ist das eigentlich utopisch. Hengen hat auch schon in einem Interview verlauten lassen, dass man wohl eher keine Ablösen zahlen wird, höchstens mal in Ausnahmefällen. Bei Zimmer könnte ich mir schon vorstellen, dass das so eine Ausnahmesituation wäre, aber nicht für 750k, das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Wie schon richtigerweise erwähnt wurde: Wir haben eigentlich zig Baustellen im Kader. Vor allem aber auch noch Großverdiener mit denen man wohl nicht mehr plant wie z.B. Röser, die man auch erstmal irgendwie von der Gehaltsliste bekommen muss, was jetzt auch kein Zuckerschlecken wird.


    Weiter versuchen den Aufstieg, ohne nachhaltiges Konzept im Hintergrund, zu erzwingen, halte ich für gar keine gute Idee. Das hat man seit 2012 versucht und ist letztlich fast in der Regioanlliga gelandet. Ich kann sowas im ersten Jahr versuchen, vielleicht auch noch im zweiten, aber spätestens dann muss ich eigentlich umdenken, wenn ich keine Geldgeber habe, die jedes Jahr das große Minus ausgleichen können.


    Natürlich weiß ich auch, dass der FCK in der dritten Liga eigentlich nicht überleben kann und wir natürlich eigentlich schnellstmöglich hoch müssen. Problem an der Sache ist nur, dass diese dritte Liga quasi ihre eigenen Gesetze hat. Da steigt nicht der mit den besten Einzelspielern auf, sondern die homogenste und zähste Mannschaft. Dementsprechend muss man sich auch vom Kader her aufstellen und vielleicht gelingt, sofern die Oberliga auch mal wieder eine Saison normal durchspielen kann, dem ein oder anderen Jungtalent mal wieder der Durchbruch, denn auch das ist in unserer Situation sehr wichtig.

    Habe mir heute Morgen den SWR-Podcast von gestern Abend mit Marco Antwerpen reingezogen:

    https://www.swr.de/sport/fussb…odcast-interview-100.html


    Wenn ich mich nicht gewaltig irre, kann man seine Aussagen zu Martin Kobilansky (E. Braunschweig) so interpretieren, dass er ihn sehr gerne an den Betze holen würde und dass da Verhandlungen laufen?

    In der Braunschweiger Aufstiegssaion erzielte er 18 Treffer, kann aber zu ihm nichts beitragen und weiß auch nicht, ob er in unsere Mannschaft passen würde, da ich Braunschweig in der II. Liga nicht verfolgte.


    Würde mich nicht überraschen, wenn er Antwerpens Wunschspieler wäre. Kobylanski ist unter Antwerpen in Münster richtig aufgeblüht und auch in Braunschweig war ihre Zusammenarbeit ziemlich erfolgreich.


    Kurze Einschätzung zum Spieler aus meinen Eindrücken: Kobylanski kann für Drittligaverhältnisse defintiv der oft gesuchte, aber selten gefundene Unterschiedsspieler in der Offensive sein. Hervorragende Schusstechnik und sehr starke Standards machen ihn schon zu einer Waffe im Angriff. Würde sogar sagen, dass er mehr als hängende Spitze statt als typischer Zehner einzuordnen ist.

    Jetzt kommt aber noch das berühmte Aber: In der Rückwärtsbewegung bzw. im generellen Defensivverhalten ist Kobylanski eigentlich nicht zu gebrauchen. Das wird wahrscheinlich auch der Hauptgrund sein, wieso er noch nicht dauerhaft höherklassig gespielt hat. Also auf deutsch gesagt: Das ist kein Kämpfer, der sich notfalls die Bälle selbst holt, wenns mal nicht läuft. Eher wieder so einer der Kategorie "Spieler, der im passenden System richtig eingesetzt werden muss".


    Und da kommt eben der Punkt, der mich skeptisch macht. Solche Kandidaten, mit viel Technik ausgestattet aber auch mit einigen Defiziten, hatten wir in den letzten Jahren schon mit Biada, Starke oder eben jetzt Ritter. Die haben hier nicht wirklich funktioniert, weil eben das System nicht gepasst hat oder aber die jeweilige Situation des Vereins eher solche typischen Betze-Tugenden "Kämpfen, kratzen, beißen, jedem Ball nachjagen" verlangt haben. Mal ganz davon abgesehen, dass solche Dinge beim FCK eigentlich Grundvorraussetzung müssen. Irgendwo ist das ja schon in der Vereins-DNA verankert.


    Gut, mit Antwerpen hätte man jetzt einen Trainer, der Kobylanski genau kennt und weiß, wie er ihn anzupacken hat, damit er funktioniert. Das wäre im Vergleich zu den vorher genannten Spielern schon mal ein großer Unterschied und ein großer Vorteil. Wobei ich mir aktuell auch noch nicht vorstellen kann, dass die Braunschweiger ihren potenziell besten Offensivspieler einfach so ziehen lassen. Naja, mal sehen, was noch so passieren wird.

    Gute Analyse, gehe im Prinzip bei allen Punkten mit.


    Besonders würde ich aber nochmal auf Alexander Winkler eingehen. Der reiht sich auch nahtlos in die Liste der Spieler ein, die in den letzten Jahren als vermeintlich neue Leader geholt wurden und hier wirklich so gar kein Bein auf den Boden bekommen haben. Von Rieder hätte ich mir in der Richtung insgesamt auch mehr erwartet, aber der hat ja zumindest sportlich noch eine gewisse Rolle gespielt, was man von Winkler zuletzt ja nicht behaupten konnte.


    Ich meine, bei manchen Spielern, die mit dem Stempel "Führungsspieler" geholt wurden, hat man halt schnell gesehen, dass sie das eigentlich nicht sind. Aber ein Winkler war ja genau das bei Unterhaching und er war dort sogar zeitweise Kapitän. Sowas wirst du ja nicht rein zufällig und ich glaube auch nicht, dass man sowas in Haching, salopp ausgedrückt, einfach mal "auswürfelt". Schon rätselhaft, wieso er hier so schnell abgebaut hat. Naja, letztlich denke ich auch, dass es auf eine Trennung hinausläuft. Aufgrund der U23-Regel muss man sich ohnehin genau überlegen, welche Kaderplätze man zukünftig mit älteren Spielern besetzen will.

    Ich bin heute um kurz vor 14 Uhr extra zu einem seeehr langen Spaziergang aufgebrochen und kam jetzt so gegen 16:15 Uhr wieder nach Hause. Nee, das hätte ich einfach nicht ausgehalten vor dem Ticker zu hängen und das Münchener Stadtderby irgendwie zu verfolgen. Ich wollte für zwei Stunden absolut nix sehen, nix hören oder sonstwas von diesem Spiel mitbekommen.


    Dann kommst du zur Tür rein, öffnest als allererstes die Kicker-App und siehst das Endergebnis...Alter, diesen dreifachen Urschrei von mir, den man wahrscheinlich noch im Umkreis von 10 Kilometern gehört hat, war die letzte Kraftreserve, die noch aufzubringen war, bevor sich die unendliche Erleichterung und Entspannung breitmachte. Unfassbar, was das in den letzten sechs Wochen an Kraft gekostet hat.


    Trotzdem war das jetzt die schlechteste Saison der Vereinsgeschichte. Dass es soweit kommen konnte, ist eigentlich ein schlechter Witz und das darf so in dieser Form eigentlich nie wieder passieren. Wenn man daraus jetzt nicht lernt, dann weiß ich auch nicht mehr.

    Aber heute will ich einfach nur mal Danke sagen, vor allem an Marco Antwerpen. Der hat dieser saftlosen Truppe wieder Leben eingehaucht, war immer unbequem, hat der Mannschaft immer wieder Feuer unterm Hintern gemacht, wenns nötig war und hat uns so aus einer fast aussichtslosen Situation geführt. Ich bin ehrlich: Hätte mir das einer Anfang April prophezeit, hätte ich es nie für möglich gehalten.


    Wie gesagt, gibt sehr viel aufzuarbeiten aber heute kann man einfach mal für den Moment erleichtert sein. Schönen Restsonntag noch an alle! :bier:

    Gerade fällt mir nur ein Wort ein, was meine Gefühlslage am Besten beschreibt: Erleichterung. Aber die setzte auch erst nach dem 4:1 ein, so ehrlich muss ich auch sein. ;) Man hat Wort gehalten und gegenüber dem 1860-Spiel die richtige Reaktion gezeigt.


    Dabei hätte ich schon nach fünf Minuten am liebsten die Kiste ausgemacht. Was war das denn für eine Slapstickaktion in der Abwehr? Für meine Begriffe fängt die Fehlerkette aber schon mit der ungehinderten Flanke der Uerdinger an. So viel Platz und Zeit hätte wohl jeder Außenbahnspieler in jeder Liga immer gerne.

    Glaube der Matchplan des Gegners war auch genau der: Irgendwie einen reinmurmeln und dann tief stehen. Dass tief stehen alleine aber nicht ausreicht, wenn man nicht zeitgleich auch energisch draufgeht, hat man dann aber relativ schnell gesehen. Wir hatten viele Räume zum kombinieren, die wir auch wirklich brutal ausgenutzt haben.


    Vor dem 1:1 setzt Götze hervorragend nach, bevor Hanslik für Hercher auflegt. Genau SO zeigt man, dass man das Ding unbedingt drehen und gewinnen will.

    Das 2:1 war ja auch ein Spielzug wie aus einem Guss, Zimmer auf Hercher, der absolut mustergültig flach auf den Elferpunkt flankt und Götze muss ja mit so viel Platz quasi nur noch einschieben.

    Zum 3:1 fällt mir insgesamt auch nicht viel mehr ein. Total einfacher Fußball, aber auch konsequent zu Ende gespielt.

    Man muss auch mal hervorheben, was Hercher aktuell für ein unfassbar wichtiger Baustein geworden ist. Seit dem Spiel gegen Halle hat der Kerl acht (!) Scorerpunkte gesammelt und ist generell im Offensivspiel unverzichtbar geworden. Da merkt man halt auch, dass der Kerl gelernter Rechtsaußen ist. Defensiv hat er wie sein Kollege Zuck auf der anderen Seite aber auch einige Defizite.


    Darauf muss man auch generell näher eingehen: Wie wir in der ersten Halbzeit nach Standards oder Flanken hinten geschwommen sind, war wirklich sehr bedenklich. Da hatte man in den entscheidenden Situationen auch mal wieder eine gute Portion Matchglück, sonst kann das Spiel eventuell ganz anders laufen. Geht der Lattenkopfball rein, steht es 2:2 und macht Uerdingen in der Druckphase vor der Pause den Anschlusstreffer, wir das nochmal richtig eklig.

    Nach der Spahic-Parade habe ich auch ziemlich laut geflucht: "Pöhl doch einfach den verdammten Ball raus!" Alles spielerisch lösen wollen schön und gut, aber manchmal sollten sie das Ding einfach mal wegbolzen. Ist besser für so manchen Nervenstrang der Fans. :D


    In der Halbzeit beschäftigte mich die ganze Zeit, trotz des Zwei-Tore-Vorsprungs, wie man den Beginn der zweiten Hälfte übersteht. Es war ja eigentlich klar, dass Uerdingen jetzt Druck machen muss und sie hatten ja kurz vor dem Halbzeitpfiff noch Blut geleckt.

    Zum Glück haben wir das überstanden und ich denke, irgendwann hat man dann doch gemerkt, dass die Uerdinger ziemlich platt waren und da auch nix mehr wirklich gefährlich aufs Tor kam. Und trotzdem wollte sich bei mir keine Ruhe einstellen. Weil man mittlerweile einfach weiß, wie schnell und plötzlich das in dieser Drecksliga gehen kann. Ein blöder Ballverlust, ein ungenauer Pass, ein langer Ball, der irgendwie durchflutscht und plötzlich wäre ein toter Gegner wiederbelebt worden.


    Antwerpen macht aber in meinen Augen auch als erster Trainer seit langem hier nicht mehr den Fehler und gibt bei eigener Führung die Parole "Spiel nach Hause verwalten" aus. Hat man oft genug gesehen, dass wir das einfach nicht können. Dementsprechend wars auch richtig, weiter Offensivkräfte wie Redondo, Sessa und Ritter einzuwechseln, um weiter nach vorne zu spielen, nicht nachzulassen und aufs vierte Tor zu gehen. Das ist uns ja dann Gott sei Dank auch noch gelngen und auch das war insgesamt mit viel Übersicht von allen Beteiligten rausgespielt.


    Fazit: Unterm Strich ein absolut verdienter Sieg gegen einen insgesamt doch recht harmlosen Gegner. Aber es gilt weiterhin: Konzentration und Spannung hochhalten, nicht den Hauch von Selbstzufriedenheit zulassen und bis Saisonende weiter durchziehen! Jetzt können aber alle FCK-Fans das Wochenende mit dem morgigen Sommertag erstmal richtig genießen. :thumbup:

    Die Anspannung steigt bei mir so langsam schon richtig an. Meine Güte, was ist das morgen für eine wichtige Partie. Wenn man sich dann noch die anderen Begegnungen im Abstiegskampf ansieht, muss man wirklich sagen: Mehr Thriller geht nicht.


    Das Ding entscheidet morgen logischerweise noch lange nicht über den Klassenerhalt, aber fürs Momentum kann es wahnsinnig wichtig werden. Gewinnen müssen beide Teams, ein Unentschieden nützt keinem was. Wer gewinnt, kann sich zumindest etwas entspannter die Sonntagsspiele der Konkurrenz ansehen. Auf Schützenhilfe von den bereits abgestiegenen Hachingern oder den so gut wie abgestiegenen Lübeckern will mit Sicherheit keiner angewiesen sein.


    Dementsprechend gehe ich auch davon aus, dass das morgen eine reine Nervenschlacht wird, bei der am Ende derjenige als Sieger vom Platz geht, der es einfach mehr will. Egal wer bei uns morgen im Tor steht, egal wer hinten links spielt oder sonst was: Jeder muss da morgen mit dem Messer zwischen den Zähnen auf dem Platz stehen und von der ersten Minute an zeigen, dass er das Spiel unbedingt gewinnen will.


    Höchstwahrscheinlich dürfen wieder viele Fans vor dem Fernseher um Jahre altern, so wie man das vom FCK ja mittlerweile kennt. Hoffentlich wird das dann auch wenigstens mit drei Punkten belohnt.

    Uerdingen unter Ponomarev ist aber auch ein gutes Beispiel dafür, dass man mit entsprechend finanziellen Mitteln eines Investors, aber zeitgleich ohne sportliches Konzept innerhalb eines Vereins, vielleicht im Amateurbereich (Ober- und Regionalliga) noch gut durchkommt, aber spätestens ab dritter Liga im Profibereich doch auch schnell an seine Grenzen geraten kann.


    Das Leistungsgefälle ist in den unteren Ligen wesentlich größer als bspw. in der dritten Liga. Ganz salopp gesagt: Verpflichte ich in der Oberliga mehrheitlich Spieler, die bereits einiges an Profierfahrung haben, noch als Vollprofi angesehen werden können und auch entsprechend noch unter professionellen Bedingungen trainieren, ist das keine große Kunst, dort locker aufzusteigen. Siehe Uerdingen oder auch der SV Rödinghausen. Man spielt im Prinzip jedes Wochenende gegen reine Amateurspieler, gegen die man dann individuell gnadenlos überlegen ist. Selbst die U21 des FCK fährt da regelmäßig souveräne und teilweise auch hohe Siege ein.


    Im Profibereich sieht das dann doch ein klein wenig anders aus. Da reicht es nicht mehr, einfach nur mit viel Geld irgendwelche gestandenen Profis, mit höherklassiger Erfahrung, zu verpflichten und schon läuft das irgendwie. Neben einer finanziellen Basis, braucht es dann auch sportliche Konzepte innerhalb eines Vereins, wenn man denn als Ziel hat, noch weiter nach oben zu kommen.

    Dass man mit hohen Etats und ohne Konzept nämlich nicht weit kommt, konnten wir auch beim FCK die letzten Jahre beobachten. Potente Investoren brauchts heutzutage im Profifußball fast schon zwangsläufig, denn ohne Moos einfach nix los und es ist zum puren Geschäft geworden. Wer dauerhaft noch Bratwurst-und-Bier-Atmosphäre will, dem bleibt eigentlich nix anderes übrig, als nur noch Amateurfußball zu schauen. Mir gefällt diese ganze Entwicklung auch nicht, aber daran ändern wird man nix mehr.


    Wo letztlich ein Investor herkommt, ob aus der Pfalz, dem Saarland oder Buxtehude, ist irgendwo absolut zweitrangig, denn eines wollen die alle: Mitreden und gegebenenfalls Einfluss nehmen. An sich verständlich und auch kein Problem, WENN man denn auch entsprechend sportlich kompetente Leute auf gewissen Positionen installiert und diese machen lässt.

    Mit Marco Antwerpen hat man wohl tatsächlich mal einen Glücksgriff getätigt, aber wie schon richtig angemerkt wurde: Alleine darauf darf man sich nicht verlassen, sonst kann man alle Personalfragen in Zukunft auch auswürfeln und beten, dass es irgendwie klappt. Nur wäre das halt alles, nur nicht professionell.

    Mal vorne weg, mit dem Rest deiner Analyse gehe ich vollkommen überein.


    Aber wenn man sehen will, warum man unten drin hängt, muss man sich Spiele wie gegen Wehen oder in Magdeburg anschauen. Nach Magdeburg hat Antwerpen mal so richtig auf den Tisch gehauen, und gezeigt dass es für die Spieler bei Schlecht-Leistungen auch ungemütlich werden kann.


    Hätte die Mannschaft früher das abgerufen, was jetzt abgerufen wird, wären wir nicht unten, dessen bin ich überzeugt.

    Stimme ich auch definitiv zu! Die fehlende Kaltschnäutzigkeit ärgert mich halt ziemlich, weil man es dadurch unnötig spannend macht. Aber im Vergleich zu den angesprochenen Leistungen ist das gerade wirklich meckern auf hohem Niveau meinerseits, das stimmt schon. :bier:


    Nach dem Magdeburg-Spiel waren wir meiner Meinung nach eigentlich schon abgestiegen. Da habe ich schon felsenfest daran geglaubt, dass der Laden nun endgültig auseinanderfällt. Ich hätte wohl mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass man erstmal die sieben Punkte Rückstand aufholt und auch fünf Spiele in Folge ungeschlagen bleibt. Unter Antwerpen sieht man auch endlich mal eine gewisse Zeit lang ein anderes, kämpferisches Gesicht und nicht nur die berühmten ein, zwei Spiele Besserung und dann fällt alles wieder in denselben alten Trott.

    Es bleibt dabei: Dieser Verein bringt einen noch vorzeitig ins Grab, wenn man jede Woche so eine Zitterpartie mitmachen muss...hier brauchst du keine Nerven aus Drahtseilen sondern wirklich aus Stahlträgern. Gott sei Dank haben wir das irgendwie gewonnen.


    Bei aller Freude über den Sieg, sieht man aber auch wirklich knallhart, wieso man unten drin hängt. Wie man einen so harmlosen Gegner wie Haching, den man gut 60 Minuten lang wirklich komplett beherrscht hat, ohne Not wieder aufbaut, ist mir wirklich unbegreiflich. Eben sagte auch noch Zimmer im Interview ziemlich selbstkritisch, dass das in so einem Spiel wirklich nicht passieren darf. Alleine Pouré hätte mit seinen zahlreichen Großchancen die Partie schon frühzeitig entscheiden können. Wenn der Tabellenletzte dir in Sachen Chancenverwerung was vormacht, dann läuft irgendwas falsch.


    Trotzdem hatte man teilweise auch ziemliches Matchglück zu Beginn. Hätte halt wieder wunderbar zur kompletten Saison gepasst, wenn Haching in der 30.Minute nach der Ecke und dem ersten Torschuss das Ding gemacht hätte und der nicht an den Pfosten geht. Im direkten Gegenzug machen wir dann auch zum Glück das 1:0, was klasse gespielt war von Zimmer und Hercher.

    Den Ausgleich fängt man sich viel zu billig. Rieder lässt sich eigentlich wie ein Schuljunge abkochen, aber noch schlimmer ist eigentlich wie einfach der Hachinger in den Sechzehner laufen und abschließen kann.

    Zum Glück kam die prompte Antwort, also das beherrschen wir mittlerweile ganz gut. Hat mich auch sehr für Adam Hlousek gefreut, der in meinen Augen ein wirklich gutes Spiel auf links gemacht hat.


    Vor der zweiten Halbzeit hatte ich auch schon wieder Bammel. Meine Hoffnung war ein frühes drittes Tor zu machen, um Sicherheit reinzubringen, weil mir fast schon klar war, dass der Gegner irgendwann mehr Offensivdruck machen muss.

    Jo, und dann kamen diese zwei Szenen, die für den Bruch im Spiel gesorgt haben: Pourié versemmelt die fünfte Großchance und Bakhat kommt für Götze. Also ich konnte schon verstehen, dass Antwerpen mehr Entlastung wollte und die Offensive gestärkt hat und trotzdem hat es in meinen Augen eindeutig gezeigt: Götze ist der Abwehrchef und absolut unersetzbar, Punkt. Als der rausging, wurde es vogelwild in der Abwehr. Da war zeitweise keinerlei Ordnung mehr im Spiel.

    Man konnte irgendwann wirklich die Sekunden zählen, bis der Ausgleich fällt. Schon vor dem Tor hatte Unterhaching eigentlich zwei absolut hundertprozentige Chancen direkt hintereinander. Und das 2:2 selber fällt auch wieder schlicht zu einfach. Der kann außen in aller Seelenruhe flanken und Hain ohne Bedrängnis einköpfen.


    Meine Güte, was hab ich mich da aufgeregt. Ich glaube, ich hab mindestens zehnmal hintereinander gebrüllt: Wie dämlich kann man sein, wie. dämlich. kann. man. bitte. sein?! Da war ich wirklich komplett leer und hatte eigentlich schon resigniert...

    Ja und dann kommt dieser Elfmeterpfiff für uns und du siehst direkt wie Pourié sich das Ding schnappt und ich denk mir nur: Alter, wenn der jetzt das Ding auch noch verschießt...aber zum Glück ist der drin. Direkt der Blick zur Uhr: Verdammt, das werden wieder seeeehr lange zehn Minuten bis zum Abpfiff. Gott sei Dank hat man das Ding irgendwie über die Zeit gebracht.

    Zum Elferpfiff fällt mir aber generell noch ein: Eigentlich musst du deinen Abwehrspielern in der dritten Liga regelrecht einbläuen, dass du im Sechzehner verdammt nochmal die Hände vom Gegner zu lassen hast, denn sonst ist das in dieser Liga wirklich immer ein sicherer Elfmeter. Das wird da wirklich immer gepfiffen, egal ob man stark zieht oder nicht.


    Fazit: Überlebenswichtigen Sieg geholt, auf der einen Seite extrem ereichtert aber andererseits tatsächlich immer noch ein wenig sauer, weil man sich wieder total unnötig selbst in Bedrängnis gebracht hat. Jetzt erstmal zehn Tage durchschnaufen. Als FCK-Fan haste das nach den letzten Wochen aber auch bitter nötig. ^^

    Das morgige Spiel könnte in meinen Augen zum Schicksalsspiel werden. So langsam kribbelts bei mir jetzt schon einen Tag vorher, das hatte ich in der Form auch schon lange nicht mehr.


    Unterhaching würde ich keinesfalls unterschätzen. Bei deren Punkteabstand zum rettenden Ufer, ist das morgen fast schon deren letzte Chance, um noch irgendwie minimale Hoffnungen auf den Klassenerhalt zu wahren. Die müssen eigentlich, genau wie wir, voll auf Sieg spielen. Dementsprechend befürchte ich aber auch, dass das eine sehr zähe Angelegenheit und zur puren Nervenschlacht werden kann. Hoffentlich täusche ich mich und man muss mal ausnahmsweise nicht bis zur letzten Sekunde zittern, denn der Bedarf an solchen Spielen ist bei mir schon voll abgedeckt.


    In diesem Sinne: Sieg, egal wie!