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    Diskussionsthema zum Artikel: Aufstieg!


    Aufstieg!

    Umbenennung des Stadionnamens, Röser wird Topscorer und Pick kehrt zurück. Unsere sechs steilen Thesen nehmen der Saison 2020-21 jede Span­nung. Also fast.


    Der FCK startet am Freitag in seine dritte Drittliga-Spielzeit. Und dieses Mal wird alles anders. Hier kommen sechs steile Thesen zur Saison 2020-21.


    Lucas Röser wird Topscorer


    Die Fans staunen nicht schlecht. Zwar haben sie sich über Verpflichtungen wie Kleinsorge, Ritter und Pourié gefreut, aber vergessen, dass nach dem Abgang von Thiele, Kühlwetter und Pick einer ganz heftigst mit den Hufen scharrt. Zehn Tore in den ersten neun Spielen. Wer ist dieser Lucas Röser, der letzte Saison spielte als wäre er Andri Rúnar Bjarnason und Manfred Starke in einer Person? Und auch im Südwestpokal macht er alle Tore selbst. Beim legendären 9:5 gegen Meisenheim gelingen dem ehemaligen Dresdner 14 Treffer. Unfassbar!


    Ein Investor in Sicht


    Am 02. November lässt Markus Merk gleichzeitig die Katze aus dem Sack und den Hasen aus dem Zylinder. Der 1. FC Kaiserslautern hat einen neuen Investor. Der verheißungsvolle Kandidat aus einem nicht weiter genannten Benelux-Staat soll den Namen Bavio Flecca haben und Fans streiten schon, ob sie zuerst Lionel Messi*1 kaufen oder Tobi Sippel zurückholen sollen. Erster Transfer des neuen Investors wird allerdings ein Trainertausch. Alexander Bugera wechselt zur U14 des FC Bayern und Miro Klose meldet seine Kinder an der TU Kaiserslautern an.


    Pick kommt im Winter zurück


    Für Heidenheim läuft es nicht rund. Die Ambitionen zu hoch, der Kader zu schlecht. Einziger Lichtblick ist Christian Kühlwetter, der die Mannschaft mit seinen 17 Toren in der Hinrunde auf einem Nichtabstiegsplatz hält. Florian Pick dagegen enttäuscht auf ganzer Linie. Keine Vorlage, kein Tor. Nur vier Startelf-Einsätze. Im Winter folgt eine Leihe nach Kaiserslautern. Fans erinnern sich an Simon Zoller. Am 27. Februar, dem ersten Spiel bei dem Fans wieder uneingeschränkter Zugang zum Stadion möglich sein wird, zerlegt unser Florian Meppen mit vier Toren und drei Vorlagen. Der FCK kann den Klassenerhalt schon frühzeitig eintüten und wagt nach vier Siegen in Folge den Blick nach oben, in die Champions League.


    Der FCK entlässt den Sportlichen Leiter 'Schwierigés Umfeld'


    Gegen Ende der Saison läuft es hervorragend bei den Roten Teufeln. Nachdem Lucas Röser im März per Dekret vom Union-Kanzlerkandidat Markus Söder zum FC Bayern geholt wurde, hatte man schon fast keine Hoffnung auf den Championsleague-Aufstieg. Doch mit Florian Pick und den Söhnen von Miroslav Klose im ersten Semester wurde alles besser. Sieg um Sieg um Sieg. Fünf Spieltage vor Schluss entlässt man das schwierige Umfeld und selbst die zurück ins Stadion gekehrten Fans können daran nichts mehr ändern. Der Aufstieg scheint unvermeidlich, dem Erfolg noch aus dem Weg zu gehen, unmöglich.


    Der Stadion-Name wird geändert


    Kurz vor dem letzten Saisonspiel gegen Verl wird die Änderung des Stadion-Namens bekannt gegeben. Da die meisten jungen Fans ohnehin nicht wissen, wer Fritz Walter ist, wird die Arena in Zukunft 'Robin-Koch-Stadion' heißen. Zum einen deswegen, weil mit Robin Kochs 270 Mio. Euro Transfer zum FC Liverpool*2 den FCK eine Ausbildungsentschädigung in ungeahnter Höhe in neue Sphären katapultiert. Zum anderen, weil das Service Center Koch in der Pariser Straße 287 neuer Hauptsponsor wird. Niemand repariert Kaffeemaschinen schneller und zufälliger als das Service Center Koch.


    Der FCK steigt dank der Insolvenz des HSV auf


    Knapp verpasst der FCK den Aufstieg. Gegen Verl hätte man vor heimischem Publikum mit drei Toren Unterschied gewinnen müssen, doch leider verlor der FCK im Robin-Koch-Stadion mit 0:12. Einzige Hoffnung ist jetzt die Insolvenz des Hamburger Sportvereins. Die blieben bis zum 32. Spieltag ohne Trikotsponsor*3 und landeten nur auf dem 16. Platz. Da der FC Bayern München II nicht aufsteigen konnte - der Anfang April ausgerufene Kaiser von Bayern Markus Söder hatte noch selbiges versucht zu ermöglichen - blieb es bei nur zwei Absteigern. Doch dann vermeldete Anfang Juni der ehemalige Bundesliga-Dino den Bankrott und die Nicht-Teilnahme an der nächsten Saison. Der 1. FC Kaiserslautern durfte als viertplatzierte Mannschaft nachrücken und die Roten Teufel sind der Bundesliga ein Stück näher. Michael Köllner ist erbost. Früher bekam man schließlich nur neun Punkte Abzug und musste nicht zwangsabsteigen.


    Quelle: Treffpunkt Betze


    *1 Stand November sitzt Lionel Messi seit über einem Monat in Haft. Zu Spielen der Blaugrana hat er zwar Freigang, doch Auswärtsspiele im Ausland sind aufgrund der hohen Fluchtgefahr nicht möglich.


    *2 Robin Koch, oder wie er von der englischen Presse genannt wird, „Robin Cock“, ist der Kopf der besten Abwehr, die die Premier League je gesehen hat. Nur sieben Gegentore in 38 Spielen. Und hätte Timo Werner im Heimspiel gegen Chelsea nicht fünf Elfmeter rausgeholt, könnten es noch ein paar weniger sein.


    *3 Der FC St. Pauli erbarmte sich gegen Ende der Saison und beflockte die Trikots des Stadtrivalen mit „Weltpokalsiegerbesiegerverlierer“.

    Diskussionsthema zum Artikel: Die Früchte des Erfolgs: Die goldene Ananas


    Die Früchte des Erfolgs: Die goldene Ananas

    Der FCK hat sich stabilisiert und nach der Corona-Pause zu einem Topteam in Liga drei gemausert. Dabei stellt sich die Frage: "Warum erst jetzt"? Ein Kommentar.


    Zugegeben: Beim 1. FC Kaiserslautern und Thema Obst denke ich nicht zuerst an die goldene Ananas. Ich denke an die frühen 2010er Jahre und an Adam Nemec, wie er sich beim „Kersche breche“ die Hachsen gebrochen hat. Und auf Platz zwei, da kommt dann die goldene Ananas. Wenn es um nichts mehr geht stolpert sich der FCK von Punktgewinn zu Punktgewinn. Ja, spielt nicht einmal besonders gut. Die Gegner scheinen nur noch schlechter zu sein. Aber an was liegt das? An der grandiosen Rotation, die Trainer Boris Schommers vorgibt? An den Gegnern, die mit andauernden Englischen Wochen nicht zurecht kommen? Oder ist es einfach Glück? Letztendlich liegt die Antwort wie immer in der Mitte. Und auch ich werde in meinem drittklassigen Kommentar nichts, aber auch wirklich nichts aufdecken. Aber ich kann zumindest so tun als könnte ich es.


    Bildergalerie | 36. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern - Viktoria Köln 3:0

    Einfache Taktiken, kombiniert mit Flair

    Die Strategie der Roten Teufel vors Tor zu kommen gestaltete sich in den letzten Spielen gegen Rostock und Köln immer gleich. Ballbesitz im Rückraum, Pass auf einen der Mittelfeldspieler im Zentrum, gefolgt von einem gewagten Pass auf die Vorderleute Pick, Kühlwetter, Thiele, Röser oder Starke. Bis auf letzteren zeigt sich keiner der Angreifer durch die Corona-Pause geschwächt. Sogar Röser, der einen schwierigen Start in Kaiserslautern hatte, gefällt mir immer mehr. Und deswegen funktionierte diese Taktik. Meistens.


    Das Problem dabei ist: Was gegen Uerdingen und Köln so hervorragend geklappt hatte, sah gegen die beste Abwehr der Liga, die von Hansa Rostock, ganz anders aus. Rösers Zuckerpass auf Morabet war schön, aber auch das einzige, was dieses Spiel offensiv zu bieten hatte. Wobei das nicht ganz stimmt. Der Betze-Slapstick, ja ich hatte ihn schon etwas vermisst nach dem 4:0 Sieg gegen Uerdingen, war auch wieder da. Wenn innerhalb von sechs Sekunden zwei Spieler direkt vorm gegnerischen Torhüter stehen, dann könnte man doch wenigstens so aufs Tor schießen, dass eben dieser Torhüter nicht gänzlich arbeitslos bleiben muss. Herr Zuck! Herr Starke!


    Aber wer sich wie ich ständig über Einzelaktionen aufregt, muss auch Einzelaktionen honorieren. Lukas Rösers schon erwähnter Pass auf Morabet war grandios. Und Avdo Spahics Rettungstat in der ersten Halbzeit würde Manuel Neuer vor Neid erblassen lassen, könnte er noch weißer werden. Für die nächste Saison erwarte ich Großes von ihm.


    Und wenn wir schon bei Einzelaktionen sind – dieses Wort kommt im Übrigen so häufig vor, weil die Taktik über die oben beschriebenen Mittelfeldpässe, pures Glück und das Ausnutzen von schwachem Aufbauspiel des Gegners, keine weiteren Eckpfeiler zu haben scheint. Wo war ich? Beim 1:0 gegen Viktoria Köln dachte ich kurzzeitig Robert Lewandowski hätte das falsche Trikot an. Chapeau an Christian Kühlwetter. Ich habe es in meinen besten Zeiten in der A-Klasse an keinem Verteidiger vorbei geschafft. Und Kühlwetter demontiert gleich drei am Elfmeterpunkt. Respekt Kühli!


    (Ich schreibe übrigens so emotional, weil Florian Picks Mutter mal auf Facebook auf einen meiner Texte reagierte. Und Christian Kühlwetter hat bestimmt auch eine Mutter).

    Kleiner Ausblick in die Zukunft

    Prognosen für die nächste Saison sind schwierig. Der FCK will viele Spieler halten und wird das nur können, wenn „das Ganze mit der Insolvenz“ geklärt ist. Fest steht aber, wenn Kühlwetter, Pick, Schad und Sickinger bleiben, steht ein gutes Gerüst. Und mit einem Morabet steht schon ein neuer Betze-Bub in den Startlöchern.


    „Von oben angreifen“, habe ich in den letzten Jahren viel zu oft geredet und geschrieben, deswegen werde ich das jetzt nicht tun. Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass mit diesem Trainer und diesen jungen Spielern in der nächsten Saison viel möglich sein wird. Vielleicht sogar oben angfr....


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Bild: Michael Schmitt | ms-sportfoto.de

    Diskussionsthema zum Artikel: Kommentar: Eine Tragödie jagt die nächste


    Kommentar: Eine Tragödie jagt die nächste

    Seit acht Spielen wartet der FCK auf einen Sieg. Selbst eine effektive Offensive reicht nicht mehr, um drei Punkte einzufahren. Es ist einfach zum Verzweifeln. Ein Kommentar.


    Kaiserslautern gegen Meppen. 3:3 Endstand nach 3:1 Führung. Auch Tage später bleibt dies ein Spiel, welches den konservativen FCK-Fan geistig noch immer überfordert. Denn worüber wir im Jahr 2012 noch gelacht hätten, heißt heute Tabellenplatz 13 gegen Tabellenplatz vier. Und wir sind diejenigen, die sich im Keller befinden. Das ist die bittere FCK-Realität im März 2020.

    Inzwischen kennt man sie: Die Stimme in deinem Kopf

    Ich gebe es offen zu. Ich freue mich seit Jahren auf kein Betze-Spiel mehr. Hier und da ein Hoch. Die fünf Siege Ende letzten Jahres habe ich gerne mitgenommen. Doch es macht einfach keine Freude mehr. Man führt 3:1, denkt man habe den Emsländern zwei Nackenschläge kurz hintereinander versetzt und die Stimme im Hinterkopf meldet sich schon: „Du kennst deinen FCK, du weißt wie das noch ausgehen wird. Hast du diesen Elfmeter gesehen? Wieso macht Grill sowas? Die wollen gar nicht gewinnen!


    Zugegeben: Es ging dann nicht so aus, wie es mir meine pessimistische Stimme vorgaukelte. Die rechnete nämlich fest mit einer 3:5 Niederlage. Ich soll mich also nicht so anstellen, so die Stimme aus dem Off. Könnte doch schlimmer sein. Ja, könnte es. Aber es könnte auch verdammt viel besser sein. Vor mehreren Wochen lobte ich Florian Pick noch in den Himmel, selbst seiner Mutter gefiel der Treffpunkt Betze Beitrag sogar auf Facebook. Und jetzt rennt er sich nur noch die Seele aus dem Leib und versucht Bälle auf Spieler zu verteilen, die nicht da sind. Jeder „erfolgreiche“ Angriff verläuft über ihn. Er trägt sehr viel Verantwortung. Vielleicht zu viel. Und das obwohl Schommers die taktische Aufstellung bereits veränderte, um mehr als nur einen Weg ins vorderste Drittel zu haben.

    Gerry und der FCK

    Bereits im letztem Jahr schrieb ich schon einmal über das 4-4-2 System. Damals noch unter Sascha Hildmann, der auch immer auf dieses System zurückgegriffen hatte, wenn er nicht weiterwusste. Ich hoffe sehr, dass Schommers sich mehr dabei gedacht hat, als es seinen Spielern taktisch möglichst einfach zu gestalten. Seinen Kredit, den er sich durch ehrliche Interviews und die schon erwähnten fünf Siege Ende letzten Jahres erworben hat, hat er bei den meisten Fans schon wieder verspielt. Jetzt wurde auch noch Gerry Ehrmann entlassen. Welch eine Tragödie. Oder etwa nicht?


    Vor zwei Wochen schrieb ich, dass Gerry Ehrmanns Trainingsmethoden „veraltet und revolutionär“ zugleich wirken. Ich war immer von Ehrmann als Mensch beeindruckt. Er war eine stattliche Erscheinung, die immer Emotionen ins Stadion brachte, wenn es sonst niemand tat. Aber ich muss auch ehrlich zugeben, nicht im mindesten über etwaige Gerüchte, Wahrheiten und Anschuldigungen überrascht zu sein. Er wirkte schon immer wie jemand, der sich nichts sagen lässt. Und jemand, dessen Trainingsmethoden „veraltet und revolutionär“ sind, hat vielleicht einfach kein Platz im deutschen Profifußball. Sofern man den FCK noch zu eben diesem zählen kann. Es fällt mir nach den letzten zwei Monaten wieder extrem schwer zu sagen: Ich respektiere die Entscheidung. „Die“ werden schon wissen, was sie tun. Soviel zur Causa Ehrmann.

    Das letzte Fünkchen Hoffnung

    Das Positive: Ein Eckballtor! Ein Standardtor! Ich wusste gar nicht mehr wie sowas aussieht. Das letzte Standardtor für den FCK erzielte im Übrigen Martin Amedick gegen Schalke 04. Das war im Jahr 2011. Das ist natürlich gelogen, aber es würde niemanden wundern, wenn's so wäre.


    Es fällt mir von Mal zu Mal und von Kommentar zu Kommentar schwerer positive Eindrücke zu vermitteln. Hercher, Hainault und Thiele fehlten. Drei, die wichtig und in diesem Kader nur schwer zu ersetzen sind. Das ist nicht wirklich etwas positives, aber immerhin etwas, an dem man sich versucht hochzuziehen. Nach jedem Tief kommt ein Hoch, wie umgekehrt. Deswegen werden wir in dieser Saison auch wieder Spiele gewinnen. Im besten Fall schon gegen Magdeburg. Im schlimmsten Fall erst gegen Morlautern.


    Positiv denken. Positiv denken. Positiv denken. Und vor allem nicht verzweifeln.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Einfache Taktiken führen zu einfachen Siegen


    Einfache Taktiken führen zu einfachen Siegen

    Gerry Ehrmann feiert seinen 61. Geburstag und nach der Niederlage in Braunschweig blickt der FCK erneut gen Tabellenkeller. Ein Kommentar.


    Macht dir das noch Spaß?“, werde ich des Öfteren gefragt wenn ich sage, dass ich heute meinen geliebten FCK schauen muss. Um ehrlich zu sein verneide ich diese Frage seit drei Jahren. Die sechs Jahre davor hab ich gelogen und „natürlich“ gesagt. Nach jedem Hoch kommt nun mal ein Tief. Bei den Roten Teufel ist das ein eisernes Gesetz. Und eigentlich war jedem FCK-Fan bewusst, dass der Dezember 2019 vorbei ist und im neuen Jahr eben nicht Sieg für Sieg eingefahren wird. Aber wir haben trotzdem daran geglaubt. Der Auftritt der Mannschaft gegen Braunschweig war einfallslos und an fehlender Kreativität einfach nicht zu überbieten. Wer wissen möchte, was ich von der Partie gegen die Eintracht halte und ob ich es schaffe wieder ein paar positive Aspekte herauszuarbeiten, kann die folgende Absätze getrost überspringen.


    Denn wenn die Mannschaft schon - um einen großen Fußballfunktionär und Elfmeter-Fehl-Schützen zu zitieren – einen „Dreck“ zusammenspielt, kann ich meine 3000 Zeichen doch einfach dafür verwenden, um den Mann zu ehren, der mich seit meiner jüngsten Kindheit fasziniert, und der am heutigen Tage 61 Jahre alt wird. Sein Sternzeichen ist Hantel mit Aszendent Bizeps. Er ist der Meister Miyagi der Torhüter. Als ich mit gerade einmal sieben Jahren das erste Mal vor ihm stand, habe ich mich hinter dem Bein meines Vaters versteckt. Wahrscheinlich zurecht.

    Alles Gute zum Geburtstag, Gerry!

    Wenn man Gerry Ehrmann googelt, dann erscheint als erster Suchvorschlag „Schule“. Dieser Mann hat es geschafft den 1. FC Kaiserslautern Jahr für Jahr mit fähigen Torhütern aus der eigenen Jugend zu versorgen. Die Liste der Absolventen seiner harten Schule ist lang und gespickt mit Helden. Roman Weidenfeller wurde Weltmeister und holte dreimal die Bundesliga-Meisterschaftsschale. Tim Wiese wurde in Bremen zur Legende und in Hoffenheim zur Witzfigur, Luis Robles 2015 zum besten Torhüter der Major League gewählt. 2009 wurden mit Tobias Sippel und Florian Fromlowitz gleich zwei Ehrmann-Schüler gleichzeitig U21-Europameister. Dieser Ehre wurde auch Julian Pollersbeck zuteil, der seine U21 im Jahr 2017 als Stammkeeper zur Europameisterschaft führte und anschließend zum Torhüter des Turniers gewählt wurde. Und dann wäre da noch Kevin Trapp, der in Frankreich mehr Pokale holte als alle anderen Ehrmann-Schützlinge zusammen.


    Doch auch Tarzan selbst muss sich vor seinen Schülern nicht verstecken. Denn auch er darf drei Meistertitel und drei Pokalsiege sein Eigen nennen. Am Anfang seiner Karriere startete er in Köln ohne viel Spielpraxis und wurde später ab 1984 in Kaiserslautern zu einer echten Institution. Selbst im Meisterjahr 1998 saß er noch ein Mal auf der Bank, als sich Petr Kouba verletzte. Zu dieser Zeit war er bereits designierter Torwarttrainer mit Legendenstatus, den er mit seiner emotionalen Art schon immer pflegte. Seine Karriere war Vorbild für viele Torhüter, sein Spielstil lehrte die Bundesligastürmer der späten 80er und frühen 90er das Fürchten. Und seine Trainingsmethoden wirken gleichzeitig veraltet und revolutionär.


    Gerry. Danke, dass es dich gibt. Danke, dass du das Stadion mit Emotionen auflädst, wenn es sonst keiner tut. Und danke dafür, dass du mir Hoffnung gibst, mit 61 Jahren immer noch als knackiger Mitt-40er durchzugehen.

    Das 4-3-3 System schwächt die Mannschaft

    Und nun genug der Lobhudelei. Wir müssen über Florian Pick sprechen. Denn der lief sich am Wochenende die Seele aus dem Leib und sorgte als einziger dafür, dass der Ball das ein oder andere Mal in den Sechzehnmeter-Raum der Eintracht flog. Dass dort niemand bereit stand, der Bälle verwerten – ach was sag ich – Bälle auch nur annehmen kann, müssen wir den Trainer fragen. Während der Fünf-Sieges-Serie Ende letzten Jahres spielte der FCK ein 4-4-2 mit einer Doppelsechs. Einfache Taktiken führten dabei zu einfachen Siegen. Schwächere Gegner wurden mit Ballbesitz und Pressing in die Defensive gezwungen. Stärkere ausgekontert und gegengepresst. Business as usual.


    Doch seit kurzem praktiziert FCK-Cheftrainer Boris Schommers ein offensiveres 4-3-3, welches im Angriff sogar auf vier Offensive setzt (Zuck, Pick, Kühlwetter und Thiele). Jetzt könnte man denken, mehr Angreifer bedeuten auch mehr Strafraum-Szenen. Das dem nicht so ist, hat das Spiel am Samstag eindrucksvoll bewiesen. Von hinten kommt wenig nach vorne. Und so lag es in den meisten Szenen an Florian Pick den Ball zu verteilen, was auf Grund von fehlenden Anspielstationen nahezu unmöglich war. Wenn der Ball dann doch mal ins Zentrum kam, konnten Kühlwetter oder der von rechts einlaufende Thiele diese nicht verwerten. Zudem war Pick das ein und andere Mal gezwungen, sich von der linken Flanke zur rechten zu dribbeln ohne eine Anspielstation zu finden. Achja, der Gegner hatte natürlich das Glück zwei Mal zu treffen, wobei die Braunschweiger eine ebenfalls sehr mäßige zweite Halbzeit spielten. Selbst wenn es den Lautrern gelang, Angriffe gekonnt herauszuspielen, ich kann darin beim besten Willen nichts positives erkennen. In meinen Augen ist das wertlos, wenn man den Platz am Ende mit 0:2 verlässt.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Kommentar: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer


    Kommentar: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

    Treffpunkt Betze Redakteur mitti über den gestrigen Pokalfight, taktische Exkurse und die über dem Betze schwebende Furcht, die nächste Saison nicht mehr erleben zu dürfen.


    Mir wurde vor kurzem gesagt, dass in meinen Texten für Treffpunkt Betze häufiger über die Champions League als über die Dritte Liga gesprochen wird. Und nach mehrmaligem Lesen meiner bisherigen Kommentare muss ich sagen: Ja es stimmt.


    Ich schiebe das jetzt nicht auf meine generelle Erwartungshaltung dem 1. FC Kaiserslautern gegenüber. Niemand hat seit 2002 wirklich über die Champions League nachgedacht und nur wenige (junge) Fans erinnern sich noch an den Meistertitel beziehungsweise waren 1998 überhaupt geboren. Aber es gibt da etwas in mir, dass ein dringendes Bedürfnis verspürt den Namen „FCK“ und „Champions League“ ganz eng beieinander zu sehen. Und wenn es nur in der Kicker-App ist, weil sie zufällig die Drittliga-News unter Lionel Messi setzt.

    Kein Glück gegen die Fortuna

    Gestern ging es gegen die Fortuna aus Düsseldorf. Kein Sieg. Ein Spiel, bei dem das Ergebnis abzusehen war, es aber dennoch mindestens zwei Gegentore zu viel gab. Entschieden hat die individuelle Klasse. Drei der Fünf Tore schießt die Fortuna in keinem Bundesligaspiel gegen einen Gegner auf Augenhöhe, und die anderen zwei waren schlichtweg schlecht verteidigt. Im aktuellen Kader des FCK mangelt es an wirklich sicheren Innenverteidigern, und das war am gestrigen Abend auch deutlich zu spüren. Zu zaghaft. Zu langsam. Zu schwach.


    Aber gab es denn auch Positives zu berichten? Natürlich. Unsere Konter machen Spaß. Immer wieder. Thieles und Picks Sprints verblüffen einen jedes Mal aufs Neue und man wünsche sich, Drittligateams würden so gegen uns pressen, wie es Düsseldorf gestern tat. Mit den wunderschönen Kontern geht aber auch eine fehlende Chancenverwertung einher. Lukas Röser ist in allen Belangen schlechter als Thiele, der seinerseits schon öfter durch das Vergeben von Hundertprozentigen auffiel. Bemerkbar war das vor allem in den letzten beiden Partien gegen Ingolstadt und Großaspach, die man hätte gewinnen müssen. Vielleicht kam mit der Euphorie der sechs Spiele ohne Niederlage vor der Winterpause auch eine immense Erwartungshaltung zurück. Und damit Druck auf die Spieler, die damit nicht umgehen können. Stichwort: Kaderplanung.

    Ein kurzer taktischer Exkurs

    Mir gefällt die Arbeit von Boris Schommers, der Kaiserslautern nicht nur eine taktische Handschrift mit auf den Weg gibt, sondern auch seine Taktik während des Spiels zu verändern weiß. Und allein die Tatsache gegen Viktoria Köln eine andere Aufstellung und Taktik zu fahren, als gegen Unterhaching oder Bayern II ist eine Anforderung, die den letzten zwei FCK-Trainern nicht gelungen wäre. Thiele auf die Flanken zu stellen, ist schon anderen Trainern in den Sinn gekommen, aber der Dreier-Angriff aus Pick, Kühlwetter und besagtem Thiele stellt die Angriffsformationen der letzten Jahre in den Schatten. Die waren viel zu leicht auszurechnen. Und über einen effektiven Scorer verfügte der FCK auch schon lange nicht mehr. Insbesondere das Umschaltspiel ist wesentlich besser als vorher und bei hohem Pressing schafft es die Mannschaft aktuell selbst gegen einen (zugegeben sehr schwachen) Bundesligisten den Ball sauber hinten rauszuspielen, wie die gestrige erste Halbzeit gezeigt hat. Dabei zeigte sich wieder einmal, dass Dominik Schad das schnelle Umschaltspiel und genaue Pässe besser liegen, als das Verteidigen unter Druck oder gar das Aufhalten eines wesentlich wendigeren und schnelleren Gegenspielers.


    Es ist also nicht alles Gold, was glänzt. Die Angst um in die Insolvenz, fehlende Investoren und generell ums Management schweben nach wie vor über allem. Aber über das was auf dem Platz vor sich geht, mache ich mir stand jetzt - zum ersten Mal seit langem - keine Sorgen. Denn obwohl die letzten drei Spiele kein zufriedenstellendes Endergebnis aufwiesen, denkt ein Jahr zurück und fragt euch, ob ihr da besser gelaunt wart?


    28 Spieltagsbilder: 1. FC Kaiserslautern - Fortuna Düsseldorf


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Kommentar: Pick Pick Hurra!


    Kommentar: Pick Pick Hurra!

    'Was erlauben Pick', fragt sich unser Redakteur Matthias und staunt dabei über nicht erwartbare Leistungssprünge. Sportlich geht es dieser Tage gewiss bergauf. Ein Kommentar.


    Was ist nur los in Kaiserslautern. Zwei Siege am Stück, das gab es gefühlt seit 1998 nicht mehr. Von den Dächern Kaiserslauterns trällern die Tauben die Champions-League-Hymne und auch sonst geht es mir sehr gut.

    Zwischen Slapstick und eiskalt verwandelten Elfmetern: Der FCK in seiner zweiten Drittliga-Saison

    Meinen letzten Kommentar für Treffpunkt Betze schrieb ich zum Sieg gegen Großaspach. Da war die Welt noch relativ in Ordnung, Sascha Hildmann fest im Sattel und unser Vorstand so gefestigt wie eh und je. Doch dann ist mit der Mannschaft etwas passiert. Und mit mir auch. „Wer schreibt den Spielkommentar?“ Ich sicher nicht. Ich verstecke mich in den Tiefen der Redaktionsgruppe und tue so, als wäre ich nicht da. Über was hätte ich auch schreiben sollen? Ich hätte mir das Trauerspiel ohnehin nicht angeschaut. Dann ein goldener Abend gegen Nürnberg. Ein Spiel das alles hatte. Betze-Slapstick, Glück, gelebte Unfairness. Und gefühlte 15 Elfmeter aus dem Lehrbuch. Am nächsten Morgen hatte ich keine Stimme mehr. Und das, obwohl ich mir diesen Pokalfight 700 Kilometer entfernt vom Betzenberg, alleine auf einem kleinen Laptop-Bildschirm ansah.


    Es folgte die Ernüchterung mit einer Niederlage gegen Würzburg. Der traurige Liga-Alltag, der schon einmal durch einen Sieg gegen den Rivalen aus Mainz unterbrochen wurde, war zurückgekehrt. Und doch hatte sich etwas geändert. Die Mannschaft trat im nächsten Spiel gegen Uerdingen komplett anders auf und holte den ersten souveränen Sieg dieser Saison. Und was folgte? Mal wieder die Ernüchterung. Allerdings nur eine kleine, denn Elfmeter schienen die Betze-Spieler ohne Ende trainiert zu haben. So konnten sich die Roten Teufel im Südwestpokal gegen Pirmasens doch noch behaupten. (Keine Sorge, meine dramaturgische Klammer ist gleich zu Ende).


    Gegen Rostock hatte ich ein besseres Gefühl. Ich weiß nicht wieso. Ich meldete mich in der Redaktionsgruppe und stellte mich seelisch auf das ersten Drittliga-Spiel seit langem ein, dass ich live schauen werde. Und ich wurde nicht enttäuscht. Nicht mal im geringsten. Fragt euch selbst, wann ihr das letzte Mal kein bisschen von diesem Verein enttäuscht wurdet. Als Florian Pick dieses wunderschöne Tor erzielte, wusste ich schon, dass dieses Spiel durch war. Zu jedem anderen Zeitpunkt dieser und der letzten Saison hätten wir in der 75. Minute 3:0 führen können und ich wäre mir keines Sieges wirklich sicher gewesen.


    Die Mannschaft wirkte wie ausgetauscht - geradezu wie entfesselt. Und Pick, dieser wunderbare junge Pick, spielt hoffentlich nicht die Saison seines Lebens. Denn das würde heißen, dass er nie wieder so gut werden würde.

    Statistische Einschübe tun immer gut

    Wie gut er wirklich ist, zeigen seine Statistiken. Zwölf Tore und vier Vorlagen in 20 Spielen. Auf ähnliche Werte kommen in der jüngeren FCK-Vergangenheiten nur vermeintliche Größen wie Mo Idrissou, der in der Saison 13/14 28 Scorerpunkte in 34 Spielen erzielte. Davor gelangen Srjdan Lakic in der Saison 2010/11 27 Scorerpunkte in 35 Spielen. Entschuldigt, dass ich die jüngere FCK-Vergangenheit weiter fassen musste, aber Osayamen Osawe und Jacques Zoua kommen leider auf keine guten Werte.


    Vorausgesetzt, es gelingt Florian Pick seine aktuelle Form zu halten, dann würde er bei einer Hochrechnung für die gesamte Saison auf 22 Tore und sieben Torvorlagen kommen. In dem Fall müsste Roman Weidenfeller eingestehen: "Florian Pick has a grandios Saison gespielt". Picks Sprints sind spritzig, seine Pässe präzise, seine Schüsse verheerend. Und mit seinem Jubel hat er den - ohnehin durchweg in der Vergangenheit schwelgenden - FCK-Fans neues Leben eingehaucht. Sollte Pick auf diesem Niveau weiterspielen ist klar, dass wir ihn bei einem (sehr wahrscheinlichen) Nichtaufstieg nicht halten können. Die Frage ist nur, wann er seine Kinder in Bremen auf der Schule anmelden wird.


    Wo wir schon bei Scorerpunkten und 'hübschen' Zahlenspielen sind: Miro Kloses beste Saison beinhaltete nur 24 Scorerpunkte. Und die wird Pick auf jeden Fall knacken.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Kommentar: Die Absurdität des Fanseins


    Kommentar: Die Absurdität des Fanseins

    Zwischen Mainz und Mannheim, zwischen Nüchternheit und Zwangspessimismus. Warum der FCK längst verloren geglaubte Emotionen hervorruft. Ein Kommentar.


    Ich halte mich grundsätzlich für einen sehr nüchternen Fußballfan. Zumindest solange wir in Rückstand liegen. Und damit meine ich nicht meinen Alkoholpegel während der Spiele meines geliebten FCK.


    Im Vorfeld des „Spieles“ – Spiel ist schon fast zu milde ausgedrückt für diese Begegnung – war ich genervt. Mehr genervt als ohnehin schon. Mehr genervt aufgrund von Streitigkeiten im Aufsichtsrat, nervigen Fan-Rivalitäten, reichen Investoren und der Tatsache, dass sich sportlich allem Anschein nach einfach nichts bewegt. Ich bin zutiefst genervt. Und das war ich diese Saison schon einmal. Gegen Mainz. Eine Mannschaft, die just in diesem Moment in der Bundesliga zeigt, dass ihre Niederlage gegen Kaiserslautern doch kein Ausrutscher war. Ich war genervt, weil das „Derby“ gegen Mainz heruntergespielt wurde. Dass es gar kein echtes Derby sei, weil Mainz so unendlich weit weg und Mannheim eben mit all ihren Fans doch so viel näher liegt. Und dann gewinnen die das Spiel. Mit einer Kampfleistung sondergleichen und alle Welt grölt: „Wir sind die besten im Südwesten. Das Herz der Pfalz. Der Nabel des Weinlands. Die Weinschorle auf der Sahne". Ja es wurde abstrus.

    Glaube versetzt Berge: Aber auch nur, wenn Kevin Kraus trifft

    Ich halte mich grundsätzlich für einen nüchternen Fußballfan. Aber nicht wenn wir in Führung liegen. Dann kenne ich nur noch Emotionen und keinen Zwangspessimismus. „Wir haben die Mainzer aus dem Stadion gefegt und alle wissen, als nächstes ist Nürnberg dran". Doch dann holt einen die Realität ein. Oder eher gesagt der Liga-Alltag. Der heißt nämlich nicht Mainz und Nürnberg, sondern Münster und Braunschweig. Zwickau und Mannheim. Der Liga-Alltag heißt abgesägte Köpfe, eingeschlagene Fenster und ausgesetzte Schweine. Dazu Choreos, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen, obgleich man sich den Worten der Banner schämt. Als nüchterner Fußballfan hält man nichts vom Wort „Tod“ und möchte auch nicht, dass sein geliebter Sport und der Imperativ „verrecke“ in einen Topf geworfen werden. Und wenn dann nach 10 Minuten ein Gegentor fällt und eine kleine Stimme in deinem Hinterkopf sagt: „Ja, der war eigentlich gut rausgespielt. Mannheim soll ruhig gewinnen", dann brennt da oben die Luft. Ich hab so keinen Bock mehr. Doch genau in diesem Moment trifft Kevin Kraus und alles, wirklich alles ist dahin.


    Erst haben wir Mainz weggeblasen, dann Mannheim. Und im DFB-Pokal Halbfinale verprügeln wir die Bayern! Champions League ist realistisch. Mannheim verrecke!“ Ich hasse es. Und ich liebe es. Dass mir der Verein immer wieder Emotionen gibt, wenn ich eigentlich längst weiß, dass ich schon lange keine mehr haben sollte. Dass mir eine Rettungstat auf der Linie vom hüftsteifesten Spieler der westlichen Hemisphäre die Jubeltränen ins Gesicht treibt, obwohl ich weiß, dass wir das Ding in der ersten Halbzeit gewinnen hätten können. Müssen. Das alles macht ein nicht zurückliegender Betze mit einem nüchternen Fußballfan.

    Südwestderby gegen Mannheim? "Das ist mir sowas von egal"

    Es ist traurig, dass ich mich über ein 1:1 gegen Mannheim freue. Aber das tue ich wahrscheinlich nur, weil mir – als nüchterner Fußballfan – der Waldhof egal ist. Mannheim ist ein aufstrebender Drittligist, der auf einer Welle der Euphorie von Spiel zu Spiel punktet. 29 Spiele ohne Niederlage in Folge sind eine Hausnummer. Aber auch sie werden einbrechen und am Ende der Saison wird der FCK – wenn auch nicht auf einem Aufstiegsplatz – in der Tabelle vor den Kurpfälzern stehen.


    Noch etwas Kurzes zum Spiel. Es werden Abwehrverbände kommen, die von der Flügelzange Pick und Thiele wahrhaftig auseinander genommen werden. Picks Leistungssprung ist gewaltig und Thiele, der letzte Saison noch – völlig zu recht – häufig kritisiert wurde, macht sich wirklich gut auf der rechten Außenbahn. Tatsächlich wirken sein Spiel und vor allem seine Geschwindigkeit ganz anders, jetzt wo er etwas weiter weg vom gegnerischen Tor positioniert ist. Hildmann hat erkannt, dass Thiele wohl einfach kein Strafraumstürmer ist. Obwohl er als solcher verpflichtet wurde.


    Apropos Verpflichtungen. José Matuwila ist ein wahres Biest in der Innenverteidigung und mit Markus Karl haben wir sogar einen guten 6er für die Westtribüne geholt. Ein Glück, dass das Transferfenster geschlossen ist.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Kommentar: Wo aus der Not geborene Pässe zu Gold werden


    Kommentar: Wo aus der Not geborene Pässe zu Gold werden

    Der FCK gewinnt 3:1, sichert sich den dritten Tabellenplatz und Pick avanciert zum Torjäger. Alles gut beim FCK, oder nicht?


    Ich bin ja von Herzen Zweckpessimist und leider gleichzeitig allzu schnell zu begeistern. Vor ungefähr sechs Monaten war ich der festen Überzeugung, der FCK steigt ab, geht insolvent und Michael Frontzeck kommt zurück. Den perfekten Plan – Wiederaufbau in Pirmasens – hatte ich mir in meinem Kopf schon zurechtgelegt. Doch dann kam das letzte Saisonspiel gegen Meppen, Flavio Becca und jetzt der Sieg gegen Großaspach. Leute, Champions League wir kommen! Das weiße Ballett Südwestdeutschlands.

    Schnitt: Zurück zur Realität

    Das Spiel gestern schaute ich in einer Kneipe in einer Stadt in Norddeutschland. Auf der großen Leinwand lief das Spiel Dresden – Nürnberg, was ohne Zweifel mehr Glanz versprühte als Kaiserslautern – die Provinzstadt schlechthin – gegen Großaspach, die Perle Südwestmitteloberschwabens. So saß ich mit meinem Tablet am Tresen und spürte neugierige Blicke hinter mir. Nach zweimaligem Jubeln binnen zehn Minuten gesellten sich ein paar gelangweilte Franken zu mir und hätte ich einen Euro bekommen für jedes Mal, als mir jemand mit rollendem „R“ versicherte, dass der FCK in die erste Liga gehören würde, hätte ich die Bar mit mehr und nicht mit weniger Geld verlassen.


    Aber schauen wir auf das Spiel. Ich werde von Treffpunkt Betze schließlich nicht für Bargeschichten bezahlt. Genau genommen werd ich gar nicht bezahlt. Der Beginn war nicht minder gesagt fulminant und furios. Zwei Konter binnen zehn Minuten. 2:0 Führung für den FCK. Alles nach Plan. Der Pass von Christian Kühlwetter auf Florian Pick zum 1:0 war von solcher Präzision und der Schuss von letzterem bewies ... nun ja ... Mut zur Lücke? Es ist nicht abwegig beim 1:0 von einem Zufallsprodukt zu sprechen. Zudem war der FCK phasenweise nicht daran interessiert irgendwie in Ballbesitz zu gelangen. Und inzwischen frage ich mich, ob diese Mannschaft jemals, wirklich jemals defensive Standard-Situationen trainiert hat. Glücklicherweise flog kurz vor Ende der ersten Halbzeit Dominik Martinovic vom Platz. Daraufhin stellte der Aspachs Trainer Oliver Zapel in der zweiten Halbzeit auf eine Dreierkette um, auf die die Offensivabteilung der Roten Teufel keine Antwort hatte. So tat sich der FCK gegen zehn verbleibende Aspacher schwerer als vorher. Und wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätten die Schwaben nicht noch einen Platzverweis hinnehmen müssen. Das 3:1 kurz vor dem Schlusspfiff unterstreicht die Konterqualitäten des FCK und zeigt wie hungrig und torgefährlich Florian Pick diese Saison auftreten wird.

    Es folgt: Eine echte Bewährungsprobe

    Im nächsten Spiel trifft der FCK auf einen potentiellen Aufstiegskandidaten. Und der wird zielstrebiger und konsequenter spielen als Großaspach. Ob der FCK damit nicht sogar besser umgehen kann, als mit den teilweise sehr ungefährlich agierenden Unterhachingern und Großaspachern, bleibt abzuwarten. Gute Konter zeigten die Jungs von Sascha Hildmann schon letzte Saison und auch in dieser Spielzeit setzt der FCK auf schnelles Umschaltspiel und viele Steilpässe. Und ich hätte trotz meines Zweckpessimissmus nichts gegen ein schönes 4:0 gegen die Schanzer.


    Die Bar habe ich dann doch mit mehr Geld verlassen, als ich sie betreten habe. Ab der 60. Minute stand ich nämlich hinterm Tresen. Mit einem Auge auf das Tablet fixiert und den Franken und Sachsen durchweg antwortend: „Ja, Becca macht das schon. Ja, Champions League ist circa nächste Saison drin. Ja, es gibt immer noch Weinschorle auf dem Betze.“


    Und solange es auf dem Berg noch Weinschorle in authentischen Plastikbechern gibt, ist doch wirklich alles in Ordnung.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Kommentar: Man wird ja wohl noch träumen dürfen


    Kommentar: Man wird ja wohl noch träumen dürfen

    Gegen Zwickau verpasst der FCK den zweiten Sieg in Folge. Und gleichzeitig schafft er es mal wieder Erwartungen zu erfüllen und zu zerstören. Ein Kommentar.


    So ziemlich jeder Fußballfan – oder zumindest Anhänger des 1.FC Kaiserslautern - hat eine kleine Stimme in seinem Hinterkopf die für Dinge wie Hoffnung, irrationalen Glauben an Erfolg und das Aufzählen aller Meistertitel des FSV Mainz 05 zuständig ist.


    Diese Stimme sorgt dafür, dass jeder Blick auf die Tabelle von einem leisen kaum vernehmbaren Rechnen begleitet wird. „Also wenn wir die nächsten drei Spiele gewinnen und alle anderen 19 Mannschaften alles verlieren, spielen wir in spätestens drei Jahren wieder Champions League“, flüstert die Stimme, während sich der kapitale Teil meines Gehirns wundert, dass Braunschweig nur noch sieben Punkte Rückstand auf uns hat.

    „Die Hölle, das sind die anderen“

    Der FCK-Fan ist – und das ist schwierig genug zuzugeben – Enttäuschungen gewohnt. Von daher war ich über den späten Ausgleich gegen Zwickau nicht überrascht. Denn eben genau diese kleine Stimme, die vor dem Spiel irrationale Hoffnungen auf baldige Champions League versprach, rief kurz vor dem letzten Zwickauer Freistoß so laut sie konnte: „Du weißt was jetzt passiert. Das was immer passiert.“

    Was erlauben Sternberg?

    Der Spielverlauf ähnelte dem der anderen Spiele unter Hildmann. Zäher Anfang. Die erste Halbzeit ist vorwiegend ein Abtasten. Und in der zweiten Halbzeit wird das Gegenpressing ausgepackt. Viele Torchancen, leider wenig Ertrag. Und das wurde dem FCK in dieser Saison schon viel zu oft zum Verhängnis. Man erinnert sich an Spiele gegen Lotte, gegen Münster und viele weitere.


    Das Spiel wird an dieser Stelle nicht noch ausführlicher nacherzählt werden. Stattdessen lieber ein Blick in die Zukunft. Denn sollten wir nächste Saison noch einmal in der dritten Liga antreten dürfen, und sollten uns genug junge Spieler aus dieser Rückrunde erhalten bleiben, bin ich gerne bereit (wie vor jeder Saison) die Euphorie-Keule auszupacken. Hildmann ist ein fähiger Trainer (Stand der Aussage: 25.02.19) und momentan scheint dem Team einzig und allein ein guter Torschütze zu fehlen. Sollen die Gegner doch ein oder sogar zwei Tore in der Nachspielzeit machen. Alles egal wenn die jungen wilden um Kühlwetter, Pick, Jonjic, Sickinger und Grill vorher vier machen.


    Des Weiteren zeigen große Teile der Mannschaft endlich taktische Variabilität und das ganze Team scheint sich auf die jeweiligen Gegner einzustellen. Das alles sah in der Vorrunde noch ganz anders aus. Es geht also insgesamt aufwärts, sofern das Damokles-Schwert namens Insolvenz außen vorgelassen wird.


    Die dritte Liga werden wir dieses Jahr nicht verlassen. Realistisch gesehen geht es ohnehin mehr ums reine Überleben des Vereins als ums Aufsteigen. Das ist jedem, wirklich jedem klar, beziehungsweise muss es werden. Und zwar ungeachtet der Tatsache, dass die leise Stimme, die wir alle in uns tragen, viel lieber gegen Bate Baryssau, Standart Lüttich und Real Madrid spielen würde.


    Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen.


    Quelle: Treffpunkt Betze

    Diskussionsthema zum Artikel: Kapitel 1: Taktik gewinnt keine Spiele


    Kapitel 1: Taktik gewinnt keine Spiele

    Flach spielen, hoch gewinnen? Auch in Liga 3 bedarf es einiger taktischer Raffinessen. In unserem aktuellen Dreiteiler blicken wir auf Lauterns Spielsysteme und Pressing-Stile.


    Die Hinrunde der Drittliga-Saison 2018/19 ist vorbei und der FCK zeigt sich wie wir ihn kennen und lieben. Wie ein kopfloses Huhn. In den Foren liest man, Osawe hat seine Kinder schon in Kusel auf der Schule angemeldet. Auf dem Berg selbst ringen die Verantwortlichen um jeden Euro und drehen dabei jeden 10-Cent-Stück vier Mal um. Denn bis zum Frühjahr brauch der Verein ca. 13 Millionen Euro. Das entspricht nicht nur 26 Millionen Mark, es ist auch einfach verdammt viel für den Pfälzer Verein. Und da es den gemeinen FCK-Fan zutiefst nervt, was hinter verschlossenen Türen passiert und was eben nicht funktioniert, schauen wir in den nächsten Tagen auf das, was auf dem Feld passiert und Fußballtrainer (1*) gemeinhin als Taktik bezeichnen. Dabei werden sowohl Spielsysteme als auch Taktiken, taktische Mittel (Anm. d. R.: Ja ,das sind in der Tat zwei verschiedene Dinge) und Standartvarianten in etwa so auseinandergenommen, wie die FCK-Abwehr bei leichtem Pressing.

    Die taktischen Mittel des Michael F.

    Michael Frontzecks Spiel in Kaiserslautern war kämpferisch und von den meisten taktischen Mitteln verschont geblieben. Was er mochte war eine tiefstehende Innenverteidigung zur Kontervermeidung, die im Aufbauspiel mit einem zusätzlichen abkippenden Sechser in Form von Mads Albaek oder Gino Fechner gespickt war . Dieser (der abkippende Sechser) soll sich zwischen die beiden Innenverteidiger fallen lassen, um dem Gegner das Pressing zu erschweren (denn drei Spieler sind schwieriger anzulaufen als zwei). Die angesprochene tief stehende Verteidigung im Angriffsspiel diente der Konterunterbindung. Ironischerweise kann eine Mannschaft Konter mit einer sehr tief oder eben einer sehr hoch stehenden Abwehr entgegenkommen. Bei Frontzecks Variante sollten die Verteidiger den Weg zwischen sich und dem eigenen Tor klein halten, um dem Gegner weniger Räume in der eigenen Hälfte zu ermöglichen. Eine hochstehende Abwehr (wie zum Beispiel ausgeführt vom KSC) sorgt dafür, dass ein Konter in der Entstehung unterbunden und das Spielen eines langen Vertikal-Passes erschwert, wenn nicht sogar ganz vermieden wird. Ein solcher erschwerter Pass kann dann von einem der eigenen Außenverteidiger erlaufen oder vom Torhüter geklärt werden. Apropos Torhüter. Auch ein Torhüter kann als sogenanntes taktisches Mittel fungieren. Er kann zum Beispiel den schon erwähnten Albaek zwischen den Innenverteidigern ersetzen, um im Angriffsspiel eine Anspielstation mehr zu haben. Dafür bräuchte der FCK allerdings einen Torhüter, der einen Pass über 30 Meter nicht direkt über die Stadiondächer von Meppen oder Halle ballert.

    Under Pressure

    Ja, der FCK hat unter Frontzeck das ein oder andere Mal gepresst. Jetzt unter Sascha Hildmann sorgt vor allem Florian Pick für höheren Druck auf die Abwehrreihe der Gegner, allerdings ist bei ihm oft nicht zu erkennen, ob er dabei einer Anweisung des Trainers oder der eigenen Motivation folgt. Denn Pick ist ein Spieler, der bislang in die Kategorie „Style over Substance“ einzuordnen ist. Wie schon Christoph Hemlein sorgt er für viel Wirbel, dribbelt viel, erläuft sich Räume und hat tatsächlich viele Abschlüsse. Doch heraus kommt am Ende wenig. Das ergiebigste war ein Fernschuss gegen Meppen, dessen Abpraller Hendrick Zuck aus kürzester Distanz verwandeln konnte. Womit wir bei einem weiteren Flügelspieler wären, der seinen Job eher suboptimal ausführt. Während Hemlein und Pick versuchen in die Mitte zu ziehen, abzuschließen oder dafür sorgen, dass Kühlwetter den Ball in die Arme des Torhüters kullern lässt, sorgt Zuck eher für die altbewährten Flanken. Diese sind meistens dazu da Thiele auch mal mit ins Spiel zu nehmen. Der will ja schließlich auch am Tor vorbeischießen.


    Wenn wir aber jegliche Häme weggelassen wird, kann einem Timmy Thiele schon leidtun. Gut, sieben Scorerpunkte in 20 Spielen, davon konnte Emeka Opara nur träumen, aber es sollte schon erwähnt bleiben, dass vor allem Frontzecks 4-4-2 Thieles Qualitäten nicht unterstützte. Denn, während viele andere Mannschaften der Dritten Liga (als Beispiel wären Uerdingen und der KSC zu nennen) versuchen von der Grundlinie nach innen zu spielen, um Torchancen zu kreieren, muss Thiele (obgleich er ein schneller Stürmer ist) immer auf Vertikalpässe (also Pässe von „hinter ihm“) hoffen. Die kommen seiner Schnelligkeit zwar entgegen, aber er offenbarte diese Saison auch eine große Schwäche im 1 gegen 1 gegen den Torwart. Wobei diese Schwäche eigentlich der ganzen Mannschaft unterstellt werden kann. Bestes Beispiel dürfte das Spiel gegen den KFC Uerdingen sein. Hier zeigten die Roten Teufel zwar ihre beste Saisonleistung, dennoch waren die Tore zum 2:0-Sieg ein Elfmeter von Theo Bergmann und ein Fernschuss, den Hemlein so schnell kein zweites Mal schießen wird (2*). Ansonsten war die Leistung gegen Uerdingen (bis eben auf die Chancenauswertung) überragend. Trotz einer tiefstehenden Abwehr wurden die Konter der Krefelder gut unterbunden und der FCK spielte an diesem Spieltag das beste Gegenpressing, was es bis dato in der Liga gab. Aber eben nur an diesem Spieltag.


    Für alle, die den Unterschied zwischen Pressing und Gegenpressing nicht kennen. Bei ersterem wird das Aufbauspiel durch anlaufende Stürmer und/oder Mittelfeldspieler gestört, bei letzterem (dem Gegenpressing) werden die gegnerischen Spieler nach vorherigem Ballverlust direkt unter Druck gesetzt. Die Gefahr dabei ist, dass sich die Mannschaft dadurch nicht schnell genug defensiv aufstellen kann, sollte das Gegenpressing misslingen. Gegen Uerdingen ist nichts misslungen, teilweise kamen die zwischenzeitlichen Tabellenführer nicht aus der eigenen Hälfte, weil der FCK jeden Vertikalpass strikt verhinderte. Hätte der FCK diese Leistung aufrechterhalten, wäre unser einziges Problem die drohende Insolvenz. Und eben der noch fest im Sattel sitzende Michael Frontzeck.


    In unserem zweiten Teil wird es um einen Vergleich der Spielsysteme von Michael Frontzeck und Sascha Hildmann gehen. Aber auch um die Vor- und Nachteile des 4-4-2 und den Grund, wieso der gemeine Zehner immer unbedeutender wird.


    Quelle: Treffpunkt Betze


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    1*: Menschen mit Trainerausbildung oder den Initialen MF

    2*: Der Autor hofft, dass er sich irrt

    Diskussionsthema zum Artikel: Kommentar: Wieso nur Peter Neururer den FCK noch retten kann


    Kommentar: Wieso nur Peter Neururer den FCK noch retten kann

    Der 1. FC Kaiserslautern verliert 5:0 und entlässt seinen Trainer. Aber ist das ein Grund zur Freude? Es folgt eine nicht ganz ernstgemeinte Analyse des gestrigen Abends. Ein Kommentar.


    Freitag Abend. Der 30. November 2018 in irgendeiner FCK-Fankneipe irgendwo in einer deutschen Großstadt. Vier Gesichter, denen nicht abzulesen ist, ob sie gerade Freude, Wut oder grenzenlose Enttäuschung empfinden. Freude, wohl eine Mischung aus Galgenhumor und der Tatsache, dass der verhasste Trainer endlich entlassen wird. Wut, da sich ihre Mannschaft kraftlos, lustlos und fern ab jeglicher Konkurrenzfähigkeit bewegt. Und enttäuscht, da sie nicht wissen, wie es mit ihrem FCK weitergeht, da sie nicht wissen, wer da jetzt kommt. Aus der einen Ecke ertönt ein „schlimmer kann's ohnehin nicht werden, aus der anderen „die Mannschaft ist aber auch Scheiße!“


    Wir spulen etwas zurück. Die Stimmung vor dem Anpfiff in besagter Kneipe in besagter Großstadt war merkwürdiger denn je. „Das schlimmste, was heute passieren kann, ist das wir 1:0 gewinnen“. Wenn sich die eigenen Fans über eine Niederlage des eigenen Vereins freuen, stimmt etwas nicht. Dann stimmt etwas ganz gewaltig nicht. Hängende Köpfe nach jeder gescheiterten Angriffssituation. Hämische Sprüche nach jedem Gegentor. Nein, den Trainer kann man nicht zur Halbzeit entlassen. Nein, wir holen nicht Norbert Meier zurück. Und nein, wir sind nicht die Rot-Blauen! 90 Minuten lang geht das so. Trauer und Häme im Einklang. Dem 5:0 folgt sogar der Gesang „einer geht noch, einer geht noch rein!“. Sind das die Fans, die der FCK braucht? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber dank der Entwicklung der letzten Jahre sind diese Fans das, was der FCK verdient hat.

    Auf dem Platz

    Während die Stimmung in besagter Kneipe in besagter Großstadt dem Höhepunkt näherte, hielt Wolgang Hesl einen Elfmeter. Das vielleicht einzig positive an diesem Abend. Der Rest des Spiels war geprägt von Abwehrfehlern, einem scheinbar individuellen Klassenunterschied und einigen Aktionen, die sinnbildlich für das stehen, was der FCK aktuell verkörpert. Ein anstoßender Spieler, der scheinbar keine Anspielstation findet, obwohl neun weitere ungedeckte Feldspieler auf dem Platz stehen. Ein Mads Albaek, der des Öfteren zwischen die beiden Innenverteidiger abkippte, um dann den Ball blind in das Sturmzentrum zu feuern. Kleiner Exkurs: Ein Sechser, der sich zwischen die Verteidiger fallen lässt, sollte in der Regel über mehr anstatt weniger Anspielstationen verfügen. In einer Szene lässt sich dies gut nachvollziehen. Albaek kippt ab, bekommt den Ball von Hesl und wartet. Und wartet. Und wartet. Als er nach mehreren Sekunden immer noch keine Anspielstation findet, erbarmt sich Biada und läuft ebenfalls zwischen die Verteidiger, um sich den Ball abzuholen. Sprich: Der FCK hat zwei offensiv agierende Spieler einfach mal um jeweils eine Station nach hinten versetzt. Und wozu? Damit Biada den Ball volle Wucht aus der eigenen Hälfte zum Unterhachinger Torhüter ballern kann. Entschuldigung. War natürlich ein lupenreiner Pass in den Fuß. DES GEGNERISCHEN TORHÜTERS...

    Quo vadis FCK...

    Die Mannschaft zeigte während der ersten Halbzeit, dass sie mit Pressing überhaupt nicht umgehen kann. Zu Anfang der zweiten Hälfte beweist sie dann leider auch, dass sie noch schlimmer auf „kein Pressing“ reagiert. Denn Ballbesitzspiel kann sie nicht und Konterabsicherung mag der Trainer nicht (anscheinend). Was er aber mag, sind Fernschüsse. Die prasselten in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit reihenweise auf das Tor der Unterhachinger ein. Also in Richtung. Also fast. Gut sie wurden fast immer weggeblockt, aber ein Mal musste auch deren Torwart ran. Worauf der Telekom-Kommentator die Standart-Stärke des FCK nach Eckbällen erwähnte und in besagter Kneipe in besagter Großstadt schallendes Gelächter erklang.


    Es folgten noch einige Gegentore und nach dem Abpfiff schüttelten sich die vier Anhänger des besten Fußballklubs der Welt die Hände und gingen ihrer Wege. Wohl wissend, dass dies nicht die letzte Klatsche in Liga Drei war. Aber im starken Glauben: die Letzte unter Frontzeck.

    Um es mit Monty Pythons Leben des Brian zu sagen: Schlimmer? Wie kann es denn noch schlimmer kommen?

    Und jetzt? Jetzt darf endlich wieder gefachsimpelt werden. Wer wird es diesmal? Kommt Jeff Strasser zurück? Oder Tayfun Korkut? Holt der FCK endlich Silvia Neid, oder darf Peter Neururer mal wieder ran. Zidane zu bekommen wird eher schwierig. Aber Kovac ist doch ab Winter frei. Wir könnten auch natürlich eine neue Betze-Anleihe durchbringen, um Lieberknecht von Duisburg frei zukaufen. Der wollte doch ohnehin zu uns! Jeder möchte zu uns. Wirklich. Ein alter Hase mit Stallgeruch und taktischem Verständnis. Am besten schon 40 Jahre im Geschäft, aber trotzdem auf dem neusten Stand. Am besten noch mit Gerry Ehrmann verwandt. Un en eschte Pälzer dezu.


    Oder wie wäre es mit jemand Unbekanntem. Es gibt da draußen inzwischen genug hochmotivierte, gut ausgebildete Fußballtrainer, die nach Herausforderungen suchen, um den Sprung in den Profifußball zu schaffen. Der Kader ist nicht zwangsläufig schlecht und ein guter Trainer kann selbst aus einem schlechten Kader etwas machen.


    Oh gerade bekomme ich eine Nachricht von irgendeiner Schule aus Kusel. Da hat wer seine Kinder angemeldet...


    Quelle: Treffpunkt Betze