Homosexualität im Fußball (auch beim FCK?)

  • Wentzerich, du redest aber von einem verstaubten Familienbild, damit verpasst du der Ehe und traditionellen Familie den Ruch des Hinterwäldlerischen. Und genau dagegen wehre ich mich. Nach dem Grundgesetz sind Ehe und Familie geschützt und rein biologisch können Kinder nur entstehen, wenn die Eltern verschiedengeschlechtlich sind. Um nicht missverstanden zu werden, ich habe überhaupt keine Probleme mit Homosexuellen, ich verstehe nur die krampfhafte Gleichmacherei nicht. Wenn man hier mit "gleichem Recht" für alle kommt, dann müsste auch die Patchwork-Family der Ehe gleichgestellt werden, z. B. steuerlich/Ehegattensplitting. Vermutlich wollen das aber die wenigsten.


    M. E. wird auch die angebliche mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz homosexueller Menschen viel zu hoch gehängt. Wir hatten einen schwulen Außenminister und haben in Berlin einen schwulen Regierungschef. kein Mensch stört sich daran. Dass sich ein Fußballspieler nicht outet wird in erster Linie der Angst vor einem möglichen Verhalten sogenannter Fans geschuldet sein. Bei den Fans, die einen Schiri als "schwarze Sau" beschimpfen oder die es cool finden, bei der Vorstellung der gegnerischen Mannschaft stets das Wort "A...loch" nach dem Vornamen zu rufen, hätte ich da auch meine Bedenken.


    Noch ein Wort zum Ehegattensplitting: meines Wissens hat dies nichts mit der Betreuung von Kindern zu tun. Mit dem Ehegattensplitting wird die Unterhaltspflicht eines Ehegatten gegenüber dem anderen erfüllt. Leben Ehepaare getrennt, können Unterhaltszahlungen an den getrennt lebenden Ehegatten steuerlich abgesetzt werden; dies ist bei einem Leben und wirtschaften in einem gemeinsamen Haushalt nicht möglich, daher der Ausgleich durch das Ehegattensplitting. Daher wird das Ehegattensplitting m. E. schon aus verfassungsrechtlichen Gründen so schnell nicht abgeschafft werden.




    Und bei fast jedem Abschlag des gegnerischen Torwarts dir ach so tollen Worte:" ar..wi...hu...."......
    Das ist anscheinend normal. Ich frag mich was schlimmer ist.
    Ich bleibe bei der Meinung das sie es während ihrer aktiven Karriere verkünden sollen (wenn überhaupt verkündet werden muss) und somit Eier zeigen. Das würde bestimmt viel besser ankommen und die paar Idioten die dumme Sprüche machen gibt es sowieso immer.
    Das muss ich dann genau wie die anderen Sprüche überhören und denken lmaa.

  • Das ist aber eine Spur persönlicher und somit auch verletzender. Denke aktuell ist es noch hoffnungslos sich als homosexueller Fußballer zu outen. Reaktionen von Fans aber auch Mannschaftskameraden (wenn ich da an z.B. an die Reden von Cassano denke...) sind einfach nicht einzuschätzen.


    Interessant wäre allerdings wenn jetzt ein relgelrechter Boom entstehen würde und eine Velzahl würde sich alle auf einmal outen. Denn wenn es nichts besonderes mehr ist, kann man nur schwer eine Schwachstelle darin finden. Aber ich denke nicht, dass so etwas in nächster Zeit passieren wird.

    Wir sind Lautre....gebt's uff die Fress!

  • @ canelon, rees und wentzerich. Dann sind wir uns ja alle einig :bier: .


    Ich muss gestehen, dass ich zu der Sorte Menschen gehöre, denen der Zeitgeist einigermaßen auf den Wecker geht, daher auch meine Reaktion auf das "Verstaubte". Selbstverständlich bin ich der Meinung, dass Minderheiten geschützt werden müssen, seien es Homosexuelle, Ausländer, Muslime oder sonst was. Mich ärgert aber, wenn man an diesen Stellen übertriebene Rücksicht fordert. Als Beispiel sei der Vorschlag der Linkspartei genannt, den Sankt-Martins-Umzug in Lichterfest umzubenennen, um die Gefühle der Muslime nicht zu verletzen. Wir sind nach meiner Wahrnehmung kräftig dabei, unsere eigenen Wurzeln zu vernachlässigen.

    Das Geheimnis des Fußballs ist der Ball (Fußballweisheit von Uwe S.)

  • So, mal ein paar Worte von mir dazu.


    Finde es grundsätzlich erstmal schade das das Thema Homosexualität bei einem Kicker wie jetzt beispielsweise Hitzlsperger ne gesonderte Schlagzeile wert ist und solche Diskussionen auslöst. Man kanns natürlich auch positiv sehen und sagen das darüber gesprochen und diskutiert wird aber dennoch ist die Akzeptanz in Deutschland lange nicht so weit wie ich dachte. Ich hab ein recht tolerantes Umfeld vielleicht liegts auch daran das ich gewisse Dinge anders wahrnehme. Für mich ist Homosexualität obwohl ich selber hetero bin halt etwas ganz normales, so wie wenn jemand lieber große Frauen oder kleinere mag, nur das man sich seine Sexualität eben nicht aussucht. Ich finde auch das Schwule in jedem Lebensbereich Akzeptanz verdienen und wie jeder ganz normale andere Mensch behandelt werden.


    Das es gewiss auch mal Situationen gibt in denen das ganze "Mode" zu sein scheint oder es sich einem "aufdrängt" liegt daran das es in der Gesellschaft eben NICHT so toleriert wird wie jetzt beispielsweise die "klassische Beziehung" zwischen Mann und Frau. Sonst würde das auch nicht so sehr in den Fokus fallen...


    wenn die Schwulen und Lesben ihre Partys und Paraden feiern mein Gott. Hab auch schon mitgemacht und mir hat keiner an den "Arsch gefasst" oder mich dumm angemacht. Es kommt eben drauf an wie man damit umgeht und letztlich ist es auch die Vielfalt die diese Welt so schön macht. Es zwingt einem ja auch normalerweise keiner auf und wenn dann hat es nichts damit zu tun das diese Leute Homosexuell sind sondern eher damit das sie allgemein ein Problem mit persönlichen Grenzen und so haben. Hab auch schwule Freunde und es ist wirklich kein Thema für mich und was andere denken oder sagen ist mir auch egal. Wenns ihnen nicht gefällt sollen sie eben wegbleiben.

    Einmal editiert, zuletzt von RedShark ()

  • Als Beispiel sei der Vorschlag der Linkspartei genannt, den Sankt-Martins-Umzug in Lichterfest umzubenennen, um die Gefühle der Muslime nicht zu verletzen.


    Wie du auf die Linkspartei kommst ist mir schleierhaft. Aber gerade bei dieser Geschichte sollte man vorsichtig mit der Presse sein. Was eigentlich dahinter steckt steht auf Bildblog.de. Der Auslöser war eine Suppe:


    http://www.bildblog.de/52757/s…ntergang-des-abendlandes/


    Ein Paradebeispiel wie man Vorurteile am köcheln hält.


    Soll kein Angriff auf dich sein. Ansonsten sehe ich es zum Großteil wie du auch.

    Zitat

    Armer Mann trifft reichen Mann und sehn sich an. Da sprach der Arme zum Reichen: "Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich!"


    Bertolt Brecht

  • Wir sind nach meiner Wahrnehmung kräftig dabei, unsere eigenen Wurzeln zu vernachlässigen.


    ...wird unter dem Deckmantel der "Globalisierung" aber kräftig fortgeführt... das werden du und ich nicht stoppen. In ein paar Jahrzehnten oder so wird es sowieso keine großartigen Unterschiede mehr geben, nicht bei der Entwicklung.

  • Jeder Mensch hat Anspruch/ein Recht, sein persönliches Glück in für ihn bester Weise anzustreben. Umfassend jeden Lebensbereich betreffend - natürlich auch den der sexuellen Orientierung.


    Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Meinung zu all´ den Gegebenheiten auf dieser Welt und auch die Lebensbereiche von Familie und sexueller Orientierung betreffend.


    Und meine Auffassung ist eben mehr die von Adam und Eva - nicht die von Adam und Yves - doch alle Menschen, die mehr bei A u. Y zuhause sind, Männer wie Frauen, haben meinen Respekt in bester Weise. Wir alle sind Menschen, doch nicht alle sind gleich. Normal.


    Das augenblicklich zu beobachtende Herausarbeiten von politisch Korrekt oder so - das lehne ich ab.


    Und die besondere Dramatik im Profifußball - entschuldigung - kann ich nicht erkennen. Es ist eher, wie in anderen Lebensbereichen auch. Und daher ist ein sich öffentlich machender Mensch kein Held oder so - er tut es einfach, seine Sache.


    In kaum einem Lebensbereich gibt es offensives Nach-Vorne-Gehen in diesem Thema, Politik, Medien, evtl. Kunst ausgenommen; in diesen Bereichen interessengeleitet - auch normal für mich. Habe ich nicht zu kritisieren - diese Bereiche aber sollten andere Auffassungen, sofern sie menschlich sind, ebenfalls akzeptieren.

    9 Mal editiert, zuletzt von sandberg ()

  • Es ist eigentlich sehr schade, das das Thema Gleichgeschlechtliche Liebe immer noch ein Thema sein muss, das man diskutieren kann-- *kopfschüttel*
    Wir leben im Jahre 2014-da sollte es einem eigentlich total egal sein, wied er Nachbar lebt oder liebt-- Was ist denn, wenn ein Fußballprofi zugeben würde, der SEXSKLAVE seiner Frau/Freundin zu sein-wäre das auch ein Thema zum diskutieren? :gruebel:

    :schild: Eine Liebe ein Leben lang :schal:
    „Großer FCK deine Lieder singen wir voller Liebe wieder, wir stehen zu dir bis zum Tod, unsere Farben sind Weiß und Rot.“

  • herrmann


    Der würde sich im Stadion ähnliches anhören müssen wie ein homosexueller Spieler, der seine Sexualität offen zur Schau stellt. Und da sind wir genau an dem Punkt angelangt, den ich meine. Ich kann mich nicht öffentlich positionieren und gleichzeitig erwarten nur positive Rückmeldungen zu bekommen. Und wenn dann Negatives kommt, medienwirksam rumjammernd nach Antidiskriminierungsgesetze schreien. Ist doch lächerlich das Ganze.
    Mir persönlich geht beispielsweise auch dieses CSD getue ganz gewaltig auf die Nüsse. Aber genauso würde mich auch eine Swinger Parade mit Gangbang-Schantalle auf dem Motivwagen vom Maihof anwidern.
    Muß man unbedingt, mit aller Gewalt seine intimsten Gefühle öffentlich machen ? Nein. Muß man sich wundern, wenn es dann Gegenwind gibt ? Erst recht nicht.